The Truth Is So Cold

GeschichteRomanze / P18 Slash
09.02.2012
30.06.2014
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Dieses Kapitel
4 Reviews
 
 
Hallöchen! ^-^

Mehr oder weniger pünktlich bin ich wieder da, zwar immer noch etwas angeknackst, aber... well, was muss, das muss. Danke außerdem an alle, die mir nochmal Gute Besserung gewünscht haben :3
Mehr Shit gibt's wie immer hier: http://insidethetruthissocold.blogspot.com/2012/03/12-never-let-sullivan-drive-your-car.html
Und ich sag gleich, Reviews, die nach morgen Mittag geschrieben werden, kann ich erst am Donnerstag beantworten, weil ich bis Mittwochabend in Venedig bin (; Also nicht wundern, Leute.

Stay dangerous & zerlegt nichts, während ich weg bin :D
Lina & Franky (die ist btw da, also wer was braucht kann sich auch an sie wenden^^)



12. Kapitel
Brians POV

„Okay, wer hat den ersten Aufschlag?“ Fragend sehe ich Matt an, und er nickt mir bestätigend zu. Yay.
„Wir“, rufe ich in Mias Richtung, und im nächsten Augenblick segelt mir schon der Volleyball entgegen. Geschickt fange ich ihn aus der Luft und latsche gemütlich zur hintersten Feldabgrenzung, um den Ball gekonnt ins gegnerische Feld zu spielen. Ich liebe Volleyball nach der Schule einfach, muss ich zugeben. Man muss sich einfach nur vorstellen, der Ball wäre der Kopf eines Footballers… Wundervolle Wutbewältigung.
Gespannt beobachte ich, wie das gegnerische Team drei Mal im Feld hin und her spielt und der Ball dann wieder zu uns geflogen kommt. Zu meinen Seiten schreien sowohl Matt als auch G, dass sie den nächsten Schlag übernehmen und stürzen sich mit vollem Elan beide auf die Kugel. Wenn man jemanden braucht geht keiner zum Ball und dann gleich beide, war auch so klar…
Das Nächste, was ich höre, ist ein erstickter Schrei der Italienerin, dann ein leises Knacken und das Geräusch von zwei Körpern, die in den Sand fallen. Geschockt fahre ich herum und starre das Menschenknäul am Boden an, ohne zu realisieren, was passiert ist. Doch als G sich mit kreideweißem Gesicht unter Matts Oberkörper hervorschiebt und versucht, ihn krampfhaft hochzuhieven, wird mir klar, dass das hier kein Spaß mehr ist.
Sofort bin ich bei meinem besten Freund und helfe der Italienerin, ihn aufzusetzen. Sie selbst sieht aus wie ein Sandmonster, da ihr das Zeug überall klebt, und ich registriere besorgt, dass sie das Gesicht verzieht, als sie ihre Hüfte bewegt.
„Fuck“, zischt Matt schmerzerfüllt neben mir und bekommt sofort wieder meine ganze Aufmerksamkeit. Mit zusammengebissenen Zähnen beugt er sich vor und fährt langsam über die jetzt schon leicht angeschwollene Haut seines linken Knöchels, zuckt aber sofort wieder zurück.
„Scheiße“, murmle ich und winke Elena zu mir, die mir noch am stärksten von den Mädchen vorkommt. Mit vereinten Kräften schaffen wir es, meinen besten Freund wieder auf die Beine zu stellen, und auch G kommt irgendwie vom Boden auf.
„Oh mein Gott, Matt, es tut mir Leid“, setzt sie an, doch er winkt nur mit schmerzverzerrtem Gesicht ab.
„Mach dir keinen Kopf, G, das hätt‘ jedem von uns passieren können“, presst er hervor und ich werfe mir seinen rechten Arm über die Schulter. Aber… meine Fresse, ist der schwer. Ich spüre zwar, dass Matt sich bemüht, auf seinem gesunden Bein zu stehen, doch der Großteil seines Gewichts ist trotzdem auf mir. Lange kann ich ihn bestimmt nicht tragen, soviel steht fest...
Plötzlich macht G einen Schritt an die Seite meines besten Freund, hebt seinen anderen Arm über ihre Schultern und schlingt einen Arm stützend um seine Hüften. Dankend sehe ich sie an, doch sie verzieht nur schuldbewusst das Gesicht und greift zaghaft nach Matts Hand.
„Dann… let’s go, Mädels“, seufze ich gespielt enthusiastisch und bewege mich in stummem Einverständnis mit Matt und G irgendwie in Richtung Schularzt. Wir können nur beten, dass er noch da ist und nicht wie immer schon um eins abgehauen ist. Eigentlich schon schön, wenn man bei seinem Job um elf kommt und zwei Stunden später wieder nachhause gehen kann, während sich die Schüler vor der ersten Stunde gegenseitig die Köpfe einschlagen und am Nachmittag beim Footballtraining eine Runde Saw II nachgespielt wird…
Mit einiger Kraftanstrengung schaffen wir es irgendwie, Matt halbwegs sicher zur Krankenstation zu bringen, die Gott sei Dank nicht so weit von den Sportplätzen entfernt ist. Und wir haben Glück – der Schularzt, dessen Name ich nach vier Jahren auf der Schule immer noch nicht kenne und ehrlich gesagt auch nicht wissen will, kommt uns gerade mit seinen Autoschlüsseln in der Hand entgegen. Haha, nix da mit frühem Feierabend, denke ich und grinse etwas in mich hinein, während ich Matt irgendwie auf die weiße Krankenhausliege in der kleinen, hellen Kammer zuschiebe.
„Also, was ist passiert?“ ist so ziemlich das Erste, was wir gefragt werden, als der Schularzt halbwegs bemerkt hat, dass hier ein Verletzter zu behandelnd ist, der in seinen Arbeitsbereich fällt. G lässt sich mit schuldigem Blick auf die Ecke von Matts sicherlich enorm bequemer Ruhestätte sinken und sieht mich an, und ich seufze leise. Das war ja wieder so klar.
„Ein kleiner Volleyballzusammenstoß.“, erkläre ich knapp und sehe vielsagend auf Matts Fuß. Meine Güte, der Typ ist ja jetzt schon unfähig… wetten, er schickt uns sowieso ins Krankenhaus.
Mit einem Blick wie ein irrer Wissenschaftler, der einen seltenen Käfer begutachtet, beugt der „Arzt“ sich über Matts Knöchel und begutachtet ihn von allen Seiten. G sieht mich etwas skeptisch an, und auch bei mir stellt sich keine wirkliche Begeisterung über die kreative und effektive Behandlungsmethode des Typen ein. Ganz ehrlich, Fachkompetenz sieht in meinen Augen anders aus…
Plötzlich streckt der Arzt seinen Finger aus und piekt Matt sanft in den Fuß, woraufhin er sich sichtlich bemühen muss, nicht die halbe Schule zusammenzuschreien. Trotzdem entweicht ihm ein Zischen und sein Gesicht wird noch weißer, als es eh schon ist.
„Tut das weh?“, fragt der Schularzt ihn scheinheilig, woraufhin er nur ein „Verdammte Scheiße, ja!“ von meinem besten Freund und ein abfälliges Schnauben von mir bekommt. Kurz sieht er sich den Knöchel noch mit diesem irren Blick an, dann entfernt der Typ sich von Matt und zückt sein Handy.
„Was machen Sie da?“, mischt G sich etwas sauer ein und sieht den Kerl an, der nur überrascht zurückstarrt.
„Er muss ins Krankenhaus, das könnte gebrochen sein“, sagt der Arzt leise und ohne auf die Frage der Italienerin einzugehen, und ich atme laut aus. No shit, Sherlock! Schon mal was von Erstversorgung gehört?
„Hätten Sie vielleicht Krücken oder sowas?“, frage ich bemüht ruhig und bekomme sogar ein Nicken von ihm.
„Könnten Sie sie uns vielleicht bis morgen borgen? Wir bekommen ihn sonst nie zum Auto…“, rede ich weiter. Meine Güte, jeder normale Mensch hätte schon längst gecheckt, was ich will...
„Ich rufe einen Krankenwagen“, gibt er von sich, und ich schlage mir mental mit der flachen Hand auf die Stirn. Oder besser, gleich dem Typen vor mir…
„Das machen wir schon, wenn Sie uns die Krücken geben“, presse ich zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor, und der Arzt sieht mich verwundert an.
„Was ist denn mit Ihrer Nase passiert?“ Okay. Was zum Arsch hat der Mann denn für Gedankensprünge?
„Boden geküsst. Kriegen wir jetzt die Krücken oder nicht?“ Unbewusst greife ich an meine Nase, die etwas angeschwollen ist. Eigentlich ärgere ich mich immer noch, dass Baker da so herumgesessen hat. Aber was soll man tun, er hat sich ja entschuldigt und mir sogar Taschentücher geschenkt. Was will man mehr in einem Haus voller Idioten…
„Ja ja, schon gut…“, murmelt der Anführer besagter Individuen und beginnt, in einer vollgestellten Ecke des Zimmers nach den gewünschten Gegenständen zu suchen. Ich tausche einen entnervten Blick mit G, die die Augen verdreht, bevor sie Matt hilft, sich auf die Kante des Bettes zu setzen und sich eine Packung Schmerztabletten vom Tisch neben sich klaut.
Grinsend gebe ich ihr ein Daumen-Hoch, als sie das Päckchen in ihrer Shortstasche verschwinden lässt, bevor sie unserem geliebten Arzt die quietschgelben Krücken aus der Hand reißt, um sie Matt zu geben.
„Geht’s?“, fragt sie ihn leise, doch er nickt nur und stemmt sich mit zusammengebissenen Zähnen von der Liege hoch.
„Wir bringen die Krücken morgen wieder vorbei“, sage ich noch in die Richtung des Arztes, dann nicke ich noch ein letztes Mal und gehe hinter einer humpelnden G und einem fluchenden Matt ganz normal aus dem Zimmer.
„G, kannst du vielleicht unsere Sachen holen und Jimmy Bescheid sagen?“, wende ich mich an meine beste Freundin und sehe sie bittend an. Sofort nickt sie und sprintet irgendwie in Schonhaltung in Richtung Turnsäle zurück, dreht sich aber schon nach wenigen Metern wieder zu mir um.
„Brian?“
„Ja?“
„Fang!“ Lächelnd wirft sie mir die Schmerztabletten, die sie geklaut hat, zu und verschwindet um die Ecke, während ich ihr nachgrinse. Ehrlich, manchmal ist sie einfach nur cool…
Mit einem besorgten Blick wende ich mich wieder Matt zu, der immer noch fluchend neben mir steht und seinen Fuß ansieht.
„Kannst du eigentlich immer noch so gut Tabletten ohne Wasser schlucken? Ich hab grad keins da…“, gebe ich nach einer Weile von mir und halte ihm die Schachtel in meiner Hand hin, die er dankend nimmt.
„Klar kann ich, nur her mit dem Stoff…“, grinst mein bester Freund gequält und öffnet die Packung, während ich ihn beobachte. Nicht, dass er mir noch umkippt oder so… Allein krieg ich den nämlich nicht mehr auf die Beine, so viel steht fest. Ich sehe ihm zu, wie er schnell eine Tablette herausdrückt und sie ohne irgendwelche Beipackhinweise zu lesen schluckt, bevor er die Schachtel einsteckt und seine Krücken nimmt.
„Und? Siehst du schon pinke Einhörner und ich hab drei Kopfe oder so?“, grinse ich ihn halbherzig an, als er beginnt, sich mithilfe der gelben Plastikdinger in Richtung Parkplatz zu bewegen.
„Ha ha, Haner, hol mal ein Brecheisen. Der Witz klemmt“, zischt Matt zurück und verdreht die Augen. Er sollte eher aufpassen, dass die Krücken nicht zusammenbrechen unter seinem netten Schrankkörper…
Irgendwie und in einem Schneckentempo deluxe schaffen wir es schließlich aber doch, ohne einen brutale Plastikmord bei Carrie anzukommen, wo Jimmy schon mit drei Sporttaschen und einer ziemlich tot aussehenden G, die fast auf Matts Wagen liegt, steht.
„Geezy, sollen wir dich gleich mitnehmen?“, frage ich sie, doch sie schüttelt nur den Kopf und stellt sich wieder normal neben Jimmy, der demonstrativ an meiner schwarzen Tasche riecht.
„Damn, Bri, du solltest das Zeug mal wieder waschen. Ist ja nicht auszuhalten hier…“
„Jimbo, da ist nicht mal was drin bis auf meine Jeans und mein Shirt, denn wenn du mich angesehen hättest, wüsstest du, dass ich mein Sportzeug anhabe…“, gebe ich nur von mir und helfe Matt, sich halbwegs bequem auf die Rückbank zu pflanzen.
„Warum sollte ich dich ansehen?“, fängt er wieder an. „Ich weiß ja eh, wie du aussiehst…“
„Wäre schlimm, wenn nicht“, grinse ich und werfe unsere Taschen, die mein bester Freund mir hinstreckt, neben Matts gesundes Bein auf den Boden des Autos. Ich wollte schon immer einmal eine Jeans haben, die nach altem Bier stinkt…
„Fährst du?“, frage ich dann schnell und rutsche schon auf den Beifahrersitz, als Jimmy mich säuerlich ansieht.
„Na ganz klar, Brian. Damit ich wieder eine Katze oder so zusammenführe…“, macht er dann, nimmt aber trotzdem Matts Autoschlüssel aus seiner Hosentasche – wie die da hinkommen, will ich gar nicht wissen – und geht um den Wagen herum.
„Nö, denk nicht“, gebe ich von mir, als er sich neben mir auf den Sitz fallen lässt und alle Fenster des Wagens herunterlässt. „Diesmal wird’s schon was Größeres sein.“
„Ha ha, Haner“, brummt er nur sauer und schließt mit einem Knall seine Türe, während Matt am Rücksitz leise lacht.
„Ich geh dann mal, Jungs“, ruft G mir durch mein Fenster zu, ich grüße sie schnell und sehe ihr dann kurz hinterher, während Jimmy konzentriert Carrie startet.
„Sullivan, wenn du meinem Auto auch nur einen Kratzer zufügst, kastrier ich dich“, knurrt Matt von der Rückbank, und ich fange an zu kichern. Und ja, ich kichere, denn… so zum Lachen ist das dann doch wieder nicht.
„Wird schon nix passieren“, stöhnt mein bester Freund leicht genervt und beginnt, ohne zurückzuschauen nach hinten auszuparken, als plötzlich ein Ruck durchs Auto geht und jemand mit einem dumpfen Schlag zu Boden fällt.
„Wie gesagt, diesmal wird’s was Größeres als eine Katze…“, kann ich mir nicht verkneifen, als Jimmy panisch den Motor abstellt und mit kreidebleichem Gesicht die Autotür aufreißt.
Mit einem entschuldigenden Blick in Matts Richtung, der mich ziemlich groß anstarrt, folge ich ihm und latsche um das Auto herum, bemüht, das überfahrene Etwas nicht auszulachen. Denn fuck, damit werde ich Jimmy noch ewig aufziehen…
Dieser steht mit etwas geschocktem Blick hinter dem Auto und starrt auf den Boden vor sich, als ich mich gespannt zu ihm geselle. Interessiert beuge ich mich neben ihm vor und sehe sofort in zwei grüne Augen, die mich erschrocken und wütend zugleich anstarren.
Warte mal, die Augen kenn ich doch irgendwoher… Schnell lasse ich meinen Blick über den Typen gleiten, der natürlich kein anderer als Baker ist. Also das Opfer, nicht der Footballer. Der hätte mich und Jimmy auch schon längst an eine Wand geknallt und uns mit seiner ach-so-hübschen Faust bekannt gemacht…
Bakers kleine Freundin, die neben ihm kniet und ein Taschentuch für seine blutende Hand aus ihrer Tasche kramt, setzt gerade zu einer Schimpftirade an, als er ihr das Wort abschneidet. „Also das ist mal eine nette Art, sich für Taschentücher zu bedanken“, zischt er bissig und stemmt sich mit seiner gesunden Hand hoch. Etwas verloren und ziemlich schief bleibt er vor uns stehen und sieht kurz zu mir auf, dann schnappt er sich mit der blutigen Hand seinen Rucksack und wendet sich humpelnd zum Gehen.
„Verfickte Drecksäcke“, höre ich seine Freundin murmeln, dann wuselt sie ihm hinterher, und ich beginne, leise zu lachen.
„Was?!“, schnauzt Jimmy mich an, und ich lache nur noch lauter, kriege mich gar nicht mehr ein.
„Scheiße, Jimbo“, bringe ich schließlich doch heraus und sehe ihn mit Lachtränen in den Augen an. „Du hast grade ernsthaft Baker angefahren!“