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The One

Kurzbeschreibung
KurzgeschichteLiebesgeschichte / P12 / Gen
14.02.2012
14.02.2012
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892
 
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Ich stieg zu Ryan ins Auto, der vor meinem Haus gehalten hatte. Ich liebte seinen Duft, der mir sofort in die Nase stieg, nachdem ich mich auf meinen Sitz gesetzt hatte.
„Hi.“ Er begrüßte mich mit einem Kuss
„Du siehst toll aus.“ sagte er mit einem Grinsen auf den Lippen.  Ich lächelte ihn an. Er fuhr los und eine Weile saßen wir nur da, Ryan starrte auf die Straße und ich sah ihn an. Irgendwie hatte ich das Bedürfnis, ihm durch seine blonden Haare zu wuscheln. Lindsay, wiederstehe dem Drang. Um mich abzulenken dachte ich über den mir bevorstehenden Abend nach. Marissa, Summer und ich.
„Keine Angst, das wird sicher lustig.“ sagte Ryan, als hätte er meine Gedanken lesen können.
„Ja, natürlich. Mir steht ein Mädelsabend mit Marissa bevor und ich habe auch noch das Glück, meinen Dad zu sehen, der mich kaum zur Kenntnis nimmt.“ Mein Dad. Das war noch so eine Sache, über die ich mir letzter Zeit viel zu sehr den Kopf zerbrochen hatte.
„Dein Dad wird heute essen gehen. Hab Marissa gefragt.“ Also Caleb war nicht da? Wenigstens ein kleiner Lichtblick. Marissa… Wieso hatte ich nur immer so ein komisches Gefühl im Bauch, wenn er ihren Namen aussprach. So, wie er ihn aussprach.
„Wann habt ihr zwei euch…“ Ich zögerte kurz, suchte nach dem besten Ausdruck. „…eigentlich kennen gelernt? Und wie seid ihr ein Paar geworden?“ Ryan sah mich an.
„Ich und Marissa? Komm schon…“ Er versuchte mir auszuweichen. Ich lächelte spöttisch.
„Was denn? Ich mein, ward ihr zwei auch Laborpartner? Habt ihr im Chor gesungen?“ fragte ich ihn.
„Nein, nein.“ Ich musste lachen, als er das sagte. Genau wusste ich auch nicht, wieso
„Es war mein erster Abend in New Port.“ begann er langsam zu erzählen. „Ich war, ähm… Ich saß in Sandys Auto und musste warten, ob Kirsten mich ins Haus lässt. Ich bin die Auffahrt runtergegangen und da war sie. Wir fingen an zu reden und ähm… Ich weiß auch nicht, es hat… gleich gefunkt. Sie war anders, als alle anderen, die ich kannte.“ Während seiner Erzählung war sein Gesichtsausdruck verträumt geworden, als würde er abschweifen. Aber es war ja auch eine Traum-Story. Könnte glatt aus einem Film sein. Unsere Geschichte dagegen? Nicht wirklich faszinierend. Ich strich mir mit der Hand die Haare zurück, um von meinen Gedanken abzulenken, die er offensichtlich sehr gut erraten konnte.
„Und dann kamst du.“ Ich lächelte.
„Ja.“ Das Auto hielt an, wir standen vor der Tür des riesigen Hauses, in dem Marissa mit ihrer Familie wohnte. Es glich schon beinahe einem Palast. Naja… Sie trat aus der Tür, wunderschön in ihrem dunkelgrünen Top. Ich dagegen trug ein schwarz blaues Oberteil, nicht von irgendeinem Designer entworfen. Ich wandte mich Ryan zu. Er lächelte mich aufmunternd an und sagte:
„Viel Spaß!“ Ich sah zu Marissa, die uns auch zulächelte. Vielleicht hatten wir den ja sogar. Ich stieg aus dem Wagen und ging zu Marissa hinüber. Als ich gerade bei ihr angekommen war, hörte ich, wie Ryan die Scheibe runterließ. Ich drehte mich zu ihm um.
„Hey! Tu mir einen Gefallen und pass auf sie auf, ja?“ rief er uns zu.
„Okay, Ryan. Ich bin keine acht mehr.“ Sagte ich spöttisch. Marissa tat es mir gleich:
„Ich versprech, ich pass auf sie auf, Dad. Ich versuch's zumindest.“ Ryan winkte mir noch einmal zu, ich winkte zurück und folgte Marissa ins Haus. Wir gingen durch den Eingangsbereich, der in etwa so groß war wie unser ganzes Wohnzimmer. Nach einigen Treppen gingen wir noch durch einen weiteren Flur, schließlich öffnete Marissa eine Tür.
„Bitte fühl dich jetzt bloß nicht verpflichtet, auf mich aufzupassen.“ sagte ich um ein Gespräch zu beginnen.
„Oh, nein. Das war typisch Ryan! Er ist überfürsorglich, wirst du schon sehen.“ Sie setzte sich. „Also, Summer muss jede Sekunde hier sein!“ Ich nickte kurz und begann, mich umzusehen.
„Cool…  Äh, das ist dann wohl dein Zimmer?! Ich meine das, aber… äh das ist wirklich schön.“ stammelte ich.
„Danke. Äh, setz dich! … Äh, hey! Weißt du was? Wie wär's mit einem Eisbrecher?“ Sie öffnete eine  Schublade ihres Schminktisches und zog eine kleine, silberne Flasche heraus. Ich erkannte sofort, was es war.
„Oh, äh… Ich bin eigentlich…“
„Entschuldige, das ist absolut in Ordnung.“ sagte sie schnell und legte die Flasche weg. Ich versuchte die wahrscheinlich folgende peinliche Stille zu vermeiden, indem ich versuchte, mich zu rechtfertigen.
„Oh, nicht, dass ich Leute verurteile, die ab und zu was trinken, aber ich mag keinen Alkohol.“
„Hab schon verstanden.“ Sagte sie resigniert und lächelte mich an. Ich lächelte zurück. Es klingelte an der Tür. Ich war froh, dass etwas die Stille, die nun doch eingetreten war (Sie war anscheinend dauerhafter Gast heute Abend) durchbrach.
„Das ist bestimmt Summer, ich geh mal schnell aufmachen. Mach's dir inzwischen gemütlich.“ Marissa verließ das Zimmer. Ich sah mich noch einmal um und entdeckte Bilderrahmen auf ihrer Kommode. Langsam erhob ich mich vom Bett und ging zu den Fotos hinüber. Alle zeigten Ryan. Ryan und Marissa. Wie sie sich in den Armen lagen, kurz vor einem Kuss. Ich nahm eines in die Hand und fuhr mit den Fingern über den wunderschön verzierten Rahmen. Plötzlich fühlte ich mich, als sei ich das dritte Rad an einem Wagen, von dem ich geglaubt hatte, das zweite zu sein. Ich schloss die Augen.
„Was mach ich hier eigentlich?“
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