The Truth Is So Cold

GeschichteRomanze / P18 Slash
09.02.2012
30.06.2014
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Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 
MEINE LIEBEN REVIEWER UND LESER!
Mit diesem Kapitel leite ich die sogenannten DC ein, die 'Dramachaps'. In der gesamten Story sind ab jetzt solche Kapis verstreut, wir kommen also nicht darum herum.
Das hier ist echt dringend gebraucht, da die... Auswirkung eine wichtige Rolle spielt, aber mehr dazu im Blog :)
Außerdem füge ich noch einen 'Zusatzpost' hinzu, da der ja letzte Woche gefehlt hat.
So, dann mal hier der Blog:

http://insidethetruthissocold.blogspot.com/2012/05/broken-things.html

Und jetzt lasse ich euch endlich, ENDLICH lesen!
Freu mich schon auf die Rückmeldungen *-*
Viel Spaß,
Keep Running
xxo Franky und Linchen


29. Kapitel
Zacky POV

„Hey. Hey Zacky“, kommt es leise eine Reihe vor mir und ich hebe den Kopf. Allerdings auch nur um zu sehen, wie Brian halb über seinen Stuhl vor mir herumkullert, um meine Aufmerksamkeit zu erregen.
„Hm?“, frage ich irgendwie desinteressiert.
„Heut wieder ne Runde jammen im Musikzimmer?“ Ich will schon nicken, als mir einfällt, dass ich heute ja gar nicht da bin.
„Sorry, ich gehe in der Pause Vic besuchen...“, erkläre ich ihm. Für einen winzigen Augenblick sieht es fast so aus, als wäre er enttäuscht, aber ich glaube, das bilde ich mir nur ein.
„Ach so. Okay, richt’ ihr gute Besserung aus.“ Ich nicke, er dreht sich wieder um und piekst seinem Sitznachbar –in dem Fall mal Johnny- in die Seite. Der zuckt zusammen, wirft einen Bleistift durchs halbe Klassenzimmer und trifft dabei die Tafel. Mr. Daniels wirf einen wütenden Blick in die Klasse, Johnny duckt sich und tut so, als wäre er in seine Unterlagen vertieft. Ich lache leicht, schüttle den Kopf und fange dann an, an meinem Füller herumzukauen.
Wenige Minuten später jedoch lehnt Brian sich erneut mit dem Rücken voraus über seinen Stuhl und sieht zu mir. Dann öffnet er den Mund, gibt ein röchelndes Irgendwas von sich und rutscht dann wieder vor, um sich anständig hinzusetzen.
„Sorry“, flüstert er, während ich ihn nur angrinse. Idiot. „Na ja, ich will fragen, wann du heute kommen wirst.“
„Wohin?“
„Hallo? Heute Abend? Konzeeert?“, säuselt er, während ich mir an den Kopf greife. Klar, hab ich schon total vergessen.
„Ach ja! Wann fängt’s denn an?“
„Offiziell um 18:00, aber wir treffen uns so ne halbe Stunde früher. Vor dem Eingang. Also, mein treuer Fan, werde ich dich wiedersehen?“
„Klar Schatz“, rutscht es mir raus. Der Spruch wird mir augenblicklich unglaublich peinlich, ich schlage mir die Hände vor den Mund und laufe vermutlich auch total rot an. Das habe ich davon, mit Vic befreundet zu sein. Man redet so lange Scheiße, bis es einem gar nicht mehr auffällt und man dauerhaft so zu reden beginnt. „Sorry...“
Brian scheint das alles aber relativ amüsant zu finden, er winkt ab und wendet sich mit einem fetten Grinsen wieder der Tafel zu.
Na toll, jetzt denkt er vermutlich, ich bin total bescheuert...

Nachdem ich die Deutschstunde auch hinter mich gebracht habe, stehe ich langsam auf und will gerade die Klasse verlassen, als mich Brian noch mal zurückhält.
„Was denn?“, frage ich, als er mich grinsend ansieht.
„Na ja, du hast da Tinte an der Backe“, lacht er und piekst mir in die linke Wange, während ich schon wieder rot anlaufe und anfange, wie ein Irrer an meiner Haut herumzurubbeln.
„Super! Verdammt“, raune ich, er hält mir nur stumm grinsend einen Tintenkiller hin. „Und jetzt? Ich sehe doch nicht mein eigenes Gesicht!“
„Ach ja. Hm, halt einfach still, ja?“, sagt er, nimmt mich zur Seite, da ich den anderen Schülern im Weg stehe, die gerade die Mensa aufsuchen wollen. Mit ein paar schnellen Handbewegungen fährt er mir mit dem Stift im Gesicht herum, wischt mir dann noch mal über die Wange und grinst noch mehr.
„Sauber!“
„Danke?“, sage ich peinlich berührt und sehe zur Seite.
„Kein Problem. Wir sehen uns am Abend? Und wie gesagt, Vic kann ruhig mitkommen, wenn sie will. Und kann. Je mehr Zuschauer umso besser!“ Ich grinse ihn noch mal an, nehme dann meine Beine in die Hand und laufe aus der Klasse, da ich schon spät dran bin.
Bei meinem Spind werfe ich meinen Kram einfach hinein und will gerade weiterlaufen, als ich bemerke, dass meine Lieblingsfootballer gerade den Gang betreten haben. Okay, jetzt handeln. Ich habe keinen Bock, mich jetzt verprügeln zu lassen, außerdem hab ich es verdammt noch mal eilig! Sie gehen Richtung Ausgang, denk nach Zacky. Wie kommst du so noch aus der Schule?
Nach ein paar Sekunden hektischem Nachdenken schlage ich die entgegengesetzte Richtung ein und jogge Richtung Musiksäle davon. Ich meine, ich habe die das letzte Mal allein getroffen, als ich Paul meine Faust in den Magen gerammt habe. Nachher war ich immer in Begleitung unterwegs, aber ich denke nicht, dass sie mich allein auch in Ruhe lassen.
Als ich beim Musikzimmer vorbeilaufe, höre ich leise Gitarrentöne und auch die Drums werden genutzt. Na, da habe ich ihnen wieder was gezeigt... Allerdings wird Johnny jetzt nicht anwesend sein, da er Kochen hat und Matt höre ich auch nicht... Hm, vielleicht wollen einfach die zwei mal alleine zusammen spielen oder so.
Da ich jetzt allerdings keine Zeit habe, groß darüber nachzudenken, laufe ich weiter, biege ein paar Mal ab, bis ich bei den Sportsälen ankomme. Dort gehe ich durch den zweiten Ausgang und bleibe dann erst mal stehen.
Dann greife ich mir an den Kopf und lehne mich an die Wand. Scheiße, ich bin immer noch so ein Weichei, dass ich jetzt allen ernstes vor den Typen da weggelaufen bin. Eigentlich hätte ich an ihnen vorbei aus der Schule marschieren müssen, aber nein, ich verkrieche mich wie ein kleines Kind und laufe davon.
„Super Zacky, 1 a, wirklich“, raune ich mir selber zu, stoße mich dann aber von der Wand ab und entferne mich endlich von der Irrenanstalt namens Schule, da ich eh schon viel zu spät dran bin. Ich kann nur hoffen, dass ich mich mit Vic nicht vertratsche und dann auch noch zu spät zum Sport komme...

Bei Vic zu Hause läute ich erst mal an der Tür, die daraufhin von ihrer Mutter geöffnet wird.
„Oh, hallo Zacky“, sagt sie müde.
„Hey“, sage ich und nicke ihr zu. Sie sieht überhaupt nicht gut aus. Bleich, mit dunklen Augenringen und leicht roten Augen. „Geht’s dir nicht gut?“, frage ich sie und trete ein. Und ja, ich bin mit der Mutter meiner besten Freundin per du. Warum auch nicht. Sie schüttelt nur den Kopf, blickt mich stumm an und sieht dann die Treppe hoch.
„Ich mache mir Sorgen...“, haucht sie. „Bitte rede mit ihr, es wird ihr gut tun, mal wen anderen zu sehen...“ Mit den Worten verschwindet Vics Mom wieder in der Küche. Ich sehe ihr kurz nach, werfe meine Schuhe dann in ein Eck und gehe die Treppe hoch zu Vics Zimmer. Davor bleibe ich stehen,  klopfe kurz an, stecke meinen Kopf dann durch die offene Tür und lächele ihr zu.
„Hallo Patient“, sage ich, sie sieht auf und lächelt müde zurück.
„Hey Zee...“, murmelt sie und gähnt kurz. Ich trete ein, schließe dann die Tür hinter mir und setze mich zu ihr ans Bett. „Gee Way hat auch mal den Patienten spielen müssen“, sagt sie und lächelt etwas verschlagen.
„War klar“, sage ich, mustere sie dann aber. „Du siehst überhaupt nicht gut aus, wenn ich das so sagen darf.“ Und es stimmt. Sie ist bleich wie die Wand, und auch ein wenig dünner geworden.
„Ach was, mir geht’s schon wieder besser, wirklich!“, sagt sie und nickt mir zu.
„Na ja, merken tut man davon jedenfalls nichts...“ Sie fährt sich schnell fahrig über die Haare und zupft dann ein wenig an einer ihrer schwarzen Strähnen herum.
„Hm.“
„Willst du dich nicht mal aufsetzen? Muss doch total anstrengend sein, mich im Liegen ansehen zu müssen...“
„Ach nein, lass mal. Ich lungere lieber irgendwo in der Gegend... herum... und so“, stockt sie und bekommt große Augen.
„Vic?“, frage ich leicht erschrocken, da sie ihre zerbissenen Lippen noch mehr maltretiert und mich etwas verzweifelt betrachtet. „Hey, was geht hier ab? Ich weiß, dass du nicht wirklich krank warst. Aber irgendwas ist da faul an der Sache!“ Sie ist kurz still, schüttelt dann den Kopf.
„Da musst du dich täuschen, ich war echt krank. Bin gerade erst am Wege der Besserung und so...“
„Hm“, grummele ich herum und sehe dann zu Boden. Irgendwas verschweigt sie mir! Gedankenverloren starre ich auf einen T-Shirt Zipfel, der unter dem Bett hervorlugt. „Du hast hier voll den Saustall...“, murmle ich, bücke mich und ziehe das T-Shirt mit einem Ruck unter dem Bett hervor.
Vic stößt einen spitzen Schrei aus, fährt hoch, aber zu spät. Ich denke, das, was sie vor mir verheimlichen wollte, habe ich gerade, talentiert wie ich bin, rausgefunden. Das T-Shirt ist am Rücken nämlich nicht weiß, wie es vielleicht hätte sein sollen, sondern blutrot. Und das quer über den gesamten Rücken.
Ich weite die Augen, sehe dann von Vic zum T-Shirt und dann wieder retour.
„Okay. Verdammte Scheiße. Ich höre!!“, bringe ich entsetzt hervor und setze mich direkt vor sie hin. Vic seufzt traurig auf, beißt sich dann zögerlich auf die Lippen und dreht mir dann schließlich den Rücken zu. Auch dort ist an genau derselben Stelle eine blutige Spur, diesmal aber um einiges dünner und heller. Vermutlich hat sie gerade erst angefangen zu bluten. Würde jedenfalls den komischen Gesichtsausdruck von früher erklären.
„Zieh hoch“, sagt sie kalt und ich folge ihrer Anweisung. Und siehe da, ungefähr in der Mitte ihres Rückens befindet sich eine mindestens fünfzehn Zentimeter lange Narbe, die wirklich gerade erst aufgegangen ist und jetzt blutet.
„Wie hat er das gemacht?“, frage ich starr und wische ihr leicht das Blut weg, dass gerade über ihren Rücken läuft. Sie zuckt zusammen, sinkt dann aber in sich zusammen und fängt an zu zittern. Zusammengesunken sitzt sie vor mir, bis sie sich langsam zu mir umdreht, mit Tränen in den Augen.
„Er... Er...“, stockt sie und sieht mich nicht an. Dann atmet sie zitternd ein, eine einzelne Träne stielt sich aus ihrem Augenwinkel. „Er ist ausgerastet. Mal wieder, du kennst ihn ja. Aber diesmal war... na ja, war... so ein Kerzenleuchter zu nahe, den wir im Wohnzimmer immer am Wohnzimmertisch stehen hatten und...“ Sie bricht ab, schluchzt trocken auf. Dann vergräbt sie ihr Gesicht in ihren Händen und fängt an zu weinen. Ich nehme sie schnell in die Arme, halte sie fest und versuche, sie irgendwie zu beruhigen, indem ich ihr leicht über den Kopf streiche.
„Es ha-hat so weh... getan Zee. Er hat mir so verdammt weh getan“, weint sie. Ohne große Worte drücke ich sie sachte an mich, wohl darauf bedacht, nicht bei ihrer Wunde anzukommen. „Ich hab so Angst, wenn er wieder zurück kommt...“, schluchzt sie.
Leicht streiche ich ihr über den Hinterkopf und sehe auf ihr Kissen. Auch dort sind ein paar Blutflecken, eigentlich ist das ganze Bett voll damit, nur habe ich es früher nicht gesehen, weil die Decke darüber ausgebreitet war.
„Ich weiß, dass das jetzt bescheuert klingt, aber alles wird gut, Vic. Alles wird gut, wir schaffen das. Das nächste Mal kommst du einfach zu mir, bis er wieder weg ist. Verdammt Vic“, hauche ich und drücke sie fester an mich. „Kein Wunder warum du so bleich bist.“
„Ich will nicht sterben, Zacky“, schluchzt sie. „Aber irgendwann wird er mich umbringen...“
„Das werde ich verdammt noch mal nicht zulassen! Du bist meine beste Freundin, außerdem sind auch die Musiker langsam aber sicher deine Freunde. Ich mache mir Sorgen um dich Vee. Aber ich lasse es nicht so weit kommen, das verspreche ich dir. Eher bringe ich den verfickten Wichser um!“ Stumm schüttelt sie den Kopf, sinkt an meiner Schulter zusammen.
„Zee, ich hab Angst...“
„Ich weiß, aber Vicky, wir schaffen das. Gemeinsam. Hey, wir haben schon so vieles geschafft, das Kind hier werden wir auch noch schaukeln.“
„Zacky, ich hab dich lieb“, nuschelt sie an meine Schulter und schluchzt noch mal trocken auf.
„Ich dich auch. Wie wahnsinnig.“