The Truth Is So Cold

GeschichteRomanze / P18 Slash
09.02.2012
30.06.2014
142
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Dieses Kapitel
1 Review
 
 
Hey Ho! :)

Ich werf euch jetzt nur schnell ein Kapitelchen her bevor ich mich zurückziehe, also sorry wenn ich etwas kurz angebunden bin (;
Revi-Beantwortungen kommen die Woche noch, und ach ja - Dienstag ist jetzt mal vorläufig ein Hochladetag in der Woche.

(Kleiner Kommentar aus dem OUT: Hier ist das Zusatzkapi zu Truth Nummer 102 :D Es tut mir wirklich leid, ich hab' das gestern ziemlich verschwitzt xD Aber hier ist es:
http://www.fanfiktion.de/s/5035222e0002392906d00bc8/5/Let-039-s-Built-A-Little-Piece-Of-Heaven )

Viel Spaß & stay dangerous,
Lina und F

102. Kapitel
Brians POV

Nach dem Essen schlendern Zacky und ich in aller Ruhe – und Hand in Hand, begleitet von genug neugierigen (und ein paar nicht besonders begeisterten von einigen alten Säcken) Blicken für ein halbes Leben – in Richtung Kino, wo wir gerade noch rechtzeitig zur Abendvorstellung von irgendeinem Actionfilm kommen. Wenigstens ist unser Timing dafür gut genug gewesen, denn bei aller Liebe… mit meinem Freund in einer hetero-Liebeskomödie sitzen und sich von Provinzteenies anstarren lassen als wäre man Nessie gepaart mit einem Alienfisch wäre dann doch etwas seltsam.
Im Endeffekt wird aber schnell klar, dass wir von dem Film nicht besonders viel mitbekommen werden – spätestens bei meinem „Bock auf ein bisschen Klischee?“ hängen Zackys Lippen an meinen, und ich habe nicht wirklich vor, mich jetzt bei der Kinoleitung zu beschweren, dass der Kerl im Sitz neben mir den Film stört.
Eine Weile hängen wir etwas ungemütlich in unseren Kinostühlen – mein Freund über die Armlehne zwischen uns gebeugt, und ich mit einer Hand zwischen ihm und der Stuhllehne eingequetscht, um sie in seinem Nacken platzieren zu können –, doch irgendwann unterbrechen wir die Knutscherei aus Sauerstoffmangel. Mit einem zufriedenen Lächeln lehne ich mich so zurück, dass Zack problemlos seinen Kopf auf meiner Schulter ablegen kann, und krame eine Packung zuvor gekaufte M&Ms aus meiner Hosentasche.
„Mmmh, schon wieder Futter!“, macht er amüsiert, als er das gelbe Plastik in meinen Händen erkennt, und ich piekse ihn grinsend in den Bauch.
„Wirklich, wie kann ich nur verantworten, dass du noch dicker wirst, hm?“, mache ich verarschend, aber auch nur, um einen Grund zu haben, ihn wieder küssen zu können. Der perfekte Anmachspruch fürs erste Date – ‚Hey, du wirst fett‘!
„Arsch“, nuschelt Zacky gegen meine Lippen, doch ich grinse nur.
„Nimm mich nicht ernst, du bist wundervoll, Zee“, gebe ich dann schnell von mir, als er sich kurz zurücklehnt, und er lächelt mich schief an.
„Ja, klar. Und jetzt her mit den M&Ms!“
Grinsend nehme ich eine der Süßigkeiten aus der Packung und halte sie ihm hin. Gerade als auf der Leinwand, um die wir uns eigentlich mehr kümmern sollten, als wir’s tun, irgendwas explodiert, lehnt Zacky sich etwa nach vorne und schnappt sich mit dem Mund das Essen aus meinen Fingern, was mich zum Lachen bringt. Manchmal hat der Typ echt Ähnlichkeit mit einer schwarzen Katze, die versucht, sich irgendwie Streicheleinheiten zu verdienen…
Absolut süß.
Den Rest des Films verbringen wir irgendwie damit, halb zwischen den Kinositzen zu kuscheln und M&Ms zu futtern, wobei wir aber nur einmal einen Seitenblick von irgendeinem Typen neben uns abbekommen, als ich Zackys Hand in meine nehme und locker seine Fingerspitzen küsse.
Absolut kitschig? Aber hallo.
Irgendwie egal? Natürlich.
Wenigstens hat sich die Aktion hier aber gelohnt, da wir einfach einmal tun können, was wir wollen, und das in der Gewissheit, dass wir die Leute hier wahrscheinlich nie wieder sehen werden… Und wer jetzt mit dieser Man-sieht-sich-immer-zwei-Mal-im-Leben-Scheiße daherkommt, bekommt ein High-Five. Mit einem Stuhl. Ins Gesicht.
Nach dem Film, dessen Ende dann eigentlich doch recht spannend war, selbst wenn man den Anfang verpennt hat, latschen Zacky und ich satt und zufrieden aus dem Kino. Kurz fröstelnd ziehe ich meine Lederjacke, die ich Gott sei Dank noch aus dem Auto mitgenommen habe, fester um meine Schulter, dann verschränke ich meine Finger wieder mit denen meines Freunds und sehe ihn fragend an.
„Willst du eigentlich schon heim, oder bleiben wir noch ein bisschen?“
„Ich weiß nicht“, macht Zacky zögernd, bevor er sich auf die Unterlippe beißt. „Ich meine, ich will schon bleiben, aber…“
„Nichts aber. Wenn du willst, bleiben wir einfach.“ Einen Moment lang sieht er mich zweifelnd an, dann nickt er aber zaghaft. Kurz stehen wir leicht verplant da, bevor er sich etwas zu mir hinaufstreckt und mich kurz sanft küsst.
„Danke, Bri.“
„Du weißt, dass ich das gern mach, Zee. Und irgendwie… irgendwie sollten wir das festhalten, oder?“
„Was meinst du?“, will mein Freund wissen, doch ich grinse ihn nur verschwörerisch an – was leider auch mit meinem pädophilen oder versauten Angrinsen verwechselt werden kann – und ziehe ihn mit mir mit in eine Seitenstraße des Kinos. Und wenn mein Gedächtnis mich nicht wie ungefähr fünfzig Mal am Tag täuscht, war hier…
„Ha!“, mache ich triumphierend, als ich die gesuchte Kabine am Straßenrand entdecke, und Zacky sieht mich fragend an.
„Bitte was ist das?“
„Ein Fotoautomat.“
„Ein Fotoautomat?“
„Gut, verbal hast du das Vorstellungsgespräch als neuer Kindergartenpapagei schon gewonnen. Fehlt nur noch das passende Outfit!“
„Blödmann. Aber ehrlich, was willst du hier…?“
„Na was wohl, Zee“, mache ich mit einem Augenverdrehen und schleife ihn fast gegen seinen Willen in die kleine, schäbige Kabine. Er führt sich ja fast so auf, als würde ich ihn hier vergewaltigen wollen…
„Okay, gleich geht’s los“, murmle ich, als ich einen Fünf-Dollar-Schein aus meiner Hosentasche ziehe, und Zacky sieht sich etwas sehr unbegeistert um. Schnell füttere ich dem Automaten das Geld, das laut einer Anzeige für zehn Bilder reichen sollte, dann drücke ich einen Knopf, und das erste Blitzlicht blendet uns.
„Na super, wie ein grenzdebiler Waschbär im Scheinwerferlicht“, murrt Zacky, und ich grinse, als das zweite Foto geschossen wird.
„Entspann dich, Zee.“ Zur Bekräftigung werfe ich meinen rechten Arm um seine Schulter und ziehe ihn etwas an mich, als es das dritte Mal blitzt. Die nächsten zwei Fotos gehen für dämliche, hundertprozentig kinderverstörende Grimasse drauf, dann bekomme ich das plötzliche Bedürfnis, ein wenig die Initiative zu übernehmen.
Grinsend drehe ich mit meiner linken Hand Zackys Kinn so in meine Richtung, dass er mich ansieht, und küsse ihn genau zugleich mit dem Blitzlicht. Etwas verkrampft erwidert er den Kuss, entspannt sich aber nach einer Weile doch und lächelt kurz, bevor er mir leicht in die Unterlippe beißt. Fast ein wenig zu bereitwillig öffne ich den Mund und vertiefe die ganze Angelegenheit etwas, was ihn spürbar dazu bringt, sich etwas zu entspannen.
Irgendwann findet meine linke Hand ihren Weg an seine Wange, während seine rechte liebevoll durch meine Haare wuschelt, und ich grinse noch ein letztes Mal gegen seine Lippen, bevor ich mich von ihm löse.
„Und wehe, du regst dich jetzt auf, wie du aussiehst“, lächle ich noch in die Richtung meines Freunds, dann nehme ich die zwei druckfrischen Fotostreifen und drücke ihm den mit den ersten fünf Fotos in die Hand.
„Warum hab ich eigentlich den Anfang?“, will Zacky nach einer kurzen Inspektion des Materials wissen, und ich grinse ihn dreckig an.
„Na ja… sieh dir das an, Zee. Wir sind ein verdammt scharfes Paar… und ich hab auch nur Bedürfnisse!“
„Idiot“, lacht mein Freund auf, wirft aber einen langen Blick auf das neunte Foto, das uns gerade wirklich ziemlich in Aktion erwischt hat.
„Was ist, wenn wir beide Streifen einfach kopieren? Dann hat jeder was Verpeiltes und was Scharfes“, schlägt er dann vor, und ich nicke lächelnd.
„Und wir haben beide was typisches Pärchenmäßiges, für das man uns entweder beneiden oder auslachen wird“, mache ich dann, und er verdreht die Augen.
„Yay“, antwortet er dann ehrlich, und mein Lächeln wird wieder zu dem ausgewachsenen Grinsen, das ich schon den ganzen Tag mit mir herumschleppe.
„Yay“, wiederhole ich, bevor ich mich zu ihm hinunterbeuge und ihn sanft küsse. Und ich denke nicht, dass ich mir das so schnell wieder abgewöhnen will.