The Truth Is So Cold

GeschichteRomanze / P18 Slash
09.02.2012
30.06.2014
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Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
Hey Ho meine Lieben :D
Und ja, ich melde mich schon an einem Montag :D Ratet mal, warum!
Na, schon draufgekommen?
Heute Abend/Morgen wurde der Super Bowl entschieden und da L und ich inzwischen Footballfans geworden sind, sehen wir das als einen Anlass, euch ein kleines Kapitelchen hier zu lassen :D

Allen vorweg:
http://www.fanfiktion.de/s/5035222e0002392906d00bc8/3
Wieder ein kleines Zusatzkapitel :D Hoffe schon mal, dass es euch gefällt ^^

Gut, und dann kommt noch ein Blogeintrag:
http://insidethetruthissocold.blogspot.co.at/2013/02/hoobastank-4-win.html

So, und jetzt will ich euch nicht mehr vom Lesen abhalten.
Ganz unter uns, das hier ist definitiv eines meiner Lieblingschaps, einfach weil es AWESOME ist :D
Wünsch euch viel Spaß
Keep Running
xxo Franky und Link

79. Kapitel
Zacky POV

„Ich geh schon“, meine ich leicht gelangweilt und erhebe mich mühselig von der Couch. Verdammtes Essen… Und eigentlich will ich mich jetzt nicht aus Brians Umarmung ‚reißen’, aber welcher normale Mensch klingelt schon um fünf vor Mitternacht an unsere Tür?
Wer weiß, vielleicht ist es wieder die alte Hampelton, die sich aufregt, dass wir so laut sind. Aber ganz, ganz ehrlich. Wenn die sich jetzt, an Silvester, bei uns beschweren geht, stecke ich meine Gitarre an und spiel ihr mal was vor. Ich muss nur aufpassen, dass sie keinen Herzkasper bekommt, ich will das alte Ding immerhin nicht wiederbeleben müssen.
Obwohl... wir haben Brian hier. Und wenn er sich nicht auskennt, könnte ich’s ihm zeigen... Ich knutsch die jedenfalls nicht ab. Mit oder ohne Beatmungstuch!
„Mach schnell, es ist gleich Mitternacht“, kommt es von Brian, noch bevor ich bei der Tür angekommen bin.
„Geht klar! Keine Ahnung, was für n Spack jetzt noch was von mir will. Ich wimmele den schnell ab“, rufe ich zurück, sperre dann mit einer schnellen Handbewegung die Tür auf und öffne sie. Draußen ist es stockdunkel, es regnet und ich sehe keine zwei Meter weit. Aber ehrlich gesagt muss ich das gar nicht.
Vor mir steht ein Mädchen mit schwarzen Haaren, verlaufenem Make-up und verzweifeltem Blick. Ein Mädchen, das ich gut kenne. Vic. Okay Zacky, fangen wir an zu schauspielern...
Mit düsterer Miene sehe ich sie an und lehne mich an die Tür.
„Was willst du?“, frage ich gespielt desinteressiert, denn eigentlich tut’s mir weh, so kalt und abschätzig zu sein. Warum spiele ich Idiot dann noch… Ich sollte mich endlich mal untersuchen lassen, irgendwas stimmt mit mir sicher nicht.
Aber ich habe gesagt, dass das zwischen uns nichts mehr wird, und wenn das auch so ausgehen soll, muss ich sie abwimmeln. So schmerzhaft das auch ist. Wie gesagt, ich gehöre untersucht.
Vic holt zitternd Luft, will anfangen zu reden, als ihr eine der klitschnassen Strähnen ins Gesicht rutscht und sie die mühsam aus den Augen streicht. Wenn sie noch länger hier herumsteht, wird sie krank werden...
„Ich... also... Ich…“
„Zack! Verdammt, drei Minuten noch!“, kommt es von Brian, Vic zuckt zusammen und ich drehe mich schnell in die Richtung des Wohnzimmers.
„Komme gleich“, rufe ich zurück, wende mich dann erneut Vic zu.
„Was?“, frage ich mit hochgezogenen Augenbrauen.
„Ich... Zack, du, ich... also ich wollte eigentlich nur... Ach verdammt“, meint sie dann etwas bockiger und ich muss mir krampfhaft ein Lächeln verkneifen. Oh mein Gott, das vor mir ist so was von meine beste Freundin, die nicht weiß, was sie sagen soll. Hin und wieder hasse ich es, so stur zu sein, aber ich denke, es ist einfach nur das Beste für uns zwei. Also nicht nur für mich, sondern auch für… sie? Ach, was labere ich da bitte? Ich weiß genau, wie das Gespräch hier ausgehen wird. Wir werden uns wieder vertragen.
Und gerade, als ich mir das denke, muss ich mir ein Lächeln verkneifen. Erst lasse ich sie ausreden und dann… dann kann ich ja grinsen so viel ich will.
„Zachary, ich wollte mich bei dir entschuldigen“, nuschelt sie dann los. Zachary? Hallelujah, so hat sie mich ja noch nie genannt.
„Na, wenn das nicht...“, fange ich an, sie jedoch schneidet mir dann das Wort ab.
„Lass mich bitte ausreden“, meint sie leise, senkt ihren Blick und starrt auf ihre Schuhe. „Ich will mich nicht für den Kuss entschuldigen. Sondern... na ja, ich will mich für die letzten drei Jahre entschuldigen, die ich dir versaut habe...“, fängt sie leise an, holt dann noch mal tief Luft und redet weiter.
„Ich... Also erst, als du mir das alles gesagt hast, ist mir aufgefallen, wie Recht du gehabt hast... Ich muss schrecklich gewesen sein.“ Ihre Stimme wird mit jedem Wort leiser, bis sie ihr ganz versagt. Stumm stehe ich in der Tür, sage rein gar nichts. Aber auch nur, weil ich keine Ahnung habe, was ich sagen sollte. Sprachlos sehe ich sie an. Das habe ich doch nicht ernst gemeint!
„Ich hab zwar nicht gewusst, dass ich so... schlimm für dich war“, redet sie weiter, und man merkt ihr an, wie schwer die Worte für sie sind, „aber als du das gesagt hast, da ist mir klar geworden, wie weh ich dir immer getan haben muss.
Und eigentlich bin ich nur hier, um das jetzt ein für alle Mal zu klären. So als Jahresabschluss“, schluchzt sie leise und zieht an ihrer offenen Jacke herum, die auch schon triefend nass ist.
„Also, ich wollte mich bei dir für die letzten drei Jahre entschuldigen, aber auch bedanken. Denn... auch wenn’s für dich nicht so gewesen ist... nur wegen dir habe ich die Jahre anständig überstanden. Für mich warst du immer mein bester Freund und ich denke dass du es immer bleiben wirst. Auch wenn du mich jetzt hasst...“, murmelt sie und wischt sich über das Gesicht, über die knallroten Augen. Verdammte scheiße, ich hasse sie doch nicht!
„Und ich weiß, dass ich dich in die Sache mit Jim... mit Jimmy nicht hätte reinziehen sollen, das war falsch von mir. Er will ja eh nix von mir. Denn Jimmy...“, sie bricht ab, schluchzt noch mal auf und sieht dann krampfhaft auf ihre Hände, die zu zittern angefangen haben.
Also irgendwie komme ich mir jetzt schon ziemlich arschig vor, da ich immer noch mit eiserner Miene in der Tür stehe und nichts von mir gebe. In mir drinnen herrscht allerdings der dritte Weltkrieg, da ich ihr ja schon längt vergeben habe und sie eigentlich nur noch umarmen will...
„Ich... wollte nur, dass du das weißt“, schluchzt sie noch mal auf und zuckt dann mit den Schultern. „Dir und dem Hutge... und Brian ein schönes neues Jahr.“
„Hey Zacky, gleich ist es so weit, wer ist denn da?“, höre ich es von drinnen, höre auch, wie sich Schritte nähern. Vic steht noch immer verregnet vor mir, streicht sich noch eine klatschnasse Haarsträhne aus dem Gesicht und wischt sich dann eine Träne –ich denke jedenfalls, dass es eine ist, bei dem ganzen Regen kann man das schwer sagen- von den Wangen.
Dann will sie sich zum Gehen wenden, als es passiert. Eines dieser Dinge, die immer im richtigen Moment geschehen damit man merkt, was für eine verfickte Dummheit man doch angestellt hat. Eines dieser Dinge, die einem zeigen, dass man der letzte Horst ist und eigentlich allein sterben müsste, für das, was man getan hat.
Denn aus irgendeinem Grund gehe ich einen Schritt voraus und halte Vic beim Arm fest. Vermutlich, weil mich gerade die Angst gepackt hat und ich sie nicht gehen lassen will. Aber anstatt sich zu mir umzudrehen, gibt Vic einen leisen Klagelaut von sich,  zuckt unmerklich zusammen und kneift die Augen fest zusammen. So, als würde ich ihr wehtun…
So schnell ich kann lasse ich ihren Arm los, sie legt ihre Hand auf die Jacke und sieht mich entsetzt an, da mir in dem Moment ein Licht aufgegangen ist. Sie tut nicht nur so, als würde ich ihr wehtun. Ich TUE ihr weh!
Meine Augen weiten sich, Vic reißt die Jacke weiter hoch, wird trotz des Regens rot im Gesicht und man merkt ihr an, dass die Sache jetzt eine ungewollte Wendung annimmt. Denn ich denke nicht, dass sie vorhatte, dass ich das jetzt bemerke...
Ihre Arme. Etwas muss passiert sein. Ihr Vater muss passiert sein. Ohne es zu wollen starre ich sie entsetzt an, merke kaum, dass sich Brian hinter mich stellt und auch in die Dunkelheit starrt.
„Vic“, murmelt er überrascht, sodass nur ich es hören kann, aber meine Gedanken sind zurzeit ganz wo anders.
‚So eine ekelhafte Person wie du gehört einfach geschlagen! Vielleicht schlägt er das nächste Mal ja noch ein wenig fester zu...’ Und scheiße, er hat mich gehört. Er HAT fester zugeschlagen.
Ich habe sie allein gelassen. Ich habe meine beste Freundin allein mit dem Monster da gelassen, und jetzt muss ich mir ansehen, was es angerichtet hat. Und es hat nur meinen Wunsch erfüllt. Nur dass das verdammt noch mal nicht mein Wunsch gewesen ist!
Das hab ich nie so gemeint! Meine Güte, im Streit sagt man immer Sachen, die einem dann sofort leid tun. Im Streit ist man nicht man selbst! Ich habe nicht nachgedacht, ich hab einfach geredet... Und ich hab das Falsche gesagt!
„Ich... Schönes neues Jahr euch beiden“, sagt Vic, die inzwischen bleich geworden ist, und dreht sich um. Die Nachbarn im Vorgarten (unter der Dachabdeckung, damit sie ja nicht nass werden) fangen schon an, den Countdown zum Jahreswechseln hin hinunterzuzählen, während ich noch immer tatenlos in der Gegend herumstehe und meine ehemals beste Freundin langsam das Weite sucht.
„Fünf!“
„Zacky?! Was ist los, sag was! Du bist ganz bleich geworden!“, meint Brian besorgt.
„Vier!“
„Zacky!“
„Drei!“
„Hey, Mann, reagiere auf mich! Langsam fang ich mir an, mir Sorgen zu machen! Zee!“
„Zwei!“ Und dann fange ich an zu laufen. Scheiß auf den Streit. Scheiß auf den Regen, auf die Tatsache, dass ich mit ihr abschließen wollte! Scheiß auf einfach alles! Da steht meine beste Freundin und sie braucht mich!
„Eins!“ Und in dem Moment schließe ich meine Arme um ihren zierlicheren Körper, ziehe sie zu mir und drücke sie an mich. Die Nachbarn fangen an zu jubeln, Vic verkrampft sich während ich sie zu mir drehe, und für einen Moment habe ich Angst, dass sie mir eine verpassen würde für das, was ich getan habe. Ich meine, ich bin schon ein krasses Arschloch, so wie ich jetzt wieder angekrochen komme... Ich sehe zweifelnd in ihre großen Augen, schüttle dann den Kopf.
„Scheiße, was bin ich für ein bescheuertes Dreckssack “, murmle ich leise, merke, wie meine Haare langsam nass werden. Kein Wunder, wenn ich im Regen stehe...
Ohne eine Antwort abzuwarten, drücke ich sie wieder an mich, lege mein Kinn auf ihre Schulter und schließe die Augen. Ja, ich bin ein Arschloch. Ein dreckiges, beschissenes Arschloch...
Vic schluchzt erneut auf, geht dann aber auf die Umarmung ein und legt ihren Kopf an meine Schulter. Und so stehen wir da, gefühlte drei Stunden und haben uns einfach nur in den Armen. Ich meine kleine beste Freundin, sie einen hirnlosen Hornochsen, der alles was er hat mit Füßen tritt.
„Es tut mir so leid!“, sage ich leise, sie schüttelt den Kopf.
„Was... was denn?“, stottert sie undeutlich an meine Schulter.
„Alles! Verdammt, ich hab dir versprochen, bei dir zu sein und auf dich aufzupassen! Ich hab dir versprochen, dass dir nix mehr passieren wird!
Und stattdessen mach ich dich fertig und dann...
Scheiße, Vicky, ich hab dich vermisst“, bringe ich dann raus, löse mich aus der Umarmung und sehe sie an. Sie sieht mir wieder mit ihren großen Augen ins Gesicht und versucht krampfhaft, die Tränen zurückzuhalten, was ihr nicht gelingt.
„Aber du hast so Recht gehabt! Ich bin echt das Letzte!“, weint sie, ich schüttle den Kopf, nehme sie dann bei der Hand und ziehe sie mit mir. Dreck, was habe ich da nur wieder angestellt...
„Ich schwör dir eines. Wenn ich noch mal so verfickt asozial zu dir oder irgendwem anders sein sollte, bringe ich irgendwen dazu, mir den Kopf abzureißen!
Aber jetzt komm mit rein. Wenn ich auch noch an einer Lungenentzündung Schuld bin, komme ich mit den Schuldgefühlen nicht mehr zurrecht“, sage ich leise und sehe dann zu Brian, der mich verwundert ansieht.
„Nicht fragen“, hauche ich leise, lege dann einen Arm um meine beste Freundin und bringe sie ins Haus. Was für ein Jahresstart, was?
Aber jetzt fängt die ganze Geschichte erst richtig an. Denn sie ist nicht nur hier, um sich bei mir zu entschuldigen. Irgendwas stimmt nicht. Und ich habe das Gefühl, dass ich mal wieder schuld dran bin.
Ich sollte echt früher denken, bevor ich mein dummes Maul aufreiße...