The Truth Is So Cold

GeschichteRomanze / P18 Slash
09.02.2012
30.06.2014
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Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 
Hey :D
Ich mach's heute mal kurz, ohne großes Tamtam und so.
Hier ein neues Kapitelchen für euch ;D
Wir hoffen, es gefällt euch.
Und ooooh ja, Brian macht Blödsinn und denkt nicht. Aber okay, Brian denkt nie, was haben wir erwartet :D Sturer Bock XD
Nja, hab ich was vergessen? Ach ja...
Blog:
http://insidethetruthissocold.blogspot.com/2012/05/21-brian-erst-denken-dann-machen.html

Nun gut,
viel Spaß beim Lesen :D
Keep Running
xxo Franky & Linchen

21. Kapitel
Zacky POV

„Wie geht’s dem Arm?“, frage ich Vic leise im Deutsch Unterricht. Heute ist Freitag und das hier ist unsere letzte gemeinsame Stunde in einer beschissenen Woche mehr. Vic geht dann wieder kochen mit dem ‚Soufflemaster’, wie sie den kleinen Blonden dummerweise nennt. Ich habe ihr zwar gesagt, dass das bescheuert klingt, aber Vic wäre nicht Vic, wenn sie auf mich hören würde. Also belassen wir es dabei.
Ohne ein weiteres Wort schiebt sie ihren Ärmel bis zum Ellebogen hoch, wo die dunkelblauen Flecken langsam grün werden.
„Ew... Tut’s noch krass weh?“ Sie zuckt mit den Schultern und sieht auf die Unterlagen vor sich.
„Als mich der Lulatsch da getroffen hat, hat’s noch mal den ganzen restlichen Tag wehgetan. Jetzt geht’s eigentlich wieder einigermaßen... Ich werde halt nach Kochen nach Hause gehen. Dad ist heute Morgen wieder weggeflogen, sprich ich habe wieder ein wenig Zeit. Zum Heilen und so“, witzelt sie lustlos und hängt sich dann auf den Tisch.
„Wenn du willst, kannst du auch noch ne Runde zu uns kommen. Ich hab eh nichts zu tun. Allerdings muss ich wieder Sport gehen, die Snakebites sind keine gute Ausrede mehr“, grummele ich leise vor mich hin und fahre mit meiner Zunge zum rechten Piercing. Die Löcher sind nur noch ein wenig angeschwollen und essen kann ich auch schon wieder.
„Wenn’s dir nichts ausmacht... Daheim habe ich nur meine Mom, die sich den ganzen Tag lang bei mir entschuldigt“, sagt Vic genervt und kratzt ein wenig an ihrem roten Bleistift herum.
„Klar, kein...“
„Mr. Baker! Hören Sie mir überhaupt zu?“, bellt mein Deutschlehrer los und ich sehe ihn kurz erschrocken an, reiße mich dann aber zusammen und streiche kurz meine langen Stirnfransen aus dem rechten Auge.
„Hm?“
„Ich sagte: Hören Sie mir überhaupt zu?“, keift er weiter, während ich ihn nur emotionslos ansehe.
Sag jetzt nicht nein Zacky, sonst hast du echt ein Problem am Stecken...
„Doch, klar“, sage ich nickend.
„Dann schreiben Sie doch mal den ersten Satz in Ihrem Buch so um, dass er perfekt in ein Protokoll passen würde!“ Ich seufze genervt auf, sehe in mein Buch und fange an zu reden.
„Äh... Anne ist für... äh... Na ja, Anne setzt sich für Verbote von... äh...“, stammele ich los und kratze mich dann am Hinterkopf. „Hey, der Satz ergibt ja gar keinen Sinn!“, rege ich mich künstlich auf.
„Wer von euch kann Mr. Baker erklären, wie es geht?“, fragt Mr. Daniels gelangweilt und sieht in die Runde.
„Richtig wäre es so: Wegen des bestehenden Gesundheitsrisiko für Kinder durch Hunde tritt Anne für ein Verbot auf Spielplätzen ein“, grinste das Souffle in der vorderen Sitzreihe.
„Vielen Dank, Jonathan. Und Baker!“, bellt er wieder los und funkelt mich an. „Wenn Sie nicht schleunigst anfangen, an Ihrer Arbeitshaltung zu arbeiten, könnten Sie in Zukunft Probleme bekommen!“ Mit diesen Worten dreht er sich um und watschelt wieder zur Tafel.
„Wie ätzend“, höre ich Vic murren und muss anfangen zu grinsen.
„Ach, mir ist das irgendwie egal“, raune ich Schultern zuckend und gähne kurz. „Wir haben eh nur noch fünf Minuten...“ Sagte er und verzweifelte innerlich...

Als auch diese Stunde vorbei ist, packen Vic und ich unsere Sachen zusammen und gehen im Gleichschritt aus der Klasse.
„Das hat echt zu lange gedauert, wenn du mich fragst“, sagt sie und streckt sich kurz.
„Warum, das hat doch Spaß gemacht! So von dem durchnommen zu werden und so“, sage ich begeistert, während V sich verschluckt und anfängt zu lachen. „Was... oh. Ja, sehr witzig, muss ich schon sagen. Du bist eindeutig zu zweideutig!“, sage ich und verziehe den Mund, während Vic weiter kichert.
„Hey... äh... Victoria, warte mal!“, kommt es hinter uns und ich bleibe stehen.
„Du, ich glaube der meint dich“, sage ich und stupse Vic leicht an. Die dreht sich um und sieht Jonathan ins Gesicht.
„Oh, hey Judas“, sagt sie. „Was gibt’s?“
„Erstens: mein Name ist Johnny. NICHT Judas. Oder Jesus. Oder Joseph. Einfach nur Johnny!“, sagt er und sieht sie etwas angepisst an. „Und zweitens: hast du dran gedacht, die Schokolade für das Souffle zu kaufen?“ Vic nickt und zieht zwei Tafeln Kochschokolade aus ihrer Umhängetasche.
„Klar. Zacky hat zwar schon versucht, daran herumzunagen, aber ich hab’ ihn abwimmeln können“, grinst sie und bekommt von mir einen leichten Schlag gegen den Oberarm. Da ich aber mal wieder nicht nachgedacht habe, bevor ich handelte, zuckt sie ungewollt zusammen und lässt fast die Tafeln fallen.
Johnny nimmt sie ihr ab und sieht dann zwischen ihr und mir hin und her.
„Alles klar?“, fragt er verunsichert, Vic nickt nur heftig und sieht dann zu mir. „Wir sehen uns nach der Schule?“, fragt sie und reibt sich leicht den Arm.
„Tut mir leid“, nuschele ich, nicke dann aber bestätigend und beiße mir leicht auf die Unterlippe. „Wenn du willst schon.“ Sie lächelt leicht, umarmt mich kurz und geht dann mit ihrem Soufflepartner Richtung schuleigene Küche.
Ich mache am Absatz kehrt und stecke mir dann erst mal meinen iPod in die Ohren. Heute werde ich nicht gleich dumm sein wie das letzte Mal und vergessen, die Tür zuzumachen. Wer weiß, vielleicht stehen diesmal ja die ganzen Musiker vor mir, nicht nur Hutgesicht...
Leise zu ‚Fallen Angels’ summend schlendere ich den Gang entlang, stecke meinen Kopf dann ins Musikzimmer und trete ein.
„Tag Mr. Fenders, stört es Sie, wenn ich schon mal anfange?“, frage ich und nehme einen Stöpsel aus dem Ohr.
„Hallo Zachary. Nein, nein, lass dich nicht stören. Mach was immer dir beliebt, aber zerlege das Musikzimmer nicht“, sagt er und widmet sich wieder den Zetteln vor sich. „Dieser Haner und seine Aufgaben...“, murmelt er noch, bevor ich im Nebenraum verschwinde. Na, sind doch nicht alle Musiker das Gelbe vom Ei, was?
Leicht grinsend lege ich den iPod neben die Drums hin, schnappe mir in alter Tradition zuerst die Rechtshändergitarre und stimme sie kurz durch. Ich möchte ja nur wissen, welcher Idiot die immer zur Hand nimmt, so verstimmt wie die jedes Mal ist. Als könnte hier keine Menschenseele anständig Gitarre spielen, ohne sie dauernd entweder auf Drop D oder Drop C zu stimmen!
Diesmal nehme ich nach der Rechtshändergitarre mal die Akkustik zur Hand, da ich die nur alle zwei, drei Wochen mal ansehe. Niemand will hier Akkustik spielen, dabei ist genau das auch ein entscheidender Part in der Rock-Musik. Ich meine, was machen die werten Leadgitarristen ohne einen Rythm? Dann ist oft die Luft draußen, wenn man mich fragt. Aber man fragt mich ja Gott sei Dank nicht.
Nachdem sie gestimmt ist, spiele ich noch ein paar Akkorde an, trainiere noch mal den Wechsel zwischen Bm und C Akkord und lege die Gitarre dann weg. Oh, wie ich diese ganzen Akkorde doch hasse...
So schnell ich kann, stimme ich noch die Linkshändergitarre richtig und lehne mich dann zurück. Endlich Zeit für mich. Von draußen höre ich, wie Fenders anfängt, Klavier zu spielen und zucke mit den Schultern. Jeder wie er meint, solange er sich nur nicht zu mir hockt und mir auf die Hände starrt, ist mir alles recht.
Diesmal fange ich mit einem von Vics Lieblingslieder an. Ich weiß genau, wie sie auf den Song abfährt, deshalb habe ich ihn ja gelernt.
„Dead“, murmle ich und gehe dann zum Solo über. Das einzige Blöde bei dem Solo ist, dass ich so viel davon am Hals selbst greifen muss. Aber ich hatte ja Zeit und hab auch das geschafft.
Nach dem Lied mache ich kurz einen Kussmund, wische mir dann die Haare aus dem Gesicht und spiele was anderes. Dann mal wieder die Pentatonik, weil ich sonst nichts Besseres zu tun habe. Von der ersten Lage bis zur vierten, inklusive Blue Note.
„Ich habe einfach nichts zu tun“, murmle ich und fange dann wieder an, ‚Perfect Weapon’ zu spielen, da ich letzte Woche ja unterbrochen worden bin.
Genau an derselben Stelle wie das letzte Mal verspiele ich mich, seufze auf und fange dann noch mal von vorne an. Hm, was hat der Typ noch mal zu mir gesagt? ‚Du solltest versuchen, den Mittelfinger ein wenig zu entspannen und dein Handgelenk zu lockern’. Stumm schüttle ich meine Hand aus, lasse die Finger ganz locker und spiele dann noch mal denselben Part wie immer. Diesmal klappt es witzigerweise.
„Verdammt, der hatte recht“, murmle ich und starre kurz auf meine Finger.
„Klar hatte ich das, was erwartest du?“, kommt es wieder von der Tür und ich fahre hoch. Nicht schon wieder!
Ohne ein weiteres Wort stehe ich auf, lege die Gitarre weg und will mich an ihm vorbei nach draußen quetschen, doch diesmal steht er mir im Weg.
„Oh nein, so nicht. Erst will ich mit dir reden!“, sagt er und schließt die Tür hinter sich. Na klasse. In was habe ich mich da nur wieder reingeritten? Ich glaube, ich sage Fenders, dass ich den Job offiziell an den Nagel hänge, sollen die doch selber sehen, wie sie ihre Gitarren stimmen!
„Was?“ frage ich patzig und nehme meinen iPod von den Drums.
„Warum verschweigst du es?“, fragt Hutgesicht eindringlich und starrt mich an.
„Was?“
„Das du Gitarre spielen kannst wie ne Eins, du Idiot! “, ruft Brian dann aufgebracht und reißt die Arme hoch. Dazu sage ich erst recht nichts und funkele ihn nur an. Ah, jetzt kommen die Beschimpfungen, ich hab doch gewusst, dass das nette Getue nur aufgesetzt ist...
„Ich wüsste nicht, was dich das angeht“, sage ich ruhig und stecke die Hände in die Hosentaschen.
„Das geht mich eine Menge was an!“
„Ach ja?“
„Ja! Hey, ich spiele schon ewig, ich weiß in wem Potential steckt und in wem nicht! Und ich kenne sonst keinen außer dir, der’s so drauf hat! Aber das Einzige, was du machst, ist dich zu verkriechen und allein in einer Ecke zu spielen! Kein Wunder, warum ausgerechnet DU das Opfer bist!“, sagt er und fuchtelt immer noch mit den Armen herum. So, langsam reicht’s mir aber...
Schmerzhaft verkneife ich mir einen bissigen Kommentar und halte einfach die Klappe. „Und nicht mal den Mund bekommst du auf! Mensch Baker! Warum schmeißt du dein Talent so weg?!“
„Weil ich keine Lust habe, so zu werden wie ihr!“, fauche ich ihn an, schupse ihn zur Seite und gehe aus der Hinterkammer.  „Mr. Fenders, ich glaube ich kann nächste Woche nicht kommen“, sage ich schnell beim Hinausgehen und haue dann ab.
Na, das Mittagessen am Montag kann ja mal wieder prickelnd werden...