"Die Bücherdiebin" in einem Gedicht

GedichtAllgemein / P12
27.02.2012
27.02.2012
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Bücherdiebin

Einst im Zug,
sie waren zu zweit
und es war noch sehr weit.
Doch der eine, der Knabe,
erreichte nicht sein Ziel.
Sein Gesicht verlor an Farbe,
als er machte sein Deal
mit dem Tod.

Sein Begräbnis
war schnell rum.
Allein das Mädchen dreht sich  um.
Eine Träne in Trauer
und ihr Herz,
nun verschlossen hinter einer Mauer.
Doch dort liegt ein Buch - ganz in Schwarz.
Sie greift danach.

Das Buch als Erinnerung
setzt sie ihre Wege fort,
immer nach dort,
wo ihre neue Familie ist.
Und nur ein einzelner Mann,
ganz ohne List,
kommt an ih Herz heran,
der, der ihr liebster Vater ist.

freunde findet sie schnell.
Ein Freund hat sie schon,
auch Mutter im herischen Ton.
Auch dabei ist ein Freund.
Er liebt sie sehr
und hofft verträumt,
dass die Freundschaft wäre mehr.
Und verlangt von ihr nur einen Kuss.

Das Buch noch im Herzen,
will sie lesen lernen.
Doch nicht in der Zukunft - im fernen.
In der Schule so lernt sie es nicht,
nur ein Buchstabe hier und dort.
So liest sie im Keller mit Licht
und es klappt auch nicht sofort,
doch es hilft.

Ein Kämpfer kommt dazu.
Er lebt in ihrer Stube,
doch er ist ein Jude.
In jeder Nacht
kämpft er bis zum umfallen,
auch keiner lacht,
denn um ihn schließen sich die Krallen
des Führers, der schon so viele umschlossen hat.

Die bücherdiebin,
doch wo kommt der Name her?
Ich erzähl euch nun mehr!
So, die erste Tat wisst ihr.
Es folgen jedoch noch viele,
so sicher bin ich mir,
sie erfüllt jeder ihrer Ziele.
Hört nur weiter zu.

Es herrscht Krieg.
Versteckt in einem Raum,
wirkt alles wie im Traum.
Alle sind am Ende,
sie jedoch fängt an zu lesen -
ganze Bände.
Sie blieben am Leben
unzählige Male.

Gefährliche Zeiten,
wie es jeder nennt,
in denen man nur weg rennt.
Auch der Kämpfer nicht,
er entscheidet sich
mit ganzer Sicht
nicht für mich,
sonder lässt mich allein zurück.

Doch dann der Abschluss,
sie alleine im Keller
und schneller als man merkt,
ist alles weg.

Eine Bombe,
die Waffe des Todes,
nimmt ihr alles,
alles auf einmal.

Am Schluss,
so gibt sie
ihrem Liebsten einen Kuss,
den er schon so lange erwartet,
doch nie verspürt.

Jahre später,
kommt es nicht mehr schlimmer,
sondern ein kleiner Hoffnungsschimmer.
Sie lässt wieder ein in ihre Stube,
den altbekannten Juden.

Am Ende,
noch sichtbar die Farbe rot.
Kommt der Tod.
Und sie heißt ihn freudig willkommen,
er mit dem Buch:
"Liesel Memminger - die Bücherdiebin".

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AN: Das Buch spielt während des 2. Weltkrieges, also entschuldigt bitte, dass es sich so anhört, als würde ich Juden nicht mögen. - Wollte es nur mal klar stellen!
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