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Sister of Death

von Eissaphir
GeschichteLiebesgeschichte / P16
Benjamin Barker Mrs. Lovett Richter Turpin
06.02.2012
02.08.2012
5
3.932
 
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06.02.2012 1.121
 
Und wieder ein etwas längeres Kapitel.
Diesmal mit Richter Turpin, Johanna und Büttel Bamford.
Ich hoffe es gefällt euch!

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Victoria saß an einem kleinen Tisch im Wohnzimmer und malte.

Auf ihrem Bild sah man Benjamin, Lucy und Johanna vor zehn Jahren.

Sie zeichnete gerade den letzten Strich, wusch den Pinsel und legte ihn weg.

Victoria seufzte.

In den letzten Tagen waren sie und Nellie sehr gute Freundinnen geworden.

Sie bekam jeden Tag Pasteten geschenkt.

Auch half Nellie ihr bei der Suche nach Arbeit.

Was wäre für sie geeignet?

Bisher hatten die beiden noch keinerlei Erfolg gehabt.

So ging Victoria wieder in die Fleet Street, zu Nellie um zu essen.

Zwischen Victoria‘s Bissen fragte Nellie: „Was ist denn mit Johanna?“

„Tja, der Richter hat sie adoptiert.
Da kann ich nichts machen.“, sagte Victoria seufzend.

„Ja, dass wäre vielleicht eine gute Idee.“, meinte Victoria.

Am nächsten Tag ging sie, fest entschlossen, zum Haus des Richters.

Sie hatte ihr Kleid extra frisch gewaschen bis es aussah wie neu.



Den schweren Löwenkopf-Türknopf in die Hand nehmend, klopfte sie an die Tür.

Kurz darauf öffnete ihr ein kleiner, hässlicher Mann.

Dieser hatte etwas fettige Haare, ein rundliches Gesicht und ein schmieriges Grinsen.

Er hielt einen Stock in der Hand, von dem er scheinbar schon öfters Gebrauch gemacht hatte.

„Guten Tag, Miss.
Wie kann ich ihnen helfen?“, wollte er wissen.

„Ich suche Richter Turpin.
Ist der Hausherr anwesend?“, fragte Victoria.

„Sehr wohl.
Folgen sie mir.“, meinte er, schmierig lächelnd.

Victoria folgte dem kleinen Mann in die prunkvolle Villa,
bis sie schließlich beide vor einer Tür zu einem Raum standen,
der wohl das Wohnzimmer sein musste.

Vornehm klopfte der Büttel an.

Man hörte ein „Herein“ und Bamford öffnete die Tür.

„Jemand verlangt nach euch, my lord.“, kündigte er an.

Neugierig sah der Richter, vorbei an Bamford, zu Victoria.

Er ging zu ihr, küsste ihre Hand und fragte: „Was kann ich für euch tun, my lady?“

Vor ihr stand ein Mann, der wohl ungefähr ein paar Jahre älter sein müsste als ihr Bruder.

Er hatte braune Haare und schien reich zu sein.

Seine Kleidung war edel und prachtvoll.

Der Büttel verschwand im Gang des riesigen Hauses und schloss die Tür.

Victoria lächelte ihn an und antwortete: „Euer Mündel, Johanna.
Sie ist meine Neffin.“

Turpin zog eine Augenbraue hoch.

„Sind sie die Zwillingsschwester von Benjamin Barker,
von der er berichtete?“, wollte er wissen.

„Ganz recht.
Er hat von mir erzählt?“, sagte Victoria verwirrt.

„Das hat er.
Es war vor dem Gericht, als ich ihn fragte, ob er Familie hätte.“, meinte der Richter.

„Oh...“

Victoria erinnerte sich schmerzhaft an den Tag des Gerichts,
als Benjamin plötzlich gerufen wurde,
mit dem Grund, er hätte etwas verbrochen.

„Und nun möchten sie das Mädchen kennen lernen, oder?“, erriet der Richter.

„Genau.
Ich habe Johanna das letzte Mal mit dem zarten Alter von einem Jahr gesehen.
Mit Lucy...
Doch Nellie Lovett, eine Freundin von mir, sagte, sie hätte sich mit Arsen vergiftet.“, erzählte Victoria.

„Kommen sie mit...“, sagte der Richter mit tiefer Stimme und verließ das Zimmer.

Er führte sie zu einem Zimmer in einer der oberen Etagen.

„Hier ist ihr Zimmer.“, meinte er und klopfte an Johanna‘s Zimmertür.

Dann öffnete er die Tür und betrat den Raum.

Auch Victoria trat ein.

In dem Zimmer fiel ihr Blick auf ein wunderschönes Mädchen.

Johanna...

Ihr Haar war genauso weizenblond wie das ihrer Mutter.

Ihre haselnussbraunen Augen waren geweitet und auf Victoria gerichtet.

Sie hatte noch nie mit einem Menschen außer Richter Turpin gesprochen.

Und diese Gespräche waren sehr kurz.

Eine Zeit lang sahen sich Victoria und Johanna einfach nur an.

Dann brach der Richter das Schweigen: „Das ist deine Tante, Johanna.“

Johanna fing kurz darauf an zu lächeln und sagte an Victoria gewandt: „Hallo.“

Turpin ging wieder Richtung Tür und sagte: „Ich bin unten im gleichen Zimmer wie eben, falls sie mich suchen sollten, Miss Barker.“

Er war sich nicht sicher, ob sie noch unverheiratet war, doch war sich sicher,
dass sie ihn, wenn dies nicht der Fall sein sollte, korrigieren würde.

Aber da Victoria nichts mehr sagte, ging er davon aus, dass sie ledig war.

Noch einmal sah er interessiert zu Victoria ließ seinen Blick unbemerkt über ihr Dekolleté gleiten und seine Schritte trugen ihn ins Wohnzimmer zurück.

„Du bist meine Tante?“, fragte Johanna Victoria neugierig.

„Ganz genau.“, sagte sie leicht stolz.

„Bist du die Schwester von meiner Mutter oder von meinem Vater?“, wollte Johanna wissen.

„Von deinem Vater.
Du musst wissen, Benjamin ist ein wirklich toller Bruder.“, sagte Victoria.

„Wie heißt du?“, die kleine Blondine sah die Rothaarige fragend an.

„Ich heiße Victoria.“, antwortete sie.

„Du hast ein schönes Kleid, Victoria!
Ich mag zwar die Farben blau und gelb mehr, aber Lila und Schwarz sind auch schön“,
meinte Johanna plötzlich und sah sich Victoria‘s Kleid an.

„Danke.
Es ist mein Lieblingskleid.
Du hast aber auch ein sehr hübsches Kleid!“, sagte sie zu Johanna, ihr Kleid musternd.

Johanna wurde leicht rot und bedankte sich ebenfalls.

Nachdem sie noch lange geredet hatten und es bereits dunkel war,
gähnte Johanna ausgiebig.

„Ich glaube es ist an der Zeit, dass du ins Bett kommst.“, sagte Victoria grinsend.

„Kommst du mich bald wieder besuchen?“, fragte Johanna, der das Gespräch anscheinend sehr gefallen hatte.

„Wenn ich darf.
Ich muss zuerst deinen Vormund fragen.
Tschüss und gute Nacht, Johanna.“, verabschiedete Victoria sich von ihr.

„Tschüss!“, sagte Johanna ebenfalls.

Victoria verließ Johanna‘s Zimmer und schloss leise die Tür.

Sie ging runter, zum Wohnzimmer, wo der Richter immer noch saß und inzwischen eine Tasse Tee trank.

„Entschuldigen sie, dass es so lange gedauert hat.
Die Kleine redet wie ein Wasserfall.“, Victoria musste schmunzeln.

„Möchten sie Tee?“, fragte der Richter, ihr eine Tasse mit Tee reichend.

„Sehr gerne, danke.“, sie nahm die Tasse dankend entgegen und trank einen Schluck der warmen Flüssigkeit.

Es war der beste Tee London‘s, dass konnte Victoria sofort heraus schmecken.

Als sie und der Richter ausgetrunken hatten, begleitete er sie noch mit zur Tür.

„Möchten sie uns bald wieder besuchen?“, wollte Turpin wissen.

„Sehr gerne, Sir“, antwortete Victoria, „Wann wäre es ihnen Recht?“

„Kommen sie bei Gelegenheit einfach vorbei.“, meinte er.

Vor der Tür stand bereits eine Kutsche bereit.

„Ich habe eine Kutsche kommen lassen.
So spät abends sollte keine junge Frau wie sie allein durch die Straßen London‘s wandern“, sagte Turpin zur Kutsche gehend, „Die Fahrt geht auf mich.“

„Haben sie vielen Dank, Sir.“, sagte Victoria, dankend lächelnd.

„Für so eine Frau doch gerne.“, raunte der Richter und half Victoria in die Kutsche.







































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Victoria‘s Kleid: http://4.bp.blogspot.com/_9xG7v0aw1cE/TD8cx8b_VvI/AAAAAAAAAVA/sRmld3aDZBs/s1600/sweeny%2Btodd%2Bgown.jpg

Johanna‘s Kleid: http://www.zomboscloset.com/photos/uncategorized/2008/01/04/sweeney04.jpg

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*Kekse und Kakao hinstell*
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