The Truth Is So Cold

GeschichteRomanze / P18 Slash
09.02.2012
30.06.2014
142
272683
 
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
bonjour ihr lieben c:

das ist jetzt mal das letzte chap vor unsrer sommersportwoche, wie gesagt, weil's morgen losgeht und so. wenn wir wirklich niemanden dazu bringen können, dass er hier numero 27 postet, kommt das wie gesagt zusammen mit 28 am nächsten samstag! und reviews, die nach heute abend geschrieben werden, kann ich höchstwahrscheinlich auch erst dann beantworten.
mehr geschwafel wie immer hier: http://insidethetruthissocold.blogspot.com/2012/05/die-amplitude-eines-auftritts-okay-das.html

und viel spaß mit hyper-bri :D
stay dangerous,
L & F

PS: und ja, großschreibung ist gerade mal wieder zu viel für mein müdes hirn. aber solang das chap beweist, dass ich sehr wohl deutsch rechtschreiben kann, werdet ihr's überleben, hm?


26. Kapitel
Brians POV

„…und die Amplitude einer Sinusschwingung zeigt an, wie weit die einzelnen Schwingungen sich von der x-Achse entfernen, während die Schwingungsdauer auch eine sehr wichtige Rolle spielt. Und Stauchungen oder Streckungen, aber die machen wir noch. Logisch soweit?“ Erwartungsvoll und hochmotiviert sieht Ms. Paulson in die Runde, und… oh, erwartet sich anscheinend wirklich eine Antwort auf ihre Frage.
Dabei war ich gerade noch froh, dass ich überhaupt die letzten drei Sätze, die aus ihrem blutrot geschminkten Mund gekommen sind, für vier Sekunden in meinem Hirn halten konnte. Danach habe ich sie wieder mit einem netten Winken in die Freiheit entlassen, und sie hinterließen… nicht einmal den Spur von Wissen, von Logik dahinter ganz zu schweigen.
Einmal davon abgesehen weise ich mich wahrscheinlich selbst in die Geschlossene ein, sobald ich anfange, ein Fach logisch zu finden, in dem es normal ist, fünfunddreißig Melonen, einen Quadratmeter Wald und einen Achtelliter Milch zu kaufen. Wobei nicht einmal das in der ersten Schulstunde eines Dienstags passieren könnte – man erinnere sich an die zwei Stunden, die mein Hirn braucht, um einsatzbereit zu werden.
Mit einem Gähnen registriere ich, dass nicht einmal die Tatsache, dass die einzige Antwort auf ihre Frage ein leises Schnarchen aus der letzten Reihe war, Ms. Paulson aufhalten kann. Jedenfalls lässt sie sich ihre Kränkung angesichts der mangelnden Begeisterung, die ihre Schüler ihr entgegenbringen, nicht ansehen und beginnt sofort, eine ziemlich konfuse Wellenlinie in einem Koordinatensystem auf die Tafel zu zeichnen.
What the – eine kleine Papierkugel trifft meine rechte Schläfe und stört meine höchst philosophischen Gedankengänge für einen kurzen Moment. Aber da Männer ja bekanntlich nicht Multi-Tasking-fähig sind, beende ich erst gedanklich meinen Fluch mit einem ‚actual fuck‘, bevor ich meinen Kopf in die Richtung des Störenfrieds drehe.
Sofort entdecke ich einen Matt, der mich angrinst wie auf Crack und auf das zusammengefaltete Papier deutet. Okay. Muss ich mir Sorgen machen, dass der Inhalt davon nichts mit dem unglaublich wertvollen Mathematikunterricht zu tun hat und meine nicht existente Konzentration erheblich gefährden könnte?
Etwas skeptisch, aber insgeheim froh über die Ablenkung falte ich das Papier auf und versuche halbherzig, das Gekrakel zu entziffern. Wenn wenigstens seine Hand gebrochen wäre und nicht sein Knöchel, würde ich das noch verstehen, aber so… eine schöne, säuberliche Handschrift sieht anders aus, mein Lieber.
Verwundert beuge ich mich weiter über das Zettelchen, lese gleich ein paar Mal über das Geschmiere. Einige Wörter sind immer noch ein ziemliches Mysterium, aber das, was ich lesen kann…
„OH MEIN GOTT!“, rutscht es mir nicht besonders leise heraus und ich fahre auf, starre Matt und Jimmy groß an, die nur breit grinsend nicken. Und ich kann‘s nur wiederholen… OH MEIN GOTT!
„Mr. Haner, wollen Sie uns etwas mitteilen?“, kommt prompt die Frage von Ms. Paulson, doch ich lache sie nur an und winke ab.
„Ich denke nicht, dass mein Privatleben die Öffentlichkeit sehr zu interessieren hat, aber Danke der Nachfrage, Miss.“, rutscht es mir dann heraus, was vereinzelte Lacher in den umliegenden Reihen und ein leichtes Augenverdrehen der Lehrperson zur Folge hat.
„Verschieben sie ihre Liebesschwüre, Verabredungen und Sprüche bitte auf die Pause, Brian“, bekomme ich noch an den Kopf geworfen, dann dreht sie sich wieder zur Tafel und beschäftigt sich weiter mit ihren Kringelkurven, während Jimmy, Matt und ich im Hintergrund ein bisschen Alice im Wunderland spielen.
Und oh, ich denke, wir wären wirklich gute Grinsekatzen…

„JOHNNYBOY!“, schallt es durch den Raum, und ausnahmsweise bin es einmal nicht ich, der der halben Cafeteria seine Freude mitteilt. Jimmy stürzt sich neben mir gerade auf unseren Bassisten stürzt und begräbt ihn halb unter sich, als er über eine am Boden liegende Tasche stolpert. Lachend umarmt mein bester Freund den Bandzwerg, der ungefähr den Blick eines jungen Rehs im Scheinwerferlicht eines Monstertrucks aufgesetzt hat, dann begibt er sich auf seinen üblichen Platz und beginnt, mit zwei Finelinern von G am Tisch herumzutrommeln.
Nicht weniger überdreht lasse ich mich auf meinen Platz neben Zacky fallen, der uns schon verwundert ansieht. Als schließlich auch noch Matt einen zweiten Stuhl zu uns zieht und sich zwischen meinem zukünftigen Rythm und G niederlässt, kann ich mich wirklich nicht mehr zurückhalten und strahle einfach mal die erste Person in meiner Reichweite an.
„Okay, Leute. Wer von euch ist schwanger?“, seufzt die Italienerin nur gespielt genervt, aber man kann ein gewisses Interesse in ihrem Blick nicht leugnen… Gut, sie sieht eher aus, als würde sie über Leichen gehen, um an mehr Informationen zu kommen, aber das sage ich ihr besser nicht. Vor allem, weil sie sich danach wieder in irgendwelche Zombie-Theorien verstricken würde, die ich beim Mittagessen dann doch nicht so unbedingt brauche. Obwohl ein bisschen Organgeschwafel sicher zu meinem Tomatensalat passen würde… jedenfalls farblich.
„Jimmy“, gebe ich todernst – ich versuche es jedenfalls – auf ihre Frage zurück, woraufhin mich ein leichter Schlag von rechts trifft. Das protestierende „Hey!“ unseres Drummers wird allerdings von Matt unterbrochen, der G einfach nur breit angrinst und…
„Wir haben einen Auftritt.“
„OH MEIN GOTT!“, kommt es laut aus Johnnys Richtung, und ich fange an, leise vor mich hinzulachen. Wenigstens muss ich mir keine Sorgen machen, dass meine Reaktion irgendwie übertrieben war… einmal abgesehen davon, dass sie es eindeutig war, weil wir alle seit Wochen wissen, dass wir im Fallen spielen werden.
Aber ich denke trotzdem, dass mir diese Aufregung irgendwie nicht gut tut. Ich muss jetzt einfach was Blödes tun, einfach… irgendwas… um… die aufgestaute Energie abzulassen. Genau.
„Wir haben einen Auftritt!“, platze ich also extrem intelligent noch einmal heraus und umarme das erste Individuum, das sich in meiner Nähe befindet – in diesem Fall Zacky, der nun Johnnys Blick von früher übernimmt. Das Ganze wird aber schnell von Überraschung überlagert, als sowohl Josh und G also auch unser Bassist anfangen, komplett durcheinander zu reden.
„Woah, Leute, haltet mal den Mund“, unterbricht Matt das Ganze lachend. „Um alle Fragen, die ich irgendwie mitbekommen hab, mal zu beantworten: am Freitag, im Fallen, als einzige Band, und nein, wir haben dafür weder wen abgestochen noch ein Haustier gekidnappt. Danke übrigens, dass du uns das zutraust, Joshy.“
Grinsend lasse ich meinen zukünftigen Rythm los und sehe in die Runde. Von Johnny kommt ungefähr der Gesichtsausdruck zurück, den Jimmy schon den ganzen Tag mit sich herumschleppt, während G mich anstrahlt und ein Thumbs-Up macht und Josh Matt versöhnlich seine Hand zum Einklatschen hinhält.
„Uhm, wow“, kommt es leise von Zacky neben mir. „Das… nicht schlecht“, lächelt er mich dann zaghaft an, wahrscheinlich in der Sorge, ich könnte ihn noch einmal umarmen.
„Du musst kommen“, rutscht mir heraus. „G und Josh sind sicher auch da, und du kannst Vic mitbringen.“ Abwartend sehe ich ihn an. Vielleicht bekommt er ja Lust, mal was mit uns zu spielen, wenn er die Band besser kennt?
„Äh, okay?“, gibt er nur von sich und scheint zu überlegen. Dabei muss er nur ‚Ja‘ sagen, nicht seine ganze Einkaufsliste von den letzten Jahren vor unserer gesamten Schule präsentieren… Einmal abgesehen davon, dass das dann doch nicht ganz die Nummer 1 auf der Liste mit Dingen, die ich unbedingt wissen will, ist.
„Okay, du kommst oder okay, ich soll dich überlegen lassen?“, rutscht mir ungeduldig heraus, und gleichzeitig mit Zackys fragendem Blick bemerke ich, dass ich etwas aufgedreht auf meinem Stuhl auf und ab hüpfe. Sehr reif, Brian…
…aber verdammt, ich darf das jetzt!
„Okay, ich komme“, gibt Zacky sich schließlich geschlagen, was mich fast dazu bringt, ihn noch einmal zu umarmen. Soll jetzt nicht heißen, dass ich ihn so übermäßig mag, oder so. Aber er ist einfach der einzige, der in der Nähe ist und sowas ohne Konsequenzen mit sich machen lässt.
Und davon abgesehen ist er wirklich okay. Vor allem, wenn er ein bisschen auftaut und anfängt, sich an unsere bestimmt etwas gewöhnungsbedürftige Art von Humor anzupassen… was er recht schnell kann, wie er heute Früh eindeutig bewiesen hat. Er hat es jedenfalls locker genommen, als ich ihn auf seinem Schulweg fast überfahren hätte, weil Jimmy sich eingebildet hat, mir unbedingt eine uralte Bierflasche, die er unter seinem Sitzbezug gefunden hat, gegen den Kopf schlagen zu müssen.
„Oh Gott, Matt“, reißt Johnnys gespielt leidende Stimme mich aus meinen Gedanken. „Danke, jetzt kann ich nix mehr essen!“
„Nervös, hm?“, macht der Angesprochene ungefähr so mitfühlend wie ein Stein, bevor er das Tablett des Bassisten über den Tisch zu sich zieht. „Bri, magst du seinen Kuchen?“
„Taktischer Fehler, mein Lieber“, grinst Jimmy nur, während ich auf ein extrem männliches In-die-Hände-Klatschen hin den kleinen Teller zugeschoben bekomme. „Gib ihm jetzt noch Kaffee und fängt an, Lady Gaga zu singen und am Tisch zu strippen vor lauter überschüssiger Energie!“
„Gar nisch wahr“, kommt es mit vollem Mund aus meiner Ecke, und G fängt mit einem leicht angeekelten Gesichtsausdruck an zu lachen. Ist auch wieder mal typisch – andere Leute machen sich vor Aufregung fast ins Hemd, und ich futtere. Aber wer weiß, wofür ich die Kalorien noch brauchen werde…