The Truth Is So Cold

GeschichteRomanze / P18 Slash
09.02.2012
30.06.2014
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272683
 
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
Hey Ho, Folks!

Ich hoffe, ihr könnt euch noch an den Schluss des letzten Kapitels erinnern - ja, der wird jetzt noch mal wichtig. Und ich geh mich jetzt etwas beschämt in eine Ecke verkrümeln. husthust. Aber natürlich nicht, ohne einen fetten Blogeintrag dazulassen, und noch was ganz, ganz, ganz Wichtiges:

HAPPY BIRTHDAY JOHNNY fucking CHRIST ♥
Stay awesome, our beloved midget, see ya soon!

& wie immer mehr der Lobeshymnen im Blog. Und etwas an Hintergrundinfos, yay!

>> http://insidethetruthissocold.blogspot.co.at/2013/11/11o-doing-time-d.html

Stay dangerous & äh, viel Spaß :D
Lina & F


110. Kapitel (alias der Grund, warum plötzlich das Rating der Story so hoch ist!)
Brians POV

Der Rest des Abends vergeht eigentlich halbwegs ruhig, da Matt Johnny mit einer Runde Shots ruhiggestellt hat, seine neue Freundin irgendwann einmal entengesprächbedingt von unserem Tisch geflüchtet ist und Jimmy sich mit seinem Alkoholkonsum ziemlich zusammengerissen hat. Irgendwann ist noch einmal eine kurze Knutscherei zwischen Zacky und mir entstanden, die jedoch unterbrochen wurde, als Johnny sich zwischen uns warf und mir fast auf die Hose kotzte, und jetzt…
…jetzt stehen wir etwas awkward vor dem Haus meines Freunds, schweigen uns irgendwie an und fragen uns denk ich beide genau eine Sache.
Hat er das Ganze mit ‚Scheiß drauf, nur nicht hier‘ wirklich ernst gemeint?
Ich meine, nicht dass ich etwas dagegen hätte. Aber wenn er noch warten wollen würde, würd ich mich in dem Sinn jetzt auch nicht stören. Obwohl wir eigentlich schon lange genug zusammen wären, um-
Plötzlich werden meine zugegeben definitiv etwas konfusen Gedanken aber unterbrochen, als Zacky mich ins Haus drängt, die Tür mit dem Fuß zudrückt und mich dann küsst. Und zwar nicht so ‚Ich küss dich jetzt einfach mal so ganz lieb‘-kindergartenmäßig, sondern eher nach dem Motto ‚Ich reiß dir gleich hier und auf der Stelle alle Kleider vom Körper, noch Fragen?‘.
Und ich sage nur: nicht, dass ich mich beschweren würde.
Nach einer Weile löst Zacky etwas atemlos den Kuss, grinst mich an und schnappt sich dann meine Hand, um mich mit sich zu ziehen. Einfach so, ganz spontan. Als würde er das jeden Tag machen. Okay, ich hoffe jetzt einfach, dass er das nicht jeden Tag macht, das wär jetzt etwas schlimm…
Hochkonzentriert stolpere ich hinter ihm die Treppe hinauf, was höchstwahrscheinlich nicht besonders sportlich aussieht, da mein werter Freund sich nicht die Mühe gemacht hat, irgendeine Lichtquelle in seinem Zuhause mit Strom zu versorgen. Ich meine, natürlich, Energiesparen ist immer gut, aber… mitten in der Nacht? Mit Alkohol im Blut? Und, noch wichtiger, mit mir im Schlepptau?
Definitiv eine sehr gute Idee.
In Zackys Zimmer angekommen ist der Gedanke aber ziemlich schnell wieder weg, da mein Freund mich, sobald die Tür hinter uns zu ist, gegen das Holz drückt und die Knutscherei von davor wieder aufnimmt. Kurz lasse ich ihn einfach machen, doch dann drehe ich uns gekonnt so herum, dass er an der Tür klebt, und übernehme etwas mehr das Kommando. Recht schnell finden meine Hände ihren Weg unter Zacks Shirt, wo ich ihm sanft über den Bauch streichle wie im Club einige Stunden davor. Und das kann er jetzt wirklich nicht aufs Bier schieben, dass er gerade eine verdammte Gänsehaut bekommt…
Schon kurze Zeit später löst er den Kuss jedoch schon wieder, um mich fragend anzusehen. Ich erwidere den Blick nur etwas verwirrt, doch er schüttelt schnell den Kopf und tut etwas, womit ich in dem Moment… nicht wirklich gerechnet hätte. Aber gut, in solchen Augenblicken realistisch denken zu können steht auch schon seit Jahren auf meiner Weihnachtswunschliste…
Langsam zieht Zacky mich an den Gürtelschlaufen meiner Jeans zu seinem Bett, lässt sich rückwärts darauffallen und ist natürlich so nett, mich mitzuziehen. Mit einem überraschten Laut kippe ich auf ihn, was er aber nur mit einem Grinsen quittiert, bevor er sich wieder darauf konzentriert, mich gierig zu küssen.
Eine Weile zieht sich das so hin – harte, stürmische Küsse, ein paar kleine Bisse in Zackys Unterlippe, Snakebites, die sich vertraut und unglaublich heiß gegen meinen Mund drücken – bis sich schließlich eine etwas raue Hand – Gitarristenhände, oh mein Gott – unter mein Shirt verirrt. Zuerst bekomme ich die Bewegung fast nicht mit, doch als mein Freund beginnt, mir provokant über die Haut oberhalb meines Hosenbundes zu streicheln, bringt es mich doch etwas aus dem Konzept. Fuck, das nennt man wohl Rache…
Zugegeben mehr außer Atem, als ich es vor jedem meiner Freunde je erzählen würde, lehne ich mich ein paar Zentimeter zurück, sodass mein Gesicht gerade so weit von Zackys entfernt ist, dass wir uns knapp nicht berühren. Schnell wandert mein Blick von seinen auffällig dunklen Augen – und oh, seine Pupillengröße kann er jetzt definitiv nicht auf die Dunkelheit schieben – zu seinen roten, etwas geschwollenen Lippen, dann grinse ich meinen Freund dreckig an. Würde aber bestimmt besser wirken, wenn ich mich nicht aufführen würde, als wäre ich gerade einen Marathon gerannt… mit einem Walross am Rücken. Durch Treibsand. Und bei ungefähr 50 Grad Celsius im Schatten.
„Zee, was… was wird das hier eigentlich gerade?“, rutscht mir etwas amüsiert heraus, und seine Wangen nehmen einen noch ungesunderen Farbton an als davor.
„Ich würd sagen… etwas, wofür vielleicht gerade der richtige Zeitpunkt wäre“, gibt er schließlich zu, ohne mich anzusehen, und ich kann mir ein kleines Grinsen nicht verkneifen.
„Erstens, falls du meinst, was ich meine – dafür ist immer der richtige Zeitpunkt, wenn du willst. Aber bist du sicher?“ Er zögert kurz, sieht mich dann aber direkt an und nickt.
„Ja, bin ich, Bri. Aber wenn du nicht-“
„Shh, Zee. Natürlich will ich… Entspann dich einfach.“ Bevor er irgendetwas erwidern kann küsse ich ihn sanft, was aber innerhalb von kürzester Zeit wieder in eine ziemlich unchristliche – und verdammt noch mal heiße, ich muss es betonen! – Knutscherei ausartet. Wie von selbst wandern meine Hände nach einigen Augenblicken zu Zackys T-Shirt-Saum und schieben das Kleidungsstück Zentimeter für Zentimeter hoch, was er mit einem frustrierten Grummeln quittiert. Ja, ich weiß, ich kann unerträglich sein… liegt in der Familie.
Still vor mich her grinsend unterbreche ich unseren Kuss kurz, um sein Shirt so weit hochzuziehen wie es geht, ohne es ihm gleich über den Kopf zerren, beginne danach aber sofort, eine Spur von seinem Hals über seinen Oberkörper hinunterzuküssen.
Langsam lasse ich meine Lippen und meine Zunge über seine warme, weiche Haut wandern, während meine Hände ruhig an seinen Seiten liegen. Als ich ungefähr bei seinem Brustbein angelangt bin pausiere aber ich kurz und sehe zu Zacky auf, nur um gerade noch mitzubekommen, wie er flatternd seine grünen Augen schließt. Oh mein Gott.
So geduldig wie ich es nur irgendwie hinbekomme bewege ich mich weiter, über Zackys Bauch nach unten, bis ich bei seiner Gürtelschnalle angekommen bin. Mit einigen fiesen Hintergedanken – leugnen zwecklos, unangepasste Gemeinheit ist auch eine Erbkrankheit! – beiße ich ganz leicht in die empfindliche Haut knapp oberhalb seines Hosenbundes, was er mit einem überraschten Aufkeuchen kommentiert. Was mich aber dazu bringt einen taktischen Fehler zu machen und noch einmal zu seinem Gesicht hochzusehen…
Wow. Braindead Brian, stets zu Diensten.
Zackys Augen sind immer noch geschlossen, seine schwarzen Haare bereits hoffnungslos verwuschelt und chaotisch über seine komplette Stirn verteilt. Seine Lippen sind leicht geöffnet und zerbissen, was wahrscheinlich auf meine Kosten geht, seine Wangen gerötet. Sein Brustkorb hebt und senkt sich unnatürlich schnell, während sich eine leichte Gänsehaut fast unmerklich über die Stellen zieht, an denen meine Lippen noch vor wenigen Minuten gewesen sind.
Und auch wenn das in der Situation jeder verliebte Idiot über seinen Partner sagen würde – verdammt, er sieht einfach nur scharf aus. Scharf und unglaublich wunderschön.
Plötzlich fast gehetzt fange ich an, mit meiner rechten Hand an Zacks Gürtelschnalle herumzufusseln, jedoch ohne großartig etwas zu erreichen. Einmal Koordination und einen Cheeseburger, bitte… ach ja, und ein nackter Zack zum Mitnehmen wäre auch ganz nett.
Mit einer schnellen Handgeste schlägt mein Freund meine Finger weg und kümmert sich selbst darum, was mir wenigstens genug Zeit gibt, mein T-Shirt durch den halben Raum zu werfen.
Denn ganz ehrlich, Zeit zum nochmals bügeln und wunderschön ordentlich in den Schrank legen hab ich im Moment wirklich nicht…
Mit etwas zittrigen Händen – und unter den stalkerischen, ziemlich gierigen Blicken meines Freundes – reiße ich meine eigene Hose auf und will sie gerade hinunterziehen, als mir etwas auffällt. Und Zacky anscheinend ebenfalls, anders kann ich mir das Lachen, das plötzlich durch den Raum hallt, nämlich nicht wirklich erklären.
„Entenboxershorts?! Ist das dein Ernst?“, will er etwas atemlos wissen, als ich zu ihm aufsehe, und etwas verwirrt muss ich feststellen, dass er sich anscheinend selbst gerade das Shirt über den Kopf ziehen wollte und dank seinem Lachanfall jetzt kichernd mitten in dem Kleidungsstück hängt. Und auch, wenn das jetzt eigentlich eher eine peinliche oder heiße Situation ist… er sieht so unglaublich süß aus, wenn er unbeholfen ist.
„Mein Gott, meine andren waren in der Wäsche. Und ich hab ehrlich gesagt nicht wirklich mit sowas gerechnet“, gebe ich leise zu, was ihn aber nur noch mehr zu amüsieren scheint. Fuck Jimmy und seinen Modegeschmack. Sollte er einmal Designer werden – ich zieh‘s sicher nicht an, auch wenn er mir eine ganze Kollektion peinliche Unterwäsche schenkt!
Mit einem gespielt genervten Augenverdrehen wende ich mich wieder Zackys Hose zu, die mittlerweile offen ist, und ziehe sie mithilfe meines Freundes, der gnädigerweise seine Hüften etwas hebt, langsam über seine Oberschenkel hinunter. Wenige Augenblicke später leistet das Kleidungsstück auch schon meinem Outfit des Abends auf dem Boden Gesellschaft, und ich lasse mich mit einer vorgetäuschten Seelenruhe rittlings auf Zackys Hüfte nieder.
Mit einem etwas unartikulierten Geräusch – ich muss sagen, zwei Schichten Boxershortsstoff sind wirklich nicht besonders dick, vor allem unter solchen Umständen – sieht Zacky mich fragend an, und ich erwidere den Blick etwas unsicher. Denn auch wenn ich gerade nichts anderes lieber tun würde als einfach abzuschalten und über ihn herzufallen… es ist immer noch sein erstes Mal. Und meins auch, jedenfalls mit einem Mann. Sowas… verhaut man nicht einfach.
„Zee, bist du sicher, dass du das wirklich tun willst?“, frage ich ihn also leise, doch er stöhnt nur genervt auf und schließt die Augen.
„Verdammt, ja, Bri. Denkst du, ich würd sonst fast nackt und mit einem verdammten Ständer unter dir liegen?“ Eins muss man ihm lassen, er hat gute Argumente. Wenn er das ganze Fluchen und Nach-oben-Drücken seiner Hüfte lassen würde, wäre Zacky allerdings überzeugender…
„Sicher?“, hake ich trotzdem nach.
„Ja!“
„Ganz sicher?“
„Ja-ha!“
„Wirklich?
„Fick dich!“, zischt er mir halbherzig entgegen, und ich grinse ihn dreckig – und überzeugt – an.
„Ich hätt da aber lieber dich…“
„Na endlich“, macht er grinsend, sieht mich dann aber fragend an, als ich keine Anstalten mache, mich nur ein Stück zu bewegen. „Bri… worauf wartest du?“
„Na ja…“ Ich kaue etwas unschlüssig auf meiner Unterlippe herum. Awkward… „Hast du, uhm… was da? Ich hab nicht wirklich mit sowas gerechnet heute, wie gesagt-“
„Zweite Schublade von oben.“ Mit einem konzentrierten Nicken rutsche ich von ihm hinunter und bewege mich so schnell wie möglich zu seinem Nachtkästchen, wo ich wirklich eine Packung Kondome und Gleitgel finde. Na, wer ist da denn perfekt ausgerüstet… also, zugegeben, es wäre  blöd, wenn wir beide nicht vorbereitet gewesen wären, aber ja. Egal. Konzentration, Haner…
Als ich mich wieder umdrehe und langsam auf die dunkle Decke auf Zackys Bett sinken lasse, ist mein Freund ans obere Ende des Betts gerutscht – und hat in der Zwischenzeit wohl irgendwie seine Boxershorts verloren, sodass er jetzt komplett splitternackt vor mir liegt.
Und ich wiederhole: Oh. Mein. Gott!
Zugegeben, ich realisiere immer noch nicht ganz, dass wir gerade ernsthaft dabei sind, das hier durchzuziehen. Aber als ich mich neben meinem Freund fallen lasse und ihn zärtlich, aber fordernd küsse, fühlt es sich richtig an. Richtig und Oh-Mein-Gott-Mein-Hirn-wird-gleich-schleimiger-Matsch-und-rinnt-rosa-aus-meinen-Ohren-mäßig.
Irgendwann während dem Kuss landet meine Boxershorts ebenfalls auf dem Boden und ich irgendwie – fragt nicht wie, ich hab absolut keine Ahnung – zwischen Zackys Beinen. Anfangs bleibt es nur dabei, dass wir uns fest aneinandergedrückt weiterküssen und zwischendurch unsere Hüften etwas aneinanderreiben, bis ich es irgendwann nicht mehr aushalte und mich etwas unsicher hinknie.
„Bist du sicher, dass du… das wirklich ganz durchziehen willst?“, frage ich noch einmal nach, als mein Freund mich fragend ansieht. Kurz wird sein Blick zögernd, fast ängstlich, doch dann nickt er.
„Ja, will ich. Sonst… lass es uns wenigstens probieren, ja?“ Ich nicke schnell, und er tut es mir gleich, bevor er mich leicht anlächelt.
„Wenn irgendwas zu viel wird… sag sofort, ich hör auf der Stelle auf, okay?“, gebe ich zugegeben etwas nervös von mir, während Zacky unter mir versucht, wieder etwas zu Atem zu kommen.
„Okay“, bekomme ich dann leise, aber bestimmt zurück, was ich als Anlass nehme, etwas Gleitgel auf zwei Finger meiner rechten Hand zu verteilen. Jetzt hoffen wir mal, dass Pornos wenigstens in Hinblick auf manche Sachen Recht haben, und ich nicht noch etwas Internetrecherche hätte betrieben sollen. Aber was zum Himmel googlet man da bitte? ‚Gay Sex for Dummies‘? Shit, Brian, jetzt nur nicht durchdrehen.
Meine linke Hand verschränke ich mit Zackys rechter, die locker neben seiner Hüfte auf der Decke liegt, und er drückt sie leicht, beruhigend. Jetzt einfach nur… hoffen, dass das alles irgendwie geht. Und ja, das ist eindeutig ein perfekt durchdachter Masterplan.
Konzentriert suche ich nach Anzeichen von Schmerz auf Zackys Gesicht, als ich langsam und wirklich vorsichtig mit dem ersten Finger in ihn eindringe, doch er rümpft nur etwas die Nase und richtet seinen Blick auf die Decke.
„Kalt, seltsam und etwas unangenehm, aber eigentlich okay“, gibt er nach einer Weile von sich, und ich seufze ungewollt erleichtert auf. Ist ja nicht so, als ob ich mit sowas in irgendeiner Weise Erfahrung hätte… Und ich gebe zu, der Teil von Sex mit einem Mann ist ehrlich gesagt nur komisch.
Vorsichtig lehne ich mich vor und schaffe es mit minimalen Verrenkungen, mich halbwegs bequem neben meinem Freund auf dem Bett aufzustützen und ihn küssen zu können. Zuerst berühren sich unsere Lippen eher vorsichtig und liebevoll, doch nach kurzer Zeit entsteht von beiden Seiten mehr Druck, mehr Energie. Zackys linke Hand wandert langsam meinen Oberkörper hinunter, und ich kann mir ein leises Seufzen nicht verkneifen, als ich sie dort spüre, wo ich sie insgeheim… oder doch nicht so geheim definitiv haben wollte.
Einige Augenblicke später spüre ich, wie die Bewegung meiner eigenen Rechten immer leichter geht, und nehme geistesgegenwärtig vorsichtig den zweiten Finger dazu. Etwas überrascht beißt Zacky sich auf die Unterlippe und unterbricht so unseren Kuss, und ich halte erschrocken still. Okay, so ganz bequem scheint das wirklich nicht zu sein… Verdammt, Brian, was hast du dir erwartet?!
„Schon okay“, macht mein Freund in dem Moment leise, als hätte er meine Gedanken gelesen. Zachary Cullen?! „Es ist seltsam, wenn du einfach nichts tust...“
„Okay“, flüstere ich, doch bevor er meine Lippen wieder in Beschlag nehmen kann, lehne ich mich etwas von ihm weg.
„Zee, lass ein bisschen locker… sonst sind meine Finger bald komplett im Arsch“, rutscht mir dann heraus, als er sich leicht verkrampft, was ihm ein schwaches Kichern entlockt.
„Okay, Bri, der war echt mies. Aber ich denke… ich denke, du kannst…“, weist er schließlich mit einem Augenverdrehen an, und ich ziehe vorsichtig meine Finger aus ihm zurück. Jetzt muss der Rest nur auch noch so klappen… verdammt, ich will einfach nur, dass es Zacky mit dem Allen hier gut geht. Als Hetero-Pärchen hätte man’s da schon um einiges leichter…
„Wenn irgendwas ist, sag sofort“, hauche ich leise zu ihm hinunter und drücke beruhigend seine Hand, bevor ich mir die gerade noch so einsam neben mir liegende Kondomverpackung schnappe, die aufreiße und mir schnell das Kondom überstreife. Jetzt definitiv nervös verteile ich großzügig Gleitgel darauf und bedeute Zacky, dass er seine Unterschenkel auf meine Schultern legen soll.
Aus halb geöffneten Augen wirft er mir einen fragenden Blick zu, den ich nur mit einem Zwinkern erwidere, das definitiv selbstsicherer aussehen muss als es sich anfühlt. Mein Freund schenkt mir trotzdem ein beruhigendes Lächeln, und als einzige Antwort beuge ich mich etwas vor, hebe unsere verschränkten Hände zu meinem Gesicht und küsse sanft seine Fingerknöchel drei Mal. Und ich hoffe sehr, dass er die Botschaft versteht.
Doch jetzt… Augen zu und durch. Gott, ich hasse das Sprichwort, doch in dem Fall ist es fast geschmacklos passend wie die Faust aufs Auge.
Nach einem letzten Nicken von Zacky lehne ich mich leicht vor, senke den Kopf und versuche nicht darüber nachzudenken, was das, was ich gerade tue, für unsere Beziehung bedeutet. Was sich aber als etwas schwieriges Unterfangen herausstellt, da das Ganze nicht so leicht und smooth geht – und mein verdammtes Hirn Sorgen auspackt, von deren Existenz ich bei Weitem keine Ahnung hatte.
Langsam bewege ich meine Hüfte vorwärts, versuche, mir so viel Zeit wie möglich zu lassen, aber…
Oh.
Du.
Meine.
Güte.
Das ist… einfach abartig. Abartig gut, nur fürs Protokoll. Wirklich, holy fuck im wahrsten Sinne des Wortes.
Das Gefühl drängt sich jedoch schnell in den Hintergrund, als ich die Augen öffne und Zackys Gesichtsausdruck sehe. Wie er fest auf seine Unterlippe beißt, die Augen zusammengekniffen. Und das… meiner Meinung nach nicht aus unglaublichem Wohlbehagen. Was für ein Wunder in einer solchen Situation, Brian „Unsensibler Sack“ Haner!
„Zee?“, rutscht mir leise heraus, doch er schüttelt nur den Kopf.
„Schon… okay. Gib mir nur ein bisschen Zeit…“
„Solang du brauchst“, gebe ich etwas hilflos zurück, und fasse im selben Moment einen Entschluss. Denn auch wenn es für Zacky vielleicht nicht das Gemütlichste ist, was ich jetzt vorhabe… Ablenkung hilft gegen Schmerz. Ist wissenschaftlich erwiesen, und wenn nicht, dann bin wenigstens ich davon überzeugt. Einen Idioten gibt’s schließlich immer!
Vorsichtig beuge ich mich zwischen Zacks Beinen vor, was er mit einem zittrigen, etwas gequält klingenden Einatmen quittiert, und küsse ihn sanft auf den Mund. Eine Zeit lang geht der unschuldige, liebevolle Kuss fast nur von mir aus, doch irgendwann spüre ich, wie mein Freund sich immer mehr entspannt und mich irgendwann dankbar mit mehr Druck zurückküsst. Spielerisch sauge ich an einem seiner Snakebites, was ihm ein Seufzen entlockt, dann bringe ich meine Zunge ins Spiel.
Und genau in dem scheinbar endlosen Moment, in dem wir in stummem Einverständnis beide den Mund öffnen, fange ich ganz langsam an, meine Hüfte zu bewegen.
Einige lange Momente ist mein Rhythmus eher irgendwas nicht Existentes, und Zacky ist keine große Hilfe, da er doch noch etwas mehr zu leiden scheint, als ich angenommen habe. Doch nach einigen, eindeutig planlosen Bewegungen wird das Ganze etwas leichter – und ich lasse endlich das leise Keuchen heraus, dass ich schon einige Zeit lang unbewusst zurückhalte. An meinen Lippen spüre ich, wie Zacky leicht lächelt – und dann plötzlich leise aufstöhnt.
Alarmiert reiße ich die Augen auf, nur um sein Gesicht zu sehen, seine geschlossenen Lider und dieses leichte, aber doch nicht ganz unschuldige Lächeln auf seinen Lippen. Vorsichtig wiederhole ich ungefähr die Bewegung von davor, nur um mit demselben Ergebnis belohnt zu werden. Jackpot, Bri!
Oder mein Liebster täuscht hier gerade etwas vor, aber besonders unecht hat sich das… wohl wirklich nicht angehört.
Nach einiger Zeit finden wir einen gemeinsamen, bequemen Rhythmus, und ganz ehrlich… woah. Wenn man mir jetzt hunderte Frauen vorsetzen würde, ich würde mir immer meinen Zacky schnappen und mit ihm genau das anstellen, was wir jetzt gerade tun.
Nach einer Weile spüre ich, wie Zacky seine linke Hand etwas in meinen Rücken krallt, was mich nur dazu bringt, mich noch etwas näher an ihn zu drücken. Nach einigen Momenten – Sekunden, Minuten, Stunden, keine Ahnung! – wird unser Kuss nachlässiger, und schließlich lehne ich einfach nur meine leicht verschwitzte Stirn gegen Zackys und schließe die Augen. Shit, ist das geil.
Zacks Beine sind irgendwann von meinen Schultern um meine Hüften gewandert, doch meine linke und seine rechte Hand sind immer noch ineinander verschränkt fest gegen seine Bettdecke gedrückt. Sein leises Stöhnen mischt sich mit meinem Keuchen, als unser langsamer Rhythmus etwas schneller wird, weniger vorsichtig und umso besser. Seine Nägel müssen fast schon tiefe Eindrücke in meiner Haut hinterlassen haben, doch ich könnte es nicht einmal spüren, wenn ich es wollte.
Meine rechte Hand liegt stützend auf Zackys linkem Hüftknochen, als ob ich mich an ihm festhalten müsste. Eine Weile streichle ich einfach nur seine weiche Haut, bis mir eine definitiv bessere Idee kommt und ich meine Hand etwas weiter nach links wandern lasse.
„Gott“, gibt mein Freund von sich, und ich kann nicht verhindern, dass mein von mir selbst nicht ganz realisiertes Grinsen noch breiter wird, während meine rechte Hand sich erst langsam, dann immer schneller und schließlich im Rhythmus meiner Hüfte bewegt. Einen Augenblick trifft mein Blick Zackys, dann küsse ich ihn wieder, liebevoll und doch ist in der Situation wohl alles irgendwie heiß.
Das Ganze zieht sich eine Weile hin, während unser Kuss wieder unkonzentrierter wird und ich mir langsam oder sicher bin, dass es hier bei mir sicher nicht mehr ganz so lange dauert. Die Bewegungen meiner Hüfte werden ebenfalls unkoordinierter, schneller und nachlässiger, während meine rechte Hand definitiv an Tempo gewinnt, was mein Freund mit einem Stöhnen kommentiert. Atemlos löse ich meine Lippen von seinen und grinse Zacky an. Das ist mein Freund…
Einen Augenblick lang öffne ich die Augen und sehe, wie besagtes Individuum mich durchdringend ansieht, bevor er mir mit einer sanften Geste seine Hand von meinem Rücken löst und mir meine verschwitzten Haare aus dem Gesicht streicht. Dann reißt er die Augen auf und krallt seine Finger leicht in meinen Nacken. Bevor ich jedoch fragen kann, was los ist, schließt er plötzlich die Augen, gibt irgendeinen leisen Fluch von sich – und kommt.
Ziemlich überrascht komme ich aus dem Takt, merke aber im selben Augenblick, dass ich selbst nicht mehr besonders dagegen ankämpfen kann. Nicht, wenn er sich so um mich verkrampft und einfach nur heiß aussieht und seine Hand meine halb zerdrückt und…
Mit einem letzten Stoß nach vorne vergrabe ich meinen Kopf an Zackys Schulter, schließe die Augen und lasse mich einfach fallen. Nur im Hintergrund bekomme ich mit, dass das laute Stöhnen da gerade von mir kommt und dass Zacky überrascht aufkeucht, doch es ist in dem Moment nun wirklich, wirklich nebensächlich, den…
Oh.
My.
Fucking.
God.
Einige Augenblicke bleibe ich irgendwie halb auf Zacky liegen, meine Haare über seine Brust verteilt, und versuche einfach nur, irgendwie zu fassen, dass wir das hier gerade wirklich durchgezogen haben. Als der Versuch jedoch eher fehlschlägt setze ich mich wieder auf, ziehe mich aus Zacky zurück und werfe mich neben ihm aufs Bett.
Eine Weile liegen wir einfach nur da, unsere Hände immer noch ineinander verkrampft, und versuchen irgendwie, wieder zu Atem zu kommen und die Situation halbwegs zu realisieren.
„Woah… fuck… scheiße“, gibt Zacky zugegeben ziemlich fertig nach einiger Zeit von sich, und ich drehe meinen Kopf so weit auf die Seite, dass ich ihn ansehen kann. „DAS… war gerade… heilige Scheiße, Bri. Warum haben wir das nicht schon früher gemacht?“
Leise lachend rolle ich mich auf die Seite, und er tut es mir gleich, sodass wir uns klischeehaft anstarren können. Vorsichtig hebe ich meine rechte Hand von der Bettdecke und streiche sanft über seine Hüfte, doch die Geste hat nichts Sexuelles mehr an sich. Wie auf ein unsichtbares Zeichen hin treffen sich unsere Lippen zu einem liebevollen, müden Kuss, aus dem ich mich aber schnell löse und Zacky erschöpft angrinse.
„Aber gib’s zu. Am Anfang war’s weird!“
„Ich dich auch, Bri.“