The Truth Is So Cold

GeschichteRomanze / P18 Slash
09.02.2012
30.06.2014
142
272683
 
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
Bon soir meine Lieben!

Heute lade ich aus nem ganz bestimmten Grund hoch. Der ist zwar, wie man sich denken kann, sicher nicht die Masse an Revis, die es in der letzten Zeit hagelt - sondern der Geburtstag einer ganz bestimmten Person.
Okay, eigentlich war besagter Geburtstag - ein 18er noch dazu! - ja schon vorgestern. Aber da heute der 4te ist - und 4 die Lieblingszahl der Person ist - kommt das Kapitelchen heute.

Also, nochmal nachträglich ALLES FUCKING ERDENKLICH GUTE & LIEBE meiner liebsten Co-Autorin und besten Feundin F - du bist verdammt awesome, bleib so herrlich unmöglich wie du manchmal sein kannst und hör bitte nie auf, mir wegen irgendwelchem Storykram in den Ar...llerwertesten zu treten! Und es tut mir leid, dass dein Chap erst heute kommt - aber ich hab dich trotzdem extrem lieb, und ich hoffe du weißt das, meine liebste, verrückte Entenfanatikerin :3

So far, euch noch nen schönen Abend,
Stay dangerous, L


100. Kapitel
Brians POV

„Aber Eric, du kannst doch nicht meine Mutter-“
Assi-TV? Weiter.
„Kaufen Sie den Ah-Bra, jetzt um nur-“
Teleshopping? Eww, weiter.
„Oh Edward-“
Twilight?! Am helllichten Tag? … Edward does not approve.
Mit einem unwilligen Grummeln würge ich den Teenie-Schmarrn ab und zappe ich mich weiter durch die Programme, bis ich schließlich bei der Werbeunterbrechung einer Wiederholung von The Big Bang Theory hängenbleibe und die Fernbedienung neben mir auf den Boden fallen lasse.
Verdammt.
Mir ist so, so langweilig.
Unter normalen Umständen würde ich jetzt Jimmy anrufen und mit ihm irgendeinen Scheiß machen, doch der scheint zu sehr damit beschäftigt zu sein, sich in Selbstmitleid zu suhlen, als dass er für so etwas Banales wie seinen besten Freund Zeit hätte. Und auf Zacky kann ich auch nicht zählen, weil er sich wieder einmal hinter seinen Büchern vergraben hat und ich froh sein kann, wenn ich ihn in der Schule und vielleicht am Wochenende noch zu Gesicht bekomme…
Mit einem Seufzen lasse ich mich nach rechts fallen, sodass ich wie ein Mehlsack über die halbe Couch liege, während meine Füße noch normal am Boden stehen. Dass das aber taktisch ziemlich unklug war, stellt sich schnell heraus, als mein linkes Bein seltsam zu ziehen anfängt. Fuck die Nachwirkungen von Beach-Volleyball, wirklich… Ich wette, morgen fragt Jimmy mich wieder, ob Zacky und ich endlich miteinander geschlafen hätten, weil ich so seltsam gehe.
Mit einem leisen Kichern, als ich an Zacks Gesicht denke, als mein bester Freund das erste Mal mit einer ähnlichen Frage angekommen ist, setze ich mich etwas bequemer hin – nur, um einen Moment später weit vorgelehnt den Fernseher anzustarren.
„Und vergessen Sie nicht – am vierzehnten Februar ist Valentinstag!“
Vierzehnter Februar.
Valentinstag.
Morgen.
Und ich bin nicht Single.
Ach du heilige Scheiße!
Mit einem unkoordinierten Satz, der wahrscheinlich aussieht, als hätte ich mich in einen Ameisenhaufen gesetzt und es erst nach fünf Minuten bemerkt, hüpfe ich auf und renne planlos die Treppe hinauf in mein Zimmer, um mein Handy zu suchen.
Ich brauche jetzt weibliche Unterstützung, und zwar sofort. Dieser verdammte Tag kann nur von einer Frau erfunden worden sein, also müssen die sich damit ja auskennen… oder?
„Hey, Bri“, schallt es schon nach zwei mir ziemlich endlos erscheinenden Tut-Geräuschen aus meinem Handy, und wieder halbwegs entspannt lasse ich mich auf mein Bett fallen. Ein Kontrollblick durch mein Zimmer sagt mir auch, dass meine Tür gut verschlossen ist – also keine Chance für neugierige Mütter, irgendwas herauszufinden. Wenigstens etwas… bleibt nur noch das Hauptproblem.
„Geezy, ich brauch unbedingt deine Hilfe!“
„Lass mich raten. Du hast entweder den Valentinstag vergessen oder keine Kondome mehr, oder?“
„Oh mein Gott, Giovanna!“, lache ich los, werde aber sofort wieder ernst. „Aber du hast Recht. Also, mit dem Valentinstag. Scheiße, ist das so offensichtlich?“
„Wenn man bedenkt, dass du wahrscheinlich deine eigene Hochzeit vergessen und mich dann am Vortag anrufen würdest, weil du keinen Anzug hast… ja, es war eigentlich ziemlich klar.“
„Ach fick dich doch. Oder nein, bitte, ich hab’s nicht so gemeint! Hilfe!“
„Wow, Bri, bitte… komm einfach mal runter. Und sag mir ganz genau, was du brauchst, weil mehr als seltsames Gestammel hab ich bis jetzt nicht verstanden.“
„Okay…“ Tief Luft holen. Und wieder ausatmen. Brav. Und jetzt pressen! „Ich hab kein Geschenk für Zee.“
„Also so weit war ich auch schon… Was hast du dir gedacht?“
„Keine Ahnung!“ Scheiße, hoffentlich hat sich das in ihren Ohren jetzt nicht so panisch angehört wie in meinen. Gs Lachen nach zu urteilen hat sie den ziemlich kopflosen Unterton aber nicht ganz überhört…
„Hast du irgendeine Richtung, in die das Ganze gehen könnte? Also… eher was Klassisches, oder was Ausgefallenes?“
„Wenn du mit klassisch Rosen und Pralinen meinst, dann lass dir gesagt sein, dass mein Freund keine Frau ist, meine Liebe“, seufze ich, während ich am anderen Ende der Leitung das Grinsen fast hören kann.
„Das war mir schon klar. Aber, keine Ahnung… Was Süßes geht ja immer, oder?“
„Für Zacky schon, sonst hätte er sich nicht mich ausgesucht…“
„Bri, steck die Selbstverliebtheit weg!“ Bevor ich einen zweideutigen Kommentar abgeben kann, beginnt die Italienerin zu lachen, kriegt sich aber recht schnell wieder ein und gibt ein nachdenkliches „Hmm“ von sich.
„Okay, ich würde sagen, wenn’s nichts ganz Klischeehaftes sein sollte, machen wir ein Brainstorming“, schlägt sie schließlich vor, und ich steuere irgendeinen zustimmenden Laut zur Unterhaltung bei.
„Gibt es irgendetwas, was Zacky sich schon länger wünscht?“
„Eine neue Gitarre und sein Stipendium“, seufze ich schließlich. Wow, das bringt mir als Geschenkidee… ganz genau gar nichts.
„Hm, shit. Sonst noch irgendwas? Was Persönliches vielleicht, irgendwas, das eure Beziehung betrifft?“
„Na ja… vielleicht, dass ich meinen Eltern mal von ihm erzähle, aber dann bin ich wahrscheinlich meine Familie los.“
„Scheiße.“
„Jap.“
„Und sonst… gar nichts?“ Frustriert vergrabe ich mein Gesicht in der flauschigen Überdecke, die meine Mutter untertags so gern über mein Bett wirft und die nach Waschmittel und Zuhause riecht.
„Geezy, ich hab einfach keine Ahnung.“
„Warte mal… Bri, ich glaube, ich hätte was.“
„Und was?“
„Na ja, ihr könnt ja hier in Huntington… nicht richtig weggehen. So, als Pärchen und alles.“
„Ich weiß, damit scheidet ein Essen oder so erst recht aus.“
„Na ja, solange ihr in Huntington bleibt schon...“ Der Unterton in Gs Stimme zeigt nur zu deutlich, dass ich irgendwas ganz Offensichtliches übersehe. Aber… äh, was?
„Bri? Bist du noch dran?“
„Ja, ja, klar… Was zum Arsch meinst du?“
„Na na, nicht immer so vulgär, mein Lieber“, ist die einzige Antwort, die ich vorerst bekomme. Na super!
„Aber denk mal nach. In Huntington kennt man euch, zumindest besteht die Gefahr, dass euch wer sieht, der euch nicht so sehen sollte. Was ist dafür also die Lösung?“ Sie macht eine Kunstpause, und ich habe das Gefühl, gleich aus der Haut zu fahren. Eine frustrierte Diva hält man nicht hin, verdammt!
„Na ja, ihr fahrt wo anders hin und macht euch dort ‘nen schönen Abend. So richtig kitschig und pärchenmäßig und was weiß ich… und noch ein Tipp, vergiss die Kondome nicht daheim.“
„G, lass die Anspielungen! Mein Sexleben geht euch alle einen Dreck an“, mache ich schlecht gelaunt, bevor ihr Vorschlag einmal richtig in meinem Hirn ankommt.
Zacky und ich, im Auto meiner Mum unterwegs in irgendein Kaff, wo uns kein Schwein kennt und wir uns wirklich benehmen können, wie wir wollen, weil wir wahrscheinlich nie wieder dorthin zurückkommen werden. Zusätzlich würde es ihn einen Tag vom Lernen ablenken, was ihm im Endeffekt wahrscheinlich mehr bringt als die ewige Durchbüffelei… und wir könnten wieder einmal was zusammen machen, ohne irgendwelche Anhängsel um uns herum.
Ich muss zugeben, das klingt einfach nur…
„Scheiße G, du bist genial!“, rutscht mir heraus, und sie fängt an zu lachen.
„Sag ich euch schon länger, aber irgendwie glaubt’s mir keiner… Na, woran das wohl liegt.“
„Ach komm, im Endeffekt glaub ich dir sowieso gar nichts. Aber die Idee – fuck, du hast echt was gut bei mir!“
„Danke“, macht sie gespielt eingeschnappt, aber ich kann hören, wie die Italienerin lächelt. „Und ich bitte dich, wofür hat man das Ideenbüro Braindead & Co KG…“
„Braindead und was?!“, rutscht mir heraus, aber im Endeffekt bin ich mit meinen Gedanken schon ganz wo anders. Und ich denke… der Valentinstag könnte gar nicht mal so schlecht werden.