The Truth Is So Cold

GeschichteRomanze / P18 Slash
09.02.2012
30.06.2014
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Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 
cheerio folks, ihr habt mich schon wieder an der backe!
(sorry, damit wollt ich irgendwie schon immer mal einen post irgendwo anfangen.)

viel hab ich gerade nicht zu sagen, nur, dass das nächste chap wieder normal von F am mittwoch kommt und ich die revis zu meinen chaos gleich beantworte. ^-^
und, genau! im blog gibt's diesmal ein kleines special, das aber als zusatz zum chap gesehen werden kann. also zuerst das kapitel lesen und dann den blogpost, bittedanke :) * http://insidethetruthissocold.blogspot.co.at/2012/07/42-toastkase-waschbaren-australien-und.html

stay dangerous,
lina & franzy


42. Kapitel
Brians POV

„Okay“, mache ich und sehe meinen Freund an, der immer noch breit lächelt und dann einen Schluck aus seiner Flasche nimmt. „Also, was sollte man so über mich wissen? Ich seh gut aus, bin ein talentierter Gitarrist und trag coole Hüte.“
Mit hochgezogenen Augenbrauen grinse ich Zacky an, der sich sichtlich bemüht, mir vor lauter Lachen nicht sein Bier ins Gesicht zu spucken. Ja ja, mein Timing… obwohl der Schlag gegen meinen Oberarm jetzt nicht gerechtfertigt war. Hey!
„Eitler Sack“, japst er schließlich auf, als er endlich hinuntergeschluckt hat, bevor er mich anlächelt. „Nein, wirklich jetzt. Ich will mehr als das wissen, immerhin sind wir zusammen.“ Mein Grinsen wird noch etwas breiter, das spüre sogar ich. Scheiß Hormone…
„Gut, dann… ich bin am siebten Juli achtzehn geworden, wohne klarerweise bei meinen Eltern, hab keine Geschwister. Mein Dad ist eigentlich Comedian, aber sehr viel hat er im Moment nicht zu tun, weshalb er teilweise anfängt, Songs zu schreiben, und Mom ist Sekretärin. Mein bester Freund, oder eher Bruder, ist wie du weißt Jimmy, und wir gehen uns eigentlich seit dem Kindergarten gegenseitig auf den Sack. Matt hab ich in der Grundschule kennengelernt, weil er mich mit einem Stock gehauen hat… Ja, nennen wir’s Liebe auf den ersten Blick.“ An der Stelle mache ich eine kleine Pause, weil Zacky sich anscheinend nicht mehr einkriegt. Also so lustig ist die Vorstellung jetzt… okay, ich gebe zu, es ist doch etwas amüsant, wie Klein-Mattie mit einem nach damaligen Maßstäben halben Baum hinter Klein-Brian in furchtbaren, grünen Latzhosen nachläuft.
„Sonst… meine Lieblingsfarben sind schwarz, grau, rot und violett, ich hasse goldene Dinge, ich wollte immer schon einen Hund, meine Lieblingsfilme sind Hangover und Fear And Loathing In Las Vegas, und ich liebe Horrorfilme und hasse süßes Popcorn. Und ach ja, die geilste Serie überhaupt ist ganz sicher Supernatural… Musiktechnisch hör ich am liebsten Metal und Hard Rock, eigentlich ist’s mir aber ziemlich egal, solang die Gitarristen was drauf haben. Mein Lieblingsessen ist Pizza, und dieser komische Toast-Käse, der wahrscheinlich noch nie in seinem Leben richtigen Käse gesehen hat und den alle so eklig finden. Und Pfefferminzschokolade, oh Gott…“ Etwas unschlüssig breche ich ab. Ist es überhaupt wichtig, über seinen Freund zu wissen, welche Schokolade er am liebsten kiloweise futtert und dass bei deren Erwähnung er schon etwas pornöse Geräusche von sich gibt? Wahrscheinlich nicht.
Zu meiner Erleichterung lacht Zacky aber nur, bevor er noch einen Schluck Bier nimmt und anfängt zu reden. „Also… ich hab wie du weißt auch keine Geschwister, meine Mom ist Krankenschwester und mein Dad ein Arschloch und weg, seit ein paar Jahren. Ich werd am elften Dezember achtzehn, meine beste Freundin ist Vic – wieso, weiß ich selbst manchmal nicht, aber eigentlich hab ich keine Ahnung, was ich ohne sie machen würd. Ich spiel seit zwei Jahren Gitarre, weil ich es eigentlich immer wollte und… ja. Mein Lieblingsfilm ist Nightmare Before Christmas, und ich kann die ersten zwei Staffeln von How I Met Your Mother fast komplett mitsprechen, weil ich sie so oft gesehen hab.“ Er macht eine kurze Pause, wahrscheinlich, um zu überlegen, und ich grinse in mich hinein. „Ich höre eigentlich auch ziemlich, was mir so gefällt und nicht grade Mainstreamscheiße ist, und vor allem Black Veil Brides, weil sie meine Lieblingsband sind. Ich liebe die Farben schwarz und lila, esse ziemlich alles was schmeckt und ja, Toast-Käse ist geil. Und… meine Lieblingstiere sind Hunde und Waschbären.“
Mit einem unsicheren Blick zu mir bricht er ab, und ich lächle ihn an. „Du hast Recht, Waschbären sind cool. Und… irgendwie frag ich mich grade, warum wir uns so lang nicht verstanden haben. Ich meine-“ Ich unterbreche mich selbst kurz. Nachdenken, Bri. Kommt das komisch rüber? Ja, tut es. Hält dich das auf? Nein, eigentlich nicht.
„Du bist wahrscheinlich cooler drauf als 99 Prozent unserer ganzen Schule. Ist zwar nicht schwer, bei den Idioten, aber… ehrlich jetzt.“
Einen Augenblick ist es still, während ich schnell wieder einen Schluck Bier nehme. Einerseits um beschäftigt zu wirken, andererseits weil ich Durst habe und Zacky wirklich keinen schlechten Geschmack hat, was Alkohol angeht. Hat zielsicher zum Heineken gegriffen…
Neugierig hebe ich meinen Kopf aber wieder, da Zacky einfach nur still dasitzt und auf sein Bier starrt. Als ich ihn gerade fragen will, ob etwas nicht stimmt, sieht er aber auf und wird etwas rot im Gesicht. Okay, was jetzt wohl kommt… Haha, kommt. Wie alt bin ich noch mal? Dreizehn und mitten in der Pubertät?
„Kann ich dich was fragen?“
„Klar, warum auch nicht?“, stelle ich in einem hoffentlich ermunternden Tonfall die Gegenfrage.
„Wie… äh… na ja…“, macht er nur, und ich muss ein awwen unterdrücken. Ich weiß, ich führe mich auf wie eine Frau, aber er ist einfach süß, wenn er so unsicher ist. Auch wenn ich gerade absolut keine Ahnung habe, was er von mir will.
„Hm, Zee?“
„Wie… lang weißt du eigentlich schon, dass du… na ja… auf Männer stehst?“ Etwas ungläubig sehe ich ihn an, wie sich seine Wangen etwas – nein, sehr – rötlich färben und er weiter das Etikett seines Heinekens anstarrt.
„Also eigentlich… hab ich‘s gar nicht gewusst, bis ich dich am Auftritt-Freitag geküsst hab“, gebe ich schließlich zu. „Und na ja. Ich würde jetzt nicht direkt sagen, dass ich auf Männer allgemein stehe. Eigentlich nur auf dich“, hänge ich dann noch leise dazu und hoffe inständig, dass er das jetzt nicht zu direkt oder irgendwie creepy findet. Verdammt, mit Frauen ist das dann doch immer leichter… bei denen kann man herumsülzen, wie man will, die stehen meistens einfach drauf.
„Aww“, macht Zacky aber nur ganz leise und mit ziemlich roten Wangen, und ich grinse ihn an.
„Okay, das heißt, ich hab jetzt eine Frage gut, oder?“, lenke ich schließlich vom Thema ab, und er nickt etwas überrumpelt.
„Was ist der Ort, zu dem du immer schon mal reisen wolltest?“
„Australien. Aber warum-“
„Keine Ahnung. Aber irgendwie sagt’s was über die Leute aus, wo sie hinwollen, finde ich… und ich denke, wir sollen uns kennenlernen, oder? Ich will außerdem seit ich denken kann mal nach Spanien.“
„Auch nicht schlecht“, lächelt er mich an. „Was ist der beschissenste Film, den du je gesehen hast?“
„Twilight“, stöhne ich auf, während Zacky nur mitfühlend nickt. „Ganz ehrlich, ein Teeniemädchen verliebt sich in einen hässlichen, glitzernden Kerl, der behauptet, er ist ein Vampir, der sie wahrscheinlich das nächste Mal, wenn sie ihre Tage hat, aussaugen wird. Und was macht sie? Heiratet ihn und bekommt ein Monsterbaby, das sie fast umbringt, wird selbst zum Freak und lebt glücklich bis ans Ende ihrer Tage…“ Genervt breche ich ab, bevor mein Freund und mir zugleich ein „Was für ein Scheiß!“ herausrutscht.
„Ha, zwei Idioten, ein Gedanke“, lacht Zack auf und grinst mich weiterhin an. „Ich denke, mein schlechtester Film war 1 ½ Ritter. Kompletter Schwachsinn…“
„Klingt schon extrem seriös“, grunze ich nur und trinke einen Schluck Bier. „Wie stehst du zu Sport?“
Vielsagend sieht er mich an, mit einem leicht misstrauischen Ausdruck in seinen grünen Augen. Dann wandert sein Blick an sich selbst herunter, und ich erinnere mich daran, wie ihn in seinem ersten Jahr immer die Footballer verarscht haben, weil er etwas pummelig war…
„Oh scheiße, so war das jetzt nicht gemeint“, sage ich also schnell und sehe ihn entschuldigend an. „Und ich bitte dich, Zee. An dir ist wohl echt nicht so viel Fett dran, wie du tust.“ Zur Demonstration piekse ich ihn in die Hüfte, woraufhin er zurückzuckt.
„Siehst du? Da ist gar nix. Und ich bin selbst so sportlich wie eine Kartoffel, wenn ich nicht muss, also… sieh‘s so, wir werden nie ein komplettes Sportlerpaar werden.“ Irgendwie dankend sieht Zacky mich an, und ich lächel ihm einfach zu, bevor wir uns beide leicht vorlehnen und anfangen zu lachen.
„Zwei Idiotien, ein Gedanke“, wiederhole ich seinen Spruch von früher, bevor ich leicht mit meiner Nase gegen Zackys Wange stupse und ihn dann sanft küsse – einfach, weil ich es kann.

Im Endeffekt geht auch der Rest des Tages so drauf, wie er angefangen hat – mit doofen Fragen („Was ist das hässlichste Kleidungsstück in deinem Schrank?“ – „Hellblaue Boxershorts mit Enten drauf, mein Geschenk zum Achtzehnten von Jimmy…“), viel Gelächter („Der Kerl hat auch irgendwie einen krassen Fetisch, was Federvieh angeht, oder?“) und ein paar mehreren Flaschen Bier. Irgendwann haben wir uns allerdings nach unten ins Wohnzimmer verzogen und beschlossen, einen Film zu schauen – ein Yay an dieser Stelle an Zacky, der einfach nur unglaublich viele DVDs bei sich herumstehen hat.
So hängen wir also auf seinem riesigen, orangeroten Sofa herum, beide mit den Beinen auf dem Couchtisch und einem Bier in der Hand, während mein freier Arm locker um Zackys Schulter liegt. Und ich sage zu meiner Verteidigung – diese typische Pärchengeste ist nicht gleich von mir ausgegangen, sondern war nur eine Reaktion, als Zee sich zaghaft an mich gekuschelt und  seinen Kopf etwas an meine Schulter gelehnt hat. Jawohl.
Ganz hundertprozentig folge ich dem Film, der vor und über den Bildschirm flimmert, aber ehrlich gesagt nicht. Ich beobachte eher etwas stalkerhaft meinen Freund, der ganz leicht vor sich hingrinst und sich zwischendurch ein paar seiner schwarzen Haarsträhnen aus seinem Gesicht wischt, bevor sie nach zwei Sekunden wieder auf ihrem alten Platz landen.
Nach ein paar Minuten, in denen ich eingehend seine Hände – Gitarristen haben irgendwie immer schöne Hände. Und nennt mich komisch, aber ich finde, Hände sagen viel über den Menschen, zu dem sie gehören, aus – betrachtet habe, setzt Zacky sich plötzlich etwas auf.
„Wie spät ist’s eigentlich?“
„Uhm…“ Schnell kramte ich mein Handy aus meiner Hosentasche. „Halb acht.“
„Ein einer Viertelstunde ungefähr kommt Mum nachhause“, nuschelt er mehr zu sich als zu mir, bevor er sich wieder zurücklehnt und es sich auf meiner Schulter bequem macht.
„Soll ich gehen?“, frage ich leise. „Ich mein, nicht dass ich nicht gern noch bleiben würd, aber es ist mit deiner Mutter denk ich problemloser, oder?“
Unschlüssig sieht Zacky zu mir auf, bevor er schließlich zaghaft nickt. „Denk schon, irgendwie.“
„Ist okay“, murmle ich etwas undeutlich, bevor ich meinen Kopf zu ihm hinunterbeuge und ihm einen kurzen Kuss auf den Scheitel drücke. Einfach so, weil ich das gerade will und seine Haare irgendwie gut riechen. „Aber wenn ich gehen soll, musst du von mir runtergehen.“
„Wenn ich von dir runtergehen soll, musst du mich loslassen.“
„Ach, scheiße“, murre ich grinsend, hebe aber meinen Arm schwerfällig von seinen Schultern und sehe zu, wie er mit einem etwas unwilligen Gesichtsausdruck – den ich mir höchstwahrscheinlich nur einbilde – von mir abrückt. Sicherlich enorm sportlich bewege ich dann mein knackiges Hinterteil – nein, keine Selbstverliebtheit hier – in die Luft und latsche ins Vorzimmer, um meine Schuhe anzuziehen.
Zacky, der mir gefolgt ist, lehnt sich abwartend neben der Tür an die Wand, während ich noch schnell prüfe, ob ich alles hab. Handy, Hoodie, Hirn… gut, streichen wir das letzte. Aber der Rest scheint da zu sein, wo er hingehört, also beschließe ich, mich wirklich nachhause zu bewegen.
Langsam nähere ich mich schon der Tür, als ich ein leises Räuspern von Zacky höre. Ach, da war ja noch was…
Mit hochgezogenen Augenbrauen drehe ich mich zu ihm herum und grinse ihn an. „Na, wer stellt denn da Besitzansprüche?“, frage ich ihn leise, gehe aber zwei Schritte auf Zacky zu, der etwas rot wird, und lege meine Hände locker an seine schmalen Hüften.
„Also, nicht, dass es mich stören würde“, gebe ich noch von mir, bevor ich ihn ganz leicht küsse. Das scheint für ihn aber nicht genug zu sein, da er den Kuss drängender erwidert, als ich erwartet hätte. Und ich wiederhole: nicht, dass es mich stören würde…
Eine Weile stehen wir einfach nur so da, zwischen Schuhen und Jacken in Zackys Vorzimmer, und küssen uns, dann unterbreche ich schließlich den Kontakt zwischen unseren Lippen und seufze leise auf. „Ich denke, ich muss wirklich gehen, Zee, tut mir leid.“ Ich sehe ihn entschuldigend an, fahre aber fort, als er schnell nickt. „Also, bis übermorgen dann, hm?“
„Ist okay. Cheers, Bri…“
„Ciao“, mache ich ein letztes Mal, dann gehe wirklich aus dem Haus und latsche mit einem fetten Grinsen im Gesicht in Richtung Heimat. Also, wenn man mir nicht ansieht, mit wem ich meinen Tag verbracht habe, dann weiß ich auch nicht… aber ich sollte echt an meinem Grinsen arbeiten. Sonst bekommt meine Mutter oder sogar Jimmy schneller was heraus, als wir zwei es im Moment gebrauchen können.