The Truth Is So Cold

GeschichteRomanze / P18 Slash
09.02.2012
30.06.2014
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Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 
n'abend, leute ^-^

ich hab jetzt vorerst mal gar nix zu sagen - oh, ich hör das aufatmen förlich! -, dafür strotzt der blog nur so vor blödsinn. und ja, ich konnte nicht widerstehen und hab das kapitel wieder ausführlicher zerklaubt - seht es als entschädigung für die wieder mal viel zu späten reviewbeantwortunge o: wir freuen uns trotzdem über jede art von rückmeldung, wirklich!
anyway, schwachsinn -> http://insidethetruthissocold.blogspot.co.at/2012/08/46-knutschen-knutschen.html

also, stay dangerous,
lina & f :)


46. Kapitel
Brians POV

„Reden, redend, geredet“, nuschle ich leise vor mich hin, während ich das gerade Gesagte auf das Arbeitsblatt vor mir kritzle. Partizipien, wer braucht im Leben Partizipien? Power Chords würde ich mir da noch einreden lassen, aber das? Kompletter Bullshit. Und satt wird man davon auch nicht.
„Hey Bri“, unterbricht Matt mit einem Ellbogenstoß in meine Rippen meinen enormen Arbeitseifer. „G hat gefragt, ob wir in der Mittagspause im Park abhängen wollen. Lust, mitzukommen, oder geht ihr zwei jammen?“
„Ich frag Zacky mal, okay?“, gebe ich zurück und starre gespielt konzentriert auf mein Arbeitsblatt, bevor ich etwas auf die Ecke kritzle und sie abreiße. Mit einer schnellen Bewegung schiebe ich den Minizettel zu meinem Freund, der dank einer kollektiven Umsetzaktion, die eigentlich nur die etwas aggressiven Footballer voneinander trenne sollte, bevor sie sich in bester Gorilla-Manier gegenseitig die Köpfe einschlagen, neben mir sitzt, und pieke ihn leicht in die Hüfte, um ihn darauf aufmerksam zu machen.
Fragend dreht er sich zu mir und wischt dabei fast den Papierfussel vom Tisch, ohne ihn zu bemerken. Super Koordination, mein Lieber… ich hätte ihm eine ganze Liebeserklärung da raufkritzeln können, und er hätte es nicht zu würdigen gewusst. Obwohl das auch etwas merkwürdig wäre, mitten in Deutsch eine Ballade an Zacky zu schreiben…
Gerade, als ich ihn darauf aufmerksam machen will, dass es besser wäre, wenn er meine schriftstellerischen Fähigkeiten gebührend würdigt, klingelt es aber und ich beginne nur, schnell mein Zeug zu packen. Als ich meine Sachen irgendwie in meine Tasche gestopft habe, lehne ich mich auf Zackys Tisch und beobachte… seinen Hintern, der gerade sein höchster Punkt ist, da er seinen verschollenen Lieblingskuli unter den unglaublichen Weiten von Vics Tisch herausfischen muss.
Irgendwann taucht er aber wieder von seinem Abenteuer auf und grinst mich leicht an, wie ich da herumhänge und irgendwas vor mich hersumme. „Ist was, Bri?“
„Ach, Matt wollte wissen ob wir mit ihm und G in den Park gehen“, sage ich nur und sehe, wie er mich etwas verwirrt anstarrt.
„Da gibt’s ‘nen Park?!“
„Ja, Zacky, das große, weite Huntington Beach hat auch sowas wie Parks!“, mache ich gespielt verarschend, bevor ich fragend die Augenbrauen hochziehe und ihn ansehe. „Also? Lieber Gitarre oder gehen wir mit?“
Zacky zuckt nur die Schulter über meinen, zugegeben etwas undeutschen, Satz, nimmt dann aber schnell seinen Rucksack und hängt ihn sich auf die Schulter.
„Mir eigentlich egal, was willst du?“ Innerlich stöhne ich auf. Wenn all unsere Entscheidungen so laufen, dass es ihm egal ist und ich keine Ahnung hab, kann das ja auch was werden…
„Keine Ahnung. Gehen wir einfach mal mit und hauen ab, wenn’s uns zu blöd wird?“
„Ist okay“, meint Zack nur und geht vor mir aus der schon ziemlich leeren Klasse. Jetzt heißt es nur hoffen, dass keiner meiner Freunde irgendwie das Bedürfnis hat, ihn auf jede erdenkliche Weise zu verstören…

„Na, schön geschlafen?“, lache ich, bevor ich mich neben G auf die überdimensionale, weinrote Picknickdecke fallen lasse. Es ist selbst für kalifornische Verhältnisse unnatürlich warm für November, sodass man mit einem Hoodie und Jeans noch gemütlich draußen herumsitzen kann – oder wahlweiße alle Viere von sich gestreckt am Boden liegen, wenn man dem Beispiel einer gewissen Italienerin folgt.
Diese setzt sich gerade auf, grinst und hockt sich dann im Schneidersitz so hin, dass auch der Rest unserer Gruppe noch Platz hat. Im Endeffekt haben auch Johnny und Vic sich uns angeschlossen, da ihr Kochkurs wegen einer explodierten Mikrowelle ausfällt, und so vegetieren wir jetzt zu sechst irgendwo im nirgendwo herum. Was aber den Vorteil hat, dass Zacky und ich uns nicht länger verstellen müssen – denn wirklich, den Platz hier kennt kein Schwein.
Johnny hat sich zwar noch nicht sehr daran gewöhnt, dass wir jetzt wirklich zusammen sind, aber so ganz traut er sich auch nicht, was dagegen zu sagen. Könnte daran liegen, dass Matt wirklich hinter uns steht… oder, dass er sich noch nicht so ganz von dem Schock erholt hat, den Vic ihm verpasst hat, als sie unser Geheimnis einfach so bei einer soufflétastischen Besprechung ausgeplaudert hat.
„Was machst du eigentlich schon da?“, reißt Matts Stimme mich aus meinen Gedanken, und ich sehe gerade noch, wie G die Schultern zuckt.
„Englisch ist ausgefallen, und ich hatte ehrlich keinen Bock, mit den paar Tussen aus meinem Kurs da in der Schule rumzusitzen… Außerdem hab ich gewusst, dass ich nicht lang alleine bleiben werde, wenn ich dir sage, wo ich bin.“, gibt sie zurück, und ich lache leise. Matt hat einfach eine Schwäche für den Park hier, das kann er jetzt nicht leugnen...
„Na, egal. Hat wer von euch was zu essen?“, gibt Johnny ungeduldig von sich, und ich nicke schnell.
„Irgendein Sandwich hab ich noch, glaub ich.“, nuschle ich, ziehe ein in Alufolie gewickeltes Etwas aus meiner Tasche und werfe es in seine Richtung. Und nein, es war nicht beabsichtigt, dass es unseren Bassisten genau an der Stirn trifft… Okay, doch. Aber das muss er ja nicht wissen, oder?
„Danke, Brian“, macht er extra freundlich, und ich grinse nur. „Und ich hab noch gedacht, du wirst irgendwie netter, wenn du wieder wen zum knuddeln hast!“
„Zu Zee bin ich ja auch nett“, sage ich nur und bekomme ein nachdenkliches Gesicht von meinem Freund.
„Na, bist du dir da auch ganz sicher?“
„Danke auch! Die erste Gelegenheit und schon fällst du mir in den Rücken!“, empöre ich mich. Und dann lacht er auch noch! Pff. Wie hab ich mich in den nur verliebt?
„Ja, wie hältst du das mit mir nur aus“, grinst er, als hätte er meine Gedanken gelesen, und ich kann nicht anders, als selbst mein gespieltes Schmollen aufzugeben. Elender Hundeblick.
„Sagt mal, Jungs“, höre ich dann Gs Stimme und drehe mit einer schlechten Vorahnung den Kopf in ihre Richtung. Der Unterton kann nichts Gutes bedeuten…
„Könnt ihr euch mal küssen?“
„Äh, warum?“, macht Zacky neben mir, und ich sehe, wie meine Freundin grinst.
„Ich meine, ihr seid zusammen. Und ich hab noch nie in natura ein schwules Pärchen bespannen können… Biiitte!“
„G, du spinnst“, lache ich, was mir aber schnell vergeht, als Zacky seine rechte Hand an mein Kinn legt, mich zu ihm dreht und mir einen schnellen Kuss auf die Lippen drückt.
Etwas baff blinzle ich ihn an, was G zum kichern bringt und Vic ein Aufstöhnen entlockt. „Meine Güte, ihr zwei. Das war nicht mal ein richtiger Kuss!“, mischt sich nun auch Zackys beste Freundin ein, und ich verdrehe etwas die Augen. Mädchen und Schwule… als nächstes schleppen sie und zum Schuhe-shoppen.
„Da hat sie allerdings Recht“, stimmt G ihr zu, und ich seufze auf.
„Okay, okay.“, lenke ich ein, lehne mich etwas mehr zu Zacky und lege meine Lippen mit etwas mehr Druck auf seine. Ich meine, wenn sie eine Show wollen, können sie die auch haben…
Der Kuss dauert zwar auch nicht ewig lang, ist aber auf jeden Fall mal mehr als der davor. Und hey, als ich mich mit einem leichten Grinsen im Gesicht wieder von Zacky löse, scheint es zumindest G vorerst die Sprache verschlagen haben – was aber auch daran liegen kann, dass das schwarzhaarige Etwas vor mir gerade extrem verpeilt und irgendwie zum knuddeln aussieht. Dass er auch immer rot werden muss…
„Schon besser“, befindet die Italienerin, doch Vic scheint noch nicht ganz begeistert. Schnell beugt sie sich über ihre Tasche, die zwischen den Mädchen liegt, und flüstert G etwas ins Ohr, was diese zum Grinsen bringt.
„Knutschen! Knutschen! Knutschen!“, stimmen die zwei dann auf ein Zeichen von Vic hin einen Sprechchor an, und ich greife mir mental an den Kopf. Warum war das jetzt so klar?
„Leute, wir werden jetzt nicht vor versammelter Mannschaft-“, setzt auch Zacky zu einer kleinen Protestrede an, wird aber durch eine meiner schönen, spontanen Idiotenaktionen unterbrochen, als ich mich nahe zu ihm lehne und meine rechte Hand an seine Wange lege.
Ziemlich schnell küsse ich ihn wieder, diesmal stürmischer, mit mehr Druck und einfach… hmm. Wenn ich nach dem Kuss noch gerade denken kann, könnte man das fast als achtes Weltwunder werten.
Etwas überrumpelt erwidert Zacky den Kuss, wird aber anscheinend wieder etwas aus dem Konzept gebracht, als ich anfange, mit einem seiner Snakebites zu spielen und immer wieder mit meiner Zunge über das warme Metall fahre. Wenn ich gewusst hätte, dass es so geil ist, jemanden mit Lippenpiercings zu küssen…
Nach kurzer Zeit widme ich mich wieder seiner Unterlippe, beiße ganz leicht hinein und lecke dann über die Stelle. Von meinem Freund kommt ein leises Seufzen, und ich grinse gegen seinen Lippen, bevor er plötzlich den Mund öffnet.
Und ab dem Zeitpunkt ist es mir dann ehrlich egal, dass uns irgendwer zusieht und der Kuss eigentlich ja eine kleine Show für G und Vic sein sollte. Fast schüchtern stupse ich Zackys Zunge mit meiner an, und… heilige Scheiße. Selbst wenn jetzt Jimmy auftauchen würde, könnte ich in Frieden sterben. Was auch passieren würde, weil er wahrscheinlich eigenhändig dafür sorgen würde, dass mein Kopf nicht mehr lang auf den dazugehörigen Schultern sitzt.
Zacky lenkt mich aber sehr gut von meinen Gedanken ab, indem er seine Hände in meinem Nacken verschränkt und wenn überhaupt möglich noch etwas näher zu mir rutscht. Unseren Kuss unterbrechen wir dabei aber nicht, also hab ich auch keinen Grund mich aufzuregen – bis Matt ein etwas amüsiertes Räuspern von sich gibt. Spielverderber!
Unwillig löse ich mich von Zacky, drücke ihm aber noch einen schnellen Kuss auf den Mund, als er mich nicht besonders begeistert ansieht. Einen Moment grinsen wir uns einfach nur dümmlich an, während als um uns still ist, dann wandert mein Blick zu meinen Freunden, die uns allesamt… sehr intelligent angaffen.
G scheint die erste zu sein, die sich wieder fasst, da sie kurz hustet und mich dann mit leicht roten Wangen ansieht. „Also... uhm… okay, Jungs, ganz ehrlich… das war heiß.“ Mit einem weiteren Hüsteln senkt sie den Blick, und ich sehe, wie Vic etwas baff nickt, was Zacky zum Kichern bringt. Johnny starrt mich hingegen nur weiter dümmlich an, mein Sandwich halb zum Mund erhoben und die Augen weit aufgerissen. Gut, der ist verstört für sein Leben.
„Wenn Jimmy das rausfindet, bist du gefickt, Bri“, seufzt Matt neben mir nur, und ich fahre mir schnell mit der linken Hand übers Gesicht, bevor ich sie wieder etwas nutzlos an meine Seite fallen lasse. Verdammt, er hat Recht. Ich muss irgendwie mit ihm reden…