The Truth Is So Cold

GeschichteRomanze / P18 Slash
09.02.2012
30.06.2014
142
272683
 
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 
MEINE LIEBEN LESER!
Hi :D
Der Grund, warum ich euch heute schon mit einem weiteren Kapitel beehre ist der, dass ich und L morgen den ganzen Tag nicht zu Hause sind und auch erst spät Heim kommen, weshalb ich mir gedacht habe: Statt Donnerstag gibt's schon Dienstags was Neues! (Noch kein Upload-Update, tut mir leid).
So, dann kommen wir zu dem Chap hier.
Jetzt kommt schon wieder ein weniger mehr Wahrheit ans Licht und irgendwie ist die diesmal echt unschön, wenn ich das sagen darf. Muss. Wie auch immer.
Jedenfalls müssen wir leider immer wieder auf das Topic hier zurückgreifen, aber wir werden das ändern! Wir schwören!
Okay, dann...
Ja, genau, Blog!
http://insidethetruthissocold.blogspot.com/2012/04/19-unschone-wahrheit.html

Okilidokili,
dann lassen wir euch mal lesen,
mal sehen, was eure Reaktionen dazu sein werden!

Keep Running
xxo Franky und Linchen

19. Kapitel
Zacky POV

„Und trotzdem hasse ich diese bescheuerten Spaghetti-heinis“, mosert Vic in der Gegend herum, als wir am nächsten Tag die Cafeteria frühzeitig verlassen. Erstens weil wir fertig mit essen sind, und zweitens weil es uns ehrlich gesagt ein wenig unangenehm ist, bei den Musikern zu sitzen.
Die Einzigen, die wir kennen sind dieser Jesus, weil Vic mit ihm kochen hat, und ‚Brian’, den ich die Hand vollgeblutet habe. Die anderen fragen uns hin und wieder aus und vor allem Vic ist das ganze nicht so geheuer. Vermutlich, weil sie sich auch öfter ein Blickduell mit dem zweiten Mädchen am Tisch liefert und hin und wieder zu der langen Latte linst, die Hutgesicht öfter mal ein wenig aufzieht.
„Sind ja nur zwei Wochen Austausch. Die werden wir schon überleben, oder? Außerdem sind die Musiker eh ganz nett. Ich meine, sie verprügeln uns nicht und der Typ hat mich noch kein einziges weiteres Mal auf Gitarren angesprochen!“
„Na ja, ich kann auch vom Boden essen, wenn es sein muss“, murmelt meine beste Freundin emotionslos und ich fange irgendwie an zu grinsen.
„Wenigstens kannst du essen. Ich kriege immer noch nichts außer Spinat und Püree hinunter“, erkläre ich ihr und deute auf die Snakebites, die noch ein wenig angeschwollen und rot sind.
„Dafür siehst du gut aus. Im Gegensatz zu mir! Ich glaube, ich nehme mir den Dreck wieder raus!“, meint sie etwas bissig und streicht sich die Haare demonstrativ zurück, sodass man ihr knallrotes Ohr sehen kann.
„Du musst ja nicht darauf schlafen“, antworte ich ihr und schraube ein wenig an meinem Spind herum, da ich noch mein Sportzeug brauche. „Oder dauernd im Unterricht daran herumzupfen. Oder am Silberstab drehen“, zähle ich auf, während Vic nur aufschnaubt und sich an den Spind neben meinem lehnt. Dann sieht sie mir zu, wie ich mit meiner Turntasche kämpfe und zieht ein wenig an ihrem schwarzen Hoodie mit der ‚MCR’ Aufschrift herum.
„Ist dir kalt?“, frage ich sie, da sie auch ein wenig zu zittern scheint.
„Nö“, antwortet sie schnell und schüttelt den Kopf. Dann bläst sie sich eine Strähne aus dem Gesicht, die ihr in die Augen gerutscht ist.
„Zu schnelle Antwort“, lächle ich leicht und werfe mein fettes Lateinbuch in den Metallkasten. Dann suche ich noch mein Physikbuch, weil ich morgen in einer Woche einen Test habe und noch lernen sollte, und meine Französischbücher, da ich jetzt noch eine Doppelstunde mit Mme Leclerc verbringen darf. Danach geht’s zum Sportunterricht, wo ich eigentlich nur die Stunde absitzen muss, weil ich eine Woche lang nicht ins Chlorwasser darf. Danke Vic, das erste Mal freue ich mich direkt, dass du mich mit zum Piercer genommen hast! „Steht bei dir sonst noch was an?“
„Na ja, eigentlich nicht. Nur ne Vokabelüberprüfung in Spanisch...“
„Kannst du alle?“
„Por supuesto que no!“ Ich sehe sie nur ein wenig schief an und schließe dann meinen Spind.
„Ich hab keine Ahnung, was das heißen soll, aber ich wünsch dir einfach mal viel Glück bei deinen Vokabeln.“
„Danke dir“, grinst sie, als plötzlich jemand anfängt zu grölen und die Footballer plus Anhang den Gang entlang latschen. Sie scheinen gerade von der Mensa zu kommen, da ein paar eine Wasserflasche in der Hand haben, andere wie zum Beispiel Paul hängen mit ihren Händen aber eher am Arsch ihrer Freundinnen.
Ein wenig angeekelt lehne ich mich zu Vic, welche die Jacke extra ein wenig fester um sich herumzieht. Die Gorillas trampeln an uns vorbei wie eine Horde Schweine zum Futtertrog, und ich will gerade aufatmen, als sich die blonde Freundin von Paul zu uns umdreht und etwas zu ihrem Freund sagt. Die gesamte Kolonne hält an, die Blondine löst sich von Mr. Hirnlos, um auf uns zuzukommen.
„Hey Vicky Schätzchen, ich will dir nur sagen, dass wir heute auf dich zählen. Wir trainieren für das nächste Footballmatch, und da wirst du anwesend sein, verstanden? Diesmal lässt du uns nicht schon wieder im Stich, wie die letzten vier Male auch schon, gecheckt Süße?“
„Ich werde sehen, wie ich Zeit habe“, grummelt Vic und drückt sich ein wenig an den Spind. Die Blondine grinst und stellt sich kurz auf die Zehenspitzen.
„Ach ja, und die schwarze Jacke wird ausgezogen. Wir brauchen keine Jacken, merk dir das! Vor allem nix Schwarzes, sind ja nicht bei eine Beerdigung“, grinst der Cheerleader und will gerade wieder zu ihrem Freund gehen, als Vic sich noch mal zu Wort meldet.
„Die Jacke bleibt an.“ Blondie hebt die Augenbraue und geht wieder zu meiner Freundin.
„Was hast du gesagt? Ich glaube ich habe dich falsch verstanden...“
„Ich habe gesagt, dass die Jacke anbleibt!“, wiederholt meine beste Freundin und schließt die Finger um den Reißverschluss.
„Das glaube ich weniger. Was hängst du denn so an dem Teil?“, fragt Blondie skeptisch und zupft an Vic Ärmel herum. Die reißt aber ihren Arm weg und funkelt die Blonde an.
„Finger weg von mir!“ Blondie sieht kurz erstaunt, fängt dann an zu lachen und winkt ihre Gorillabande zu sich. Genau als sie was sagen möchte, läutet die Schulklingel. Das bedeutet so viel wie dass in weniger als fünf Minuten die ganzen Gänge voller Schüler sein werden, die zu ihren Stunden laufen. Wenn wir das nicht gleich mal klären... Aber vielleicht haben wir ja Glück und sie hauen jetzt alle ab?
„Paul, Schatz, nimm der Kleinen doch mal ihre Jacke ab, ich will mir das Teil mal genauer ansehen.“ So viel zum Glück.
Der Affe schubst mich aus dem Weg, ich taumele und pralle leicht gegen einen der Kästen, während sich die Footballer um meine kleine Freundin aufstellen, die umzingelt an den Spind gepresst dasteht und ihre Jacke umklammert.
„Ich schwöre euch, wenn ihr meine Jacke nur ein einziges Mal anfasst, ich schlage euch die Zähne raus“, faucht sie wie eine eingeengte Katze und starrt jedem mal ins Gesicht. Die Cheerleader haben sich inzwischen ein wenig zurückgezogen, die ersten Schüler betreten den Gang, um ihre Utensilien zu holen oder zu ihren Stunden zu gelangen.
Ich höre, wie Paul grausam auflacht und einen Schritt auf Vic zugeht. In dem Moment werde ich aktiv und versuche, durch die Muskelsäcke hindurch zu ihr zu gelangen, was jedoch ein aussichtsloses Unterfangen zu sein scheint.
„Das glaube ich weniger, Süße. Und jetzt her damit, wir werden sie dir schon nicht kaputt machen. Nur ein wenig damit herumspielen, dann kannst du sie ja sofort wieder haben“, grinst er und zeigt seine weißen Zähne.
„Klar, sonst noch Wünsche?“, zischt Vic. Paul sieht schnell zu seiner Freundin, die ihm zunickt, dann überwindet er den letzten Meter zwischen sich und meiner Freundin und packt sie am Arm. Die schreit auf als hätte sie Schmerzen und versucht verzweifelt, sich loszureißen.
Paul fängt an zu lachen und reißt Vic zu sich. In dem Moment bemerke ich aus dem Augenwinkel, wie einer der Musiker, Jesus, den Gang betritt. Vic schreit immer lauter, woraufhin immer mehr Leute auf uns aufmerksam werden.
„Paul, mach schnell, bevor’s zu viele merken“, sagt Blondie, Paul nickt, ohne sie anzusehen und macht Vic den Reißverschluss auf, sodass ihr rotes T-Shirt zum Vorschein kommt.
„Lass mich los!“, brüllt die schon direkt panisch und versucht immer heftiger, sich loszureißen. Ich versuche hingegen, zu ihr hindurchzukommen, werde aber immer wieder von Baker 2 oder einem seiner Freunde zurückgeschleudert.
Plötzlich höre ich ein Reißen, ein Aufkreischen von Vic, dann ist alles still. Also wirklich alles. Man könnte hören, wie eine Stecknadel zu Boden fällt.
Paul hat einen ihrer Ärmel in der Hand, Vic ist leichenblass und hält sich den Arm. Dann erst bemerke ich, warum genau sie so kränklich aussieht. Ihr Arm ist von der Schulter abwärts bis zum Unterarm blau und grün gefärbt.
„Scheiße“, hauche ich, als Vic alles stehen und liegen lässt, sich durch die Footballer quetscht und wie eine Wahnsinnige wegläuft. Es ist immer noch still, die Musiker, vor allem der Große, starren Vic hinterher, die kleine Braunhaarige sieht zu Brian, dessen Blick auf mir ruht.
Dann erst wache ich auf, bemerke, in was für einer Situation ich mich hier befinde. Ich schlage mich durch die Typen, die ein wenig perplex herumstehen, schnappe mir Vics und meine Schulsachen und will gerade gehen, als ich noch mal stehen bleibe. Dann marschiere ich zu Paul, reiße ihm den Teil von Vics Jacke aus der Hand und funkele ihn an.
„Ich hoffe, du scheiß Wichser bist jetzt zufrieden!“, fauche ich. Der starrt mich nur an, sagt kein Wort. Ich verdrehe die Augen, balle die Hand zu einer Faust, ramme sie ihm in den Magen und nehme dann meine Beine in die Hand, da ich jetzt vermutlich um mein Leben rennen muss.
Klar, warum auch nicht? Ich hätte ihn einfach stehen lassen sollen. Aber nein, stattdessen schlage ich ihm in den Magen. Ach, ich liebe meine aufgestauten Aggressionen...
Nach einer Zeit lang bemerke ich aber, dass niemand mir folgt, biege dann um die Ecke und laufe Richtung Mädchenklo. Warum ich weiß, dass Vic genau hier sein muss? Ich weiß es nicht, aber ich habe das Gefühl, dass ich richtig liegen dürfte. Davor bleibe ich kurz stehen, zucke dann mit den Schultern und gehe hinein. Aus einer der Kabinen höre ich leises Schluchzen, lasse erst mal unsere Sachen fallen und gehe dann zu der Tür.
„V?“, frage ich leise, das Schluchzen wird lauter. „Vee, mach auf. Bitte, ich bin allein...“ Langsam wird die Tür aufgezogen und meine beste Freundin erscheint. Sie hat die kaputte Jacke ausgezogen, sodass man ihren zweiten Arm auch noch sehen kann, ihr Make-up ist zerlaufen.
„Sie haben alles gesehen“, haucht sie entsetzt, schluchzt auf und sieht zu mir. „Zee, die haben alles gesehen!“
„Shh, lass die einfach mal außen vor“, murmle ich und komme einen Schritt auf sie zu. „Wann ist das passiert?“, frage ich leise. Vic schluchzt trocken auf, kommt aus der Kabine und sieht zu mir.
„Samstagabend, als ich nach Hause gekommen bin“, flüstert sie. „Dad ist ausgerastet, als er das Piercing gesehen hat... Dann hat er meine Mom weggeschickt, die panisch versucht hat, zu erklären dass sie es mir erlaubt hat, und dann... dann hat er zugeschlagen“, weint sie los.
Sprachlos nehme ich sie in die Arme, sie schlingt ihre Arme um meinen Bauch und drückt sich an mich.
„Zee, es tut so weh“, weint sie leise. Stumm streiche ich ihr über den Rücken, versuche, sie zu beruhigen.
Die Sache ist die: Vics Vater ist von Beruf Pilot, weshalb er fast nie Daheim ist. Er fliegt um die ganze Welt, und wenn er nach Hause zu seiner Familie kommt, prügelt er seine einzige Tochter halb tot. So sieht’s aus.
Seit ich Vic kenne, hat sie immer wieder blaue Flecken und Narben. Sie versucht, dass alles ins Lächerliche zu ziehen, aber langsam wird es immer schlimmer.
Wenn ihr Vater nach Hause kommt, nehme ich meine kleine Freundin so oft ich kann mit zu mir, versuche, sie so gut es geht vor diesem Monster zu schützen. Aber mehr kann ich nicht tun, ich meine, ich kann ihn schwer zusammenschlagen...
„Komm, wir gehen“, sage ich leise, sie sieht zu mir.
„W-Wohin?“, schluchzt sie.
„Zu mir. Jetzt haben wir auf keinen Fall mehr den Kopf für so was wie Unterricht. Außerdem müssen wir den hier erst mal versorgen“, murmle ich und sehe auf ihren Arm, der von Nahem noch schlimmer aussieht, als ich gedacht habe. Vic nickt mir dankbar zu, ich deute auf ihre Tasche in der Ecke. Während sie sie mühsam aufhebt, schlüpfe ich aus meinem Hoodie und überreiche ihn ihr.
„Damit wir dich aus der Schule bekommen“, sage ich, sie nimmt ihn mir zitternd aus der Hand und wirft ihn sich über die Schultern.
„Was glaubst du, was die denken?“, flüstert sie und wischt sich eine Träne aus dem Gesicht.
„Die sollen denken, was sie wollen. Und wenn wer fragt: du bist beim Cheerleadertraining am Freitag auf den Arm gefallen und deshalb ist der so blau. Den echten Grund wird niemand erfahren!“ Bevor wir den Raum verlassen, dreht Vic sich noch mal zu mir um.
„Danke“, haucht sie und eine weitere Träne läuft ihr über die Wange.
„Nicht dafür, das ist selbstverständlich“, sage ich leise, streiche ihr über den Rücken und schiebe sie aus dem Klo, um sie so schnell wie möglich nach Hause zu bringen.
Was die anderen denken... darum mache ich mir Sorgen. Ich habe keine Ahnung, wie viel allein die Musiker gesehen haben, aber das, WAS sie gesehen haben, dürfte gereicht haben. Ich... wir können nur beten, dass sie nicht so weit denken...