The Truth Is So Cold

GeschichteRomanze / P18 Slash
09.02.2012
30.06.2014
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Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 
hey leute *wink*

ich muss gerade noch gute laune verbreiten, bevor ich das chap poste, irgendwie.. also, wer gerade nicht so gut drauf ist, lasst euch nicht unterkriegen. und glaubt mir wenn ich sage, alkohol ist keine lösung! schokoeis hilft auch, zacky macht's euch so schön vor :3
mehr doofes gelaber & neues design hier: http://insidethetruthissocold.blogspot.co.at/2012/06/32-jack-vs-brian.html

und stay dangerous!
L & F


32. Kapitel
Brians POV

Etwas verwirrt öffne ich meine Augen einen Spalt, versuche zu erkennen, wo ich bin. Doch erst nach ein paar Sekunden kann ich die beige Decke über meinem Kopf zuordnen, ebenso wie die dunkelbraune Lehne der Couch, auf der ich unglaublich bequem und verspannt wie blöd liege.
Mein Wohnzimmer.
Bei mir zuhause. Nein, Brian, das hätte man jetzt nicht gedacht.
Anscheinend hat Matt mich hierher gebracht, nachdem… ja, was eigentlich?
Mit einem leisen Grummeln lasse ich meinen Kopf nach rechts fallen, was sich aber als taktischer Fehler herausstellt, da sofort ein scharfer Schmerz durch meinen Schädel zuckt und mein Magen sich verkrampft. Oh Gott, wie viel hab ich gestern bitte getrunken… So fertig war ich seit meiner letzten Trennung nicht mehr, so viel steht fest.
Als ich noch das halbvolle Wasserglas, das neben mir auf unserem Couchtisch steht, anstarre als würde es plötzlich anfangen, ‚Pokerface‘ von Lady Gaga zu singen, kommen langsam die Erinnerungen zurück und ich schließe etwas überfordert wieder die Augen. Was das Ganze aber nicht sehr viel besser macht, da ich mir das alles nun bildlich wieder vorstellen muss…
Der Auftritt. Meine Hochstimmung. Zacky. Das Bier. Der Kuss. Wie er mich von sich gestoßen hat. Mich angeschrien hat. Und abgehauen ist. Und dann… Jack Daniel’s, Bier, Wodka, alles gemischt und durcheinander. Irgendwo aus den Tiefen meines versoffenen Hirns kommt noch ein Bild an die Oberfläche, wie Matt mich mit Jimmys Hilfe irgendwie in Carrie hievt und auf die Rückbank legt, dann… schwarz.
Etwas gestresst fahre ich mir übers Gesicht und versuche, meinen Magen weitestgehend zu ignorieren, als ich die kleine Packung Aspirin hinter dem Glas entdecke. Vorsichtig stütze ich mich auf meinen rechten Ellbogen auf, und als das ohne gröbere Schwindelanfälle klappt, greife ich schnell nach der Schachtel.
„Ruf an, wenn du was brauchst. M“, steht mit Kuli auf die Hülle geschmiert, und ich muss gegen meinen Willen leicht freudlos lächeln. Irgendwie weiß ich, dass Matt und die Anderen nichts von dem Ganzen mit Zacky mitbekommen haben, und auch, dass ich im betrunkenen Zustand nichts ausgeplaudert hab… warum auch immer.
Aber irgendwie tut die Gewissheit gut.
Den Gedanken zur Seite schiebend drücke ich zwei Tabletten aus der Plastikhülle und schlucke sie mit der Hälfte des Wassers, dann lege ich mich vorsichtig wieder hin und starre die Decke an.
Ich habe Zacky geküsst. Das kann ich nicht leugnen, und auch nicht auf den Alkohol schieben – das eine Bier vor dem Auftritt und die paar Schlucke danach machen mich noch lange nicht so fertig, dass ich einfach irgendwas tue.
Aber was hat mich dann dazu gebracht, das zu machen?
Wieder fahre ich mir übers Gesicht, versuche, eine andere Lösung zu finden, obwohl ich die Antwort genau kenne. Weil ich es wollte, in diesem Moment. Und verdammt, es hat mir ja gefallen, da kann ich mir selbst nichts vormachen.
Obwohl es nur ein kleiner, nicht erwiderter Kuss war… verdammte Scheiße. Es war Zack. Und Zack ist ein Mann… ja, was für eine wissenschaftlich wertvolle Erkenntnis, Brian. Dafür verdienst du wirklich den Nobelpreis für intellektuelle Glanzleistungen!
Aber warum habe ich einfach so das Bedürfnis, einen meiner Freunde zu küssen? Einen meiner männlichen Freunde, noch dazu – G wäre auch in der Nähe gewesen, und die hätte es mir nicht übel genommen, wenn ich sie einfach mal euphorisch abgeknutscht hätte.
Und warum genau er? Ich meine, ich kenne ihn kaum. Und ich will ihn in meiner Band haben, was ich mir jetzt… wirklich gehörig abschminken kann.
Verdammte Scheiße, denke ich mir, dann setze ich mich langsam auf und trinke das Wasserglas leer. Wenigstens sind meine Eltern zu den Verwandten meiner Mutter gefahren, weil das… sollten sie denke ich eher nicht mitbekommen.
Mein Entschluss steht schon fest, seit mir die ganze Sache mit Zacky wieder eingefallen ist. Ich weiß genau, dass wir keinen Alkohol außer Bier und Wein im Keller haben, dazu kenne ich meine Eltern viel zu gut – was Härteres kommt meiner Mutter nicht ins Haus. Also muss ich mir wohl irgendwie selbst helfen…
Nach einem letzten tiefen Durchatmen stehe ich auf, wanke in mein Zimmer und ziehe mich einfach um. Duschen kann ich später auch, und egal, wie eklig ich mich gerade fühle… das ist jetzt wichtiger.
In einer alten Jeans und meinem größten schwarzen Metallica-Hoodie latsche ich schließlich wieder die Treppe hinunter, bleibe vor dem Spiegel in unserem Eingangsbereich stehen und sehe mich einfach nur an.
Aus dem Glas starren mir rot verquollenen Augen entgegen, die in meinem bleichen Gesicht fast noch schlechter aussehen, als sie es sowieso täten. Trockene Lippen, leichte Bartstoppeln, die irgendwie fehl am Platz wirken. Ein müder Ausdruck in den braunen Augen, dunkle Schatten darunter. Meine Haare sind wellig, strähnig und hängen irgendwie um mein Gesicht, also ziehe ich die Kapuze tiefer in mein Gesicht und senke den Kopf. Herzlichen Glückwunsch, Brian, du hast das Talent, sogar so scheiße auszusehen, wie du dich fühlst!
Darauf bedacht, mich mit meinem immer noch nicht vergessenen Kater nicht zu viel zu bewegen, nehme ich mir meine Brieftasche und mein Handy, suche irgendeinen Schlüssel und verlasse in meinem besten Assi-Aufzug das Haus. Ziel: der alte 24-Stunde-Supermarkt um die Ecke, bei dem ich sonst nie einkaufe und wo mich keiner kennt. Und der keine besonderen Ausweiskontrollen hat…
Ein Blick auf mein Handy sagt mir, dass es zwei Uhr nachmittags ist, doch die Information erreicht mein Hirn nicht so ganz. Mit gesenktem Kopf latsche ich die Straße entlang und versuche, einfach auf irgendwas zu achten.
Nur keine Gedanken zulassen. Keine Überlegungen. Kein ‚Was wäre, wenn…‘.
Schon nach wenigen Minuten stehe ich vor der dreckigen Tür des Supermarktes, die sich aber erst nach ein paar Sekunden knirschend öffnet und mich in die Wunderwelt irgendeines schäbigen Lebensmittelkonzerns einlädt. Typischer Einkaufslärm – Stimmen, Kindergeschrei und vereinzelte Werbedurchsagen – schallt mir entgegen, und ich greife mir kurz an meine pochende Stirn. Dann scanne ich mit meinem Blick die Regale nach bekannten Gesichtern, erkenne aber niemanden und verkrieche mich schnell in die Ecke des Ladens, wo ich den Alkohol vermute.
Fast als hätte er auf mich gewartet springt mir mein guter Freund Jacky ins Auge, und fast verzerrt ein freudloses Grinsen mein Gesicht. Mr. Daniel’s, my good old friend…
Ich weiß genau, dass ich in mein altes Schema zurückfalle. Trinken, um die Gedanken abzuschalten. Und ich weiß, dass es mir in den nächsten Tagen, wahrscheinlich sogar schon Stunden, leidtun wird. Aber in dem Moment, in dem ich mir zwei Flaschen Jack Daniel’s und eine Flasche Eristoff aus dem Regal nehme und mich umdrehe, um in Richtung Kassa zu latschen, ist mir das ehrlich egal.
Ich weiß, dass im Moment nichts Anderes hilft.
In Gedanken schon wieder zuhause wandere ich durch die Reihen mit den Putzmitteln, um irgendwie den Kassen näherzukommen. Doch gerade als ich um die Ecke biegen will, kollidiere ich plötzlich mit einem Typen, der von einem Einkaufswagen angeschoben wird und eine Packung Schokoeis in den Händen hat.
Erschrocken hebe ich den Kopf und sehe in mir ziemlich bekannte grüne Augen. Scheiße.
„Zee, was ist denn los?“, höre ich Vics Stimme von hinter der Ecke, doch er reagiert nicht. Starrt mich einfach nur wütend, überrascht und irgendwie angeekelt an, und ich glaube… mir wird gleich schlecht.
„Tut mir Leid“, würge ich leise hervor und weiß in dem Moment selbst nicht genau, wofür ich mich speziell entschuldige. Dann ziehe ich meine Kapuze noch weiter in mein Gesicht, nicke Vic schnell zu, die mich nur mit offenem Mund anstarrt, und haue in den nächsten Gang ab.
Als ich komplett aus ihrer Sichtweite bin, flüchte ich zur Kassa und zahle so schnell ich kann den komplett überteuerten Preis für den Alkohol. Wenigstens will die kaugummikauende, desinteressierte Kassierin wirklich keinen Ausweis sehen, sonst wäre ich jetzt ziemlich am Arsch…
Mit klopfendem Herzen und einer hässlichen, weißen Plastiktüte in der Hand verlasse ich den Laden wieder, drehe zielsicher in Richtung zuhause ab. So viel zu Thema ‚der Supermarkt, in dem ich niemanden Bekannten treffen werde‘…
Ganz toll, denke ich, als ich die Straße so schnell entlanghetze, wie mein Kopf es irgendwie zulässt. Warum ich überhaupt ein Aspirin genommen habe, frage ich mich langsam auch…
Nach ein paar endlosen Minuten stehe ich endlich wieder vor meiner Haustüre, sperre mit zittrigen Fingern auf und schlüpfe aus meinen alten, schwarzen Converse. Noch im Gehen ziehe ich die erste Flasche Jack Daniel’s aus der Tüte, lasse mich wieder aufs Sofa fallen und versuche gehetzt, die Verschlusskappe abzudrehen.
Als das kühle Glas endlich meine Lippen berührt, hätte ich fast aufgeseufzt, aber ich beschränke mich darauf, ein paar große Schlucke zu nehmen. Mein Magen rebelliert zwar eindeutig gegen noch mehr Alkohol – kein Wunder, ich habe immerhin nichts gegessen –, doch ich ignoriere das Gefühl und lehne mich mit geschlossenen Augen tief ins Sofa zurück.
Gerade als ich die Flasche ein zweites Mal ansetzen will, spüre ich, wie mein Handy in der Tasche meines Hoodies vibriert. Einen Augenblick lang überlege ich, ob ich überhaupt nachsehen sollte, entscheide mich dann aber doch dafür. Zacky hat meine Nummer nicht einmal, also… der Inhalt wird wohl nicht aus zwei Wörtern bestehen. Scheiß Schwuchtel.
„Was is gestern passiert?“ Jimmy. Wie immer so unglaublich emotional, wenn er SMS schreibt…
„Ich hab’s versaut“, tippe ich nur zurück, schaffe es aber erst beim dritten Versuch richtig, weil meine Finger immer noch so zittern, als wäre ich irgendein Alkoholiker-Opa auf Entzug. Dann werfe ich mein Handy einfach auf den Boden, wo es mit einem ekligen Geräusch aufschlägt, bevor das Display schwarz wird.
Ich hab’s versaut.