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von ayola
GeschichteAllgemein / P6
Alice Das Weiße Kaninchen Der Märzhase Der Verrückte Hutmacher Die Grinsekatze
27.02.2012
27.02.2012
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Hallo :)

Das hier ist ein Geschenk für Sami.

Alles Liebe zum Geburtstag

Aber auch ihr seid herzlich eingeladen zu lesen.
Viel Spaß!
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Du warst gerade auf dem Weg nach Hause, als du es hörtest. Ein kleines, klägliches Miauen. Die kleine Katze kauerte sich zwischen die hohen Grashalme des verwilderten Feldes, starrte sie mit großen Augen vorwurfsvoll an und mauzte noch einmal auffordernd. „Hey, du.“ Sagtest du leise und gingst in die Knie und streicheltest sie vorsichtig. Das Kätzchen schien noch sehr jung zu sein, so klein und zierlich, wie es aussah. Genau genommen, sah es sehr einzigartig aus. Als hätte ein Maler mal einfach ein paar Kleckse verteilt. Der Grundton des weichen Fells war grau, eine Art Silbergrau, was eigentlich sehr elegant aussah. Eigentlich, denn fast überall hatte das Kätzchen weiße Flecken: Auf dem Rücken, einen auf der Nase, einen auf dem Ohr, auf den Pfoten und den Beinen viele, am Schwanz keinen. Es schmiegte sich an deine Hand und begann laut zu schurren. „Was machst du denn hier?“ fragtest du leise, kraulest es, während es begann um deine Beine zu streichen.
Zumindest bis hinter dir ein Auto lang donnerte, und nicht nur du dich erschrecktest. Mit einem Jaulen sprang die kleine Katze in die Wiese zurück und raste so schnell es ging, hinein.
„Hey!“ riefst du und sprangst ohne nachzudenken hinterher, gingst, so hastig wie du konntest hinterher, während die kleine Katze irgendwo darin schlagartig kläglich zu rufen begann.
„Na schön.“ Seufzest du und versuchtest die Richtung des Geräusches festzustellen, in die du dann gingst. Auch wenn du eigentlich keine Lust hattest und du noch einiges zutun hattest. Besseres, als Kätzchenrettung zu spielen.
Du folgtest ihr durch die hohen Grashalme und spürtest, wie du mit deinen Schuhen immer wieder in Pfützen und Matsch trat, der für dich unsichtbar durch die hohen Grashalme verborgen war. Langsam hattest du das Gefühl die Orientierung verloren zu haben und für deine Sachen waren die rauen Grashalme sicher auch nicht gut. Aber dich trieb das Mauzen der Katze voran, denn jetzt wolltest du dieses dämliche Feld nicht ohne sie verlassen. Dann wäre ja alles umsonst gewesen. Du verfluchtest leise den Impuls, der Katze hinterher zu rennen. Doch in diesem Moment wurde die Rufe lauter und mit einem Seufzen drängtest du dich schneller durch die Halme und das Gestrüpp, was zunehmend dichter wurde. Natürlich zu deiner Begeisterung.
Du konntest nicht lange in diesem Feld gewesen sein, doch als du dich umwandest, sahst du wogende Meere aus Halmen und hier und da ein paar Wildblumen. Keine Straße. Keine anderen Menschen. Nun, letzteres war nicht ungewöhnlich, aber so langsam wurde es merkwürdig. Zumindest hattest du langsam aber sicher das Gefühl.
„Mau.“ Machte es urplötzlich zu deinen Füßen und du sprangst mit einem kleinem Aufschrei zurück, stolperst und knallest der Länge nach ins Gestrüpp. Na super.
Immerhin landetest du nicht im Matsch, sondern auf dem Grünzeug. Der Grund deines Schreckens und damit deines Sturzes folgte dir und sprang mit einem Laut auf deine Brust, wo sich das Kätzchen bequem hinsetzte, zufrieden schnurrend und starrte dich mit großen Augen an, so als könnte es gar nicht verstehen, warum du dich hingelegt hattest.
„Das darf doch nicht wahr sein.“ murmeltest du entnervt, nahmst das Kleine auf den Arm und
standest langsam auf. Die Stelle, wo du geflogen warst, zeichnete sich deutlich ab, während die Katze es sich gähnend auf deinem Arm bequem machte. So, nächstes Problem – wo ging es zurück? Du wähltest einfach willkürlich eine Richtung, und gingst in diese. Irgendwann musstest du ja aus diesem Feld herauskommen… Die Katze krallte sich ein wenig in deinen Unterarm, während du mit dem anderen das noch höher werdende Gestrüpp aus dem Weg strich. Hättest du vielleicht einen anderen Weg wählen sollen? Im Augenblick warst du dir sicher. Scheinbar ging es hier in eine vorher nicht zu sehende Senke, denn so langsam schaute nur noch den Kopf aus dem Feld. Gut, du warst kein Riese, aber dennoch musste die Wiese erstmal das schaffen. Und es wurde noch höher. Und du bekamst Panik. Vor und hinter dir nur noch braun und grün und ein wenig Flachsfarben.
Immer hastig kämpftest du dich durch, auch wenn es immer höher wurde- es konnte nicht ewig so weiter gehen! Das Kätzchen auf deinem Arm schmiegte sich zwar an dich, blieb aber völlig ruhig, begann sogar zu Gähnen, während du panisch eine Schneise rissest.
Und endlich, endlich, sahst du einen Ausgang durchschimmern. Etwas, was nicht zu diesem verwilderten Feld passte.
Du kämpftest dich durch und erstarrtest. Es war Nacht. Und es konnte unmöglich Nacht sein.
Aber auch diese Umgebung war einfach nicht möglich. Neben dir kroch eine riesige Schnecke in Regenbogenfarben aus dem Feld. Sie trug ein rot-weiß gekringeltes Haus. Riesige violette oder lilafarbene Blumen schmückten den dunkelgrünen Boden. Offenbar befandest du dich in einem Tal, denn moosbedeckte Felshänge hingen in seltsamen Winkeln über dir. Violette armgroße Fliegen mit dunkelblauen Flügeln saßen in Grüppchen zusammen. Du kamst dir irgendwie schrecklich fehl am Platze vor. Vor dir plätscherte ein kleiner unglaublich schimmernder Bach, und du sprangst samt Katze über ihn und schlagartig bildete sich zu deinem Schrecken ein Stein auf der anderen Seite, auf dem du sicher landetest.
„Ah, da bist du ja endlich. Du bist viel zu spät.“ Du erstarrtest, als du angesprochen wurdest, blicktest dich um, doch sahst niemand. Bis du, einer inneren Eingebung nach, nach unten sahst. Dort saß- du konntest es nicht fassen, ein weißes Kaninchen aufrecht auf seinen Hinterpfoten, eine rote Weste mit purpurnen Stickereien an und eine große Uhr in der Hand.
„Nicht warten, los!“ kommandierte es, während du es anstarrtest. „ Du hast eh schon den Anfang verpasst.“ Als es los hoppelte folgtest du ihm sprachlos und endgültig geschockt. Es würde dich zielsicher um die Ecke, wo eine große Kaffeetafel stand. Für fünf gedeckt. Du starrtest die Gestalten an, die daran saßen, aber da stand der Hutmacher schon auf und deutete eine Verbeugung an.
„Meine liebe, kleine Traumtänzerin.“ Sagte er mit einem Lächeln. „Bitte nimm Platz.“
Vollkommen von der Rolle ließest du dich ohne Worte zu verlieren neben dem Mädchen in dem Kleid nieder, die dir die Hand entgegen streckte.
„Hallo.“ Sagte sie. „Ich bin Alice.“ Und lächelte.
Du schütteltest ihr mechanisch die Hand. „Ich weiß.“ war alles, was du rausbrachtest.
Sie hingegen grinste, ein wenig schelmisch, vielleicht.
„Ich weiß das auch.“ Sie beugte sich zu dir, legte den Hand vor den Mund und flüsterte leise:
„Und ich bin du.“
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