Cats - Ahnen

GeschichteAbenteuer, Familie / P12
17.02.2012
02.08.2012
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Hier ist (endlich?) die versprochene Fortsetzung!
Außerdem habe ich mich jetzt endgültig entschlossen, das ganze in eine Tirlogie zu verwandeln, also könnt ihr euch doppelt freuen ;)

Für diejenigen, die den ersten Teil nicht gelesen haben, werden am Anfang vielleicht einige Verständnisprobleme haben, aber die Handlung an sich hat mit der von 'Verräter' später nicht mehr viel zu tun.

Ach ja, wie ihr euch vielleicht denken könnt: Mir gehören die Warrior Cats nicht, und ich verdiene hiermit kein Geld. Außer ihr wollt mir in einem spontanen Anfall von Großzügigkeit... okay. vergessen wir's.

Viel Spaß!


Schatten in der Nacht

Der kleine Kanal lag still da, das Plätschern des Wassers übertönt von den nächtlichen Geräuschen der Stadt. Die funkelnden Sterne spiegelten sich auf der Wasseroberfläche, sodass der dunkle Fluss von tausenden Lichtern durchzogen war. Eine Eule strich lautlos über das Ufer hinweg, dann lag der Erdhang wieder verlassen da.

Schließlich erschien ein dunkler Schatten aus einem Loch am Ufer, gut verborgen zwischen dem niedrigen Gebüsch. Die Katze hob den Kopf, und sog prüfend die Luft ein. Ihre eisblauen Augen glänzten im schwachen Mondlicht, während das dunkle Fell nicht mehr als ein undeutlicher Schemen war.

Zögernd stakste die Gestalt aus ihrem Versteck, sorgsam darauf bedacht, kein Geräusch zu verursachen. Die Nachtluft war trotz der fortgeschrittenen Jahreszeit noch immer eisig, und der Atem der Katze stieg in blassen Wölkchen in den Himmel. Einen Moment starrte sie ihnen nach, hinauf zu den unzähligen Sternen. Dann wandte sie sich ab, und begann langsam, das steile Ufer hinaufzuklettern.

Doch plötzlich ertönte ein Rascheln, gefolgt von einem erschrockenen Quicken. Blitzartig fuhr die Katze herum, das Fell gesträubt. Aber noch während sie mit zusammengekniffenen Augen in die Dunkelheit starrte, schob sich auch schon ein kleiner Kopf aus dem Gebüsch, und blickte sich neugierig und verängstigt zugleich um.

Der Kater stieß ein Zischen aus, und hastete seinen Weg zurück. Schnell zog er das Junge am Nackenfell aus dem Gebüsch, und setzte es mit einem finsteren Blick vor sich auf den Boden. „Was soll das, Nachtschweif?“ Das Junge, kaum älter als einen Mond, starrte den größeren Kater zitternd an, das Fell vor Aufregung gesträubt. Doch in seiner Stimme lag Trotz, als es mit seiner quickenden Stimme antwortete: „Wohin gehs du? Es is nachts. Mama sagt, nachts daf man nich raus!“

Der Ärger verschwand aus den Augen des Katers, und sein Blick wurde weich. „Da hat deine Mutter völlig Recht, mein Kleiner. Und du solltest auch schnell wieder in dein warmes Nest kommen, sonst macht sie sich noch Sorgen!“ Doch das winzige Junge weigerte sich, so einfach aufzugeben. „Und was is mit dir? Du bis doch auch draußen!“

Der schwarze Kater lächelte erneut, doch für einen Moment trat ein trauriger Ausdruck in seine Augen. Dann nickte er unmerklich, und beugte sich zu dem Jungen hinab. „Kannst du ein Geheimnis behalten, Nachtschweif?“ Die Augen des Jungen wurden groß, zwei goldene Scheiben in der Finsternis. „Ja!“, quickte es aufgeregt, und zappelte förmlich vor Begeisterung.

Der schwarze Kater lächelte wieder, und strich ihm mit dem Schwanz über das Gesicht. „Nicht so laut, Kleiner, sonst weckst du noch deine Mutter und deinen Bruder. Das hier darfst du niemandem erzählen, verstanden?“ Das Junge nickte aufgeregt, die Lippen fest aufeinander gepresst. Erwartungsvoll blickte es den größeren Kater an.

Der schaute eine Weile schweigend zurück, und ein Ausdruck größter Zuneigung erschien auf seinem Gesicht, während ein trauriger Schimmer wieder in seine blauen Augen trat. Schließlich fiel seine Haltung förmlich in sich zusammen, und er seufzte tief.

„Ich…Ich muss eine Weile fort. Es gibt da etwas, das ich erledigen muss.“ Die Augen des Jungen wurden noch größer. „Du…du gehs weg?“, wiederholte es verdattert, und ein verletzter Ausdruck trat in sein Gesicht. „Aba…Aba was is mit uns?“

Der schwarze Kater lächelte, und strich dem Jungen erneut über den Kopf. „Ich vergesse euch ganz bestimmt nicht. Ihr… Ihr seid das Wertvollste, was ich in meinem Leben habe.“ Seine Worte klangen jetzt erstickt, als hätte er Mühe, sie herauszubringen. Doch das Junge war noch nicht zufrieden. „Und warum gehs du dann weg?“ Der Kater seufzte erneut, und abgrundtiefe Trauer lag jetzt in seinen Augen. „Weil ich jemandem ein Versprechen gegeben habe. Ich habe keine Wahl.“ „Aba… du komms doch wieda, oda?“

Jetzt hob der Kater den Kopf, den Blick auf den funkelnden Sternenhimmel gerichtet. „Ja. Ich komme wieder.“, murmelte er tonlos, die Augen noch immer in die Ferne gerichtet. Es klang mehr wie ein Versprechen an sich selbst als an den kleinen Kater zu seinen Pfoten.

Dann schüttelte er sich, und senkte den Kopf wieder. „So, und jetzt ab mir dir in sein Nest. Du bist schon viel zu lange hier draußen in der Kälte.“ Das Junge, beruhigt durch die Zusage des älteren Katers, nickte, und gähnte ausgiebig. „Bis bald, Papa.“, murmelte es verschlafen, dann trottete es langsam zurück in den dunklen Bau.

Der schwarze Kater blickte ihm reglos nach, bis es verschwunden war. Dann blickte er ein letztes Mal hinauf zu den Sternen. Und mit einem leisen Seufzen verschwand Nachtschatten in der Dunkelheit.
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