The Truth Is So Cold

GeschichteRomanze / P18 Slash
09.02.2012
30.06.2014
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Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 
hey ho, leute ♥

mein lieblingschap ist da! also, ihr bekommt es jedenfalls gleich zum fraß vorgworfen. kann vielleicht dran liegen, dass ich gerade eine extreme schreibblockade hab, aber irgendwie ist mir gerade wieder aufgefallen, wie gern ich das kapitel eigentlich hab. ich hoff, ihr seht das irgendwie ähnlich o:

anyways, etwas zeug & HAPPY BIRTHDAY BRIAN! gibt's wie immer hier: http://insidethetruthissocold.blogspot.co.at/2012/07/38-oh-my-god.html

und ich wünsch euch viel vergnügen!

x fucking o,
lina & franks


38. Kapitel
Brians POV

„Das zweite Partizip erkennt man im Deutschen meistens an der Vorsilbe ge-, also gespielt, gesungen, getanzt.“ Geküsst, hänge ich in Gedanken dazu, was meine Deutschlehrerin aber nicht besonders zu interessieren scheint. Okay, wäre auch schlimm, wenn es so wäre, immerhin wüsste sie dann, woran ich die ganze Stunde schon denke… und sie wäre eine weibliche Form von Edward Cullen. Ob sie auch in der Sonne glitzert?
„Manche Ausnahmen gibt es aber, so wie vergessen oder verzeihen, die mit ver- gebildet werden“, fährt Mrs. Cullen – oder Miller, ganz wie man will – mit ihrer grausam monotonen Stimme fort, und da sie keine Anstalten macht, sich von ihrem schattigen Tisch wegzubewegen, schalte ich mein Hirn endgültig auf Durchzug. Dass das aber ebenfalls keine bessere Lösung ist, wird mir jedoch auch schnell klar.
Meine Gedanken landen, wie erwartet, sofort bei Zacky, der aufgrund einer spontanen Umsetzaktion von mir jetzt schräg vor anstatt hinter mir sitzt. Kurz beobachte ich, wie er sich gerade aufsetzt, seine Arme etwas streckt und sich müde – oder gelangweilt, schwer zu sagen – übers Gesicht fährt. Dann beginnt er, mit einem Kuli herumzuspielen, und ich lege meine Stirn auf meine verschränkten Arme. Dem Edward da vorne fällt eh nix auf... und so kann ich wenigstens versuchen, an etwas anderes zu denken, ohne ihn dauernd in meinem Blickfeld zu wissen.
Irgendwann bekomme ich mit, wie es läutet, und seufze auf, bevor ich meinen Kopf von meinen Unterarmen hebe und mich mit dem Elan einer alten Oma aufrichte. Langsam packe ich meine Sachen zusammen und warte darauf, dass die anderen Schüler den Klassenraum verlassen und ihre Hinterteile in Richtung Cafeteria bewegen, während ich langsam aber sicher ein Gähnen unterdrücke.
Kommt davon, wenn man ganz allein dem wunderschönen Deutschunterricht und vor allem seinen Gedanken ausgesetzt ist, die einen sowieso die letzten Nächte lang wachgehalten haben…
Ich denke, das nächste Mal, wenn Matt wegen seinem Knöchel zum Arzt geht und Johnny und Vic den halben Vormittag freibekommen, um endlich ihr Souffléprojekt fertigmachen zu können, schwänze ich lieber, als dass ich mir das hier antue. So viel Langeweile kann auf die Dauer einfach nicht gesund sein.
Müde schlucke ich kurz und schultere meinen Rucksack, versuche, nicht zu offensichtlich meine Zeit zu vertrödeln. Unmotiviert gehe ich dann auf die Tür zu und bemerke aus den Augenwinkeln, wie Zacky schräg vor mir in die gleiche Richtung läuft.
Verdammt, irgendwas muss ich tun. Jedenfalls mehr als jetzt, mehr als sinnloses Nachgrübeln und mir Vorwürfe machen. Und, ganz ehrlich, schlimmer als so kann es sowieso nicht kommen… da könnte ich auch nackt durch sein Haus hüpfen und ‚It’s okay to be gay‘ singen, Scheißsituation bleibt Scheißsituation.
Als Zacky gerade vor mir durch die Tür schlüpft und wie immer freitags zum Musiksaal abhauen will, beschleunige ich meine Schritte und berühre ihn leicht am Oberarm, woraufhin er wie vom Schlag getroffen zusammenzuckt. Und irgendwie bin ich selbst erschrocken, wo mein Selbstbewusstsein plötzlich herkommt… Hey, alter Freund. Wenn du dich jetzt gleich wieder verpisst, erschlage ich dich.
„Zack, ich denke, wir müssen reden“, fange ich leise und ohne aufzusehen an, während ich mich selbst etwas wundere, warum ich gerade mental mit meinem Selbstbewusstsein geredet habe. Und wo mein normaler Sarkasmus geblieben ist… fragt nicht. Wahrscheinlich eingebuddelt. Vergraben unter meinen widerspenstigen Gefühlen… okay, ich gebe zu, das ist sogar für mich zu pseudodramatisch.
„Ach ja“, gibt er von sich, aber es klingt nicht halb so abweisend, wie ich erwartet habe. Wenigstens macht er keine Anstalten, mich anzuschreien, zu verprügeln oder abzuhauen, was ich auf jeden Fall mal als gutes Zeichen werte.
„Ja, ich… also…“ Ich sehe mich hilfesuchend um, doch weit und breit ist niemand zu sehen. So ganz entscheiden kann ich mich ja nicht, ob ich das gut oder schlecht finden soll… „Ich wollte mich bei dir entschuldigen. Und ich kann’s verstehen, wenn du nichts mehr mit mir zu tun haben willst oder so. Aber es tut mir Leid, okay?“
Einige Augenblicke ist es ruhig, und ich werde immer unsicherer. Was zum Arsch mache ich hier überhaupt? Und warum höre ich genau in diesem Fall ein Mal in meinem Leben auf Matt, wo ich sonst doch fast mein Shirt durch den halben Raum werfe, wenn er sagt, ich soll es anziehen?
„Obwohl, nein, eigentlich nicht.“, spreche ich schließlich doch aus, was ich mir denke, als Zack noch immer nichts sagt. „Es tut mir kein Stück Leid, dass ich dich geküsst hab. Aber es tut mir Leid, dass… ich dich damit überfallen hab und du mich jetzt wahrscheinlich gerade mental trittst und als Schwuchtel beschimpfst. Ich hätt‘ mich wenigstens ein bisschen zusammenreißen sollen. Vielleicht etwas mehr denken, bevor ich handle und dich damit komplett verstöre. Und das... das tut mir wirklich leid, Zacky. Das hätte nicht sein müssen und es war kindisch von mir, anzunehmen, dass das einfach so irgendwie klappen würde, ohne Konsequenzen oder sonst was.“
Es ist wieder still, und ich fixiere immer noch den Boden, der ja auch eine wirklich wunderschöne Aussicht ist. Jedenfalls bis ich schließlich hochsehe, weil mein Magen sich fast schon panisch zusammenkrampft und meine Handflächen mehr als schwitzig sind. Ich weiß nicht mal, warum ich so fertig bin, aber als ich in Zackys grüne Augen sehe, wird es mir klar. Verdammte Scheiße…
Es ist genau der Ausdruck, den ich erwartet habe. Verwirrung, Abscheu, und… Noch was. Etwas, dass ich nicht zuordnen kann. Aber besonders positiv sieht es nicht aus.
Einen Moment mustert er mich einfach nur prüfend und irgendwie abweisend, während ich in Gedanken meinen Kopf gegen die Wand schlage. Warum hab ich nur das verdammte Talent, mich mit ein paar unüberlegten Aktionen so weit in die Scheiße zu reiten? Und warum mach ich das einfach immer, immer wieder?
„Ich wollte nur, dass du das weißt.“, sage ich noch kalt und wende mich ab, bevor ich noch mehr versauen kann oder das Ganze hier noch peinlicher wird. Toll gemacht, Brian. Wenn wir hier Überwachungskameras hätten, wär das sicher ein Fest für den Typen hinterm Monitor...
Vielleicht, wenn ich Glück habe, wird Zack mich nicht vor der ganzen Schule als Schwuchtel anprangern, weil er noch ein wenig Anstand hat, aber darauf kann ich mich nicht verlassen. Und die Band kann sich auch abschminken, dass er als Gitarrist bei uns einsteigt... Verdammte Scheiße, denke ich mir und verkrampfe meine rechte Hand zur Faust, beschleunige wütend meine Schritte. Du hirnloser Idiot.
Bis ich plötzlich eine Hand auf meinem Arm spüre, eine Bewegung, die mich sanft, aber doch bestimmt herumzieht, und Zackys Gesicht wieder vor mir auftaucht. Perplex starre ich ihn an, versuche abzuschätzen, was das hier werden soll.
Man sieht ihm an, wie er mit sich selbst kämpft, da er wie verrückt an seiner Unterlippe herumbeißt und unsicher mit der rechten Hand zuckt, aber… irgendwas scheint er vorzuhaben. Und auch wenn er mich nur mit seiner linken Faust bekanntmachen will… es ist mir Recht.
Ein paar Augenblicke stehen wir nur so da und sehen uns an, dann hebt er fast ruckartig seine Hand, legt sie an meine Wange und beugt sich schnell vor, um mich zaghaft auf die Lippen zu küssen.
Einen Moment stehe ich einfach nur da, mitten am Gang und komplett… keine Ahnung. Überrascht, geschockt und verwirrt, aber nicht negativ. Eher ein positives What-The-Fuck-Erlebnis erster Klasse. Dann beuge ich mich etwas zu Zacky hinunter und sorge dafür, dass  auch der letzte Abstand zwischen unseren Lippen geschlossen wird, ohne nur einen Gedanken daran zu verschwenden, dass er mich auch komplett verarschen könnte.