The Truth Is So Cold

GeschichteRomanze / P18 Slash
09.02.2012
30.06.2014
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Dieses Kapitel
4 Reviews
 
 
Hey :D

Mittwoch, also neues Chap.
Aber eine Frage habe ich...
Seit ihr irre? Wir bekommen Aufrufe wie die Deppen, das is so geil :D. Allein für das Kapi hier haben wir locker 120 Aufrufe bekommen. Innerhalb von 3 Tagen!!
Danke, danke danke *-*
Das ist so verdammt great ;)

Und hier der Blogpost:

http://insidethetruthissocold.blogspot.co.at/2012/06/35-verdammt-sieht-der-scheie-aus-oo.html


So, jetzt möchte ich euch aber lesen lassen :)
Hoffe, es gefällt euch genauso gut wie uns,
Keep Running,
xxo Franky und Lin


35. Kapitel
Zacky POV

Fast etwas zu pünktlich klingelt es am Montagmorgen an meiner Haustür. Ich öffne sie, ohne zu sehen wer davor steht und gehe zurück, um mir die Schuhe anzuziehen.
„Bewegen Sie bitte Ihren Arsch, mein werter Herr Baker! Na los, im Schweinsgalopp. Die Füße berühren den Boden nur zu Richtungswechslungen!“, kommt es mit Vics lieblicher Stimme, ich verdrehe die Augen und ziehe mir mit einer Ruhe die Jacke an, die sie zum Ausrasten bringt.
Mit einem leichten Lächeln hänge ich mir meine Tasche um und gehe zu ihr vor die Tür. Dann schließe ich ab und stecke den Schlüssel weg.
„Na, wie geht’s dem Rücken heute?“, frage ich und stecke wie immer meine Hände in die Hosentaschen.
„Ach, dem geht’s einigermaßen gut. Ich denke, nächste Woche werde ich schon wieder mitturnen und die Sache ist vergeben und vergessen. Okay, jedenfalls ein bisschen vergessen, vergeben werde ich ihm nicht...“ Ich nicke und richte meinen Blick auf den Weg vor mir.
„Okay, du bist still. Das ist schlecht“, plappert meine beste Freundin weiter. „Geht’s um Brian?“, trifft sie sofort ins Schwarze und ich zucke zusammen. Super Zacky.
„Hm“, gebe ich geschlagen von mir und beiße mir kurz auf die Unterlippe. Sie bleibt stehen, stellt sich vor mich hin und legt mir die Hände auf die Schultern.
„Hey, wir machen das schon“, sagt sie im beruhigenden Ton. Ich sehe sie nur an, verziehe dann kurz den Mund und nicke.
„Ja, ich denke du hast Recht. Ich meine... Wenn ich ihn sehe...“
„Nichts anmerken lassen. Und wie gesagt: Du beobachtest das ganze einfach ne Weile, okay? Ich meine, wenn du wirklich in ihn verliebt bist und er in dich, dann ist das doch total schön“, lächelt sie. Eigentlich bin ich ja nur froh, dass sie das so positiv aufgenommen hat. Ich habe zwar gewusst, dass sie nichts gegen Schwule hat, aber man weiß ja nie, wie der andere reagiert wenn man ihm offenbart dass man auf einmal das Ufer gewechselt hat. Oder so.
„Und wenn bei dir nichts ist... Musst du ihm das auch sagen, wenn du bemerkst dass er dich mag. Denn glaube mir. Nichts ist schlimmer als auf eine Antwort zu warten und sie nicht zu bekommen“, murmelt sie leise. Vermutlich spricht sie jetzt auf ihre Vergangenheit an, aber ich wische das Thema zur Seite. Man muss ja nicht auch noch in den Wunden herumstochern.
„Okay. Danke“, sage ich und zwinge mich zu einem Lächeln.
„Kein Problem, wozu bin ich denn... ACHTUNG!“, ruft sie plötzlich, schubst mich zur Seite und springt mir hinterher. An der Stelle, an der wir gerade noch gestanden sind, rast Carrie vorbei und hätte uns vermutlich überfahren, hätte Vic nicht reagiert.
Der Wagen hält, man kann Matts Geschrei hören und ich sehe sogar leicht, wie er versucht nach Jimmy zu schlagen, der hinter dem Steuer sitzt. Von Brian keine Spur.
„Die haben sie doch nicht mehr alle!“, raunt meine beste Freundin, streicht sich eine der kurzen Haarsträhnen zurück und geht zum Auto. Oh nein, bitte nicht...
Mit einer schnellen Handbewegung klopft sie an die Fensterscheibe von Matt, der daraufhin aufsieht und die Scheibe hinunterlässt.
„Hey... äh...“, sagt er, da er Vic ja noch nicht richtig kennt und vermutlich keine Ahnung hat, wie sie heißt. Die ignoriert die Tatsache einfach geflissentlich und lehnt sich ins Auto.
„Hey Matt“, begrüßt sie ihn, während ich mich zu den beiden geselle.
„Sorry wegen grad eben, aber Jimmy“, bedeutungsvoller Blick Richtung Fahrer, „fährt nicht so oft. Oder besonders gut.“
„Ja, das haben wir bemerkt“, sagt Vic und fixiert den Drummer mit einem ihrer Blicke, bei denen ich mich am liebsten verkriechen möchte. „Jimmy, richtig?“, fragt sie, der Angesprochene sieht vom Lenkrad auf und beißt die Zähne aufeinander. Dann nickt er und hebt die Augenbraue.
„Was?“ Stumm beugt sich Vic über Matt, streckt den Arm aus und schnippt Jimmy gegen die Stirn, sodass er erst mal verwundert aufsieht, sich dann aber an die Stirn greift, die jetzt einen roten Fleck hat.
„Aua?!“, fragt er, Matt verkneift sich ein Lachen und Vic zieht ihren Kopf wieder aus dem Auto.
„Lern mal fahren!“, sagt sie finster und geht dann unseren Weg weiter.
„Und du lern den Umgang mit Menschen, Tussi!“, ruft Jimmy ihr hinterher, während Matt und ich uns ansehen. Ich habe das ungute Gefühl, dass sie die beiden nie richtig verstehen werden...
Matt lächelt mich leicht an, setzt sich dann die Sonnenbrille wieder auf, die er hinuntergnommen hat, während er mit Vic geredet hat und lehnt den einen Arm aus dem Auto.
„Bis später Zacky“, sagt er.
„Sorry noch mal“, mosert Jimmy, sieht mich an, grinst leicht und drückt dann das Gaspedal durch. Ich höre, wie Matt wieder irgendwas ruft, der Wagen noch schneller wird und Jimmys Lachen, dann sind sie außer Reichweite.
Ich schüttele kurz den Kopf, laufe dann Vic hinterher, die schon einen kleineren Vorsprung aufgebaut und den Blick krampfhaft auf den Boden gerichtet hat.

Nach meiner ersten Stunde- Mathe, wie jeden Montag auch- gehe ich in meine Geographieklasse, setze mich auf meinen gewohnten Platz und atme erst mal auf.
Okay, ich habe die Musiker bis jetzt nicht mehr gesehen, aber das will nichts heißen, ich hatte erst eine Stunde, und die teile ich mit keinem von denen. Allerdings ist Brian nicht da, wo er eigentlich sein sollte. Vom anderen, ich glaube er heißt Josh, ist auch keine Spur.
„Na wer weiß, vielleicht ist er ja gestorben“, murmle ich und krame mein Zeug hervor, dass ich für die nächste Stunde brauche.
Nach zwei Minuten betritt Levis den Klassenraum, wirft seinen Kram auf den Lehrertisch und hängt erst mal die Karte auf, die er mitgebracht hat. Hinter mir stöhnen ein paar Typen auf, und ich könnte mich ihnen eigentlich anschließen. Niemand mag Topographien mit Levis. Der möchte nach der Stunde nämlich genauestens wissen, wo sich was für ein Fluss befindet, welche Städte er streift, wo sich sein Ursprung befindet und am besten auch noch , wie viele Fische darin schwimmen...
Gerade als er fragt, wer fehlt, wird die Tür aufgerissen und im Türrahmen steht Haner. Mit Sonnenbrille am Kopf, Hut im Gesicht und leichenblass.
Er presst eine Entschuldigung hervor, quetscht sich dann durch die Tischreihen und lässt sich auf seinen Platz hinter mir fallen. Ich drehe mich wieder um, da ich keine Lust habe, ihn lange anzugaffen.
Levis nickt kurz abwesend und fährt mit seinem Programm fort. Als er gerade die geographischen Vorteile der Himalaya Gebirgskette von sich geben will, sieht er noch mal hinter mich, vermutlich zu Haner, und verstummt.
„Mr. Haner, würden Sie bitte die Güte haben und Ihre Sonnenbrille vom Kopf nehmen. Wir sitzen hier in einem geschlossenen Raum, die Sonneneinstrahlung kann Ihren Augen nicht schaden“, sagt er, ich drehe meinen Kopf wieder zu Brian hinter, der ungerührt dasitzt. „Und den Hut können Sie auch noch abnehmen, es regnet ja nicht.“
Brian beißt sich kurz auf die Lippen, nimmt dann den Hut vom Kopf, lässt das Bandana aber, wo es ist. Dann greift er sich an die Sonnenbrille, schluckt kurz und nimmt auch die aus seinem Gesicht.
Als ich ihn dann ansehe, ziehe ich scharf die Luft ein und bekomme große Augen. Ach du heilige Scheiße...
Er ist bleich, ohne Sonnenbrille noch stärker als mit. Seine Augen sind rot unterlaufen, als hätte er das ganze Wochenende nicht geschlafen, und er hat dunkle Ringe unter den Augen, die richtig schreien ‚Hey aufgepasst! Mir geht’s nicht gut!’. Ein paar Mitschüler gaffen ihn an, als wären ihm auf einmal grüne Haare mit pinken Punkten gewachsen und fangen dann zu tuscheln an. Er senkt den Kopf und betrachtet seine Fingernägel, ich fahre herum und schlucke erst mal.
„Oh mein Gott“, hauche ich, da mir einfällt, wie er Samstagmittag ausgesehen hat. Vermutlich hat er sich dann den gesamten restlichen Tag zugesoffen. Immerhin hatte er zwei Flaschen Jack Daniels und eine Flasche Eristoff bei sich. Die werden jetzt vermutlich leer sein...
‚Das ist nicht wegen mir, nein, auf keinen Fall’, rede ich mir ein, spüre aber seinen Blick auf meinem Rücken. Umdrehen werde ich mich jetzt zwar auf keinen Fall, dennoch verkrampfe ich mich ein wenig und zupfe an meinem Heft herum.
Und jetzt beginnen die Vorwürfe. Aber hey, was sollte ich mir schon vorwerfen lassen? Ich habe nichts getan, was ich bereuen könnte. Na ja, ich habe ihn zwar mächtig angeschrien, aber das war’s auch schon wieder. Toll gemacht Zacky.
Ich beiße mir auf die Unterlippe und versuche, dem Unterricht zu folgen, was jetzt aber nur noch begrenzt klappt. Toll gemacht Brian!
Als es läutet knalle ich meinen Kopf auf den Tisch und linse durch meine Stirnfransen hindurch, um zu sehen wann Haner endlich die Klasse verlassen hat. Als dies geschehen ist, werfe ich meinen Kram in meine Schultasche und gehe ihm hinterher, da wir noch ne Stunde gemeinsam haben. Na, das kann ja was werden. In Deutsch bin ich eh schon so schlecht, und wenn ich jetzt noch den ganzen Tag nur an ihn denke...
Oh mein Gott, Vic, ich habe ein Problem!

„Denkst du, Brian sieht heute gleich mies aus wie gestern?“, fragt Vic, als wir am nächsten Tag in der Früh die Schule betreten. Seit sie weiß, dass ich mich eventuell gerade in ihn verliebe, ist aus dem Hutgesicht Brian geworden. Die anderen haben ihre Spitznamen jedoch behalten. Johnny bleibt Judas, Jimmy die lange Latte.
Ich zucke mit den Schultern und mache meinen Spind auf, um meine Jacke hineinzuwerfen.
„Keine Ahnung. Aber das ist kaum zu toppen“, murmle ich und schließe wieder das Fach.
„Wie du da doch Recht hast! Hey, der sah auch wie gekaut, geschluckt und dann wieder hochgekotzt“, sagt sie ernst und verlagert ihre Tragetasche von der einen Schulter auf die andere. Ich nicke kurz, sehe sie dann an.
„Was haben wir jetzt eigentlich?“
„Erst Englisch, dann Deutsch. Dann weiß ich unseren Stundenplan nicht mehr, aber ich glaube wir haben heute noch gemeinsam Latein...“
„Oh mein Gott, grenzenlose Freude!“, sage ich voller Emotionen, sehe nicht hin wo ich hinlatsche und laufe mit voller Wucht gegen eine Wand.
Und gerade, als ich mich frage was die Wand mitten im Flur macht, dreht sie sich um und entpuppt sich als Paul. Dreck.
„Na, wen haben wir denn da“, sagt er erfreut und lässt seine Finger knacken. „So viel ich weiß, bin ich dir noch eine kleine Lektion schuldig. Ich meine, so ein Schlag in den Magen ist nicht angenehm, das weißt du, oder?“, fragt er unschuldig und schubst mich fest gegen meine linke Schulter.
„Hey!“, kommt es empört von Vic, die ihre Tasche fallen lässt und mitmischen will, wie es mir scheint. Paul macht nur einen Kopfdeut zu Vic, Fabian löst sich von der Masse und schlingt seine Arme um ihre Taille, als sie sich gerade auf Paul zubewegen wollte.
„Lass mich los du dummer Affe“, ruft sie, wird dann aber recht unsachte gegen den Spind gedrückt, sodass ich sie kurz aufschreien höre. Verdammt, die Wunde...
Ich würde ihr jetzt helfen, doch mein Problem befindet sich unmittelbar vor mir, das gerade ausholt und mir mal wieder ins Gesicht schlagen will. Diesmal reagiere ich jedoch schneller und ducke mich. Pauls Faust zischt über meinem Kopf hinweg, der sieht nur verwundert zu mir runter.
„Willst du mich verarschen?!“, fragt er wütend und versucht wieder, nach mir zu greifen. Ich weiche ihm erneut aus, bemerke aus dem Augenwinkel, wie wir ein kleines Publikum bekommen. Immerhin wimmert Vic hinter mir und ich versuche vergeblich, dem Kasten vor mir auszuweichen.
„Jetzt reicht’s mir aber“, schreit der, ich stehe still da, atme tief durch und warte. Warum ich nichts mehr mache? Na ja, es ist so oder so unausweichlich... Und je schneller ich das hinter mir habe...
Er packt mich fest an den Schultern und wuchtet mich ebenfalls gegen die Spinde. „Von so einer halben Portion wie dir lasse ich mich doch nicht für dumm verkaufen!“, schreit er und wuchtet mich bei jedem Wort erneut gegen die Spindreihe. Ich stöhne kurz auf, als er mich erneut dagegenschlägt.