The Truth Is So Cold

GeschichteRomanze / P18 Slash
09.02.2012
30.06.2014
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Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 
Hey Leute :D
Ohne große Reden gibt's hier jetzt das neue Kapi ;D
Und ja, Brian ist so... schnell, was manche Sachen angeht XD

Link zum Blog
http://insidethetruthissocold.blogspot.com/2012/05/23-tinkerbell-die-ruckkehr.html
Aber ich sage gleich, ich habe heute nicht viel zu sagen, denk ich XD

Nun gut, ich quatsche dann mal im Blog weiter :)
Obwohl's jetzt gar nicht so viel zu reden gibt O.o

Na, whatever :)
Keep Running,
xxo Franky und Linchen


23. Kapitel
Zacky POV

„Drei Mal darfst du raten, was mir gestern passiert ist!“, sage ich, während ich die Tür hinter Vic zuwerfe. Da wir heute alle geschlossen frei haben, haben Vic und ich uns gedacht, dass wir den Filmeabend einfach auf heute verschieben.
Da haben wir erstens mehr Zeit und zweitens ist es bequemer. Gestern hat sie noch auf ihre kleine Cousine Wanda aufpassen müssen, aber heut haben wir beide Zeit für uns.
„Ein Hund hat dir in den Arsch gebissen“, fängt sie an.
„Sehe ich so aus?“, frage ich ein wenig genervt, sie sieht mir schnell auf den Hintern und grinst dann.
„Hm, nö“, lacht sie und schlüpft aus ihren Schuhen. „Dein Dad ist wieder aufgetaucht und hat dir kundgetan, dass du der Sohn eines Millionärs bist.“
„Weit gefehlt.“
„Milliadärs?“
„Vic, werde realistisch! Und eigentlich waren das jetzt schon drei Tipps, aber ich gebe dir noch einen. Weil du immer so gute Ideen hast“, grinse ich, sie verdreht nur die Augen, scheint dann aber nachzudenken.
„Du hast ne Fee gesehen und die hat dir dann drei Wünsche erfüllt!“, ist ihr letzter Tipp, woraufhin ich zu lachen beginne.
„Das war sogar schon nah dran“, grinse ich und schlurfe ins Wohnzimmer. Ich merke, wie sie mir folgt und sich dann neben mich hinsetzt.
„Na, jetzt sag schon“, lacht sie leicht und nimmt den Film aus ihrer Umhängetasche, den wir für heute ausgesucht haben. ‚Corpse Bride’, perfekt für den ersten November. Na ja okay, wie man’s nimmt...
„Also, du kennst doch Brian, Jimmy und Johnny?“
„Das Hutgesicht, die lange Latte und Judas Souffle“, nickt sie, ich verziehe nur leicht das Gesicht.
„Wäre es nicht klug, sie einfach beim Namen zu nennen?“, frage ich und sehe sie zweifelnd an.
„Na ja, ich weiß nicht. Ich kann keinen von denen leiden, außer Judas, aber der mag mich glaub ich nicht. Außerdem sitzen wir nur noch einen Tag neben ihnen, da finde ich, dass ich mir das auch gleich gut sparen kann, wenn du mich fragst“, sagt sie und legt sich auf die Couch. Ich zucke mit den Schultern und schnappe mir ein Kissen.
„Wie auch immer. Jedenfalls sind die gestern vor meiner Tür gestanden. Im Hintergrund war noch so ein Typ mit Sonnenbrille und Gipsfuß, keine Ahnung, wer das war. Aber das ist auch egal, du hättest es sehen müssen! Brian sah aus wie ne Latexhexe, Jimmy war allen ernstes als Tinkerbell verkleidet und Johnny war ein Kürbis!“, lache ich los, Vic steigt in mein Lachen ein.
„Tinkerbell? Der?! Bitte sag nicht, dass er die Bommelballerina getragen hat oder so!“
„Doch! Hellgrüne mit weißen Riesenbommel. Und Flügel hatte er auch, wenn du das als Nächstes fragen willst. Außerdem waren die schwarzen Haare mit dem komischen Haarspray gelb eingesprüht“, kichere ich, während ich mich aufschwinge und die DVD in den Rekorder einlege.
„Oh mein Gott“, haucht Vic nur und wischt sich die Lachtränen von der Wange. „Und der andere war ein Kürbis...“, raunt sie.
„Voll fett“, sage ich, male mit meinen Fingern Anführungszeichen in die Luft und drücke dann auf Play.
„Und wie sah Hutgesicht genauer aus?“
„Warum willst du das wissen? Stehst du auf ihn?“, frage ich und bekomme einen giftigen Blick geschenkt.
„Nein, sagte ich bereits. Ich mag die alle nicht, ich gehöre einfach nicht in die Welt von denen. Ich möchte es einfach nur so wissen. Vielleicht könnte ich das Wissen ja mal gebrauchen.“
„Ah. Okay“, sage ich und wackele mit den Augenbrauen. „Na ja, schwarzer langer Mantel, schwarzer Hut und so ne enge Hose mit Motorradstiefeln. Außerdem hat er Streifen im Gesicht gehabt“, erkläre ich ihr das Aussehen der Meereshexe und schnappe mir die Fernbedienung, um das Menü einzustellen.
„Hm“, macht meine beste Freundin, setzt sich auf und legt sich dann so hin, dass ihr Kopf auf meinem Schoß liegt. Ich drücke auf Play, der Film startet.
Während des Films vergrabe ich meine Hände in Vics Haaren und zupfe ein wenig daran herum. Wenn man uns jetzt sieht, könnte man wirklich meinen, dass wir ein Paar sind. So richtig schön harmonisch, liegen halb aufeinander und sehen uns Gruselfilme an. Okay, so gruselig etwas Animiertes auch sein kann.
„Mein Dad kommt am Sonntag wieder. Könnte ich dann ne Weile zu dir?“, fragt sie plötzlich und starrt konzentriert auf den Fernseher.
„Klar. Ich meine... wie geht’s dir?“, frage ich leise, sie streckt mir stumm einen Arm entgegen und ich sehe die gelbgrünen Flecken. „Er ist so ein Arschloch!“, sage ich, sie zuckt nur verhindert mit den Schultern und drückt sich ein wenig an mich.
„Was soll ich denn schon dagegen tun? Ich kann ihn schlecht anzeigen, er ist doch mein Vater...“, murmelt sie.
„Vic, der schlägt dich! Es ist scheißegal, wer das ist! Der gehört eingesperrt, schau dich doch mal an!“, sage ich laut. Sie zuckt zusammen, sagt kein Wort. „Vic, hör mal“, sage ich in Normaltonstärke. „Das kann doch nicht so weitergehen. Irgendwann bringt er dich noch um! Ich meine, was kommt als Nächstes? Prügelt er dich dann blutig?!“
„Irgendwann wird er schon aufhören...“
„Nein Vic, der wird nicht aufhören, und das weißt du! Der...“ In dem Moment werde ich von der Türklingel unterbrochen und sehe hoch. Vic nimmt ihren Kopf von mir runter und bedeutet mir stumm, einfach nachzusehen. „Das Thema ist noch nicht abgeschlossen!“, murmle ich und gehe zur Tür. Vielleicht hat Mom wieder ihren Schlüssel vergessen oder so.
Schwungvoll reiße ich die Tür auf- und starre dann in ein paar braune Augen. Zuerst bin ich stumm, dann ziehe ich eine Augenbraue hoch und schüttele den Kopf.
„Okay, WAS willst du hier?“, frage ich Brian, der beißt sich nur auf die Lippen und grinst leicht verhindert.
„Ich muss mit dir reden“, sagt er.
„Ah ja, und das kann nicht bis morgen warten, bis wir uns in der Schule sehen. Nein, du musst zu mir nach HAUSE kommen“, sage ich und betone stark das ‚nach Hause’. Brian zuckt kurz mit den Schultern und steckt die Hände in die Hosentaschen.
„Ja, warum nicht?“
„Äh hallo? Wir kennen uns nicht und du stehst vor meiner Haustür und...“
„Zee?“, fragt Vic hinter mir und stellt sich dann neben mich hin. Als sie Brian sieht, sieht sie erst zu mir, dann zu ihm und wieder retour.
„Oh“, sagen sie und Brian im selben Moment.
„Ich kann auch wieder gehen, wenn du mit deiner Freundin hier allein bist“, sagt Brian und wird... ja, der wird echt leicht rot im Gesicht!
Vic hingegen dreht sich um und holt ihre Schuhe.
„Erstens: Zee, ich gehe an den Strand. Ich komme später wieder, aber ich denke, dass ihr euch jetzt mal ausreden müsst. Und zweitens“, sie sieht zu Brian und fixiert ihn mit seinem Blick. „Ich bin nicht seine Freundin. Eher seine Schwester.“ Dann schlüpft sie in ihre Schuhe, drückt sich an Brian vorbei nach draußen und läuft ohne auf eine Antwort zu warten die Straße entlang Richtung Schule.
Etwas perplex sehe ich ihr hinterher, blinzele kurz und sehe dann zu Brian. Dann seufze ich und gehe einen Schritt zur Seite.
„Willst du vielleicht reinkommen?“, frage ich leicht genervt, er nickt und tritt ein. Super, jetzt habe ich einen Musiker im Haus. Einen Musiker, der geradewegs einfach die Treppe hochgeht und vor meinem Zimmer stehen bleibt.
„Ist das dein Zimmer?“, fragt er.
„Äh ja, aber...“ Er wartet nicht, sondert macht die Tür auf und geht einfach rein. „Hey!“ Leicht gehetzt jage ich ihm hinterher und finde ihn dann, wie er vor meiner Gitarre steht und sie mustert. „Es ist ja alles schön und gut, aber hey, wir kennen uns kaum und du stehst mitten in meinem Zimmer vor meiner E-Gitarre und hast Schuhe an und außerdem meine beste Freundin vergrault!“, jammere ich los, wohl bewusst, dass es ihm scheißegal ist. „Hörst du mir überhaupt zu?“, frage ich ihn und lasse die Schultern sinken.
„Es tut mir leid“, sagt er schlicht.
„Was, hä?“, frage ich perplex und sehe ihn an.
„Alles. Ich bin hier, um mich zu entschuldigen. Gestern war der Auftritt ja wohl eher total peinlich und nicht wirklich ernstzunehmend, weshalb ich mir gedacht habe, dass ich einfach noch mal vorbeisehe.
Also, die Sache ist die. Bin ich der Einzige, der es weiß?“, fragt er mich. Ich starre ihn nur an und nicke schließlich knapp. „Dachte ich mir. Und genau deshalb hatten wir so einen beschissenen Start. Ich denke, wir sollten das vergessen.
Dein Geheimnis ist sozusagen bei mir sicher, ich werde die Klappe halten. Ich würde sagen, Zeit für nen Neuanfang.
Hey, ich bin Brian“, sagt er und dreht sich dann zu mir. Ich starre ihn immer noch an wie ein Fisch und sage kein Wort.
„Komm schon, so schlecht war meine Entschuldigung jetzt wirklich nicht“, grinst der Typ vor mir und ich schüttle den Kopf.
„Warum jetzt?“, frage ich ihn.
„Na ja, ich hab grade Zeit und...“
„Nein, warum willst du dich ausgerechnet jetzt mit mir anfreunden? Vor nem Monat war ich dir noch scheißegal. Und ich denke nicht, dass du dich nur mit mir anfreundest, weil ich Gitarre spielen kann.“ Brian sieht mich mit geweiteten Augen an und schluckt dann kurz.
„Natürlich nicht, das wäre doch lächerlich“, sagt er und lacht leicht. „Ich... Darf ich mal?“, fragt er und deutet auf meine Gitarre.
„Hast du immer solche Gedankensprünge?“, frage ich ihn, bedeute ihm dann aber, dass er sie nehmen kann.
Er nimmt die rote Gitarre in die Hand und setzt sich mit ihr auf den Boden.
„Die Sache ist die: ich finde, du bist nicht so armselig wie ich immer gedacht habe. Außerdem tust du mir ein wenig leid, wenn du immer so allein in einer Ecke sitzt.“
„Äh, danke?“, frage ich und lasse mich auf mein Bett fallen.
„Geile Schecter“, ist das Einzige, was er erwidert. „Also. Zacky. Darf ich dich was fragen? So unter Freunden?“, fragt er und zwinkert mir zu. Schließt der eigentlich immer so schnell Freundschaften?
„Öh ja...“
„9er oder 10er?“ Ohne dass ich es will fange ich leicht an zu lachen. Jeder andere hätte mich jetzt weiß Gott was gefragt, und er fragt mich SO WAS?
„Neuner“, sage ich lächelnd, er nickt wissend und steckt die Gitarre an. Und dann höre ich ihn das erste Mal spielen.
„Ach du scheiße“, nuschele ich und starre auf meine Gitarre.
„Ich weiß, ich hab schon länger nicht geübt, klingt echt kacke, kann man dir nicht verübeln, dass du so reagierst“, sagt er gedankenverloren und spielt was anderes.
„Spinnst du?“, frage ich ihn leise. „Du bist scheiße gut!“
„Sagst ausgerechnet du. Der Unterschied zwischen dir und mir ist eigentlich nur der: Ich verstecke mich nicht.“ Ich sehe zur Seite und höre zu, wie er weiter mit meiner geliebten Gitarre spielt.
Das ist mir auch noch nie passiert. Marschiert da einfach ein Typ rein, schließt mit mir Freundschaft und sitzt dann Gitarre spielend auf dem Boden. Hallelujah.