The Truth Is So Cold

GeschichteRomanze / P18 Slash
09.02.2012
30.06.2014
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Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
Hey Ho :)

Ja, ich komm hier auch mal zur Sprache - wurde auch Zeit, hm? Also, ich bin, wie man sich vielleicht denken kann, Part 2 von BlackBlueHeart, eher bekannt als LinaXterminate oder Lina X, und zuständig für unseren liebsten Brian fucking Haner.
Mehr Infos und so gibt's wieder im Blog (-> http://insidethetruthissocold.blogspot.com/2012/02/2-welcome-to-chaos.html ), der immer noch etwas in der Aufbauphase steckt - verzeiht uns also bitte ein paar technische Macken oder Designfehler. ;)
Das Kapitel selbst ist eigentlich nur eine Art "Willkommen im Chaos von Brain haner Jr.", aber na ja, ich denke, das werdet ihr schon sehen.

Über Feedback würden wir uns by the way auch freuen, aber das ist denke ich klar^^

Anyways, viel Spaß :)
Love, Lina X & Franky



2. Kapitel
Brians POV

„And Whiskey seems to be my holy water, mothers better lock your doors and hide your daughters!“
„Scheiße“, murmele ich gegen meine dunkelblaue Decke, als ich das Lied zugeordnet hab. Wer auch immer auf die nette Idee gekommen ist, mir ‚I’m Not A Vampire‘ von Falling In Reverse als Wecker einzustellen, sollte auf der Stelle gevierteilt und dazu gezwungen werden, sich drei Tage lang Justin Bieber anzuhören. Oder doch lieber umgekehrt?
Ach, was weiß ich schon. Es ist früh. Zu früh für mich, jedenfalls. Bis mein Hirn einmal komplett einsatzfähig ist, müssen erst geschätzte zwei Stunden vergehen, und bis dorthin… werden meine Freunde und Lehrer sich einfach mit einem abwesenden Brian Haner Junior begnügen müssen.
Etwas sogar für mich selbst Unverständliches murmelnd rolle ich mich auf die Seite und fische neben meinem Bett nach dem Handy, um den verdammten Wecker endlich auszuschalten. Zufällig fällt mein Blick dabei auf die kleine digitale Uhranzeige, und ich reiße erschrocken die Augen auf.
Mit einem lauten „Fuck!“ rolle ich mich irgendwie aus meinem Bett auf den hellen Dielenboden meines Zimmers, werfe das Handy irgendwohin und wanke auf meinen Kleiderschrank zu.
Wenn ich den Idioten in die Finger bekomme, der an meinem Wecker gepfuscht und ihn eine halbe Stunde später als normal gestellt hat, werde ich eigenhändig dafür sorgen, dass er nur mehr geteert und gefedert den Weg aus meinem Griff findet. Aber jetzt heißt es erst einmal… panisch in der Gegend herumrennen, was anzuziehen suchen, das nicht gerade ein altes Pyjamashirt und Boxershorts sind, dann ein bisschen hetzen und… habe ich panisch herumrennen erwähnt?
Immer noch fluchend springe ich kurz nach diesem Entschluss unter die Dusche und drehe das Wasser kalt auf, um wenigstens einen bisschen wacher zu werden. Normalerweise dusche ich am Morgen länger – was einfach daran liegt, dass ich noch halb im Stehen schlafe –, aber heute stehe ich schon nach wenigen Minuten wieder mit einem grauen Handtuch um die Hüften vor dem Waschbecken meines kleinen Bads.
Müde werfe ich einen Blick in den Spiegel, der fast die halbe Wand bedeckt, und bemerke, dass mir immer noch der verschmierte Kajal vom Vortag um meine dunkelbraunen Augen klebt. Seufzend nehme ich ein Wattepad und wische die schwarz-grauen Spuren aus meinem Gesicht, dann verziehe ich meine schmalen Lippen zu einem schiefen, leicht arroganten Grinsen und mache mich daran, mein Haarchaos zu richten. Es ist ja auch so klar, dass sich genau an einem Tag wie heute wiedermal der dritte Weltkrieg auf meinem Kopf abspielt…
Schlussendlich gebe ich den Kampf auf, kämme meine langen, braunen Haare schnell halbwegs glatt um mein Gesicht, greife mir das erstbeste Bandana, dass ich finden kann, und binde es mir um den Kopf. Dann schlüpfe ich in dunkle Boxershorts, eine zerfetzte, ausgewaschene Jeans und mein schwarzes Jack-Daniels-Shirt, schnappe mir eine meiner vielen Sonnenbrillen und gehe aus dem Bad.
Irgendwas vor mich hinsummend jogge ich die Treppe hinunter in die Küche, nehme mir eine Packung Orangensaft vom Tisch und trinke ein paar Schlucke direkt aus dem Karton. Nach einem Blick auf die Küchenuhr schnappe ich mir noch einen kalten Toast und renne wieder hinauf in mein Zimmer, um mein restliches Zeug zu holen. Mehr als einen schlichten, schwarzen Rucksack mit meinen Schulsachen, mein Handy und meinen iPod brauche ich sowieso nicht, doch wenn man meinen Freunden Glauben schenkt, würde ich sogar mein Hirn irgendwo vergessen – wenn das rein biologisch überhaupt möglich wär. Und okay, irgendwie wäre es echt eklig, wenn das möglich wäre…
Leicht lächelnd nehme ich meinen grauen Fedora vom schwarzen Sofa in meinem Zimmer und rufe meinem Vater – wo auch immer er ist – einen schnellen Gruß zu, als vor dem Haus jemand hupt. Perfektes Timing, Matt…
Gehetzt stolpere ich die Treppe hinunter, schlüpfe in die ersten zwei Schuhe, die ich finde und die zusammenpassen, und latsche dann ohne sichtbaren Stress mit offenen Schnürsenkeln in den strömenden Regen und auf das Auto meines besten Freundes Matt zu.
„Morgen“, grinse ich ihn an, als ich die Beifahrertür öffne und mich auf den grauen, leicht zerschlissenen Sitz fallen lasse. Locker ziehe ich die Tür hinter mir zu und lasse sie ganz vorsichtig ins Schloss fallen, dann atme ich gespielt erleichtert auf und lehne mich zurück.
„Wenn du Carrie nicht zu würdigen weißt, kannst du gleich wieder aussteigen“, gibt Matt von sich und streckt mir halbherzig den Mittelfinger entgegen. Mein bester Freund fährt einen locker fünfzehn Jahre alten Fiat, den er in seiner Faszination Carrie getauft hat – dass der Name einfach und unkreativ von ‚Car‘ abgewandelt ist, fällt laut ihm ja niemandem auf – und solange man keine abfälligen Kommentare über den nur durch tausendmal nachgebesserten Lack zusammengehaltenen Schrotthaufen macht, kann man in dem Auto eigentlich tun und lassen, was man will. Da kommt es schon öfter vor, dass man nach einem Wochenende Jack Daniels Flaschen unter den Fußmatten oder Popcorn am Rücksitz findet – doch was Matt nicht weiß, macht ihn nicht heiß. Und irgendwie ist das Wortspiel seltsam…
Gerade als Matt mit einem Ruck losfährt, rührt sich Jimmy am Rücksitz. Es ist normal, dass Matt ihn und mich mit zur Schule nimmt, da er der einzige von uns ist, der ein eigenes Auto hat und mehr oder weniger gut fährt. Natürlich haben Jimmy und ich auch den Führerschein gemacht, aber nachdem er einmal fast ein Katze überfahren und ich mit dem Auto meines Vaters eine Laterne mitgenommen habe, ist Matt sehr plötzlich zum besten Chauffeur mutiert, den wir uns vorstellen können.
Müde beobachte ich eben diesen, als er an einer Ampel hält und beginnt, am halb antiken Radio herumzuschalten. Nach einigen Versuchen findet er einen passenden Sender, und ‚Gold Cobra‘ von Limp Bizkit dröhnt durch das Auto.
Jimmy beginnt hinter mir, etwas schräg mitzusingen und trommelt im Takt gegen meine Kopfstütze. Wenn er will, kann er sich einen Songtext in fünf Minuten perfekt einprägen, doch die meiste Zeit beschränkt er sich zu unserer Belustigung auf eigene Interpretationen… oder so etwas in der Art.
Immer noch singend lehnt Jimmy sich zwischen meinem und Matts Sitz nach vorne und grinst mich verschlagen an, wobei sein Piercing leicht glänzt. „Na, gut geschlafen, Prinzessin?“, erkundigt er sich, woraufhin sich der letzte Zweifel, dass er meinen Wecker verpfuscht hat, endgültig verflüchtigt.
„Himmlisch“, gebe ich zurück. „Danke für die zusätzliche halbe Stunde, Sullivan. Kann mir nicht schaden, hm?“
„Obwohl dir ein bisschen mehr Schönheitsschlaf sicher was gebracht hätte“, schmunzelt er und weicht meinem zugegeben schlecht gezielten Schlag spielerisch aus. „An deiner Technik kannst du aber auch feilen, Kleiner.“
Ich lache nur und ziehe meinen Rucksack, der irgendwo bei meinen Füßen einer leeren Bierflasche Gesellschaft leistet, auf meine Oberschenkel, da Matt gerade in die Einfahrt unseres Schulparkplatzes einbiegt. Ein Blick auf mein Handy verrät mir, dass es in zehn Minuten läutet – kein Wunder, dass wir kaum mehr einen Platz finden, an dem Matt Carrie abstellen kann.
Schlussendlich erwischt er aber doch noch eine Parklücke, und wenig später quetschen wir uns schon durch die überfüllten Gänge der Huntington Beach High School. Manchmal habe ich wirklich das Gefühl, die Leute in Kalifornien vermehren sich wie Karnickel, und wenn man sich die Schülerzahlen hier ansieht, ist der Gedanke nicht einmal so weit hergeholt...
Spielerisch rempelt Jimmy mich an, sodass ich mit der Schulter gegen einen Spind krache und fast meinen Rucksack fallen lasse. „Einen Gleichgewichtssinn wie ein Besoffener“, höre ich Matt lachen, und mache ihn grinsend mit meinem rechten Mittelfinger bekannt. Scherzend bewegen wir weiter zu unseren Schließfächern, während ich panisch in meiner Tasche nach meinem Schlüssel suche. Ich wusste ja, ich hab etwas vergessen…
„Hey Bri“, höre ich plötzlich von links unten eine sehr bekannte Stimme. Mein Blick wandert von meinem Rucksack zum Boden, und ich kann nicht anders, als zu grinsen, als ich die einzige Person entdecke, die an einem Regentag einfach so auf den Fliesen einer High School herumsitzen würde.
„Morgen, G. Schon wieder neue Aufgaben?“ Die Augen verdrehend sieht Giovanna zu mir auf und setzt sich etwas bequemer im Schneidersitz hin. Um sie herum verteilt liegen einige aus Collegeblöcken gerissene Zettel, bedruckte Blätter und Stifte, und auf ihren Beinen ruht ein violett eingebundenes Heft, in dem sie gerade ein paar Wörter anstreicht.
„Was sonst…“, nuschelt sie gespielt gestresst, doch ich weiß, dass es sie nicht stört. „Verdammt, Josh checkt immer noch nicht, dass ‚sitzte‘ einfach nicht deutsch ist!“
Ich lache auf und taste weiter nach dem verschollenen Spindschlüssel. G ist eine recht gute Freundin von Jimmy, Matt und mir, und sie hat einfach das Pech, die einzige halbwegs Sprachbegabte in einem Haufen Musiker zu sein. Eigentlich ist sie eher eine kreative Schreiberin, aber manchen Leuten – unserem Starpianisten Josh zum Beispiel – kann  man einfach keine Bitten abschlagen, wenn sie ihren besten Welpenblick aufsetzen. Ich nehme mir gerade vor, ihn bei Zeiten mal zu fragen, ob er mir den Blick beibringen kann, als jemand in meinen linken Unterschenkel piekt.
„Sag mal, suchst du den da?“, fragt G und hält meine Schlüssel hoch. Als ich sie verwirrt ansehe, zuckt sie nur die Schultern und fährt sich durch ihre schokobraunen Locken. „Ist da am Boden gelegen, neben deinem Schuh.“
Meine Überraschung hinter einem arroganten Grinsen versteckend nehme ich den Schlüssel aus ihrer Hand und sperre meinen Spind auf, um mein Bio-Buch und zwei Collegeblöcke herauszunehmen. „Bist du heut beim Mittagessen da, G?“
„Immer doch“, gibt sie zurück und winkt mir abwesend zu. „Viel Spaß in Bio, Brian.“
„Werd ich nicht haben, danke“, grinse ich und stoße zu Jimmy und Matt, die ihre Spinde einen Flur weiter haben und gerade wieder zu uns geschlendert kommen. Der Kleinere der beiden grüßt Giovanna kurz, woraufhin ihr zufällig ihre dunklen Haare ins Gesicht fallen. Leise murmelte sie ein ‚Hey, Matt‘ und widmet sich wieder Josh’ Aufgaben.
„Beweg deinen Arsch, Haner“, ruft Jimmy mir von hinten zu und schlägt mir fest auf besagtes Körperteil, woraufhin er einen schlecht gezielten Schlag gegen seinen Unterarm abbekommt. Auf einen neuen Tag im Irrenhaus.