The Truth Is So Cold

GeschichteRomanze / P18 Slash
09.02.2012
30.06.2014
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Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
Schönen Abend, meine Damen (und Herren?) :)

Heute habe ich Ihnen ein weiteres Countdownkapitel anzubieten, garniert mit pseudokreativen Wortspielen auf einigen Flüchen und hoffentlich begleitet von dem einen oder anderen Lacher.
Und übermorgen um die Zeit ist gerade Einlass, aaaargh *-*

Das ist hier by the way das letzte Mal, dass ihr vor dem Konzert was von mir hören werdet - am Dienstag gibt's Bilder, sollte ich was halbwegs Anständiges fabrizieren :D
Und wenn ihr auch in Wien seid und ein eher kleines Etwas in grauer Jeans und schwarzem A7X-Shirt sehen solltet, das noch dazu braune Haare mit einer blonden Strähne und eine Brille hat und in Begleitung von einem dunkelhaarigen Typen und einem kleinen Lockenkopf ist - sagt einfach Hi :D

So far, ich wünsche euch viel Spaß mit unsrem Skikurschaos hier, man schreibt sich am Dienstag :3
Stay fucking dangerous,
Lina & F


112. Kapitel
Brians POV

„Heilige Scheiße, bin ich fertig“, gebe ich leise von mir, als ich die Schuhbindung meines Snowboards löse, zugegeben etwas unkoordiniert in den Schnee stolpere und mir dabei fast mit einem von Zackys Skistöcken ein Auge aussteche. Zacky, der neben mir natürlich komplett elegant seine Ski abschnallt, fängt erst einmal an zu lachen, als ich leicht mit den Armen rudernd versuche, halbwegs gerade auf dem gefrorenen Boden unter meinen Füßen zu stehen. Danke für die Unterstützung, liebster Herr Ich-bin-Kanadier-und-tu-so-als-wär-ich-auf-Ski-geboren Baker… Arschloch.
Dass er aber nicht der einzige ist, der meine unglaublichen Gleichgewichtskünste zu schätzen weiß, wird schnell klar, als ich ein altbekanntes, gackerndes Lachen hinter mir vernehme. Super, jetzt kommt der auch noch daher!
„Halt die Fresse, Sullivan“, rufe ich in die ungefähre Richtung, in der ich meinen besten Freund vermute, dann hebe ich mein Snowboard auf, befreie es etwas von verirrten Schneeflocken und mache mich hinter Zacky auf in Richtung Skikeller. Und dann duschen, oh mein Gott…
Dass mein Traum von warmem Wasser aber noch etwas warten muss, wird mir schnell klar, als mich etwas Kaltes, Nasses zielsicher im Nacken trifft.
Ein Schneeball.
Aus verdammtem Pulverschnee!
Und ich kann mir nur eine Person vorstellen, die imstande ist, so genau und gemein zu zielen.
„JIMMY!“, brülle ich auf, was ein paar Typen aus meiner Gruppe dazu bringt, mich seltsam im Vorbeigehen anzustarren. Zacky, der schon einen netten Vorsprung von ein paar Metern hat, dreht sich mit einem fragenden Blick um, doch da lasse ich schon mein Snowboard fallen und starte in die Richtung davon, aus der wir gerade gekommen sind. Brian sinnt auf Rache, und damit ist nicht zu spaßen!
Im Laufen bücke ich mich etwas und sammle in meiner rechten Hand etwas Schnee vom Boden auf, den ich schnell – und so weit es mit Pulverschnee eben möglich ist – zu einem kleinen Ball zusammendrücke. Immer noch an den anderen Schülern vorbeistapfend – was mit meinen Snowboardschuhen bestimmt gefährlich nach einem Aushilfsclown mit Gewichtsproblemen aussieht – visiere ich mein Ziel an – und werfe.
Direkt dem 2-Meter-Typen mit dem beigen Anorak, der gerade etwas panisch seine Skistöcke in die Luft wirft und damit fast G neben sich erschlägt, ins Gesicht.
Strike!
„Na warte, Haner!“, knurrt das eingeschneite Etwas, aka James Owen Sullivan, durch eine Schicht Schnee zu mir herüber, doch ich bleibe nur vor ihm stehen und fange an zu lachen.
„Was willst du mir antun, Yeti? Mich mit deiner flauschigen Fellkapuze ersticken, damit das Kaninchen nicht umsonst gestorben ist?“, kann ich mir nicht verkneifen, und G fängt an zu lachen, während sie ihre Ski zusammensteckt. Doch gerade als ich ihr meine Hand zu einem High-Five hinstrecken will rutscht mir plötzlich der Boden unter den Füßen weg und ich lande rücklings im Schnee.
„Verdammte Kacke“, fluche ich und taste wie eine alte Frau mit Hexenschuss nach meinem Steißbein, das sich meiner hypochondrischen Meinung nach stark geprellt anfühlt. „Sag mal, hast du mir gerade ernsthaft deine beschissenen Stöcke in die Hacken gehauen?!“
„Das war für das Kaninchen“, gibt Jimmy nur ganz unschuldig von sich, streckt mir aber gnädigerweise seine Hand entgegen, um mich aufzuziehen. Kurz ziehe ich in Erwägung, das Angebot anzunehmen, doch dann packe ich einfach seinen Unterarm und ziehe ihn so fest zu mir hinunter, dass Jimmy mit einem seltsamen Quietschlaut das Gleichgewicht verliert und neben mir in den Schnee kracht. Ach, doch nicht so standfest, unser Pistenhäschen…
„Du Arsch!“ …aber dafür umso ungenierter. Ups.
Hektisch scharre ich mit beiden Händen einen kleinen Schneehaufen zusammen, doch mein bester Freund ist schneller – und klebt mir im nächsten Moment eine ganze Handvoll von dem weißen Pulverzeug ins Gesicht. Verdammt!
Während er sich jedoch noch königlich den Arsch ablacht revanchiere ich mich allerdings schon, indem ich ihm eine Ladung Pulverschnee in seinen Jackenkragen stecke. Nimm das, Sullivan! Und außerdem, wer nicht weiblich, vollbusig und Almhüttenkellnerin ist, sollte beim Wintersport eindeutig keinen Ausschnitt tragen…
„Woah, du mieser, kleiner…“, gibt Jimmy in seiner besten Homer-Simpson-Fake-Manier von sich, dann stürzt er sich erst recht auf mich. Eine Weile rollen wir lachend, tretend und Schnee spuckend am Boden herum, beide bedacht, dem anderen weit genug auszuweichen, um einer netten, kleinen Einreibaktion zu entgehen. Der ganze, zugegebene verdammt kindische und hirnverbrannte, Spaß hat allerdings ein Ende, als wir mitten in einer Rolle auf die Seite gegen etwas stoßen. Etwas Massives, Grünes und nicht besonders Amüsiertes, das sich nach näherer Betrachtung als das rechte Bein von Jimmys Sportlehrer herausstellt.
„Aufstehen, alle beide!“, bekommen wir im nächsten Moment äußerst freundlich an den Kopf geworfen, woraufhin wir uns irgendwie den Schnee vom Gewand klopfend wieder auf die Beine stellen. Okay, wenn das jetzt mal kein Fail wird…
„Habt ihr irgendwelche Probleme miteinander?“, will der Sportlehrer in seinem froschgrünen Skianzug wissen, und ich schüttle nur den Kopf. Nur, dass ich da nicht mit meinem besten Freund gerechnet habe.
„Er hat gesagt, ich sehe aus wie ein Yeti!“, gibt Jimmy beleidigt von sich, und handelt sich zwei gleichermaßen verwirrte Blicke ein.
„Okay, hast du… äh, dazu was zu sagen?“, seufzt der Lehrer etwas überfordert, doch ich schüttle nur den Kopf und verkneife mir krampfhaft das Lachen.
„Dann ab ins Quartier, in einer Stunde gibt’s Abendessen!“, weist er und zum sechsten Mal an dem Tag auf unseren Essensplan hin, dann trottet er mit seinen Skiern unterm Arm davon. Kurz bilde ich mir ein, einen Kommentar wie „So ein Kindergarten“ zu hören, dann zwickt Jimmy mich fest in die Seite und fängt lauthals an zu lachen.
„Scheiße, was war das denn gerade?“, bringe ich noch heraus, bevor ich mich ihm anschließe. Halbwegs einträchtig – und mit Schnee ÜBERALL, oh Wunder – machen wir uns auf den Weg zu Zacky und G, die ein paar Meter von uns entfernt im Schnee stehen und gnädigerweise unsere Ausrüstungen zusammengesucht haben. Was würde ich nur tun, wenn ich die zwei und ihre Gutmütigkeit nicht hätte… okay, im Moment wahrscheinlich rennen, weil mir drei Mal sowas Fanatisches wie Jimmy an den Fersen kleben würde.

„Und, wie war euer Nachmittag so?“, frage ich eine halbe Stunde später in die Runde, bevor ich mich neben meinen Freund auf eins der Sofas, die im Hauptzimmer seines Appartements stehen, fallen lasse. Da Vic und er die einzige Wohnung haben, die idiotenfrei ist, ist der Platz hier recht schnell zu einem allgemeinen Treffpunkt geworden – was auch schon zu etwas Verwirrung geführt hat, als Vic nur in Unterwäsche summend aus der Dusche gekommen ist und plötzlich ich hier herumhing. Wenn ich so drüber nachdenke hab ich außerdem bis jetzt keinen blassen Schimmer, wie ich überhaupt hier hereingekommen bin… Das ist in der Hysterie, die Jimmys Ex veranstaltet hat, aber auch gründlich untergegangen. Angry Diva Problems vom Feinsten!
„Anstrengend, aber cool“, antwortet G mir in dem Moment vom Sofa gegenüber, wo sie es sich in einem dunkelroten Strickpullover neben Matt gemütlich gemacht hat. „Und man will es nicht glauben, aber ich hab nur drei Stürze gebaut. Zwei davon zwar im Stehen, aber ja… neuer Rekord!“
Neben mir fängt Zacky an zu lachen, und ich lege ihm grinsend einen Arm um die Schulter. Wie selbstverständlich rückt er etwas näher zu mir und kuschelt sich in meine Seite, was Jimmy nur mit einem Augenverdrehen kommentiert. Hey, Mister, wir könnten hier auch den letzten Samstag wiederholen… und im nächsten Flieger nachhause sitzen, wenn das irgendein Lehrer mitbekommt. Was auch der Grund ist, warum Zacky und ich versuchen, uns so gut wie möglich voneinander fernzuhalten – oder zumindest in unserem alten, jugendfreien Schema zu bleiben. Und ja, das ist schwerer gesagt als getan, wenn man erst einmal diese ganzen Bilder im Kopf hat.
„Ich bin immer noch sturzfrei“, gibt Jimmy gerade von sich, was die Italienerin aber nur zum Kichern bringt.
„Wenn man von deinem Rendezvous mit diesem Liftpfosten absieht… und dieser wunderschönen Pirouette… ach ja, und dem Ich-fahr-nach-dem-Hügel-jetzt-einfach-mal-auf-dem-Hintern-sitzend-weiter-ins-Tal… ja, dann schon“, grinst sie ihn an, und er streckt ihr gespielt sauer beide Mittelfinger entgegen.
„Wir haben gesagt, darüber wird geschwiegen, du Verräterin!“
„Ach, mach dir nix draus. Mich hat Brian in den letzten Stunden ganze sieben Mal über den Haufen gefahren“, mischt Zacky sich ebenfalls in die Diskussion ein, und ich ziehe den Kopf ein. Uh, Mist, er zählt das ja sogar noch mit…
„Zu meiner Verteidigung, da war Eis!“ Wow, Brian, wie unglaublich kreativ deine Ausreden heute nur sind. Damit kann man ja fast schon Geld verdienen!
„Hmm, ich will dich ja nicht in deinem Weltbild erschüttern, Bri… aber das hat Winter irgendwie so an sich“, macht mein Freund in verarschendem Tonfall neben mir, und ich schlage mir theatralisch die Hand vor den Mund.
„Heilige Scheiße, nein! Wie ist das nur möglich, Dr. Baker?!“
„Ein kanadisches Klimaphänomen, würde ich meinen“, gibt er in seinem besten herablassenden Tonfall zurück, wofür er sich einen leichten Schlag auf den Hinterkopf einhandelt.
„Du bist blöd.“
„Du auch.“
„Seid ihr beide, und jetzt kuschelt weiter. LEISE.“, kommt der erste Kommentar des Nachmittags von Vic, und Johnny nickt bekräftigend. „Ich bin außerdem wirklich sturzfrei, da es keine Idioten gibt, die auf einmal von irgendwo ober mir meinen Namen schreien. Wirklich, es lebt sich ganz schön gemütlich ohne solchen Schwachsinn!“
Dass sie auf der einen Sache auch so herumreiten muss… Matt scheint es jedenfalls zu amüsieren, da er leise zu lachen beginnt und dann hinter mir auf die Uhr sieht.
„Wann glaubt ihr gibt’s endlich was zu futtern?“
„In einer Viertelstunde“, geben G, Johnny und ich gleichzeitig und in ähnlich genervten Tonfällen zurück, was erst einmal kollektives Gekicher auslöst.
„Also könnten wir eigentlich schon hinuntergehen?“, hakt unser Sänger nach, bekommt aber nur ein „Jetzt nicht“, diesmal von Jimmy, an den Kopf geworfen. Mattie gegen die Welt, heute um 18:15… aber eins muss man wirklich sagen. Wenn das Essen jetzt so gut ist wie gestern, kann Zacky mich am Ende der Woche mit seinem Gepäck zusammen in den Flieger rollen.