The Truth Is So Cold

GeschichteRomanze / P18 Slash
09.02.2012
30.06.2014
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Dieses Kapitel
1 Review
 
 
Hey Ho :)

Mit ein wenig Verspätung (okay, okay, ein wenig alias 2 Tage) hier das neue Chap. Mit viiiel Blödsinn, promise!

...und nem Blogeintrag, als Wiedergutmachung für die Wartezeit. -> http://insidethetruthissocold.blogspot.co.at/2013/10/106-comics-comics-everywhere.html

Ich muss euch allerdings auch noch sagen, dass ich nicht genau weiß, wie's nächste Woche mit dem Posten aussieht, weil F & ich von Sonntag bis Freitag in Rom sind, und das of course laptoplos. Wir werden mal sehen was da geht, also nicht wundern wenn nicht gleich am Dienstag was kommt ;)

Have fun & stay dangerous,
L & F


106. Kapitel
Brians POV

„Mmmh, Matsch à la quer durch den Kühlschrank“, teile ich lautstark allen Leuten im Umkreis von fünf Metern mit, dann lasse ich mich mit meinem blauen Cafeteriatablett ganz unauffällig neben Zacky an unserem Tisch nieder. Auf den anderen Plätzen stochern schon Matt, G, Johnny, Josh und Vic höchst begeistert in dem undefinierbaren Reiszeug herum und verschieben es so auf ihren Tellern, dass es möglichst nach wenig aussieht, doch eine Person fehlt mir in der Runde noch.
Findet Jimmy, der neue Disney!
Und okay, ja, der war mies.
„Hey, wo ist eigentlich Jimmy?“, fragt in dem Moment Johnny in die Runde, und ich starre ihn etwas verstört an, während Vic etwas murmelt, das gefährlich nach ‚Der kann mir gestohlen bleiben‘ klingt. Wenn Zacky meine Gedanken aussprechen würde, könnte ich es wenigstens noch auf unsere Idiotendenkweise oder das Alte-Ehepaar-Schema schieben, aber das? Gruselig.
„Hab ihn seit Spanisch nicht mehr gesehen“, gibt Matt zurück und lädt eine großzügige Portion Gammelrisotto auf seinen Löffel. „Wie laut denkt ihr kreischen die Cheerleader, wenn man das in ihre Richtung wirft?“
„Eindeutig viel zu hoch für menschliche Ohren, also holt die Hunde aus der Gefahrenzone“, mischt Zacky sich lächelnd ein. „Aber die Lautstärke… keine Ahnung. Lass es lieber, Matt.“
„Jetzt hab ich mich schon so drauf gefreut“, gibt der Sänger in seiner besten Kleinkinder-Schmoll-Stimme zurück, was allgemeines Gelächter auslöst. Unser essensdampfbedingter Gefühlsausbruch wird aber dadurch zerstört, dass Jimmy sich wie aus heiterem Himmel aufgetaucht auf dem Platz neben mir niederlässt und etwas paranoid in die Runde sieht.
„Oh, Miss Sullivan ist auch noch da!“, merkt Johnny glücklich an, und G fängt an zu kichern.
„Scheiße, Jimmy, was hast du da bitte um den Hals“, fragt sie den Drummer dann mit hochgezogenen Augenbrauen, was er aber nur mit einem Schulterzucken quittiert, bevor er den pinken Seidenschal um seinen Hals etwas hin und her zieht.
„Normalerweise nennt man das Tuch, aber ja“, gibt er dann zurück, und ich drehe mich halb zu ihm um.
„Also erstens nennt man das Schal, mein Lieber. Und zweitens hab ich Angst, dass du mit dem Teil ins Visier von homophoben Gorillas kommst, also… bitte, tu das Ding weg.“
„Bri, lass mich“, fährt Jimmy mich leicht gereizt an und schlägt meine Hand weg, mit der ich nach dem leuchtenden Stoff gegriffen habe, doch ich lasse mich nicht beirren.
„Ich bitte dich, das ist so scheußlich… HA! Hab ihn!“ Mit einem triumphierenden Lächeln halte ich den Stoff mit einer Hand in die Luft, bevor ich ihn zwischen meinen Fäusten spanne und ihn locker um meinen Fedora binde. Brian hat eine Trophäe, Part 1. Herzlichen Glückwunsch, Brian!
Grinsend – und irgendwie auch beifallsheischend, ich geb’s ja zu – sehe ich dann in die Runde, doch niemand scheint mir besonders viel Aufmerksamkeit zu schenken. Was hat Jimmy bitte getan, dass ihn alle so anstarren? Ein Kätzchen getötet und um seinen Hals gehängt?
Um sicherzugehen, dass mein bester Freund keinem kleinen, fluffigen Erdenbewohner etwas angetan hat, drehe ich mich wieder zu ihm, und-
Starre.
Lange.
Wenigstens weiß ich jetzt, warum mich keiner hier wahrgenommen hat…
Etwas sauer stiert Jimmy auf das Essenstablett vor sich, doch auch mit gesenktem Kopf kann man die noch ganz leicht angeschwollenen Tattoos an seinem Hals perfekt erkennen. Zwei Handschellen, die links und rechts an seinem Hals platziert sind, und… nicht gerade leicht zu verstecken sind, wenn man denn von pinken Schals absieht.
„Oh mein Gott“, rutscht mir heraus, und Johnny nickt entgeistert.
„Sag ich auch! Wie kann man bitte-“
„OH MEIN GOTT“, wiederhole ich lauter und in einem etwas penetrant verzückten Tonfall. „Scheiße, Jimbo, das ist… SO COOL!“
Spätestens jetzt kann mein bester Freund sich auch nicht mehr zurückhalten und fängt leicht zu grinsen an. „Na ja, ich hab’s eigentlich schon eine Zeit lang geplant gehabt… und ich hab gedacht, das wär jetzt irgendwie man ein guter Zeitpunkt“, gibt er dann leise von sich, doch bevor ich ihn weiter bewundern kann, mischt Matt sich ein.
„Fuck, Sullivan, du bist so ein Idiot“, stöhnt er genervt auf, kann den amüsierten Unterton in seiner Stimme aber schlecht verbergen. „Du lässt dir ernsthaft eine Woche vor unserer Skiwoche den kompletten Hals tätowieren?!“
„Wir fahren nächste Woche auf Skikurs?!“ ist allerdings das Einzige, was Jimmy dazu zu sagen hat – obwohl hysterisch zu quietschen es fast eher trifft, was eine Heiterkeitswelle am ganzen Tisch auslöst. Im allgemeinen Chaos klaut Jimmy mir schließlich seine Schal vom Hut und steckt ihn nach kurzem Überlegen in seinen Rucksack.
„Hat’s eigentlich schlimm wehgetan, so am Hals?“, frage ich ihn immer noch grinsend, doch er zuckt nur die Schultern.
„Ich hab nix mitbekommen, weil unsere Nachbarin, du weißt schon, die blonde Zahnärztin, mir ziemlich illegal die Stellen betäubt hat, bevor ich hingegangen bin“, gibt er schließlich zu. „Aber ich denke… ganz ohne wär’s nicht gewesen.“
„Denk ich mir“, kommentiert G, bevor sie sich vorbeugt und den Drummer genauer ansieht. „Aber ich find’s auch gut. Passt irgendwie, und ist nicht ganz normal… ja, passt zu dir.“
„Danke“, lächelt Jimmy eher reserviert zurück, doch sein Tonfall klingt ehrlich glücklich. Nach der Reihe fallen auch alle anderen irgendwie in die Glückwünsche ein – na ja, alle bis auf Vic. Die Schwarzhaarige sitzt eher stumm da und starrt krampfhaft auf ihren Matsch, was neben Matt, der dumme Fragen stellt, jedoch ziemlich untergeht.
Etwas besorgt stupse ich Zacky unterm Tisch mit dem Fuß an und deute unauffällig zu ihr, doch er nickt mir nur schnell zu. Keine Sorge, ich red schon mit ihr.
„Darfst du damit überhaupt Skifahren?“, will Josh in dem Moment wissen, und ich wende mich wieder der Tattoodiskussion zu – gerade noch rechtzeitig, um zu sehen, wie Jimmy die Schultern zuckt.
„Konkretes Verbot hab ich eigentlich keins, aber… okay, wer rechnet damit, dass wir auf Skikurs fahren?“
„Du bist einfach zu DUMM für die Welt, was Termine angeht“, kichert Johnny vom anderen Ende des Tisches, woraufhin er fast einen Löffel Reismatsch abbekommt.
„Verrückt, ja. Gestört, okay. Aber nenn mich noch ein Mal dumm und du hast den Scheiß da wirklich im Gesicht“, knurrt Jimmy ihn an, lächelt aber im nächsten Moment schon wieder und wirft plötzlich einen Arm um meine Schulter.
„Wir fahren nach Kanada, Bri! Ist das nicht toll?“
„Ja, ist es, und Jimmy, irgendwie weiß das schon jeder von uns außer dir etwas länger“, gebe ich zurück, platziere meinen linken Arm aber um seine Mitte und ziehe ihn in alter Besoffenenmanier zu mir. „Und wir werden dort alle sterben, weil’s einfach zu kalt ist für sonnenverwöhnte Kalifornier... Okay, alle außer Zacky.“
„Hast du mich gerade als kälteresistent bezeichnet, nur weil ich eine halbkanadische Mutter hab? Ich bin genauso kalifornisch wie ihr, du Sack“, grinst mein Freund mich an, doch ich strecke ihm nur die Zunge heraus.
„Du hast trotzdem was Einheimisches an dir, wenn wir mal dort sind. Hallo, ich mag nicht mal Ahornsirup. Wie soll ich’s dort bitte aushalten?“
„Diva“, murmelt er und verdreht die Augen. „Also wenn du dich so anstellst, überlebst du das dort wirklich nicht. Und Asche auf dein Haupt, Ahornsirup ist genial!“
„Dann sterb ich halt in einem kalten Loch an Eishockeyallergie, ich wette, das willst du auch nicht“, gebe ich zurück, was mir ein paar Lacher von unserer Runde einbringt. „Und ist er nicht, das Zeug schmeckt nur nach Zucker und… Bäumen!“
„You don’t say, Bri“, gibt Zacky mit hochgezogenen Augenbrauen von sich, was G zum Lachen bringt.
„Halt die Klappe, Geezy, wir haben hier gerade eine Beziehungskrise!“, schnappe ich spielerisch in ihre Richtung, und sie versucht, ihr Grinsen hinter ihrer Hand zu verstecken.
„Nein, wie konnte ich nur! Okay, und jetzt kriselt weiter.“
„Du musst einfach lernen, dich zu wärmen“, gibt Zacky in dem Moment altklug von sich, und ich lache los. Die Vorstellung von einem Steinzeit-Zacky, der mit zwei Steinen dasteht und sie grunzend aneinanderknallt, um Funken zu erzeugen, ist einfach so unglaublich dumm…
„Dafür hab ich andre Leute“, kontere ich schließlich, und darauf weiß er dann anscheinend wirklich nichts mehr zu sagen. Mit einem leichten Lächeln wendet mein Freund sich wieder seinem Essen zu, als ich plötzlich einen Blick von Vic auffange.
Einen Blick, der meines Wissens nach ungefähr ‚Reibt uns nur unter die Nase, dass wir niemanden haben, der mit uns kuschelt, wenn uns kalt ist, ihr Sackratten‘ bedeutet, und den Jimmy irgendwie auch ziemlich gut imitieren kann.
Verdammt, als sie noch gestritten haben, waren mir die zwei irgendwie lieber…