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Wenn dein größter Feind stirbt, stirbt auch ein Teil von dir!

Kurzbeschreibung
OneshotFreundschaft, Schmerz/Trost / P12 / Gen
Fugaku Uchiha Itachi Uchiha Mikoto Uchiha Naruto Uzumaki Sakura Haruno Sasuke Uchiha
19.02.2012
11.05.2013
7
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19.02.2012 2.418
 
04. Heaven is a Place on Earth with you

Es war ein sonniger Sommertag. Warm schien die Sonne und kein Wölkchen trübte den blauen Himmel. Lachend spielte Sasuke vor dem Haus auf der Veranda mit seinen Bausteinen, befand er es als viel zu schön, als das er im Haus hocken wollte. Einen großen Turm hatte er gebaut, reichte er gerade noch an den obersten Stein heran und ärgerte sich, das er den Turm nicht noch größer bauen könnte.
Verärgert über seine kleine Größe eilte er ins Haus, wollte er seinen Bruder fragen, ob er ihm nicht helfen könne, war Itachi doch um einiges Größer und so würde der Turm sicher gigantisch.
„Halt Sasuke-chan! Wo willst du hin?”, hielt ihn jedoch seine Mutter auf, als er gerade die Treppe empor zu den Schlafzimmern erklimmen wollte. „Ich möchte einen ganz großen Turm bauen. Aber ich bin zu klein. Nii-san soll mir helfen!“, entgegnete der fast Vierjährige und regte sich empor, um anzudeuten, wie hoch der Turm doch werden sollte.
„Aber Sasuke-chan, du weist doch das Itachi-san mit seiner Lungenentzündung nicht raus soll. Er hat noch immer etwas Fieber. Also wirst du deinen Turm wohl oder übel allein bauen müssen.“, musste Mikoto ihren Jüngsten leider enttäuschen. Ihr ältester Sohn Itachi war mit einer dicken Lungenentzündung von seiner letzten Mission wiedergekehrt, hatte diese ihn ins Schneereich geführt. Eine schwere Lungenentzündung im Sommer, dies hatte dem gerade neun Jahre alt geworden Uchiha am meisten geärgert, lag er mit Fieber im Bett und fühlte sich bei der Hitze noch mieser.
Traurig zog Sasuke einen Flunsch und schritt die wenigen Stufen wieder hinab. Betrübt trottelte er wieder zurück auf die Veranda und wurde schlagartig noch trauriger. Sein Turm war vollständig eingefallen, lagen all seine Bausteine auf der Veranda verteilt.
„Ach menno!“, schimpfte er und begann die Steine mies gelaunt in die kleine Kiste zu werfen, worin er sie lagerte.
„Sasuke-chan, habe ich dir nicht eben erst gesagt, du sollst Itachi-san nicht stören!“, sprach Mikoto streng, als sie den Kleiner wieder auf der Treppe erwischte. „Will ich ja gar nicht!“, brubbelte Sasuke mit deutlichem Flunsch. „Ich will meine Steine wegräumen.“, langsam stieg er weiter die Treppe empor und versuchte möglichst nicht mit der Kiste in Händen zu stürzen.
Kaum in seinem Zimmer angekommen, stellte er die Kiste ins Regal und überlegte, mit was er jetzt spielen sollte. Allein spielen war echt langweilig. „Ob Itachi-san sich auch langweilt?“, fragte Sasuke seinen grünen Drachen, den Itachi ihm vor einem Jahr zum Geburtstag geschenkt hatte. Leicht nickte der Drachen in den kleinen Händchen, grinste der kleine Uchiha verschmitzt und eilte aus seinem Zimmer.
Vor Itachis Zimmer blieb er jedoch stehen und lauschte. Es war Mucksmäuschen still, schien es als schlafe sein großer Bruder. „Otouto-chan, warum stehst du wie angewurzelt vor meiner Zimmertür?“, durchbrach ein krächzendes Flüstern die Stille und ließ Sasuke erschrocken herumfahren. „Nii-san!“, fiebte er auf und sah ihn mit großen Augen an.
Itachi war blass, nur eine leicht fiebrige Röte zeichnete etwas Leben in sein Gesicht. Ob wohl es brütend heiß war, trug er einen langärmlichen Pyjama und seine langen Haare waren nicht wie gewohnt zusammengebunden, sondern fielen ihm offen locker über die Schulter.
„Ich wollte sehen, wie es dir geht und fragen, ob dir auch langweilig ist!“, erklärte Sasuke sich schnell und ließ seinen Bruder durch, damit er zurück in sein Zimmer und Bett konnte.
Kraftlos ließ sich Itachi auf sein Bett fallen und zog die dicke Wolldecke über seine Füße. „Mir ist mehr als langweilig!“, gestand er dann und sah betrübt zu seinem kleinen Bruder hinüber, war Sasuke in der Tür stehen geblieben. ‚Bestimmt hat Mama es ihm verboten, mich zu stören.’, dachte Itachi betrübt über den Umstand, das er den gesamten Tag allein gewesen und sich mehr als verlassen vorgekommen war. ‚Sie haben bestimmt nur Angst, das er sich ansteckt oder er mich stören könnte!’, jedoch war diese Sorge eigentlich unbegründet. Der Doktor hatte nach der letzten Untersuchung gesagt, das er nicht mehr ansteckend sei. Und dennoch lag er den gesamten Tag allein in seinem Bett und durfte nur zu den Mahlzeiten für eine halbe Stunde der Tristes seines Zimmers entfliehen. Er müsste sich schnell etwas einfallen lassen, damit er nicht auch noch den gesamten Nachmittag gezwungen war, gelangweilt das Muster der Holzdecke auswendig zu lernen.
„Otouto-chan, kannst du bitte etwas für mich tun!“, krächzte er und winkte Sasuke zu sich ans Bett. Zögernd biss sich Sasuke auf die Unterlippe und sah nervös in den Flur, als erwarte er jeden Augenblick dort ihre Mutter auftauchen zu sehen. Doch dann warf er seine kleine Angst über Bord, wollte Itachi doch etwas und dies könnte schließlich sehr wichtig sein. „Ja Nii-san, ich mache alles, was du magst!“, lächelte er erwartungsvoll.
„Kannst du Mama bitte fragen, ob ich etwas kaltes zu trinken haben kann. Mein Hals tut schrecklich weh und ich habe schon alles ausgetrunken, was sie mir zum Mittag heraufgebracht hatte.“, Sasuke nickte und eilte aus dem Zimmer. Er würde etwas gutes für seinen Bruder tun und so wenigsten noch einen Moment bei ihm sein können.
„Mama...“, rief er laut, als er die Treppe herunterstürmte und Richtung Küche eilte. „Sasuke-chan, was ist denn mein Schatz?“, kam Mikoto sofort aus der Küche, wäre ihr Jüngster so fast in sie hineingelaufen. „Mama, Nii-san schickt mich. Er hat schrecklichen durst und langweilt sich ganz doll. Er möchte etwas kaltes zu trinken... bitte!“, das „Bitte!“ hätte Sasuke fast vergessen, lächelte er nun Stolz, das er pflichtbewusst die Nachricht seiner Mutter überbracht hatte.
„Sasuke-chan, du solltest deinen Bruder doch nicht stören!“, mahnte sie ihren Sohn mit erhobenen Finger, gingen sie gemeinsam in die Küche, damit Mikoto für ihren Ältesten das gewünschte Getränk zubereiten konnte. „Habe ich ja gar nicht, Mama!“, wand Sasuke sofort ein. „Er war auf der Toilette und wir haben uns auf dem Flur getroffen.“
„Ach so! Nagut, dies ist etwas anderes. Dennoch störe ihn bitte nicht weiter. Er soll sich ausruhe und viel schlafen, damit er schnell wieder gesund wird!“, sorgfältig goss Mikoto den Kräutertee auf und stellte ihn zur Seite, damit er ausreichend ziehen konnte.
„Wir brauchen Eiswürfel!“, öffnete Sasuke den Kühlschrank und versuchte an das Eisfach heran zu kommen. „Hier!“, reichte Mikoto ihm diese und stellte auch eine Glaskanne auf den Esstisch, wo Sasuke die Eiswürfel hineingeben sollte. Es kostete dem Kleinen etwas Mühe das widerspenstige Eis aus den kleinen Würfelformen zu bekommen, aber allmählich füllte sich die Kanne und bald war auch der letzte Eiswürfel hineingefallen.
Nun aber würde das Spannende folgen. Der Tee war fertig durchgezogen, goss Mikoto diesen nun über die Eiswürfel. Knisternd und knackend platzen diese durch die Hitze und begann zu schmelzen. Noch der Saft einer Zitrone und einen großzügigen Löffel Honig, machten den mittlerweile abgekühlten nun schön kalten Tee zum gesunden Eistee.
Schnell flitze Sasuke vor, als seine Mutter den Eistee hinauf zu Itachi bringen wollte. Wenigsten ein paar Minuten würde er so noch bei seinem großen Bruder sein können.
„Hier Itachi-san, Kräutereistee mit Zitrone und Honig. Dies wird deinem Hals sehr gut tun!“, goss sie ihrem Sohn einen Becher voll ein und reichte ihm diesen. „Danke Mama!“, krächzte Itachi flüsternd, strengte ihn das Sprechen sehr an. „Oje, deine Stimme hört sich aber gar nicht gut an. Schmerzt dir dein Hals sehr? Ich sollte wohl besser noch einmal nach dem Doktor schicken lassen!“, Itachi verzog sofort das Gesicht, bedeutete der Doktor doch nur wieder quälende Untersuchungen und weitere bittere Medizin.
„Mama, der Doktor hatte das letzte mal doch gesagt, das ich niemanden mehr anstecken kann, oder?“, fragte er vorsichtig nach, hatte er sich in der Zeit, wo Sasuke in der Küche den Eistee in Auftrag gegeben hatte, etwas überlegt.
„Ja, mein Schatz, dies hat der Doktor gesagt. Das Antibiotikum verhindert dies!“, bestätigte sie seine Frage und war unbewusst in seine Falle getappt.
„Das ist gut! Dann kann ich ja Sasuke dabei zusehen, wie er eine richtig schönen hohen Bausteinturm baut!“, sogleich wollte Mikoto etwas erwidern, aber der hoffnungsvolle Blick Itachis und das „Ja, ich hole meine Bausteine!“, machten jeden Versuch einer wiederrede vergebens. „Na schön, aber du wirst im Bett liegen bleiben und wenn du müde wirst, wird geschlafen!“, seufzend ergab sie sich und bedachte noch ihren Jüngsten mit einem mahnenden Blick. „Sasuke-chan, denk bitte daran, das dein Bruder krank ist. Sei bitte leise und wenn er müde wird, lass ihn schlafen!“, Sasuke nickte und stellte seine Bausteinkiste nahe des Bettes ab.
Mikoto wusste nicht was sie davon halten sollte. Es ging Itachi noch immer schlecht. Sein Fieber sank nur langsam und das nun auch noch seine Stimme krächzend versagte, machte ihr große Sorgen. Sie würde Shisui bitten, den Doktor holen zu gegen. Ja, dies war wohl das Beste.
Glücklich begann Sasuke mit dem Fundament seine Turmes. Baute er Stein auf Stein, hielt aber plötzlich inne. Woher hatte Itachi eigentlich von dem geplanten Bauprojekt eines hohen Turmes gewusst? „Nii-san, woher wusstest du, das ich einen großen Turm bauen wollte?“, fragte ihn daher und verbaute zwei weitere Stein.
„Ich habe dich mit Mama sprechen hören, als ich auf die Toilette gehen wollte.“, erklärte er und erhangelte sich einen Baustein, legte ihn auf dem Turm ab und lächelte zufrieden. „Ach so. Na nun wird er sicher ganz hoch!“, strahlte Sasuke, würde sein großer Bruder ihm doch nun wirklich helfen können.
Fleißig verbaute er Stein um Stein und musste sich bald auf die Zehen stellen, um noch weiter bauen zu können. „Nun bin ich dran!“, lächelte Itachi und nahm den Stein, den Sasuke ihm sogleich reichte. Itachi richtete sich in seinem Bett auf und platzierte den Stein. Die nächsten folgten und bald wurde auch für ihn die Höhe fast unerreichbar.
„Weiter schaffe ich es auch nicht!“, keuchte Itachi und ließ sich in sein Bett fallen. Es war anstrengend gewesen, atmete er schnell, schmerzte seine Brust und sein Hals fühlte sich staubtrocken an. Ein quälender Husten übermannte ihn und beraubte ihn seiner letzten Luft. Seine Ohren sausten, wurde ihm auch schwindelig.
„Nii-san!“, schrie Sasuke erschrocken, als Itachi hustend und um Atem ringend zur Seite fiel und seinen Husten einfach nicht mehr unter Kontrolle bringen konnte. „Mama!“, schrie der Kleine sofort nach ihrer Mutter, eilte sie jedoch bereits gefolgt vom Doktor die Treppe empor.
„Nii-san bekommt keine Luft mehr!“, aufgelöst weinte Sasuke, drängte der Doktor sich an ihm vorbei und kniete sich vor Itachi.
Sasuke konnte nicht sehen, was der Doktor tat, aber Itachis Husten hörte plötzlich auf. „Ganz ruhig und gleichmäßig atmen, Itachi!“, sprach der Doktor ruhig zu Itachi und gab gleichmäßige Anweisungen, „Einatmen, Ausatmen, Einatmen, Ausatmen, Einatmen, Ausatmen, Einatmen, Ausatmen,... gut so!“
Verzweifelt und voller Sorge kaute Sasuke ungehalten auf seiner Unterlippe herum. Er fühlte sich schuldig, das Itachi diesen schlimmen Husten bekommen hatte. Hätte er ihn nicht gebeten den Turm weiter und höher zu bauen, wäre dies sicherlich nicht geschehen. Es war alles seine Schuld!
„Doktor, geht es Nii-san wieder gut?“, fragte er leise unter Tränen.
„Ja, mein Kleiner! Deinem Bruder geht es wieder gut.“, lächelte der Doktor und sah zu Mikoto auf, „Er hatte nur einen Hustenkrampf bekommen, dies kommt gelegentlich wenn auch sehr selten bei einer trockenen Lungenentzündung vor. Ich lasse ein Inhalationsspray hier, das er im Notfall nehmen kann.“, er reichte Mikoto das Spray, sowie ein weiteres Medikament. „Diesen Hustensaft muss er drei mal täglich zusätzlich zu den anderen Medikamenten nehmen. Es ist speziell für seinen Hals und Stimmbänder und bewirkt, das der Hals nicht mehr austrocknet. Damit sollte auch ein möglich neuer Husten verhindert werden.“
Itachi stöhnte angewidert auf. Er musste bereits einen Antibiotischen Saft nehmen, sowie spezielle Tropfen um die Atemwege freizuhalten. Nun noch ein weiterer bitterer Saft und ein lästiges Spray... Himmel, er wollte nur schnell wieder gesund werden!
„Danke Doktor, das sie so schnell gekommen sind. Es war auch gerade rechtzeitig... Herzlichen Dank!“, Mikoto begleitete den Doktor noch zur Tür, während Sasuke sich schuldbewusst zu Itachi auf die Bettkante setzte.
„Es tut mir leid, Nii-san!“, schniefte er und ließ seinen Kopf hängen. Verwundert sah Itachi auf seinen kleinen Bruder und setzte sich auf. „Was tut dir leid? Du hast doch gar nichts gemacht!“, sprach er auf Sasuke ein und zog ihn tröstend in seine Arme.
„Ich habe dich gebeten den Turm noch höher zu bauen, obwohl du hättest liegen sollen. Es ist meine Schuld, das du den Husten bekommen hast!“, schüttelte Sasuke seinen Kopf und schniefte abermals.
„Ach was! Ich hab den Husten wegen meiner Lungenentzündung bekommen und das ich diese habe, daran bin ich selbst schuld. Ich habe im Schneereich nicht auf mich geachtet und mich verkühlt. Also ist es alleinig meine Schuld!“, Sasuke schüttelte aber weiter seinen Kopf.
Egal was Itachi auch sagte, Sasuke fühlte sich einfach dafür verantwortlich.
„Sasuke höre bitte auf! Du bist absolut nicht dafür verantwortlich! Bitte höre auf zu weinen und dich schuldig zu fühlen, denn so machst du nur den schönen Nachmittag kaputt, den wir zusammen hatten. Und es sind doch auch noch ein paar Steine übrig. Willst du mir nicht aus diesen noch ein Versteck bauen, wohin ich mich verkriechen kann, wenn Mama nachher mit der ekeligen Medizin kommt.“, schluchzend sah Sasuke auf. Er wollte seinem Bruder nicht den Nachmittag kaputt machen.
„Aber du musst die Medizin nehmen, damit du schnell wieder gesund wirst!“, wurde er nun ermahnend und hob drohend den Zeigefinger, so wie auch ihre Mutter gerne mit den Finger drohte. „Aber sie ist wirklich ekelig bitter!“, verzog Itachi den Mund, grinste jedoch im nächsten Moment. „Ich nehme sie, aber nur, wenn du aufhörst traurig zu sein!“
Lachend besiegelten sie ihren brüderlichen Pakt, sah Sasuke auf ihren gemeinsam errichteten Turm. „Ich bau dir noch ein Luftschoss! Ein ganz großes, mit Türmen und einer Brücke.“, er hüpfte vom Bett und klaubte alle noch verbleibenden Steine zusammen.
Itachi konnte nur mit dem Kopf schütteln und sah seinem kleinen Bruder zu, wie er nun die erste Mauer errichtete. Ob er seinem kleinen Bruder wohl erklären sollte, das ein Luftschloss eigentlich ein unerfüllbarer Traum war?
„Ich glaube Shisui hat noch eine große Kiste voller Bausteine!“, beschloss er seinem Bruder sein Luftschloss nicht kaputt zu machen. „Los lauf rüber und frage ihn, ob er sie dir gibt. Ich warte hier und ruhe mich derweil etwas aus.“
„Ja Nii-san... dann wird unser Luftschloss richtig schön und groß!”, fiebte Sasuke freudig auf und eilte aus dem Zimmer. Lächelnd sah Itachi dem Kleinen nach und schloss seine müden Augen. So liebte er seinen kleinen Bruder... glücklich und lachend, mit leuchtenden Augen voller Freude und Liebe... sein Himmel auf Erden!
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