The Truth Is So Cold

GeschichteRomanze / P18 Slash
09.02.2012
30.06.2014
142
272683
 
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
Hey Leute :)
Ich melde mich heute mal wieder mit einem Chap, dem allerletzten Truth Chap, das ich je geschrieben habe.
(Für alle die jetzt niht so glücklich darüber sind, ich hab noch ein paar Nebenkapitel, keine Sorge :) )
Ich hoffe so sehr, dass es euch gefällt und bedanke mich gleich mal jetzt bei unserem unglaublichen Publikum, das einfach nur klasse ist. Ich liebe euch Leute :)

Wegen nächster Woche muss ich euch noch mitteilen, dass an dem Datum vermutlich kein Kapitel kommt, da wir, o-m-g, Matura schreiben und in der Woche vermutlich andere Dinge im Kopf haben als Kapitel über unsere Lieblingsmusiker xD
Wünscht uns Glück, ich bin ja doch schon ein wenig aufgeregt hier xD

Um aber dennoch ein weiteres Kapitel hochzuladen habe ich es endlich geschafft, das 10te Zusatzkapitel hoch zu laden!
Hier ist es:
http://www.fanfiktion.de/s/5035222e0002392906d00bc8/10/My-Little-Piece-Of-Heaven

Nun dann wünsche ich euch noch eine tolle Woche,
viel Spaß beim Lesen,
Keep Running
xxo Franky und L

141. Kapitel
Zacky POV

„Oh mein Gott, ich muss sterben“, sage ich mit geweiteten Augen und linse dann verstohlen zur Bühne. „Ich muss sterben! Johnny, erschlag mich mit deinem Bass, aber mach es schnell und schmerzlos!“, raune ich, doch der Bassist hört mich gar nicht richtig, da er eher an seinem Gitarrenhals herumkratzt und die Melodie von seinem Lieblingslied summt. Ich meine, ‚if It means a lot to you’ erkenne ich ja wohl...
„Zacky, du stirbst nicht. Wenn du draußen stehst, ist alles gut und du wirst sehen, innerhalb von zwei Minuten verwandelt sich die Aufregung in Adrenalin und dann ist sowieso alles aus“, grinst Matt mich verspannt an. Ich bin jedoch so aufgeregt, dass es mir sogar fast schon egal ist, dass mein Exfreund hinter uns steht und mir den Rücken zugewandt hat...
„Diese Leute haben GELD gezahlt damit sie uns heute sehen, ist dir das klar? GELD! Holy fuck, ich muss sterben. Wenn ich da was versalze... Damn, wir hätten mehr zusammen spielen sollen! Ich kann doch noch so wenig!“, sage ich dann entsetzt in die Richtung von Matt, der Sänger schüttelt aber nur den Kopf und dreht sein kabelloses Mikro in der Hand herum.
„Ach was. In einer Band merkt man die Verspieler nicht so. Nur wenn du dich im Solo verspielst, was, Brian?“, lacht der Sänger. Mein Exfreund reagiert nicht, hat uns immer noch den Rücken zugewandt und starrt starr auf die Bühne. „Na, wie auch immer“, murmelt Matt weiter und versinkt in seinen Gedanken.
Ich atme nur zitternd aus, setze mich dann auf den Boden und zupfe ein wenig an meiner Gitarre herum. Ich habe sie extra noch vor zwei Minuten noch mal gestimmt, trotzdem bin ich so paranoid dass ich es am liebsten gleich noch mal machen würde.
Mit zitternden Fingern spiele ich mich ein, versuche mich auch am ‚Dead!’ Solo und verpatze prompt das Ende. Das hat nur zur Folge, dass ich nur noch nervöser werde. Scheiße, echt jetzt.
Nach einer Weile halte ich es aber nicht mehr aus, stehe auf und stelle mich dann starr hinter Jimmy, da auch die anderen sich schon aufgestellt haben. Jedoch ist das Zittern nicht verschwunden und ich versuche krampfhaft, mich zu entspannen, was überhaupt nicht klappt.
„Hey, komm runter Zack. Das sind maximal neunzig Leute da draußen, Vic und Anhang mit eingerechnet. Das ist, als würdest du vor deinen Großeltern zu Weihnachten spielen“, versucht nun auch Jimmy mich abzulenken.
„Ja, aber ich wollte nie vor Leuten spielen. Und als ich zugesagt habe, dachte ich, dass das noch ein wenig dauern könnte bis wir einen Auftritt bekommen und ich mich da mental drauf einstellen kann“, erkläre ich. „Jetzt könnte ich aber irgendwie kotzen“, gestehe ich noch kleinlaut und drehe meine Gitarre in meinen Händen.
„Das ist immer so, wenn du deinen ersten Auftritt vor dir hast. Ich hab das erste Mal auch fast jemanden mit den Sticks erschlagen“, grinst er und fuchtelt ein wenig unkoordiniert in der Gegend herum. „Aber da du keine Sticks hast, wird dir das nicht passieren. Du könntest lediglich jemanden mit dem Plek das Auge ausstechen, aber dann müsstest du schon total irre Ninjakräfte haben“, scherzt er in der Gegend herum, klopft mir dann noch mal auf die Schulter und dreht sich vor, um Brian mit besagten Drumsticks in die Nieren zu pieksen.
Gerade in dem Moment, als ich sagen will dass sie heute doch ohne mich spielen sollen, geht Matt los und ich werde wohl oder übel vom Drummer mitgezogen. Fuck! Der hat wohl meine Gedanken gelesen!
Mit zittrigen Beinen stolpere ich auf die Bühne und sehe mich dann erst mal um. Eigentlich ist es ziemlich dunkel, doch die Scheinwerfer leuchten mir etwas dumm in die Augen. Ich blinzele verwirrt, bis sich meine Sicht bessert und ich die ersten Gesichter im Publikum erkenne.
Die Personen kenne ich zwar nicht, aber egal. Die starren mich an. Ich atme tief aus, höre wie ein Summen durch den Raum geht und merke, dass meine Gitarre nun am Strom hängt. Da ich ja kein Kabel mehr habe sondern hier alles mit den kabellosen Verbindungssteckern geht muss ich mich extrem umgewöhnen.
Langsam lasse ich mein Plektron über die Saiten fahren und es sehen noch mehr Leute auf. Aufgeregt schüttele ich meine Hände aus, wische sie noch mal verstohlen an meinen Hosenbeinen ab und lege dann die Finger auf die schwingenden Saiten.
„Okay, Leute, ihr kennt uns schon, ich glaube ich muss uns nicht mehr groß vorstellen“, grinst Matt ins Mikro. „Aber da wir heute einen Neuzugang haben, mache ich das doch. Also, am Bass hier haben wir unseren lieben Johnny“, einige Leute fangen an zu Klatschen und vonweiter hört man ein leises ‚JUDAS’! Na, wenn das nicht Vic ist... Das zaubert mir wieder ein Lächeln ins Gesicht. „Dann hinter den Drums unseren werten Herrn Sullivan“, wieder Geklatsche und Jimmy verzieht das Gesicht zu einem fetten Grinsen, während er schon nervös mit den Beinen einen Takt vorklopft. „Und an den Gitarren haben wir Brian, und unseren Neuzugang Zacky!“, stellt Matt auch uns vor. Auch wir werden ‚bejubelt’ und ich werde sogar etwas rot im Gesicht, als sich plötzlich noch mal Jimmy zu Wort meldet.
„Und hinterm Mikro haben wir unseren Mattie. Aber das interessiert hier vermutlich eh niemanden, oder?“, fragt er, ich fange an zu kichern, was man durch das leise eingestellte Mikro vor meiner Nase im ganzen Club hört. Matt verdreht nur die Augen und wendet sich wieder dem Publikum zu.
„Okay, hätten wir das. Aber wir sind ja nicht hier um zu plaudern. Und wenn wir noch länger quatschen wollen manche Leute ihr Geld zurück, also Haner, starte den ersten Song sonst holt uns Dean noch von der Bühne“, lacht Matt, Jimmy klopft schon den Takt für ‚Forgotten Faces’ an und Brian fängt emotionslos an die ersten Noten zu spielen.
Einen Takt zu spät und mit zitternden Fingern steige auch ich endlich in den Song ein und spiele fast den gleichen Part wie Brian, nur damit das Lied damit besser unterstrichen wird.
Ab der Hälfte des Songs werde ich immer entspannter und spiele den Rest fehlerlos hinunter. Und auch beim nächsten Lied geht es ähnlich, nur dass ich da richtig einsteige. Irgendwann erkenne ich dann Josh, hinten bei unserem Stammtisch. Er sitzt da ganz allein und sieht G hinterher, die wiederum versucht Vic einzuholen, die sich zielstrebig den Weg nach vorne bahnt.
Mitten im Song bauen sich die zwei dann vor uns auf und ich versemmele prompt einen Teil, was aber niemand außer mir bemerkt hat. Mit einem Grinsen sieht sie zu mir hoch und zwinkert mir zu, danach starrt sie zu Bri, dann zu Johnny, Matt und schließlich stellt sie sich auf die Zehenspitzen und linst zu Jimmy.
Typisch Frau, echt.
Ich schaffe es sogar leicht aufzulachen, da ich in diesem Moment alles um mich herum vergesse und einfach... glücklich bin.

„Oh mein Gott, das war’s ja wohl jetzt“, raune ich, als ich hinter Matt die Bühne verlasse und zitternd meine Gitarre abgebe, damit man sie mir wieder in meine Tasche steckt.
„Ich sag’s doch. Verdammt, waren wir gut“, plappert Johnny aufgeregt und zieht sich dann das Shirt über den Kopf um sich sein ‚Ausgehshirt’ anzuziehen, wie er es nennt.
„Gut? Alter, wir waren perfekt“, jubelt Matt. „Wer hat jetzt Bock auf ein Bier?!“, ruft er, Jimmy nuschelt was zustimmendes, Bri nickt gedankenverloren und auch Johnny scheint begeistert zu sein. Nur ich verziehe kurz das Gesicht.
„Ich weiß nicht, ich wollte jetzt eigentlich schon nach Hause gehen“, sage ich, Matt sieht mich verwundert an.
„Ah, und warum?“, fragt er, ich sehe zu Boden.
„Na ja. Einfach so halt“, sage ich, er nickt und dreht sich um, vermutlich um mit Jimmy zu reden. Brian ist schon verschwunden, Gott weiß wo er sich hinverkrochen hat. Aber es soll mir recht sein, sonst müsste ich ihn eh nur traurig angaffen und auf das habe ich nach so einem Adrenalinrausch keine Lust...
Stummschweigend gehe ich deshalb schon mal mit meiner Gitarre unter dem Arm den Backstagebereich hinunter, um dann später noch mal zurückzukehren. Aber zuerst sollte ich meine Gitarre mal im Auto meiner Mutter verstauen, das ich mir heute mal großzügigerweise ausleihen durfte. Da ich sowieso noch mal zurückkommen würde, sage ich auch den anderen nicht dass ich jetzt verschwinde, sondern gehe einfach.
Als ich gerade die Tür zuwerfe und die kalte Nachtluft genieße, stolpert Johnny plötzlich aus dem Club und sieht sich gehetzt um. Als er mich sieht, kommt er auf mich zugelaufen.
„Zacky, ich hab’ dich noch mal gesucht. Warum haust du einfach so ab?“, fragt er verwundert, ich schüttele den Kopf.
„Ich wollte eh noch mal zurück, um tschüss zu sagen“, meine ich, er schüttelt den Kopf, packt dann meine Hand und zieht mich mit sich.
„Du musst dir das einfach ansehen“, murmelt Johnny und zieht mich ins Publikum. Verwirrt versuche ich, mich seinem Griff zu entreißen, was irgendwie nicht so zu klappen scheint. Scheiße, bin ich ein Schwächling.
Und dann merke ich, was er mit ‚das’ gemeint hat. Auf der Bühne sitzt Brin vor einem Klavier und legt grade seine Finger auf die Tasten. Er räuspert sich noch mal leise, senkt dann den Blick und fängt an zu spielen.
Und wider Willen klappt mir der Mund leicht auf. Ich habe nicht gewusst, dass er Klavier spielen kann. Und vor allem habe ich nicht gewusst, dass er SO Klavier spielen kann. Denn das hier ist nicht schlecht. Das ist... genial.
Tja, und dann fängt er an zu singen.
„Your hazel green tint eyes watching every move I make“, singt er mit zitternder Stimme und sieht starr gerade aus auf die Tasten, während er weiter spielt. Ich selber schaffe es nicht mal mehr zu blinzeln. Es geht um mich. Ganz eindeutig. Hallo, um wen soll es hier sonst gehen? Mit großen Augen starre ich Brian an, versuche zu verstehen. Warum tut er das? Und warum tut er das... für mich? Ich meine... wenn ich mich nicht recht täusche, habe ich ganz hinten sogar seine Eltern entdecken können. Und wenn Jimmy Recht behalten sollte und seine Mom wirklich homophob ist, dann...
„You’ve been there from the start for me. And your love’s always been true as can be. I give my heart to you. I give my heart ’cause nothing can compare in this world to you“, haucht Bri schließlich ins Mikro und senkt den Blick. In meinem Hals bildet sich ein Kloß und ich versuche schwer zu schlucken, was nicht klappen will. Ganz im Gegenteil, denn eigentlich wird mir gerade irgendwie schlecht.
„And we have gone through good and bad times. But your unconditional love was always on my mind. You’ve been there from the start for me, and your love’s always been true as can be“, wiederholt er noch mal die Zeile von früher, sieht jedoch kein einziges Mal ins Publikum, während ich ihn nur sprachlos beobachte.
Johnny neben mir ist verschwunden und auch die restliche Welt verschwimmt zu einer bunten Masse, als Brian die letzten Töne ausklingen lässt und zitternd die Augen schließt, während die Menschen um mich herum zu applaudieren anfangen. Mit einem leichten Lächeln und einem traurigem Blick steht Brian auf, verbeugt sich leicht vor seinem Publikum und verschwindet dann Backstage.
Ich brauche zwei, drei Augenblicke, bis ich mich wieder fasse. Und dann schalte ich blitzartig. Ich muss hier raus. Sofort.
Mit schnellen Schritten eile ich durch die Menge, schubse hier und da ein paar Leute weg und ‚prügele’ mich so zum Backstageaufgang durch. Gehetzt mache ich die Tür auf, weise mich mit meinem ‚Ausweis’ noch mal bei dem Kerl aus, der da immer steht und wie’s aussieht nichts zu tun hat, und gehe weiter.
Wenn ich das richtig mit der Zeit im Kopf habe, dürfte Bri gerade vom Vorbereich verschwinden und genau jetzt hier um Flur vor mir stehen.
Und eigentlich ist es ja schon richtig lächerlich, dass genau in dem Moment die Tür aufgeht und ein etwas sehr mies aussehender Brian in den Flur wankt. Ohne mich zu sehen lehnt er seine Stirn an die Wand ihm gegenüber und kneift fest die Augen zusammen.
„Scheißdreck verdammter“, flucht er verzweifelt und stützt sich ab, nur um den Kopf noch mal direkt gegen die Wand zu pfeffern. „Scheiße“, murmelt er noch mal, hat mich noch immer nicht bemerkt.
Und nun gehe ich die letzten vier großen Schritte auf ihn zu, tippe ihn an die Schulter und sehe ihm dann fest in die Augen, ehe mir alles aus dem Gesicht fällt und ich ihm um den Hals falle, nur um ihn fest zu umarmen.