Die ganze Welt ist eine Bühne

GeschichteAllgemein / P12
Eva Mayerhofer Jan Brenner Klaus Frings Kriminaldirektor Ritter Leonie Bongartz
05.02.2012
17.07.2012
50
61907
 
Alle Kapitel
198 Reviews
Dieses Kapitel
12 Reviews
 
 
 
Das ist meine erste FanFiktion überhaupt. Sonst habe ich immer nur englische FanFiktion gelesen und meine Geschichten für mich behalten. Doch dann habe ich Countdown gesehen und fand Breo einfach super. ;) Da bin ich auf fanfiktion.de gestoßen und habe nicht nur einige wirklich gute Geschichten gelesen, sondern auch gemerkt, dass einige Leute hier wirklich anregende, konstruktive Reviews geben und habe mich spontan entschieden zum ersten Mal etwas zu veröffentlichen.

Ich hoffe sehr die Geschichte gefällt euch! :=)


"Die ganze Welt ist eine Bühne"
-William Shakespeare (1564-1616)

_____________________________________________________________________

Die Sonne geht langsam unter und taucht den Wald in ein dunkles, dämmriges Licht. Ein Auto hält auf einem Pfad und eine dunkele Gestalt steigt aus. Sie umrundet das Auto, öffnet die Beifahrertür und zieht ein junges Mädchen unsanft von ihrem Sitz. Sie ist an den Händen und Füßen gefesselt und Klebeband bedeckt ihren Mund. Die dunkele Gestalt stößt das Mädchen in Richtung des nächsten Baumes und zieht aus ihrem schwarzen Kapuzenshirt eine Pistole. Sie zielt auf das Mädchen, das mit einem entsetzten Gesichtsausdruck vor ihr auf dem Boden kauert.


59:08:12 vorher

Es war ein ganz gewöhnlicher Morgen im Leben von Jan Brenner. Sein Handy hatte ihn vor einigen Minuten unsanft geweckt und die gutgelaunte Stimme seiner Kollegin Leonie Bongartz hatte ihm verkündet, dass sie ihn in 10 Minuten abholen würde. Er würde nie verstehen wie sie es schaffte morgens schon so wach und fröhlich zu sein.  
Er hatte sich gerade fertig angezogen, da klingelte es auch schon an der Haustür. Er schnappte sich seine Lederjacke und öffnete die Tür.
„Guten Morgen!“, begrüßte Leo ihn.
„Guten Morgen, kleine Frühaufsteherin!“ Leo verdrehte die Augen. Guckte danach aber neugierig über Brenners Schulter.
„Wo ist denn dein neustes Betthäschen?“ Sie schaute in halb belustigt, halb interessiert an.
„Das geht dich gar nichts an.“, grinste Brenner und stupste mit seinem Zeigefinger kurz auf ihre Nase. Beeilte sich aber trotzdem die Tür hinter sich zu schließen. Irgendwie wäre es ihm peinlich gewesen zuzugeben, dass sein Date für gestern Abend, Lorine, ihm abgesagt hatte.

Während der Autofahrt zum Tatort lenkte er Leo deshalb mit Fragen zu ihrem Abend ab.
„Und was hast du so gestern Abend gemacht?“, fragte er betont beiläufig.
„Tja, das wüsstest du wohl gern.“, grinste Leo.
„Stimmt, das wüsste ich gern.“, säuselte Brenner und lächelte sein berühmtes „Brenner Lächeln“.
„Tja, wenn du es unbedingt wissen willst. Ich war im Kino.“
„Und mit wem?“, Brenner schaute sie nun genau an. Er kannte Leo und wusste wenn sie lügen würde.
„Das geht dich gar nichts an.“ Leo fixierte konzentriert die Straße. Doch insgeheim freute sie sich. Sie hatte sich früher manchmal geschämt, wenn sie öffentlich eifersüchtig auf Brenners Betthäschen gewesen war und sie sich wie ein verliebter Teenager verhalten hatte. Doch nach langer Zusammenarbeit mit dem größten Macho Kölns hatte sie die meisten seiner Tricks durchschaut und nun hielt sie auch öfters die Fäden in der Hand.
Keine 2 Minuten später kamen sie an einem hübschen, blauen Reihenhaus an, vor dem schon mehrere Polizeiwagen und ein Van der Spurensicherung standen.

Leo und Brenner kämpften sich durch etwa ein dutzend Schaulustiger, zeigten einem Polizeibeamten ihre Marken und duckten sich dann unter dem Absperrband hinweg.
Schon von weitem sahen sie Frings, der mit einem Beamten der SpuSi redete und sich dann zu ihnen umdrehte.
„Morgen.“
„Morgen, Frings.“
„Also das Opfer ist erst vor einigen Monaten zurück nach Deutschland gekommen. Vorher hat sie in Sacramento gearbeitet.“, erzählte er mit einem kurzen Blick auf sein Klemmbrett.
„Wo?“, fragte Brenner.
„Die Hauptstadt von Kalifornien. Das solltest du mit deinem 1,1er Abi eigentlich wissen.“, feixte Leo. Brenner stieß ihr leicht seinen Ellenbogen in die Seite und die Beiden wandten sich erneut Frings zu.
„Da sie deutsche Staatsbürgerin ist, sind wir verantwortlich für den Fall. Also sie hieß Nathalie Lindner, war 36 Jahre alt und…“ Weiter kam er nicht, denn Brenner hatte ihn unsanft zur Seite geschoben und ohne ein Wort das Haus betreten.
Leo starrte irritiert die halbgeöffnete Haustür an, wurde dann aber von Frings aus ihren Gedanken gerissen.
„Okay…jedenfalls war sie Anwältin, ledig, eine Tochter und es sieht nicht nach einem Raubüberfall aus. Schmuck und Bargeld sind noch da. Die Leiche liegt im Wohnzimmer.“
„Danke, Frings!“ Leo klopfte ihrem Kollegen kurz auf die Schulter und folgte Brenner dann ins Haus. Sie ging durch den Flur, vorbei an der SpuSi, die gerade die Fingerabdrücke einer Klinke nahmen.
Im Wohnzimmer sah sie direkt die Leiche. Die Frau trug ein teueraussehendes, blaues Kostüm; ihre braunen Haare waren ordentlich zurückgesteckt und auf ihrer Stirn prangte eine große Platzwunde. Doch das war nicht das, was Leo beunruhigte. Brenner stand über die Leiche gebeugt und starrte sie einfach nur an.
„Brenner?“, fragte sie vorsichtig, unschlüssig ob sie ihn berühren sollte.
„Ähm…ja?“ Er riss sich vom Gesicht der Frau los und wandte sich mit einem teilnahmslosen Gesichtsausdruck Leo zu.
„Ist alles klar bei dir?“
Er schaute sie kurz unschlüssig an, doch dann entschied er sich die Wahrheit zu sagen. Seine pfiffigen Kollegen würden es über kurz oder lang sowieso herausfinden und fallrelevant war es auch nicht.
„Ich habe sie kennen gelernt, als ich gerade an der Polizeischule angefangen hatte. Sie war damals Auszubildende in einem Anwaltsbüro und wir haben uns ein paar Mal getroffen.“
„Brenner, das tut mir Leid.“ Leo legte ihm mitfühlend eine Hand auf den Arm. Sie hatte schon immer Angst gehabt einmal an einen Tatort zu kommen und das Opfer zu kennen.
„Ich habe sie schon seit Jahren nicht mehr gesehen.“ Er zuckte die Achseln und bedachte Leo mit einem Lächeln.
„Guten Morgen!“, wurden sie vom vierten Teammitglied, Eva, begrüßt.
„Die Tatwaffe war eine etwa 15cm große Statue,. Der Täter muss sie gegriffen und Frau Lindner mit voller Wucht gegen die Stirn geschlagen haben. Jedenfalls fahren Frings und ich zurück in die SoKo und erkundigen uns nach Lindners Leben in Amerika.“
„Okay, wir benachrichtigen die Tochter.“, seufzte Leo. Es war immer schwer Angehörige vom Tod ihrer Lieben zu unterrichten.
„Tochter?“, Brenner guckte sie fragend an.
„Hat Frings mir eben gesagt, nachdem du gegangen bist.“, teilte Leo ihm mit.
„Ja, Sophie Lindner, 15 Jahre alt, wurde während Lindners Aufenthalt in den Staaten geboren.“, fügte Eva hinzu.
Leo warf Brenner einen fragenden Blick zu. Er sah kurz zu ihr und wandte sich dann an Eva.
„Okay, wir sagen der Tochter Bescheid.“
Mit einem kurzen Blick in einen Stapel Unterlagen sagte sie: „Sophie besucht das `Gymnasium der Darstellenden Künste´“. Das ist keine 20 Minuten von hier.“
„Danke, wir sehen uns dann später.“, grinste Brenner und schob Leo vor sich her aus dem Raum.

Am Auto angekommen wandte sich Leo an Brenner:
„Wann habt ihr euch genau kennen gelernt?“
„Ich erinnere mich nicht mehr genau, aber das müsste 16 oder 17 Jahre zurück liegen.“
„Wusstest du damals, dass sie nach Amerika wollte?“, Leo legt den Kopf schief und fixierte Brenner.
„Nein. Und nein, ich weiß nicht, ob ich der Vater von Nathalies Tochter bin.“, sagte er ruhig.
„Das wollte ich auch gar nicht fragen.“, lächelte Leo.
„Ich kenne dich einfach so gut, dass ich immer weiß was du denkst.“, lachte Brenner.
„Das bezweifele ich!“ Leo grinste und stieg in den Wagen.
„Was ist das eigentlich für ein Name `Gymnasium der Darstellenden Künste´?“, dachte Brenner laut, als er zu ihr in das Auto stieg.
Review schreiben