The Truth Is So Cold

GeschichteRomanze / P18 Slash
09.02.2012
30.06.2014
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Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 
Hey Ho :3

Okay, seid froh, dass mein hirn noch nicht ganz matsch ist heute. Ich hab nämlich grade vergessen, dass es samstag ist.
..aber mich wieder dran erinnert und ja, hier das neue chap. etwas unspektakulär, aber what can ya do? Im endeffekt sind wir einfach leute, die gern logische fics haben, und im echten leben geht auch nicht immer alles von einem tag auf den andren. :>

mehr wie immer hier: http://insidethetruthissocold.blogspot.com/2012/04/18-spaghettialarm.html

und yeah, have fun & stay dangerous,
lina & franks

PS: und btw, ihr seid AWESOME. 1ooo aufrufe für nichtmal 2o kapitel?! god, ihr spinnt ja! *-*



18. Kapitel
Brians POV

„Ist euch eigentlich schon mal aufgefallen, dass unser halbes Leben eigentlich aus Mittagessen besteht?“ Fragend hebe ich die Augenbrauen – mir egal, wie bescheuert das jetzt aussehen mag – und sehe G an, während alle anderen ganz gelassen weiteressen, ohne sich zu einem Kommentar herabzulassen.
„Geezy, bist du sicher, dass deine Pilze ganz in Ordnung sind?“
„Klar, Magic Mushrooms bester Qualität.“ Sie verdreht die Augen. „Nein, wirklich. Ich hab das Gefühl ich wohn schon halb auf dem Stuhl hier…“
„Na hoffen wir’s nicht“, grummelt Jimmy neben mir und schaufelt sich gerade eine Gabel Risotto in den Mund, als ich aus den Augenwinkeln zwei schwarz gekleidete Leute bemerke, die sich langsam in unsere Richtung bewegen. Neugierig wie immer drehe ich den Kopf in ihre Richtung, nur um Baker und seine kleine Freundin zu erkennen, die direkt auf unseren Tisch zuhalten. Ihre todernsten Gesichtsausdrücke sind fast schon lächerlich, aber als Baker meinen Blick bemerkt und kurz erwidert, wird mir klar, warum sie so aus der Wäsche schauen.
„Wollen die zu uns?“, bemerkt Johnny leise im Hintergrund, und ich zucke nur die Schultern, bevor ich meinen Blick über unseren Stammtisch wandern lasse. Da Matt immer noch zuhause herumhängt haben wir einen freien Platz neben mir, und zwischen Jimmy und Josh entdecke ich einen zweiten Stuhl, auf dem nur ein Skizzenblock und Jimmys Drumsticks vor sich her existieren.
„Uhm… ‘tschuldigung… Sind bei euch vielleicht noch zwei Plätze frei?“, höre ich da schon eine etwas schüchterne, aber nicht besonders begeisterte Stimme neben mir, die sich als Bakers herausstellt. Seine schwarzen Haare fallen ihm leicht über die Augen, sodass ich seinen Blick nicht ganz erkennen kann, doch besonders fröhlich sieht er nicht aus, als ich einladend auf den Stuhl neben mir zeige.
„Klar“, nimmt G mir meinen Text-Part ab, und ich sehe, dass Josh schnell die Sachen vom zweiten Stuhl wischt und ihn mit einem schüchternen Lächeln so hinschiebt, dass Bakers Freundin sich setzen kann. Ganz der Gentleman heute… liegt sicher an den Pilzen.
Mit einem leisen Seufzen lässt Baker sich neben mir auf seine Sitzgelegenheit fallen und beginnt, mit gesenktem Kopf in seinem Risottomatsch herumzurühren. Kurz herrscht etwas peinliches Schweigen am Tisch, und ich versuche, mich wieder meinem Essen zu widmen. Wenn ich ihn jetzt verstöre, wird das mit der Band nie was…
„Uhm, danke… dass wir hier sitzen können und so“, macht Bakers Freundin schließlich ungewohnt zurückhaltend und deutet dann auf den Tisch, an dem sie normalerwiese sitzt. „Aber irgendwer ist auf die glorreiche Idee gekommen, die Lasagne-Mafia da drüben einzuquartieren.“
Synchron drehen G, Johnny und ich unsere Köpfe in die gezeigte Richtung, und ich entdecke ungefähr zehn italienisch aussehende Jugendliche, die sich wild gestikulierend unterhalten und den ganzen Tisch belagern, während sie das Risotto in sich hineinschaufeln, als wäre es ihre letzte Mahlzeit. Und ganz ehrlich, selbst wenn man ihnen Italien-Flaggen auf die Stirn tätowieren würde, wär’s nicht noch logischer, wo die herkommen…
„Ah, die Spaghettifresser“, grinst G in die Richtung des anderen Mädchens und nimmt sich ihre Flasche Cola. „Weiß eigentlich wer von euch, warum die da sind? Ich meine, wir haben nicht mal Italienisch…“
„Nö, keine Ahnung“, mische ich mich schulterzuckend ein, und auch Johnny und Josh schütteln nur den Kopf. Baker neben mir hebt seine Gabel mit einem winzigen Patzen Reis zu seinem Mund, streift versehentlich eines seiner sehr frisch gestochen aussehenden Piercings und verzieht leidend das Gesicht. Als er die Gabel resigniert fallen lässt und zu seiner Freundin sieht, fällt mir auf, dass seine ganze Unterlippe ziemlich angeschwollen ist.
„War nicht anders zu erwarten, Bri“, grinst Jimmy mich an, und ich verdrehe die Augen.
„Sagt der, der bei den meisten Gesprächen nicht einmal bis zur Hälfte mitkommt.“, gebe ich zugegeben lahm zurück und lächle Johnny zu, der mich fragend ansieht. In einer kurzen Pause am Vormittag hat Jimmy ihn schnell in unseren Baker-Band-Plan eingeweiht, und wenn Matt dabei gewesen wäre… hätten wir jetzt ein Problem, da es zwei zu zwei steht. Anscheinend ist Bakers Freundin eine miserable Köchin, die mit unserem Bassisten zusammen ein Soufflé-Projekt machen muss, und er mag es sich mit ihr nicht verscherzen…
Nachdenklich fahre ich mir durch die Haare und stütze meine verschränkten Unterarme auf den Tisch. Das ganze Wochenende – okay, eigentlich nur ein Tag, das ich den halben Samstag meinen Rausch ausgeschlafen hab und danach zu faul zum denken war – hab ich schon überlegt, wie ich näher an Baker herankommen könnte, aber so wirklich was ist mir nicht eingefallen. Klar, es ist nicht schlecht, dass sie jetzt bei uns sitzen müssen, aber… was zum Himmel soll ich bitte mit ihm reden? ‚Hey, du, Lust ein bisschen über Powerchords zu philosophieren und dann in meine Band zu kommen?‘ Funktioniert sicher.
„Brian?“
„Hm?“ Etwas verpeilt sehe ich G an.
„Ich hab dich was gefragt.“
„Ach?“
„Ja. Also, gehen wir heute Volleyball?“
„Ohne Matt? Keine Ahnung“, gebe ich zurück und boxe Jimmy in die Seite, der ein „Na, wer kennt sich hier bei den Tischgesprächen nicht aus“ von sich gegeben hat.
„Und, Jimmy, bitte spuck den Clown aus, den du heut gefrühstückt hast. Ich denk, der wird grade sauer…“ Im wahrsten Sinne des Wortes, haha. Hat man einmal in Bio aufgepasst, wenn es um Magensäure und so geht…
Neben mir höre ich, wie Baker unterdrückt kichert. Wenigstens einer mit Humor an dem Tisch, denke ich lächelnd und fange mir ein Augenverdrehen von G ein. Dann sieht die Italienerin zu Bakers Freundin und grinst sie leicht an.
„Ja, die sind immer so. Viel miese Sprüche und nix Intelligentes dahinter“, erklärt sie schnell und bekommt einen gespielt bösen Blick von Jimmy und mir. „Irgendwann gewöhnt man sich dran, …“ Oh, die vielsagende Pause, wenn jemand den Namen seines Gesprächspartners nicht kennt. Auch Bakers Freundin scheint intelligent genug, das Kommunikationsphänomen zu erkennen, und lächelt G gezwungen an, nachdem sie einen vielsagenden Blick mit ihrem Freund gewechselt hat.
„Vic“, stellt sie sich dann vor und tauscht noch einen Blick mit Baker aus. „Und das ist Zacky“, fügt sie dann hinzu, als wäre es selbstverständlich. Ach, Zacky also…
„Vic, ich kann denk ich noch selbst reden“, grummelt er neben mir, und ich grinse leicht. Ganz unter dem Pantoffel des Freaks…
„Also das hoffe ich mal stark, Zee-Zee“, grinst sie zurück und zieht dann ihre Tasche auf ihren Schoß. „Gehen wir?“
„Okay“, macht Zacky eindeutig erleichtert und schiebt sein fast nicht angerührtes Essen etwas von sich, als er gehetzt aufsteht. „Und… stört es euch sehr, wenn wir hier sitzen, solange die Italiener sich da drüben einquartiert haben?“, fragt er dann nochmal zurückhaltend in die Runde und fummelt nervös am Gurt seines Rucksacks herum.
„Nö, kein Problem“, antworten Johnny und ich synchron, bekommen noch ein Nicken und werden endgültig von den zwei Freaks verlassen.
„War ja gar nicht mal so schlimm“, macht Josh vom andren Ende des Tisches, und ich verziehe das Gesicht. Okay, das hat… ganz genau gar nichts gebracht. Aber gut, was erwarte ich mir? Dass er mich als alten Freund ansieht, weil ich weiß, dass er Gitarrenspielen kann und gut ist? Dass ich in seinen Augen plötzlich zum größten Sympathieträger der Welt werde, weil mein bester Freund ihn angefahren hat? Oder dass er anfängt, mit mir zu reden, während ihn die ganze Schule disst oder ignoriert? Hm, vielleicht.
„Na, trotzdem. Müssen die jetzt echt wochenlang da sitzen?“, mosert Jimmy und sieht mich vielsagend an, als ich widersprechen will. Und eigentlich hat er ja Recht, wenn es nicht für die Band wäre, würd ich jetzt genau hinter ihm stehen und mich über die Freakinvasion unseres geliebten Heimattisches aufregen…
„Wir haben schon ja, gesagt, also was soll man tun“, antworte ich etwas schlecht gelaunt in seine Richtung und schiebe meinen Reismatsch von mir weg. Irgendwie muss ich was finden, worüber ich mit Baker reden kann. Und zwar so schnell wie möglich, sonst verziehe sich die zwei wieder in ihre italienverseuchte Höhle und ich bekomme so eine Chance nie wieder…