The Truth Is So Cold

GeschichteRomanze / P18 Slash
09.02.2012
30.06.2014
142
272683
 
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
Hey Ho :)
Also, hier ist mal das neue Kapitel- was ich nicht sage.
Tja

http://insidethetruthissocold.blogspot.co.at/2012/08/53-nothing-left-to-say.html

Und ahm ja, ich hab irgendwie keine Ahnung, was ich sagen soll?
Whatever
Hoffe, es gefällt

Keep Running
xxo Franky und Linken

53. Kapitel
Zacky POV

„Wenn ich deiner Zeichnung jetzt einen Schnauzer verpassen würde, würde sie aussehen wie Super Mario“, meint Vic kurz angebunden und sieht auf meine Zeichnung, die eigentlich Johnny Depp darstellen sollte. Nicht Super Mario.
„Das ist aber Johnny Depp“, sage ich leicht beleidigt. Nur weil sie zeichnen kann, soll sie sich nicht so aufspielen! Ich wette, ihre Zeichnung sieht auch nicht so genial aus.
Ein Blick auf ihr Blatt beweißt mir das Gegenteil. Frank Iero, wie er leibt und lebt. Oder wie er lebt jedenfalls.
„Ach komm. Wenn ich Judas’ George Clooney nen Backenbart verpassen würde, würde er auch aussehen wie Jesus“, sagt sie schulternzuckend.
„Aber das soll doch Jesus sein“, meldet sich Johnny verwundert zu Wort, Vic sieht zu verdutzt drein, dass ich zu lachen anfange.
„Warum zeichnest du bitte... Jesus?!“, fragt sie entsetzt, ich lache weiter, während Johnny etwas eingeschnappt die Augenbrauen zusammen zieht.
„Mir ist halt nichts Besseres eingefallen“, murrt er.
„Bei so vielen Menschen auf der Welt fällt dir nix Besseres ein?“
„Tja, so viel zu dem“, grinse ich und zeichne weiter an den Haaren von Johnny herum. Also an Depps, nicht an Sewards.
„Wie auch immer. Für mich ist das George Clooney“, sagt Vic leise und kritzelt dann am Pulli von Frank herum.
„Jesus fühlt sich jetzt mal geehrt“, grinst Johnny dann wieder. „Hey, was habt ihr heute so vor?“, fragt er plötzlich und wir sehen zeitgleich auf.
„Wie gehen Weihnachtsgeschenke shoppen“, sagt Vic. Johnny hebt nur eine Augenbraue.
„Jetzt schon? Es ist doch erst der Dritte.“
„Jup, wir machen das immer so früh“, erkläre ich ihm. „Dann haben wir zum 24ten hin keinen Stress mehr. Außerdem brauchten wir bis jetzt eh immer nur zwei Geschenke“, rede ich weiter.
„Ist heuer anders. Jedenfalls für ihn“, sagt meine beste Freundin und zeigt mit dem Daumen auf mich.
„Ach Vic, in Null Komma nichts hast du auch wen, wirst sehen“, sage ich leise, sie verdreht nur die Augen.
„Pff, ich brauche keinen. Ich hab Judas hier“, sagt sie lachend und wuschelt ihm durch die Haare. Der schlägt ihr nur leicht auf den Oberarm.
„Witzig, echt“, grinst er und zeichnet dann weiter. Irgendwie habe ich gar nicht bemerkt, wie sehr sich die zwei inzwischen angefreundet haben.
Klar, durch ihre Partnerarbeit haben sich die zwei kennengelernt, aber auch wenn man die Augen offen hält, merkt man augenblicklich, dass Vic zu keinem der Musiker so ne Beziehung hat wie zu ihm.
Brian kennt sie immerhin nur durch mich, Matt hat ihr mal den Arsch gerettet (ich denke aber eher, dass sie ein wenig Angst vor ihm hat, auch wenn sie das nie zugeben würde) und von Jimmy fange ich gar nicht erst an. Ich kann ja nur froh sein, dass sich die zwei noch nicht die Schädel eingeschlagen haben... Irgendwie habe ich das Gefühl, dass sich die beiden nie sonderlich ausstehen werden können.
Aber das steht jetzt ja auch nicht zur Debatte, immerhin kann keiner Jimmy ausstehen. Jedenfalls im Moment nicht. Und ich glaube, daran bin nur ich schuld. Ach was ich glaube, ich weiß dass ich schuld daran bin.
Wenn ich nicht aufgekreuzt wäre, wäre Brian noch Single, keiner hätte Jimmy irgendwas verschwiegen und alles wäre eitle Wonne. Nur dumm, dass sich gerade Brian mit mir angefreundet hat, nicht umgekehrt. Denn wenn es nach mir gehen würde, würden wir immer noch nicht miteinander reden und uns ignorieren.
Gott sei Dank hat er das Ruder in die Hand genommen, allein hätte ich mich das ja nie getraut!
Gedankenverloren kitzele ich wieder weiter, als man mir plötzlich meinen Ohrstöpsel aus dem linken Ohr zieht.
„Ich darf doch, oder?“, fragt Vic und steckt sich den Stöpsel ins rechte Ohr.
„Musikgeiles Stück“, grinse ich, sie zwinkert mir nur zu und hört kurz in die Musik rein.
„Hey, was hörst du da bitte? Ist ja richtig untypisch für dich“, meint sie und zieht mir meinen iPod aus der Hosentasche, um nachzusehen.
„Also wenn du nicht meine beste Freundin wärst und ich dich kennen würde wie eine Schwester, hätte mich das gerade sehr verstört, dass du da an meiner Hose herumfummelst“, sage ich leise, sie sieht auf und wird leicht rot.
„Mein Gott, Zee“, raunt sie leise, ich fange an zu lachen.
„Hundert Dollar für den Gesichtsausdruck, wirklich“, lache ich leise. „Und das Lied heißt ‚I want my tears back’, wenn du das immer noch wissen willst.“
„Danke“, sagt sie nüchtern und wendet sich ab. Na, normalerweise ist sie doch auch nicht so drauf? Hm, langsam aber sicher fange ich an, mir Sorgen zu machen.

„Tschau Judas “, meint Vic noch, bevor wir den Zeichenraum verlassen und zu unseren Spinden gehen.
„So, wie lange hast du heute Zeit?“, frage ich an meine beste Freundin gewandt und stopfe erst mal mein 300 Seiten schweres Physikbuch in meinen Spind. Keiner weiß, wozu wir so eine fette Schwarte brauchen, aber unser Physiklehrer hat uns klipp und klar eingetrichtert, dass das sein muss und dass wir damit viel lernen werden. Im Endeffekt haben wir das gesamte Schuljahr erst zwei mal reingesehen, aber egal, wir lernen ja so viel damit.
„Unbegrenzt lange. Dad verschwindet erst morgen wieder, deshalb kann ich kommen und gehen, wann ich will“, sagt sie und greift schnell in den kleinen Metallschrank, um meine schwarz-weiße Schildkappe herauszuziehen. „Seit wann hast du die denn?“, fragt sie erstaunt und setzt sie sich auf.
„Keine Ahnung, schon ewig. Hab gar nicht gewusst, dass sie da drinnen ist. Was macht die da drinnen?!“, frage ich verwirrt, schließe dann den Spind und sehe Vic an. „Übrigens sehr stilecht“, grinse ich, tippe ihr an das Schild sodass sie Kappe über ihre Augen rutscht und gehe an mir vorbei.
Mit einem ‚Hey’ macht sich meine Freundin wieder freie Sicht und hastet mir dann hinterher.
„Na ja, hast du schon einen Plan, was du heute besorgen wirst?“, fragt sie und zupft ein wenig an ihrer Tasche herum.
„Ja, sicher, ich werde dir jetzt sagen, wass ich dir zu Weihnachten schenke. Du versuchst das jedes Jahr, und es hat noch nie geklappt“, lache ich.
„Ja, aber ein Mal, ich schwöre dir, ein Mal wirst du nicht aufpassen und dann habe ich dich!“, sagt sie überlegen und hakt sich bei mir unter, wie sie es sonst auch immer macht. Das habe ich eigentlich schon richtig vermisst.
„Träum weiter“, sage ich nur und ziehe sie vor der Schule in den Bus, der gerade stehen geblieben ist. Dann streiche ich mir die Stirnfransen aus dem Gesicht, die mir mal wieder über das Auge gerutscht sind und schüttle leicht den Kopf, sodass sei mir wieder ins Gesicht rutschen.
„Boa, das ist ja nicht auszuhalten hier“, meint Vic leise, greift sich an den Hinterkopf und zieht dort eine schwarze Haarspange hervor, die sie mir schließlich in die Haare steckt, sodass meine Stirnfransen nicht mehr in mein Gesicht fallen.
„Danke, jetzt sehe ich sicher minder scheiße aus, mit so einer schwarzen Spange mitten im Gesicht“, meine ich sarkastisch, sie zwinkert mir zu und sieht dann aus dem Fenster. Am Busbahnhof steigen wir aus und gehen schweigend ins Einkaufszentrum. Bis ich sie mitten im Gebäude anhalte und sie bei den Schultern packe, sodass ich sie zwingen kann, mich anzusehen.
„Okay, was ist los mit dir?!“, frage ich leicht verärgert, da mir das ja schon längst aufgefallen ist, dass da was nicht stimmt. Wenn noch andere Leute dabei sind wie Johnny, Matt oder Brian, dann ist sie ganz normal drauf. Aber wenn wir allein sind wird sie stumm.
„Was soll los sein?“, fragt sie leise und sieht mir auf das T-Shirt.
„Das weißt du ganz genau! Also erzähl!“, sage ich leiser, da schon wieder die alten Damen zu starren anfangen. Warum zum Geier ziehe ich alte Weiber an? Das ist ja ekelhaft!
„Du, Zacky?“, fragt sie schließlich im Flüsterton, ich nicke. „Hast du mich noch lieb?“, fragt sie schnell und senkt den Blick, sieht auf ihre Schuhe. Wenn ich nicht genau wüsste, dass sie das macht, wenn sie verunsichert ist, würde ich denken sie verarscht mich hier.
Statt einer Antwort ziehe ich sie in eine Umarmung und bette mein Kinn auf ihre Schulter, da sie ja nicht allzu viel kleiner ist als ich. Und jetzt wird mir erst klar, wie wenig Zeit ich eigentlich mit ihr verbracht habe in letzter Zeit. Sonst bin ich ja immer mit ihr in der Gegend herumgelungert, diesmal habe ich meine Zeit aber eher mit Brian vertrieben.
„Klar hab ich dich noch lieb, was ist denn das für eine Frage?“, sage ich leise, sie zuckt nur mit den Schultern.
„Hatte so das Gefühl...“
„Verdammt Vic, tut mir leid dass das so rübergekommen ist“, sage ich leise.
„Allein wie du mich in der Cafeteria hast sitzen lassen... na ja, da hab ich mir schon gedacht, dass ich dir egal bin.“ Ich hätte mich vielleicht wirklich erst eher zu ihr setzen sollen, anstatt zu Brian. Immerhin weiß ich ja, wie sensibel sie auf so was reagiert...
„Hör mal, das mit Bri ist halt was Neues für mich. Aber du wirst immer meine kleine Schwester sein, die mir regelmäßig auf den Keks geht“, sage ich leicht grinsend. Sie sieht zu mir auf, fängt dann an zu lächeln und nickt.
„Okay“, sagt sie leise. Vic hat Selbstwertkomplexe, das ist mir ja noch nie passiert. Super, dass ich das geschafft habe, diese Seite von ihr zum Vorschein zu bringen...
„Aber jetzt gehen wir einkaufen verdammt noch mal“, grinse ich, nehme sie bei der Hand wie ein kleines Kind und ziehe sie mit mir. Nach ein paar Schritten holt sie zu mir auf, stolpert dann kurz, kann sich aber noch fangen und seufzt kurz auf.
„Sorry wegen der Aktion hier. Ich meine... ich find das klasse mir dir und Bri“, sagt sie leise, ich schüttle nur den Kopf.
„Mach dir keine Gedanken. Ich werde dich so oder so immer lieb haben. Aber hey, jetzt lass uns endlich Geld ausgeben!“, sage ich erfreut, sie fängt an leise zu lachen und nickt dann.

„Denkst du, der wird ihm gefallen?“, frage ich und tippe mir an die Hutkrempe des Fedora, den ich gerade gekauft (und aufgesetzt) habe.
„Jo, er ist schwarz, der muss ihm gefallen“, grinst meine beste Freundin. „Obwohl er ihm sicher besser steht als dir. Wie gesagt, er hat das total Hutgesicht!“
„Wird ihn freuen, zu hören“, lache ich leise. „Aber ich will wohl hoffen, dass ihm das gefällt, hat immerhin ein vermögen gekostet...“
„Besser als nen gebrauchten Alten zu kaufen, der vermutlich mal nem alten Sack gehört hat, der am Kopf schwitzte!“
„Ew“, lache ich, lasse den Hut aber, wo er ist und schlendere mit Vic Richtung Ausgang. Gerade, als ich wieder was sagen will, bemerke ich, dass sie nicht mehr neben mir steht und sehe hinter mich. Zwei Meter von mir entfernt steht sie und klebt mit ihren Augen direkt an irgendwas, das in der Auslage liegt.
„Wart kurz, das muss ich haben!“, ruft sie mir zu und verschwindet im Laden. Ich stelle mich nur leicht verwirrt vor das Schaufenster und betrachte mein Spiegelbild. Sie hat recht, irgendwie stehen mir Hüte wirklich nicht besonders...
Nach ein paar Minuten kommt sie mit einer kleinen Schatulle in der Hand wieder aus dem Laden und macht sie vor mir auf.
„Schau mal“, sagt sie begeistert und ich werfe einen Blick auf das goldene Kreuz, das sich mitten in der Schatulle befindet. Es ist vielleicht fünf Zentimeter lang, aus Gold und leicht verziert.
„Seit wann bist du so christlich drauf?“, frage ich sie, sie schüttelt den Kopf.
„Bin ich nicht, aber irgendwie... musste ich das haben. Du kennst das doch auch, wenn du was siehst und es unbedingt haben willst?“, fragt sie, ich nicke.
„Jup.“
„Genauso war’s damit. Das hänge ich mir jetzt einfach mal um den Hals. Wer weiß, vielleicht bringt es mir ja auch Glück. Was meinen Dad angeht und so“, sagt sie leise und nimmt das Kreuz zwischen ihre Finger.
„Ganz bestimmt“, lächele ich sie an.