The Truth Is So Cold

GeschichteRomanze / P18 Slash
09.02.2012
30.06.2014
142
272683
 
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 
Hallöchen :D
Also,
erst mal ein fettes Danke an euch *-* Ich meine, hallo? 4 Review?! Wahnsinn XD Wir haben uns total gefreut, da wir sonst immer nur 2 bekommen (hat uns regelrecht erschlagen XD)
Aber es war awesome :D Also das würden wir schon noch ein paar Mal aushalten ;)
Okay,
gut, genug gequatscht, jetzt geht's HIER weiter:

http://insidethetruthissocold.blogspot.co.at/2012/06/31-die-ewigen-scherereien-mit-den.html

Nun gut,
viel Spaß beim Lesen
auch wenn es so kommt, wie sich viele so was NICHT wünschen... Aber hey, wie hättet ihr reagiert? ^^

Ahm, okay
Keep Running,
xxo Miss Franky und L

31. Kapitel
Zacky POV

Geschockt reiße ich meine Augen auf, versuche krampfhaft zu realisieren, was genau jetzt passiert. Mein Mund liegt noch immer auf Brians, die Welt um mich herum verschwimmt zu einer bunten Masse, ich merke eigentlich fast gar nichts. Ja, man könnte jetzt mit einem Flügel oder Jimmys Drumkit nach mir werfen, ich würde vermutlich erschlagen werden.
Brian hat die Augen geschlossen, seine langen dunklen Haare umrahmen sein Gesicht, der Hut ist leicht nach hinten in den Nacken geschoben. Sanft übt er einen leichten Druck auf meine Lippen aus, während ich noch immer wie ein Klotz in der Gegend herumsitze und es dann endlich schaffe, mich von dem Typen loszureißen.
Entsetzt starre ich ihn an, er erwidert meinen Blick verwirrt und blinzelt erst mal. Krampfhaft atme ich ein und aus, bis ich meine Fassung wieder gefunden habe. Na ja, mehr oder weniger. Eher weniger.
„Sag mal, hast du sie noch alle?!“, schreie ich und springe auf (sieht vermutlich total gut aus, da ich halb vom Barhocker falle). „Heilige Scheiße! Denkst du, ich bin ne Schwuchtel oder was? Dass du alles mit mir machen kannst, nur um mich dann zu verarschen? Ey, wie armselig bist du Arsch überhaupt?! Was denkst du von mir, nur weil ich allein in der Gegend herum hocke! Scheiße, was ist überhaupt los mir dir?“, schreie ich ihm ins Gesicht, sodass die Leute im Umkreis sich schon zu uns umdrehen. Vermutlich erhoffen sie sich eine Schlägerei, ich meine, so wie ich den Kerl (ich weigere mich jetzt einfach mal, ihn beim Namen zu nennen) zusammenschreie...
Der Typ –auch Brian genannt- hat inzwischen große Augen bekommen und starrt mich verpeilt vom Hocker her an, als wäre ich das früher genannte Drumkit, dass auf ihn zufliegt.
Und genau jetzt, wo ich meine beste Freundin brauchen würde, liegt sie daheim im Bett, weil ihr beschissener Vater sie blutig schlägt... Verdammt Vic, genau jetzt dürfte ich dich aber brauchen!
„Pha, Haner! Denkst du, ich hab’s SO SEHR nötig, dass ich jeden dahergelaufenen PENNER nehme, hum? Du...“, ich betone stark das Wort ‚Penner’, breche dann aber ab, bevor ich noch was Verletzenderes sagen kann. Ich stoße mich einfach vom Tisch ab und haue ab. Wenn ich ihn noch weiter ins Gesicht sehen muss, dann würde ich vermutlich was sehr Dummes machen. Wahrscheinlich würde ich ihm mal schön in die Fresse schlagen. Auf genau das habe ich jetzt nämlich Lust!
Ich laufe aus dem Club, am provisorischen Türsteher vorbei, auf die andere Straßenseite und bleibe dort schließlich erst mal stehen, um mich ein wenig abzureagieren.
Also so was ist mir in meinem ganzen Leben bis jetzt noch nie passiert, wirklich. Denkt der vermutlich schon die ganze Zeit, dass ich schwul bin oder so?!
Leicht angepisst bewege ich endlich meine Beine, ich meine, was wenn einer seiner Freunde jetzt rauskommt und mich dann sieht?
Aber irgendwie... das Schlimmste an der ganzen ‚Brian-Haner-küsst-Zacky-Baker’ Nummer ist noch immer... na ja... oh Gott, ich fasse es nicht, aber es hat mir gefallen. Okay, das, was ich mitbekommen habe hat mir gefallen. Und das war ja nicht wirklich viel, da ich mich eher mit Aufregen beschäftigt habe.
Geistesabwesend fahre ich mit meiner Hand an meine Lippen, die gerade noch mit seinen versiegelt waren. Langsam spüre ich, dass mir die Röte ins Gesicht schießt und wie mir immer heißer wird. Ruckartig ziehe ich meine Hand zurück, bleibe aber dummerweise an einen meiner Snakebites hängen und reiße ihn unangenehm fest von meinen Lippen.
Sofort schmecke ich das Blut in meinem Mund, spüre, wie es mir über die Lippen läuft und versuche leicht verzweifelt, den Schmerz, den der Ring nun verursacht, zu ignorieren. Unbewusst frage ich mich, wie es wohl sein würde, wenn Brian –jetzt also doch den Namen denken, so ist’s recht- mir noch mal zu nahe kommen würde, wenn sich unsere Lippen wieder treffen würden und er mich sachte das Blut vom Mund küssen würde.
Holy shit, ich bin ja krank! Absolut krank und total pervers! Ich... bin doch nicht schwul! War es nie, oder? ODER?!
„Oh mein Gott“, raune ich, bleibe stehen und drehe mich zur Seite, so dass ich direkt einem Baum gegenüber stehe. Dann nehme ich meinen Kopf schnell zurück und schlage ihn fest gegen den Baum. Woran ich bei dieser glorreichen Aktion leider nicht gedachte habe: als ich den Kopf wieder wegnehmen will, bleibe ich erneut mit meinen Piercings hängen und reiße mich jetzt auch noch das andere Loch blutig. Meine Fresse, warum habe ich mir die Teile noch mal stechen lassen? ‚Würde geil aussehen, mach schon Zacky!’ Danke Vic.
Mein linkes Augenlid zuckt leicht, ich hole mit der Hand aus und schlage gegen die Rinde des Baumes.
„VERFICKTE SCHEIßE NOCH MAL!“, schreie ich, woraufhin eine etwas ältere Dame, die an der anderen Straßenseite gerade ihr Haus betreten wollte, zusammenzuckt und mich entsetzt ansieht. Ach, soll sie doch.
Langsam lehne ich mich mit den Rücken an den Baum, fasse mir mit der stechenden Hand ins schmerzende Gesicht und rutsche langsam den Stamm entlang, bis ich schließlich am Boden zum Sitzen komme und mir den Arsch abfrieren werde, wenn ich länger hier sitzen bleibe.
Meine Gedanken bleiben aber nicht lange an meinen Verletzungen oder Erfrierungen am Hintern hängen, sondern wandern eher zu Brian. Wie er mich angesehen hat, als ich ihn so angebrüllt habe... Mit dem großen Hundeblick und entsetztem Gesichtsausdruck... Nicht, dass er es nicht verdient hat, ich meine, verarschen lasse ich mich nicht.
Verdammt, was habe ich nur getan! Ich hätte ihm vielleicht einfach nur eine runterhauen sollen und dann verschwinden. Ich meine, er war ja immerhin betrunken, da ist es normal, dass man Scheiße baut.
Und genau als ich das denke, kommt mir die Erkenntnis. Allerdings sticht mir der Gedanke unangenehm fest ins Herz. Scheiße, er war betrunken! Der wusste vermutlich nicht mal, was genau er da macht. Es war sicherlich total unabsichtlich, alle machen doch Blödheiten, wenn sie betrunken sind. Alles nur ein Missverständnis. Genau.
Und ich Idiot hab mir noch gedacht, dass er das ernst gemeint hat. Ich Idiot hab den Scheiß auch noch genossen...
Leicht frustriert schreie ich auf, erhebe mich schwerfällig vom Boden und bleibe erst mal stehen, da mir kurz schwindelig wird.

Und jetzt?
Ja, was jetzt? Wie wird das weitergehen? Ich werde auf jeden Fall wieder zu Vic an den Tisch gehen. Die Woche war eigentlich nur notgedrungen, da sie ja nicht da war, und eigentlich wollte ich fragen, ob ich hier sitzen bleiben darf. Aber jetzt? No shit, Sherlock!
Vermutlich werde ich mich auch nie mehr im Musikzimmer sehen lassen können, da er mir auch das genommen hat und jetzt jeden Freitag da sitzen wird um zu proben. Dreck, ich hätte mich einfach nie auf die ganze Mist hier einlassen dürfen. Ich hätte einfach gehen sollen. Als die Italiener da waren, hätte ich mich mit Vic zu ihnen setzen sollen. Die hätten uns eh nicht verstanden. Aber was mache ich stattdessen? Den größten Fehler meines Lebens!
Missmutig schleiche ich zu meinem Haus, reiße trotzig die Tür auf und trampele die Treppe hoch in mein Zimmer. Gott sei Dank hat meine Mutter heute Nachtschicht im Krankenhaus, weshalb ich die gesamte Nacht allein sein werde.
In meinem Zimmer angekommen werfe ich die Tür zu und setze mich erst mal auf mein Bett. Dann mache ich die Musik an, schalte sie ganz auf und scheiße in dem Fall einfach mal drauf, dass es zehn Uhr abends ist und unsere Nachbarn vielleicht schlafen wollen. Hey, wer braucht schon Schlaf?
Dann greife ich zu meinem Handy und schreibe Vic eine SMS. So wie ich sie kenne, hängt sie jetzt vermutlich mit ihrer Mutter vor dem Fernseher und sieht Dr. House oder was weiß ich was.
‚Vic, morgen Filmetag- brauche jetzt Abwechslung. Dringend.’, schreibe ich und schicke ab. Und wirklich, keine zwei Minuten später kommt die Antwort.
‚Kay, von mir aus, kannst kommen wann du willst. Bin zwar noch ein wenig k.o., aber es wird gehen, denke ich. Morgen mehr Infos?’
‚Jap.’ Dann werfe ich das Handy quer durch mein Zimmer auf die Couch und schließe die Augen.
Okay, ich bin jetzt vermutlich für den Rest meines Lebens verstört... Und in meinen Grundfesten erschüttert.