The Truth Is So Cold

GeschichteRomanze / P18 Slash
09.02.2012
30.06.2014
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Dieses Kapitel
4 Reviews
 
 
Hey :D
Und heute wieder das neue Kapitel mit Zacky :D
Für alle, die was von Gitarristen lesen wollen: hier kommt ihr auf eure Kosten, ich sag's auch :D
Aber wenn ich mir JETZT durchlese, was IHR erst lest... dann tut ihr mir irgendwie leid, weil ihr noch soo viel vor euch habt X'D
Wir schreiben jetzt an Kaptiel 56, und es ist Mitte Dezember :'D. Boa, ich freu mich schon so drauf, wenn ihr da seid wo wir gerade sind :D
(Ich lehne mich weit aus dem Fenster und will behaupten, dass die Chaps immer besser werden und wir nicht mal so schlechte Ideen haben >:D).

Na ja, hier der nächste Teil vom Gitarren ABC:
-http://insidethetruthissocold.blogspot.com/2012/04/15-von-dem-arsch-der-meine-traume.html-

Viiiiel Spaß euch allen :D
Keep Running,
xxo Franky & Linchen

15. Kapitel
Zacky POV

„Hey! Hey Zacky!“, flüstert Vic in unserer Deutschstunde und ich linse leicht in ihre Richtung.
„Was denn?“, frage ich leise, da ich keine Lust habe, dass Mr. Daniels uns wieder mal ermahnt. Und ja, das kommt bei uns in den letzten Tagen echt viel zu oft vor, wie mir scheint.
„Was machst du heut in der Pause?“, fragt sie zurück.
„Das, was ich immer mache, warum?“
„Na ja, ich weiß nicht... Willst du wirklich Gitarre spielen, wenn deine Hand noch so aussieht?“ Ich lasse meinen Blick auf meine Handfläche fallen und fange dann an, ein paar Hautfetzen runterzuziehen. Als Vic sich neben mir schüttelt, fange ich an zu grinsen und sehe sie an.
Sie hat den Blick abgewendet und starrt stattdessen aus dem Fenster, da sie es partout nicht leiden kann, wenn ich so an mir herumziehe.
„Heute werde ich nur stimmen und schnell mal drüberputzen. Versprochen. Dann gehe ich in die Cafeteria und füttere meinen Magen mit der Grütze, die sie hier ‚Wienerschnitzel’ nennen“, grinse ich.
Vic murmelt nur so was wie ‚Grütze’ und macht dann das, was sie immer macht. Zeichnen. Jedoch sieht ihr jetziges Werk aus wie ein Pancake, den man auf einen Stock gespießt hat. Vic kritzelt weiter, ich stütze mein Kinn auf meine Hand und warte geduldig, bis es endlich läutet.
Als uns die Klingel dann schließlich erlöst, atme ich auf und werfe meinen Dreck einfach irgendwie in die Schultasche.
Vic neben mir streckt sich und streicht sich gedankenverloren über den Bauch.
„So, jetzt ne Doppelstunde Kochen... Ich hoffe nur, ich brenne nicht schon wieder was an... Ma Zacky, ich will nicht mehr. Jetzt noch Kochen und dann Sport. Und heut kriege ich ja meine neue Uniform!“, meckert meine beste Freundin herum und verzieht andauernd das Gesicht.
„Du wirst es schon überleben. Und wenn du willst, können wir ja mal Sport tauschen!“, sage ich begeistert, was sie zum Lachen bringt.
„Ja was denn... DU willst einen Rock anziehen? Uuh, heiß“, lacht sie, steht auf und schnappt sich ihre Tasche. „Aber da würdest du den ganzen Mädels ja die Schau stehlen, das kannst du noch nicht machen“, zwinkert sie mir zu. „Bei deinen Frauenbeinen hier...“ Dann lehnt sie sich zu mir und sieht mich ein wenig ernst an.
„Hey, ist dir schon mal aufgefallen, dass man dich anstarrt?“, fragt sie leise.
„Wie kommst du jetzt bitte von Uniformen auf das Thema Stalking?“, frage ich sie ein wenig verwirrt. Wortlos deutet sie unbemerkt auf den Langen, der mich am Dienstag niedergefahren hat. Als er bemerkt, dass ich ihn auch ansehe, sieht er schnell zu seinem Hutfreund, nimmt ihn dann beim Arm und zerrt ihn mit sich aus dem Raum.
Ich sehe wieder zu Vic und fange an zu lachen.
„Hey, du hast Recht“, kichere ich und umklammere meine Tasche ein wenig fester, als wir durch die Tür den Flur betreten.
„Das macht der schon die ganze Zeit. Du willst mir doch nicht wirklich weiß machen, dass du davon echt nichts gewusst hast?“
„Na ja, ich achte nicht so sehr auf die Typen da.“ Vic nickt leicht, bemerkt dann am Ende des Flurs den Blonden, der mir einst die Tabletten gegeben hat und fängt an zu winken. Ach, wenn wir schon bei ‚den Typen’ sind...
„Hey, hey, JONAS!“, ruft sie durch den ganzen Flur. Er reagiert aber nicht, sondern redet weiter mit einem Typen mit dunkelbraunen Haaren.
„Heißt der echt Jonas?“, frage ich sie. Vic fängt an, an ihrer Unterlippe herumzukauen und sieht mich an.
„Keine Ahnung. Irgendwas mit J war’s...“
„Was brauchst du überhaupt von dem?“, will ich wissen und werde von einem Kerl angerempelt, da wir zwei ja mitten im Flur stehen.
„Na ja, heute machen wir Souffle, und da machen wir Teams und ich will ihn fragen, ob er mir helfen kann.“
„Was denn... DU willst mal wen was fragen?!“, frage ich gespielt entsetzt. Sie verdreht nur die Augen und sieht wieder zu ‚Jonas’.
„JUDAS!“, ruft sie den nächsten Versuch, diesmal drehen sich ein paar Leute um, da sie ja irgendwelche Bibelnamen durch den Korridor brüllt.
„Versuch’s mal mit Jake“, schlage ich vor, Vic schlägt sich dann an die Stirn und nickt.
„Zee, ich hab’s!“, sagt sie, dreht sich dann zu ihm, winkt wieder und schreit durch den ganzen Raum ‚JESUS!’.
„Jesus?!“, frage ich sie entsetzt und sehe etwas peinlich berührt auf den Boden.
„Jesus Chriiiist!“
„Der wird sich jetzt nicht umdrehen, weil du ihn Jesus nennst“, flüstere ich ihr pikiert zu, als sich besagter Kerl tatsächlich zu Vic dreht und sie misstrauisch mustert. Diese wendet sich nur an mich, umarmt mich kurz und geht dann auf Blondie zu.
Ich sehe den zweien noch kurz zu, bemerke, wie er nickt und verschwinde dann in die andere Richtung.
Mit schnellen Schritten mache ich mich auf den Weg zum Musikraum, wo ich diese Woche auf keinen Lehrer treffe. Ich lasse mir die Kammer mit den Instrumenten von einer der Putzfrauen aufsperren und lasse die Tür dann gleich offen, da es hier drinnen immer verdammt stickig ist. Die Haupttür ist nur angelehnt, aber da jetzt ja eh jeder Pause hat, kann ich die getrost so lassen.
Wider meines normalen Verhaltens setze ich mich zuerst auf den Hocker hinter den Drums, drehe mich dann leicht im Kreis, schnappe mir einen der Drumsticks und trommele ein wenig unkoordiniert in der Gegend herum. Aber hey, hier kann ich nichts ausrichten, da ich im drummen irrsinnig scheiße bin. Das kann ich ja mal überhaupt nicht, da bleibe ich lieber bei den Gitarren.
Gesagt, getan. Ich steige vom kleinen Podest und schnappe mir, wie immer, zuerst die Rechtshändergitarre. Die ist diesmal fürchterlich verstimmt und die A-Saite ist gerissen.
„Können die Idioten das nicht selber nachziehen? Ich wette, die liegt schon Tage so herum“, murmle ich, stehe auf und hole eine neue Saite aus einem der Fächer.
Da ich noch einige Probleme im neu aufspannen habe, dauert das jetzt locker zehn Minuten, bis die Saite sitzt und nicht zittert.
Na, ich mache Fortschritte, das letzte Mal bin ich noch locker zwanzig Minuten gesessen. So schnell ich kann stimme ich die Gitarre richtig, stelle sie dann auf ihren vorgesehenen Ständer und verschließe die Halterung.
Danach schnappe ich mir die Linkshändergitarre und fahre mal kurz über die Saiten. Die klingt schon besser, aber immer noch ein wenig angekaut, wenn man mich fragt. Als auch diese anständig klingt, will ich sie schon wieder zurückstellen, halte sie dann aber doch ein wenig unschlüssig in der Hand und denke kurz nach.
Ich weiß, dass ich es will. Es ist eine Gitarre, die will ich immer. Okay, das klingt jetzt vielleicht ein wenig notgeil...
Mit einem Kopfschütteln setze ich mich auf den Boden und stecke die Gitarre an. So viel zu ‚versprochen’. Ich seufze glücklich auf, als meine Finger mal wieder sie Saiten berühren und suche mir noch schnell ein Plek, da ich ohne einfach nicht richtig spielen kann.
Ich wärme mich langsam aber sicher wieder auf, übe ein paar Powerchords, spiele rasch über die Pentatonik und suche mir dann noch mal schnell die Tonleiter in der zweiten Lage. Okay, das ist das Einzige, was ich bescheuert finde. Wer braucht schon Noten, wenn er so was wie Tabs hat?
Na ja, auch schon egal. Ich lege meine Handfläche über die Saiten und warte, dass die Gitarre verstummt. Dann will ich wieder neue Töne greifen, als ich bemerke, dass das Griffbrett irgendwie rot ist. Verwundert fahre ich darüber, verwische das Zeug und merke dann erst, dass ich es bin, der die Gitarre da voll blutet.
Seufzend nehme ich die Hand weg, lege die Gitarre auf meinen Schoß und krame ein Taschentuch aus meiner Hosentasche. Damit mache ich zuerst das Griffbrett und dann mich selber sauber.
Die Wunde ist wohl oder übel wieder aufgegangen, da sie noch nicht vollständig verheilt ist. Außerdem habe ich mir das Handgelenk so beschissen verknackst, dass es jetzt immer noch wehtut. Aber ich spiele trotzdem. Dummheit und so.
Nachdem meine Handfläche aufgehört hat zu bluten, setze ich mich wieder zu der Gitarre und schüttle die verletzte Hand durch. Ein spitzes Stechen zuckt kurz hindurch, dann schwächt es ab.
Ich atme kurz aus und beginne dann, die Gitarre auf Drop C zu stimmen. Jetzt wieder was von Black Veil Brides. Genau.
Als die Gitarre umgestimmt ist, halte ich kurz inne, denke nach, welches Lied ich jetzt spielen will und wähle nach kurzem Nachdenken ‚Perfect Weapon’. Bei dem Song ist vor allem das Solo zum Ende hin so genial, das muss ich jetzt einfach wieder einmal zu spielen versuchen.
Ich lehne mich zum Verstärker, drehe den voll auf und lege mir dann die Gitarre an. Die werden mich dafür schon nicht umbringen, immerhin wird mich hier so oder so niemand hören. Gott segne die Pause!
Der Anfang geht mir noch leicht von der Hand, die Anfangsriffts gehen immer leicht. Beim Refrain kann ich es einfach nicht lassen und fange an, leise mitzusingen. Eines meiner Lieblingslieder von der Band, da es so voller Energie ist und vor allem die Melodie so... episch ist! Ja, ich kann es einfach nicht anders beschreiben, aber die Tonfolgen sind total genial!
Ich beiße mir kurz auf die rausgestreckte Zunge, grinse dann in mich hinein und spiele noch einmal den Prechorus, bevor ich zum Solo übergehe.
Und hier haben wir dann das Problem. Da die Töne so schnell aneinandergereiht sind, muss ich meine Hand ziemlich verrenken, damit ich immer an die passenden Bünde komme. Und an einer Stelle vergreife ich mich jetzt immer, da ich nicht zum Ton komme weil ich die Hand ja nicht anständig verdrehen kann.
Ich verziehe das Gesicht und spiele den Part noch mal. Und noch mal. Und noch mal. Dann fange ich an zu fluchen und spiele die Stelle langsam, was klappt. Dann versuche ich es in Originalgeschwindigkeit und sucke mal wieder ab.
„Fuck, fuck, FUCK!“, fluche ich los.
„Du solltest versuchen, den Mittelfinger ein wenig zu entspannen und dein Handgelenk zu lockern. Dann würdest du leichter dazukommen.“ Ich schrecke hoch und fahre herum. Und wen sehe ich da, lässig in der Tür lehnen? Mr. Ich-habe-Freunde-die-dich-niederfahren-und-das-finde-ich-auch-noch-lustig Hutgesicht.
Leicht entsetzt stehe ich auf, als er auf mich zukommt. Ohne zu denken schnappe ich mir meine Tasche, drücke ‚Brian’ die Gitarre in die Hand und gehe.
„Hey, jetzt warte doch mal!“, ruft er mir hinterher, ich hingegen beschleunige meinen Schritt und laufe direkt aus dem Musiksaal.
„Verdammte scheiße!“, fluche ich los, halte den Blick auf den Boden und gehe irgendwo hin, Hauptsache weg von dem da.
Geil, total geil! Jetzt weiß er es! Jetzt weiß der, dass ich Gitarre spielen kann. Er hat nun mein Geheimnis gelüftet, das ich nur für mich behalten wollte. Er weiß es und wird es erzählen. Und ich? Ich habe nun auch das letzte Stückchen Zacky verloren. Ende der Fahnenstange, das wird jetzt nur noch scheiße.
Warum ich mich so aufrege, nur weil so ein Musiker mich gehört hat? Na ja, wie schon gesagt, ich wollte es nur für mich behalten, wollte es wahren. Jetzt werde ich von dem Kerl sicher ausgelacht werden, weil ich nicht so ‚genial spiele wie er’.
„Scheiße“, murmle ich noch und flüchte dann in den letzten Stock, wo ich mich auf der Terrasse verstecke. Geht’s eigentlich noch schlimmer? Nein? Okay, hab ich mir gedacht...