The Truth Is So Cold

GeschichteRomanze / P18 Slash
09.02.2012
30.06.2014
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Dieses Kapitel
4 Reviews
 
 
Hey Leute
Es ist Mittwoch und was sagt uns das?
genau, ich habe E-Gitarren Unterricht
Okay, nein, nicht nur, es gibt wieder ein Zacky Kapitel :3
Und ja, der Kapiteltitel ist ernst gemeint XD
Für mehr Infos:
Einfach das Chap lesen
oder
hier klicken - http://insidethetruthissocold.blogspot.com/2012/03/9-was-haben-die-bitte-geraucht.html -

So, dann viel Spaß beim Lesen :D
Keep Running,
xxo Franky und Linchen ( :3 )


9. Kapitel
Zacky POV

Freitag, zweite Stunde. Mathe. Die einzige Mathestunde, die ich mit Vic gemeinsam habe, die anderen sind wir allein. Ja, verstehe einer das System. Ich schreibe gerade das, was auf der Tafel steht ab, als meine beste Freundin mich plötzlich mit dem Ellebogen anstupst und mir ein kariertes Blatt unterschiebt. Ich sehe sie an, sie schüttelt nur den Kopf und deutet auf das Blatt.
‚Scons memme finne flip Dienstag’, steht drauf und ich komme nicht drum rum, leise in mich hineinzulachen. Ich meine... what the fuck?
„Was heißt das?“, schreibe ich auf das Blatt, sehe hoch und schiebe es zu ihr, als der Prof gerade nicht hinsieht.
‚Schon nen neuen Film für Dienstag. Ich hab mit links geschrieben’, kommt es als Antwort zurück.
„Du schreibst scheiße mit links“, schreibe ich und grinse vor mich hin, als ich sie aufschnauben höre.
„Fick dich, Baker“, flüstert sie, als plötzlich alles still ist. Verwundert sehe ich auf und bemerke erst jetzt, dass Mr. Walker direkt vor unserem Tisch steht und auf uns herabblickt.
„Na, was haben wir denn da? Statt dem Unterricht zu folgen Liebesbriefchen schreiben, hm?“, fragt er und nimmt Vic das Blatt weg. „Mal sehen, was so wichtig ist“, sagt er mit finsterem Blick, räuspert sich und glättet das Papier. Nein, der will das jetzt aber nicht vorlesen, oder?
„Scrannes mim finö fnip Dienstag“, liest er laut vor. Die gesamte Klasse beginnt zu lachen, Vic greift sich an den Kopf und ich sehe ihn nur emotionslos an. „Was soll das denn?“, fragt er schließlich, als die Klasse sich beruhigt hat. Aber bevor ich was sagen kann, reißt Vic natürlich wieder ihre Klappe auf und kommt mir zuvor.
„Das heißt, dass es am Dienstag wieder heiß hergehen wird. Wollen Sie Einzelheiten?“ Walker wird leicht rot, schüttelt dann den Kopf und geht wieder an die Tafel. Die anderen kichern noch vor sich hin, bevor sie sich wieder ihren Heften zuwenden und weiterschreiben.
„War das jetzt wirklich nötig?“, flüstere ich Vic zu, die anfängt irgendwas auf den Rand ihres Heftes zu zeichnen.
„Na ja, ich spiele einfach zu gerne mit. Was hättest du ihm denn erzählt? Die Wahrheit?“ Ich zucke mit den Schultern.
„Eventuell...“ Vic grinst leicht vor sich hin und zeichnet weiter. Ich seufze und fange an, an meinem Füller herumzudrehen. So ist meine beste Freundin nun mal. Große Klappe, geringes Denkvermögen. Okay, zugegeben, der war jetzt mies.
Als es läutet, packen wir langsam unsere Sachen zusammen und gehen Richtung Tür. Bevor wir die Klasse verlassen, dreht Vic sich noch mal um, wartet, bis Mr. Walker sich umdreht, schwingt sich dann zu mir und schlägt mir auf den Allerwertesten. Das lässt mich leicht unmännlich aufquietschen, während Vic lacht.
„Bewegung Baker. Die Füße berühren den Boden nur zur Richtungswechslung!“, ruft sie und läuft aus der Klasse. Ich schüttelte den Kopf und watschele ihr dann arschwackelnd hinterher, bis ich mir sicher bin, dass Walker nichts mehr sehen kann. Dann richte ich mich auf und fange an zu lachen.
Und DAS schafft auch nur Vic. Aber irgendwie ist es ja doch immer witzig mit ihr, auch wenn es ab und an auch einfach nur peinlich ist.
„Und, freust du dich schon auf Sport heute?“, fragt sie mich und sieht mir ins Gesicht. Oder wohl eher auf die Nase, die inzwischen total blau und immer noch leicht angeschwollen ist.
„Ja klar! Was gibt es schöneres als mit Nasenbruch zu schwimmen? Und du?“ Sie zuckt nur mit den Schultern und sieht ein wenig unkoordiniert herum. „Ach, ja, du hast ja die Sachen gefärbt“, sage ich gespielt geschockt.
Sie hält mir schnell den Mund zu und sieht mich an.
„Klappe, das soll keiner wissen“, raunt sie mir zu und nimmt die Hand wieder weg.
„Das wird aber unumgänglich, meinst du nicht auch?“ Sie dreht sich um und geht rückwärts vor mir, damit sie mich ansehen kann.
„Ja, schon, aber ich will es einfach mal rauszögern. Bis zur neunten Stunde schaffe ich das schon...“, sagt sie. Ich sehe um sie herum und weite dann etwas die Augen.
„Äh Vic, ich denke du solltest dich wieder...“ Und dann knallt sie mit dem Rücken in einen anderen Kerl hinein. „Okay, zu spät.“ Meine beste Freundin und besagter Kerl drehen sich gleichzeitig um und sehen sich an.
Ich verziehe nur leicht den Mund, als ich vor allem den Größenunterschied zwischen den beiden erkenne. Der Kerl ist nämlich locker 1 ½ Köpfe größer als Vic selber und auch um einiges muskulöser. Ich kann nur hoffen, dass er nicht auf Prügeleien steht, sonst habe ich auch ein Problem, da ich sicherlich nicht tatenlos zusehen werde, wie sich meine 1.69 große Freundin mit einem 1.95 Riesen schlägt.
Hinter dem Riesen erkenne ich noch den, dem ich auf die Hand geblutet habe und einen anderen großen Typen mit Sonnenbrille und Bandana. Na super. Die Musikerband. Ganz, ganz große Klasse.
Vic und der Große starren sich noch immer an, was echt erbärmlich wirkt, da meine beste Freundin hochstarren muss und der Typ runter. Na ja, wenigstens sind die anderen um uns herum nicht auf uns aufmerksam geworden, da sie einfach an uns vorbeigehen oder sich zu ihren Spinden quetschen.
„Na, wen haben wir denn da?“, fragt der Große grinsend.
„Jimmy, lass die Typen einfach in Ruhe“, kommt uns der mit dem Hut ‚zu Hilfe’. Ich schüttle nur den Kopf, verenge leicht die Augen und nehme Vic dann bei der Hand, die sich gerade aufplustern will.
„Komm Vic, wir haben Reli“, sage ich so ausdruckslos wie möglich und ziehe sie dann von der Bande weg.
„Hey, was soll das? Ich hätt’s der langen Latte schon gezeigt!“, regt sie sich auf.
„Ja, und genau deshalb sind wir auch gegangen. V, lass die einfach in Ruhe. Solange wir ihnen nichts tun, lassen sie uns auch in Frieden. Einfaches Prinzip, einfach einzuhalten. Wir brauchen nicht noch mehr Ärger am Hals...“ Sie grummelt nur was vor sich hin, steckt die Hände dann in ihre Jackentaschen und lässt sich von mir in die Klasse ziehen, in der wir beide Religion haben.

„Kay Zee, wir sehen uns nach Sport. Wünsch mir Glück“, verabschiedet sich Vic, als wir auf die fünfte Stunde gemeinsam überstanden haben.
„Wirst du schon schaffen“, sage ich zuversichtlich und folge den anderen Schülern Richtung Mensa. Vic hat jetzt Kochen, während wir anderen Pause haben. Ist so eingerichtet, da die Kochschüler ja auch essen müssen, was sie in den zwei Stunden fabrizieren.
Ich selber habe jetzt ne Stunde Pause, dann Literatur und dann noch ne Doppelstunde Sport, bevor ich wieder ins Wochenende entlassen werde. Allerdings hab ich einen ganz anderen Plan. Ich gehe nämlich nicht essen wie die anderen sondern biege ab und marschiere Richtung Musiksaal.
Ich habe letztes Jahr mit dem Musiklehrer ausgemacht, dass ich mich regelmäßig um die schuleigenen E-Gitarren kümmere, da das im Unterricht einfach zu knapp wird. Da ich ja bewusst auf den Musikunterricht verzichtet habe, bin ich zu Mr. Fenders gegangen und habe ihm den Deal vorgeschlagen, dass ich, wenn ich Zeit habe, mich um die Gitarren kümmere. Dafür darf ich dann eine Runde üben.
Und da ich jetzt nichts zu tun habe und die anderen alle essen, habe ich mir den Tag ausgesucht, da Vic eh Kochen hat. Ich klopfe leicht an der Tür zum Musikzimmer und trete dann einfach ein.
„Ihr habt jetzt Pause, der Unterricht beginnt erst später. Und nein, ich habe eure Tests noch nicht korrigiert“, murrt Fenders ohne aufzusehen.
„Ach, das ist mir egal“, gebe ich nur lächelnd von mir. Der Lehrer sieht auf und nickt mir zu.
„Oh, hallo Zachary. Ich dachte schon, du bist einer von den anderen. Na, die Gitarren sind im anderen Raum, du kennst dich eh aus, oder?“, fragt er und wendet sich wieder den Tests vor sich zu.
„Ja, klar. Danke noch mal“, sage ich, gehe in den kleineren Raum, wo die ganzen Instrumente stehen und werfe meine Schultasche auf den Boden. Dann gehe ich mit einem Lächeln im Gesicht auf die E-Gitarre zu und nehme sie entgegen.
Da es aber eine Rechtshändergitarre ist, fange ich zuerst an, sie anständig zu stimmen, prüfe dann noch mal die Saiten, wische die Fettrückstände von den Fingern der anderen vom Holz und stelle sie dann wieder auf ihren Ständer.
Dann widme ich mich der Linkshändergitarre, die noch ganz allein gelassen in der Ecke steht. Auch sie stimme ich, ziehe die Saiten kurz nach, fahre dann langsam über die Stahlsaiten und setze mich dann auf den Hocker hinter den Drums. Dann stecke ich die Gitarre an und fange zuerst mit einer leisen Einstellung an. Ich spiele eigens zusammen gewürfelte Melodien und Rifts. Darauf folgen einige Powerchords, Akkorde und Tonvariationen, bis ich den Verstärker etwas aufdrehe und mich einem anderen Lied widme.
‚Rebel Love Song von den Black Veil Brides.’ Genau das, was ich jetzt brauche. Habe ich schon ewig nicht mehr gespielt, außerdem ist die Gitarre hier noch auf Drop C gestimmt, was meine daheim nicht ist. Und da ich immer zu faul zum umstimmen bin, muss ich das halt hier spielen.
Das Lied geht mir relativ leicht von der Hand, da ich ja nicht so schlecht bin, was das Spielen angeht.
Allerdings komme ich immer wieder beim Übergang vom Solo zum Ending ein wenig durcheinander, was ich aber schon gekonnt zu vertuschen weiß.
Als ich mit dem Song fertig bin, stimme ich die Gitarre wieder ins Standardtuning und spiele mich ein wenig vom Schulalltag weg.
Und Leute, das hilft! Wenn ich eine Gitarre in den Händen habe, klickt bei mir ein Schalter um und ich bin ein anderer. Als Gitarrist bin ich angreifend, arrogant und mutig auf Neues. Aber wenn die Gitarre dann weg ist, wenn die Lichter ausgehen und der Verstärker verstummt falle ich wieder in mein typisches Ich zurück. Dann werde ich wieder verschlossen, in mich gezogen und leise.
Aber was soll ich machen... So bin ich leider und es geht einfach nicht anders. Auch wenn ich es mir wünschen würde, aber auf eine Bühne kriegt man mich nie im Leben!