The Truth Is So Cold

GeschichteRomanze / P18 Slash
09.02.2012
30.06.2014
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Dieses Kapitel
19 Reviews
 
 
 
Hallihallo meine Lieben!
Das hier ist die erste Partnerff von mir (FrankySullivan) und Geezy (catchmeifyoucan), und ehrlich gesagt auch unsere erste Slashgeschichte.
Aber kleine Vorwarnung:
wer hier gleich mal viel Romanze und Küsse erwartet, ist Fehl am Platz :D
Das System ist ungefähr so: Ich schreibe ein Kapitel, Lina schreibt eines, immer abwechselnd. Meine Chaps sind aus Zackys Sicht, Linas aus Brians.
Hin und wieder beschreiben wir auch dasselbe aus beiden Sichten, nur um den Stand der Dinge zu wissen ;)
Wer Lust auf Hintergrundinfos und mehr creepy Gezeugs hat, kann auch auf unserem Blog vorbeischauen.
Link ist Folgender: http://insidethetruthissocold.blogspot.com/2012/02/welcome-to-family-d.html

Also,
wenn's euch gefällt, könnt ihr uns nen Rev dalassen, wenn es was zu verbessern gibt natürlich auch.
Für Fehler entschuldige vor allem ICH mich schon mal im Vorhinein. Können sich immerhin immer wieder mal reinschleichen ;)

So, dann wünschen wir euch viel Spaß
Franky und Lina


1. Kapitel
Zackys POV

„Where is the wonder, where’s the awe?!“, kommt es bestialisch laut von meinem Handy. Ich reiße die Augen erschrocken auf, fahre hoch und schlage mit meiner Hand auf das Nachtkästchen, wo mein Handy vor sich hin singt. Das fällt aber prompt zu Boden und läutet da fröhlich weiter.
Ich seufze nur genervt auf, hebe es auf und schalte den Wecker aus, der mir sonst noch den allerletzten Nerv rauben würde. Warum muss ich den Scheiß auch immer so laut aufdrehen?
Langsam drehe ich meinen Kopf so, dass ich sehe was draußen für ein Wetter ist. Na klasse. Regen. Aber was soll’s, ich laufe eh jeden Tag gleich rum. Ich sehe wieder zur Decke, gähne dann und stehe auf.
Wie ich Montage doch hasse. Okay, im Prinzip hasse ich jeden einzelnen Tag, an dem ich mich in die Huntington Beach High School quälen muss. Ich meine, es ist sowieso immer das Gleiche. Die meisten meiner Stunden habe ich ja mit Vic, meiner besten Freundin, aber sonst ist der ganze Tag eigentlich nur zum Kotzen. Vor allem wenn mir Paul und seine scheiß Kumpanen über den Weg laufen... Hoffen wir, dass es heute nicht so sein wird.
Schon mal schlecht gelaunt schlurfe ich aus meinem Zimmer die Treppe hinunter und setze mich erst mal ins Esszimmer. Mom ist schon weg, Dad wird eh nie wieder kommen und ich bin wie’s aussieht allein.
Ich starre auf die Nutella, die am Tresen steht und hoffe, dass sie sich vielleicht freiwillig auf mich zubewegen möchte. Da das aber nicht der Fall zu sein scheint, stehe ich schließlich seufzend auf, mache mir schnell ein Nutellabrot (mit Toastbrot. Nutella schmeckt nur mit Toastbrot richtig... geil) und gehe wieder hoch in mein Zimmer. Dort schalte ich erst mal meine Stereoanlage an, drücke bei meinem iPod auf Shuffle und höre prompt New Religion von Black Veil Brides.
Ich sehe es schon, eines Tages werden die alten Nachbarn vor unserer Tür stehen und mich so richtig zusammenscheißen, weil ich immer um 7 Uhr morgens mit der vollen Lautstärke so ne Musik höre und am Nachmittag ab vier mit der E-Gitarre weitermache. Aber um ehrlich zu sein, habe ich nicht wirklich Lust, auf die Leute da Rücksicht zu nehmen. Auf mich nimmt immerhin auch keiner Rücksicht.
Immer noch müde aber grinsend setze ich mich aufs Bett, stopfe mein Brot in mich hinein und höre der Musik zu. Als ich aber auf die Uhr sehe, verschlucke ich mich am letzten Bissen und springe auf.
Scheiße, dass ich auch immer so trödeln muss! Das ist die Musik. Oder mein philosophisches Denken am Morgen.
„Scheiße“, singe ich vor mich hin, reiße den Kasten auf, schnappe mir eine lange schwarze Hose, ein kurzes schwarzes T-Shirt und kicke die Tür mit meinem Fuß wieder zu. Dann werfe ich mich schnell in meine Klamotten, schnappe mir meinen schwarzen Hoodie und meine Schultasche und stürme ins Bad.
Dort starre ich mich erst mal eine Runde im Spiegel an und seufze dann. Verdammt. Okay, heute ist einfach alles nur scheiße... Meine Haare stehen wild vom gesamten Kopf ab, da ich gestern Abend noch geduscht habe, meine Augen sind knallrot umrandet. Passend dazu spielt mein iPod nun den werten Song ‚Monster’.
„I feel like a monster... Wie wahr“, murmle ich, fahre mir mit den Fingern durch die Haare und versuche, sie so gut es geht zu bändigen. Zum Schluss hängen sie mir übers rechte Auge, aber das soll mir nur Recht sein. Schließlich schnappe ich mir meinen Eyeliner, ziehe mir einen leichten Stich unter die Augen und sehe mich dann an. Okay, das geht, denke ich. Hauptsache schön anders.
Ich gehe in mein Zimmer zurück, reiße meinen iPod aus der Anlage und laufe die Treppe hinunter. Schnell schlüpfe ich noch in meine schwarzen Chucks, reiße dann die Tür auf und renne volle Kanne gegen meine beste Freundin, die gerade klopfen wollte. Zum Glück habe ich ja so ein tolles Gleichgewichtsgefühl und fange sie noch rechtzeitig auf, bevor wir beide in eine Wasserlacke gefallen wären.
„Äh, hey Vic“, grinse ich sie unschuldig an.
„Hey Zacky“, lacht sie und umarmt mich schnell. Vic und ich kennen uns jetzt schon locker drei Jahre und sie ist inzwischen zu meiner besten und auch einzigen Freundin geworden. Denn Freunde... die habe ich alle nicht.
Denn wenn man zu uns in die Schule kommt, sieht man sofort die Aufteilung. So richtig schon klischeehaft: die Sportler, die Cheerleader, die Streber, Nerds, Künstler und dann gibt es auch noch mich. Und Vic. Wir zwei passen in keine dieser Gruppen, die Sportler hassen und verpügeln vor allem mich, ich schreibe fast keine Einsen und die Künstler... die wollen nichts von uns wissen, denke ich.
Ich spiele zwar seit Ewigkeiten Gitarre, will mich aber nicht auf eine Bühne stellen oder es gar hinausschreien. Ich bleibe lieber für mich, wer weiß, vielleicht erspare ich mir damit nur viele Schmerzen... Vic hingegen singt. Und das die ganze Zeit. Oft kommt es dann vor, dass sie ihren iPod angesteckt hat und durch das gesamte Schulgebäude Sachen wie ‚Oh Motherfucker, yeah!’ schreit. Peinlich scheint es ihr nicht zu sein, und ich lasse sie. Wenn es ihr Freude macht...
„Zee? Ist was?“, fragt Vic mich und sieht mich an.
„Was? Nein. Ich war nur im Gedanken versunken und so...“
„Habe ich gemerkt“, grinst sie, schüttelt ihre kurzen schwarzen Haare durch und hakt sich dann bei mir unter. Ich ziehe mir meine Kapuze über, sie spannt ihren schwarzen Regenschirm mit den weißen Katzen und der Spitzenborte darauf auf und hält ihn über unsere Köpfe, bevor wie losgehen.
„Ist dir aufgefallen, dass wir wie so ein altes Ehepaar aussehen? Wenn man uns jetzt zeichnet, könnte man fett drunter ‚der romantische Spaziergang im Regen’ schreiben. Ich glaub das mache ich heute in Physik. Aufpassen ist da eh nicht mehr drinnen. Wenn der dann mit seinem Geschreie anfängt...“ Vic schaudert kurz und ich kann richtig mit ihr mitfühlen. Der Physiklehrer, den sie hat, der ist einfach nur ekelhaft und um seine Rede interessanter zu gestalten, fängt er oft Mitten drinnen zu schreien an. Einfach so.
„Wirst du schon überleben, ich hab erste Stunde Mathe, das ist schlimmer“, heitere ich sie auf und sie fängt an zu grinsen.
„Du Opfer“, lacht sie und klammert sich mehr an meinen Arm. Auf Fremde könnte es vielleicht so wirken, als ob wie zusammen wären. Aber das sind wir nicht, und das wird auch nie so sein. Denn um ehrlich zu sein, verstehen wir uns dafür viel zu gut.
Ich weiß, dass ich weniger ihr Typ bin, und ich sehe sie auch schon eher als eine Schwester, als eine Freundin. Das geht schon so weit, dass wir jeden Dienstag einen Filmeabend machen, wie zwei Weiber. Aber was macht man nicht alles, wenn man so zu sagen alleine ist?
Immerhin bin ich auch Vics einziger Freund, denn so ziemlich jeder meidet uns, geht uns aus dem Weg oder sieht uns schief an. Und das nur, weil wir anders sind.
„Ja ja, red nur“, schmunzele ich, werde dann aber von einem vorbeifahrenden Auto von oben bis unten mit Wasser vollgespritzt, da das werte Fahrzeug schön provokant durch eine Wasserpfütze fahren musste, die direkt neben der Straße war.
Vic lacht lauter und wischt mir dann die Strähnen aus dem Gesicht.
„Ich hab nen Kajal dabei, wenn du den brauchst“, sagt sie nur und wischt mir noch mal über die nasse Wange.
„Danke, ich denke, ich werde mir den später mal ausleihen müssen. Es war ja so klar. Kaum regnet es mal, kommen diese Schweine mit ihren Karren und bäm! Schon ist man voller Dreck. Woa, ich hasse Montage, hab ich das schon mal gesagt?“
„Jeden Montag auf’s Neue, ja“, sagt sie und sieht dann gerade aus. Den Rest des Schulweges sind wir leise, reden beide kein Wort mehr.

„Okay, Zee, wir sehen uns nächste Stunde. Bring keinen um, erschlag dich nicht aus Versehen und geh den Footballern aus dem Weg. Ach ja, wisch dir noch mal über die Wange, da klebt noch n Rest von deinem Kajal“, sagt Vic grinsend und geht dann schnell den Gang entlang, um rechtzeitig zu ihrer ersten Stunde zukommen. Ich sehe ihr noch nach, setze mich dann in Bewegung und gehe in die entgegengesetzte Richtung.
Bei meinem Spind schäle ich mich schnell aus dem klitschnassen Hoodie, pfeffere ihn ohne Rücksicht auf Verluste in den hässlichen kleinen Spind und werfe dann die Tür zu. Ein Professor, der gerade an mir vorbeigeht, sieht mich kopfschüttelnd an und ermahnt dann einen der Schüler, nicht so schnell durch den Gang zu rasen.
Ich hebe meine Schultasche vom Boden auf und gehe dann schnell weiter. Kurz bevor ich in meine Klasse komme, wird jedoch plötzlich mein Name gerufen.
„Hey Baker! Bleib doch mal stehen, ich will dich noch was wegen dem nächsten Spiel fragen!“ Automatisch drehe ich mich um, obwohl mir bewusst ist, dass man definitiv nicht mich gemeint hat.
Und richtig. Vor mit steht Paul, der Quaterback der Schulmannschaft (und ja. Es ist peinlich, aber wir haben so was wirklich. Klischeetriefender geht es kaum Leute...) und sieht hinter mich, da vermutlich einer seiner Footballfreunde dort steht, mit dem ich zufällig meinen Nachnamen teile. Teilen muss, wie auch immer.
„Nicht du, Spinner“, sagt Paul nur abschätzig, stößt mich zur Seite so dass ich mit dem Kopf gegen eine Spindreihe knalle und geht dann lachend an mir vorbei. Habe ich es vielleicht schon erwähnt, dass ich Montage HASSE? Nur drei Mal schon an dem Tag? Was für ein Zufall.
„Vollidiot“, murmle ich, was er aber wie’s aussieht leider mitbekommt, und fährt zu mir herum.
„Was hast du gesagt, Spinner? Hm?“
„Ich habe gesagt, dass du ein Vollidiot bist. Und schwerhörig wie’s aussieht auch noch. Schade“, maule ich ihn an. Vielleicht wäre es ja schlauer gewesen, einfach die Klappe zu halten, aber so bin ich nicht.
Paul drückt mich weiter an den Spind und funkelt mich an.
„Geht’s eigentlich mit noch ein wenig mehr Klischee, du testosterongesteuerter Sack?“, frage ich ihn lieb. Er denkt kurz nach, zuckt dann mit den Schultern und schlägt mir mit der geballten Faust direkt ins Gesicht. Ich höre nur ein leichtes Knacken und dann fängt meine Nase an, wie verrückt weh zu tun. Der hat mir jetzt doch nicht wirklich die Nase gebrochen, oder?
Als Paul sieht, wie ich das Gesicht verziehe, fängt er an zu grinsen.
„Hey Fabian, sieh dir das an!“, raunt er Baker 2 zu, lässt mich los und ich gleite am Spind entlang zu Boden. Boa, das tut weh, Jesus Christ!
Anstatt mich einfach in Ruhe zu lassen, tritt mir Paul hingegen noch mal anständig in den Bauch. Ich reiße die Augen auf, mache mich klein und hoffe, dass sie endlich aufhören. Warum ich mich nicht wehre? Na ja, weil ich es nicht kann. Ich bin vielleicht Gitarrist, aber stark ist was anderes. Und so werde ich jede Woche vermutlich drei Mal so richtig vermöbelt.
Die zwei lachen weiter, Paul verpasst mir noch nen Tritt und sie gehen weiter.
Ich höre, wie es zur Stunde läutet und lege meinen Kopf auf den dreckigen Boden. Na klasse, jetzt komme ich auch noch zu spät...
Langsam rappele ich mich auf, wische das Blut von meiner Nase, das inzwischen wie Wasser aus nem Wasserhahn läuft und gehe gebeugt in meine erste Stunde.
Im Klassenraum reiße ich mir ein Taschentuch aus der Hosentasche, halte es mir an die Nase und starre nach vorne. Von der Seite werde ich misstrauisch gemustert, vorne bemerkt mich mal wieder keiner.
Aber das ist eh so gut wie vorprogrammiert.