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Sister of Death

von Eissaphir
GeschichteLiebesgeschichte / P16
Benjamin Barker Mrs. Lovett Richter Turpin
06.02.2012
02.08.2012
5
3.932
 
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1 Review
 
06.02.2012 944
 
Hier kommt das zweiter Kapi!
Ich hab die Altersempfelung auf 16 erhöht,
da der Film Sweeney Todd ja auch ab 16 ist.
Und jetzt viel Spaß!

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Es waren bisher bereits zehn Jahre vergangen, seitdem Victoria ihren Bruder zuletzt gesehen hatte.

Sie war in diesen zehn Jahren immer verzweifelter geworden und hatte jegliches Zeitgefühl verloren, was die Jahre ohne Benjamin betraf.

Wieder einmal saß sie gelangweilt am Fenster und versank in einer Traumwelt.

Benjamin war wieder da, und er, Lucy, Johanna und sie würden reden und lachen.

Lachen...

Das hatte Victoria seit geschlagenen zehn Jahren nicht mehr.

Nicht einmal ein Grinsen konnte sie sich abringen.

Sie seufzte deprimiert auf und ging in die Küche.

Da sie ein eigenes Haus hatte, war sie nicht oft unter Leuten.

Seit ihr Bruder weg war, ging sie nur noch raus um einzukaufen.

Doch das war alledings sehr selten.

Sie aß kaum noch und war dürr und kränklich geworden.

So kann das nicht weiter gehen. Reiß dich zusammen, Victoria!, schimpfte sie sich in Gedanken.

Auch wenn Benjamin nicht da war, musste das Leben weiter gehen.

Dünn, wie sie war, ging sie nach unten.

Sie öffnete die Schranktür.

Doch... da war nichts.

Kein einziger Leib Brot, kein Apfel.

Victoria atmete tief ein und aus.

Dann musste sie wohl oder übel etwas holen.

Also zog sie sich ihre Schuhe an, öffnete die Haustür und stiefelte den Weg entlang.

Draußen war es heiß.
Es war regelrecht Hochsommer, obwohl es erst Ende Frühling war.

Victoria war gerade auf dem Weg zum Markt, als ihr ein kleines Haus auffiel, dass sie lang nicht mehr gesehen hatte.

Benjamin‘s Haus.

Nur dass daraus jetzt Mrs. Lovetts Fleischpasteten-Laden geworden war.

Doch Benjamin‘s Barbier-Zimmer war nicht bewohnt.

Vielleicht könnte ihr Bruder ja wieder dort einziehen, wenn er wieder da wäre.

In letzter Zeit war sie, immer wenn sie mal Hunger verspürte, bei Mrs. Lovett Pasteten essen gegangen.

Sie schmeckten zwar furchtbar, aber kosteten nicht halb so viel wie die von Mrs. Mooney.

Mrs. Mooney benutzte die Katzen ihrer Nachbarn, Mrs. Lovett Kakerlaken, die überall in ihrem Laden rumkrabbelten.

Seufzend öffnete Victoria die Ladentür und ging zu ihrem Lieblingstisch,
in einer Ecke.

Dort konnten sie weder Leute von der Straße sehen, die sich wunderten warum sie in Mrs. Lovett‘s und nicht in Mrs. Mooney‘s Pasteten-Laden saß,
noch konnte Victoria sehen, wie Mrs. Lovett ihre ‘leckeren‘ Pasteten zubereitete.

Diesen Fehler hatte sie nur einmal begangen.

Sie hatte einen Würgereiz gerade noch so unterdrücken können.

„Guten Tag, Mrs. Lovett.“, sagte Victoria höflich.

„Hallo, Schätzchen.“, begrüßte sie Mrs. Lovett erfreut.

Sie nahm sich einen Teller mit einer Pastete, tänzelte an den Tisch an den sich Victoria gesetzt hatte und stellte ihn auf den Tisch.

„Du bist ja ganz abgemagert, Süße! Du isst zu wenig.“, stellte Mrs. Lovett beunruhigt fest.

„Mir geht es gut, Mrs. Lovett, keine Sorge.“, versuchte Victoria sie zu beruhigen.

„Nein, nein. Du musst etwas essen, sonst stirbst du mir noch weg.“ beharrte sie.

Sie holte noch weitere zwei Pasteten und sah Victoria fordernd an.

„Ess ruhig, die gehen aufs Haus.“, meinte Mrs. Lovett lächelnd.

Dankbar schaute Victoria sie an und biss genüsslich in die erste Kakerlaken-Pastete.

Lange hatte sie nichts so Gutes gegessen, was wohl bei solchen Pasteten etwas bedeuten sollte.

Schon war Mrs. Lovett zurück an ihre Arbeitsplatte gegangen.

„Was ist das?“, fragte Mrs. Lovett verwirrt, während sie eine Kakerlake vom Tisch warf.

Sie trampelte ein paar Mal mit ihrem Schuh auf dem Boden.

Und schon fing sie an zu singen: „But you‘d think wed had a plague.
From the way that people, keep avoiding-


„Lass das!“, meinte Mrs. Lovett verärgert zu einer Kakerlake auf ihrer Arbeitsplatte.

Sie schlug die Kakerlake platt und sang weiter:
These is probably the worst pies in London.
I know why nobody cares to take them.
Is that just disgusting?
You have to concede it.
It‘s nothing, but crusting.
Here drink this, you‘ll need it.", Mrs. Lovett stellte Victoria einen Becher mit fragenswertem Inhalt hin,
„The worst pies in London.
Mrs. Mooney has a pie shop.
Does a business, but I notice something weird.
Wouldn‘t do in my shop.
Just the thought its enough to make you sick.

The worst pies in London!
Times is hard....
Times is hard!!!


„Oh ja, die Zeiten sind hart...“, murmelte Victoria.

Mrs. Lovett guckte sie mitleidend an.

„Und?
Was ist mit dir?“, fragte sie.

„Mein Bruder wurde vor zehn Jahren zu 15 Jahren Haft im Exil verurteilt.“, antwortete Victoria.

„Armes kleines Ding. Ich bin Witwe, mein Mann ist tot.
Ich habe nur meinen Pasteten-Laden.“, seufzte Mrs. Lovett.

Victoria tat Mrs. Lovett leid.

„Das ist schrecklich...“, sagte sie eher zu sich selbst.

„Das ist es wohl.“, sagte Mrs. Lovett trotzdem.

„Vielen dank für die Pasteten, Mrs. Lovett.“, bedankte sich Victoria bei ihr.

„Nichts zu danken.
Nenn mich doch Nellie.“, meinte sie lächelnd.
„Danke, Nellie.
Nenn mich Victoria.“, sagte Victoria zu ihr.

„Und was ist denn so mit der Liebe bei dir, Victoria?“, fragte Nellie interessiert.

„Nichts.
Ich hab noch nicht den Richtigen gefunden.“, sagte Victoria.

„Meine Pasteten sind schrecklich, nicht?“, wechselte Nellie das Thema.

„Sie sind das Beste, dass ich seit Tagen gegessen hab.“, sagte Victoria,
überrascht über den schnellen Themawechsel.

„Dann hast du in den letzten Tagen nichts gegessen, Liebes.“, stellte Nellie fest.

Victoria errötete leicht: „Nein.“

„Du kannst dich nicht einfach verkriechen.
Steh auf und lebe.
In fünf Jahren kommt dein Bruder zurück.“, ermunterte Nellie sie.

„Ja, du hast Recht.
In fünf Jahren werde ich ihn wiedersehen.“, sagte Victoria.

Und das erste Mal in zehn Jahren lächelte sie wieder...

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Nicht sehr lang, aber ich fand das Ende gerade so passend.
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