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Der falsch gegangene Weg

GeschichteDrama / P18 / MaleSlash
Amerika Deutschland Kanada Österreich Preussen Russland
15.02.2012
17.07.2013
46
219.821
8
Alle Kapitel
119 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
15.02.2012 1.328
 


Ihr lieben, wundersamen, fantastischen, aufbauenden, treuen Leserinnen und Leser dieser Geschichte,

es fühlt sich an als ob das Wort inflationär häufig in meine Sprachnutzung eingegangen ist, aber ich werde es jetzt erneut verwenden, weil es nötig ist, weil ich mich danach fühle und weil ich kein anderes für meine Empfindung kenne: DANKE!

Es ist eine völlig unbestreitbare Wahrheit, dass ich von allein NIEMALS bis hierher gekommen wäre, zum Ende der Geschichte (zumal das erste Kapitel als One Shot konzipiert war, als wirklich einmalige Sache), rein schon von Kraft und Ausdauer her.

Und dann seid ihr gekommen. Mit euren Favoriten-einträgen und euren aufbauenden Kommentaren.

Nichts, ich wiederhole NICHTS anderes als genau DAS hat mich immer wieder dazu bewogen, mich an meinen Laptop zu setzen und ein neues Kapitel anzufangen oder an einem angefangenen weiter zu schreiben. Und das sah erst einmal zu anfangs gar nicht gut aus: Ende Januar letzten Jahres war ich an einer Depression erkrankt. Ich hatte systematisch wiederkommende Schübe der vollkommenen Hoffnungslosigkeit (so wie man es gemeinhin vom Hörensagen kennt) und noch schlimmer war: ich hatte sehr heftige Konzentrations- und Wahrnehmungsstörungen. Wenn die zutage traten, konnte ich nichts anderes machen, als mich hilflos auf mein Bett zu setzen und auf einen Punkt zu starren. Das ging eine sehr lange Zeit so. Das verheerendste war, dass ich nicht lesen konnte – für mein Studium und meine alltägliche Lebenswelt eigentlich unerlässlich - und einige Monate gebraucht habe, um mich wieder so weit hoch/ heran zu arbeiten, dass ich ein halbes Buch am Stück lesen konnte und nebenbei begriff, was die Zeilen überhaupt für einen Inhalt bargen.
Ich weiß nicht mehr genau, was mich dazu gebracht hat, diesen One Shot zu schreiben (vielleicht waren eine Inspirationsquelle die vielen Fanfictions über Hetalia, die ich noch Anfang/ Mitte Januar gelesen habe, bevor ich krank wurde?), vielleicht war es Verzweiflung (oder der Wunsch nach stiller/ passiver Aufmerksamkeit?) oder der unterbewusste Wille mich ausdrücken zu wollen, ich kann mich wirklich nicht mehr erinnern. Was ich aber noch ganz genau weiß: ich war von den ersten positiven Reviews so angetan, dass ich es die ersten Kapitel extrem übertrieben habe. Ich schrieb beinahe jeden Tag, reizte die Reste meiner Konzentration aufs äußerste aus und war kaum fähig (immer nur mit größer machen des Bildschirmausschnittes) aus den Augen zu schauen, wenn ich abends mit den Korrekturen fertig wurde.    

Und jetzt – 43 Kapitel später (unter ziemlich heftiger Ausreizung des Alphabets..ähem..) – habe ich tatsächlich über 460 Wordseiten mit Dingen vollgeschrieben, die ich aus meiner Fantasie gesaugt und mit meiner Kreativität erschaffen habe. Das beeindruckt mich selber doch im gewissen Maße und ein klein wenig bin ich auch stolz auf mich und wie sich die Geschehnisse über die Zeit hinweg entwickelt haben, vor allem meine ganz persönliche Art und Weise sie darzustellen. Vermutlich kann man diese Änderung meines Schreibstils sehr detailliert erkennen, ich habe selber gemerkt, dass ich im Laufe der Zeit dazu tendiert habe, es erzähltechnisch sehr langsam angehen zu lassen bzw. mehr in die Tiefe der Charaktere zu gehen. Das hatte natürlich Auswirkungen, zum einen in der Länge der Kapitel, zum anderen in der Unterteilung von einen Kapitel in mehrere Subkapitel.

Diese Geschichte hat mich ein volles Jahr begleitet und sehr sehr viel an eigenen Emotionen, momentanen Launen und Denklinien ist darin eingeflossen, ja musste zwangsläufig darin einfließen, denn offenbar ist sie für mich zu einer Art Tagebuch und „Therapie-ersatz“ geworden. (Und tatsächlich habe ich seit Frühling letzten Jahres nur noch ein oder zweimal in meinem Tagebuch geschrieben.) Ich kann mich auf jeden Fall daran erinnern, dass ich gerade in den emotional schweren Zeiten, die ja sowohl Ludwig als auch Gilbert fictional durchmachen, nie lange überlegen musste, wie ich es schreibe, denn ich konnte immer aus den Vollen schöpfen, die emotional krassen Reaktionen und überwältigenden Tiefpunkte immer taufrisch aus meiner Erinnerung bergen.
Das wohl für mich traurigste Kapitel (obwohl ich zwischendurch an einigen Stellen immer mal wieder feuchte Augen hatte oder sogar in Tränen ausgebrochen bin) ist das Treue-Kapitel, ich werde es mir nie durchlesen können, ohne zu weinen. Es reflektiert glaube ich sehr viel persönliches.

Das Ende, welches ich schließlich für die Geschichte ausgewählt habe, wird der Mehrheit sicherlich nicht behagen, weil es offen ist und sogar – darüber hinaus - mehr noch: extrem vage in der Formulierung. Denn die eine Frage, ob Ludwig nun (über)lebt oder nicht, kann nicht mit Sicherheit beantwortet werden, ich hoffe, dass hat ein jeder herauslesen können. Es ist nämlich so oder so interpretierbar, für jeden, so wie er es möchte und wie er sich gut dabei fühlt. (Vielleicht habe ich unterbewusst einfach auch nur Probleme damit, etwas gehen zu lassen, was mich so lange begleitet hat...siehe etwas weiter unten.. .)

Wie es jetzt weiter geht?

Lasst mich in nächster Zeit erst einmal Fiordaliso ihren lange lange zugesagten Schottland/ Frankreich One Shot für ihr 60.zigstes Review fertigen und dann....ja..dann mache ich etwas, was ich schon seit Oktober hatte machen wollen, es aber immer wieder zugunsten der Fertigstellung dieser Geschichte verschoben habe (die wiederum eigentlich schon Ende des Jahres, im gestrecktesten Fall aber Ende Januar hätte fertig sein „sollen“), ich gehe in die Überarbeitung meines Manuskriptes „Die Glaskammer“. Das wird hoooochinteressant. Und eine Herausforderung, aber jetzt fühle ich mich gerüstet und tatsächlich FÄHIG daraus so etwas, wie einen guten Roman zu konstruieren, eben weil ich – durch euch – immer wieder zum Schreiben und Formulieren üben und Weitermachen gedrängt wurden bin. Mich dabei hoffentlich bestimmt auch hier und da verbessert habe.
Das Schicksal ist in seinen verschiedenen Ausformulierungen schon eigenartig.....ich wäre heute nie hier an dieser Stelle, wenn ich nicht diesen Weg (der sich unglaublich schrecklich und falsch angefühlt hat) der Krankheit gegangen wäre bzw. den mich die Krankheit hat gehen lassen. Dieses Ereignis, diese tiefgreifenden Wochen und Monate, waren eine ungeheuer hässliche Erfahrung für mich und doch haben sie auf lange Sicht gesehen vielleicht doch „Sinn“ gemacht, zumindest dieses eine an Gutem bewirkt, dass ich „Der falsch gegangene Weg“ fabriziert habe und einige Menschen damit unterhalten und vielleicht für einige wenige Minuten des Lesens in eine andere Welt entführen und glücklich machen konnte. Oder, mir noch bedeutsamer erscheinend, für eine kleine Weile ablenken von der familiären (oder wie auch immer gearteten) Alltäglichkeit, die sie umgibt und die vielleicht eine ganz schreckliche ist? (Leider greife ich hier auf sehr schillernd leuchtende eigene Erfahrungen zurück.)


Zu der Geschichte: Ich selber bin überhaupt keine Freundin eines offenen Ausgangs und habe für mich selber ein ganz bestimmtes persönliches Ende gefunden, welches ich hier nicht mehr mit hinein gearbeitet habe. Dieses Ende hatte ich im Kopf schon ganz von Anfang an und habe mich darin auch nicht beirren lassen. Wenn daran Interesse besteht (und das tut es vermutlich, würde ich behaupten??) will ich gerne noch einen Epilog schreiben, der vielleicht ein oder zwei Kapitel umfasst und nun auch nicht gerade fröhlich wird, aber auf jeden Fall einiges an sicheren Wissen mit sich bringt. Und das meine ich bezogen genau auf die Frage, die noch offen ist...( =.
Dieser Epilog wird, wenn er gewünscht wird, aber vermutlich erst Mitte April in die Entstehung gehen, also bitte seid nicht enttäuscht.

Für alle, die mein Dankes- und Rechtfertigungsgepinsel bis jetzt durchgehalten haben, Daumen hoch...^^...!!

Ansonsten noch einmal an ALLE und JEDEN: Danke, dass ihr mich bis zum Ende begleitet habt. Das waren bis jetzt über 10 000 Aufrufe...das ist der komplette Wahnsinn..! DANKE DANKE DANKE.

Wenn ihr noch Fragen zur Geschichte habt oder euch etwas anderes auf dem Herzen liegt, könnt ihr mich gerne anschreiben, ansonsten werde ich bestimmt einmal in der Woche mein Profil aktualisieren und dort das neueste rund um die Fortgang des OS oder des Epilogs verkünden. ( Wie sich in der Planung jetzt schon heraus kristallisiert, wird der One Shot wohl zu einem Three Shot. Wem das nicht gefällt, der möge mich gerichtlich belangen....ähum..^^...)


Habt immer wieder Dank und bis ganz bald:

eure Christin


PS: „Es wird nicht eher hell, bis es nicht ganz dunkel geworden ist.“
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