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Die Akte Bahamut

Kurzbeschreibung
KurzgeschichteFantasy, Sci-Fi / P16 / Gen
05.02.2012
05.02.2012
2
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05.02.2012 659
 
Wir haben das Testsubjekt mehreren klinischen Tests unterzogen und es zeigte keinerlei Reaktion. Nach wie vor können wir uns nicht erklären, um was es sich bei diesem drachenähnlichen Wesen handelt. Wir wissen nicht einmal, wie es auf unseren Planeten kommen konnte.

Vor zwei Wochen hatten wir eine wissenschaftliche Delegation von unterschiedlichen Experten hier, allesamt große Menschen in ihren Gebieten. Sie sollten uns helfen, das Testsubjekt zu kategorisieren. Aber selbst diese ausgewiesenen Experten hatten keinerlei Ahnung davon, um was es sich bei unserem Fund handelte. Sie schlugen uns diese grausamen Tests vor, Tests, die in manchen Gegenden als Foltermethoden angewendet werden würden.
Wir sollten dem Subjekt Haut und Fleisch entfernen, es an einigen Stellen mit Säure begießen, alle möglichen erkennbaren Sinnesorgane untersuchen und dem Subjekt von überall Gewebeproben entnehmen. Die meisten aus unserem Team weigerten sich innerlich gegen diese Vorgänge, denn irgendwie spürten wir, dass dieses Ding lebte. Manche meinten, dass es vielleicht nur schlief.

Als wir es in den Tiefen eines verlassenen Stollens fanden, waren wir fasziniert und abgeschreckt zugleich. Es wirkte so friedlich, ruhig und fast schon majestätisch. Wir fanden es in einer Art Eisklotz vor. Es war größer als jeder unserer Männer und wir hatten große Mühe es aus der Stolle zu befördern. Man gab uns diese künstliche Insel mitten im Meer als Forschungsstation. Die meisten Wissenschaftler befürworteten diesen Ort, da er so weit wie möglich von der Zivilisation abgeschnitten ist. Immerhin arbeiteten wir hier mit einer fremden Lebensform und keiner konnte wissen, wie die Sache ausgeht. Wir standen unter einer strengen Beobachtung durch alle möglichen Akademien und Gremien der wissenschaftlichen Welt. Alle Welt blickte auf uns um zu erfahren, um was es sich bei dem Subjekt handelte.

Als wir es einigen Hirntests unterzogen, konnten wir tatsächlich eine schwache aber vorhandene Hirnaktivität nachweisen. Offenbar war es also wirklich nicht ganz tot. Mit diesem Wissen gestärkt versuchten wir es zu reizen durch alle möglichen Maßnahmen und mit allen möglichen Mitteln. Allerdings reagierte dieses Ding nicht einmal auf eine große Nadel oder ein Messer, welches sich durch seine schuppige Haut bohrte. Egal was wir taten, die Aktivität blieb gleichbleibend schwach.
Es vergingen einige Tage ganz ohne Tests …

Nach rund einer Woche wiederholten wir das ganze Prozedere noch einmal in der Hoffnung, dass es diesmal einen Erfolg gab. Tatsächlich hatte sich die Aktivität seines Hirns gesteigert. Wir alle waren hellauf begeistert davon, denn immer mehr spürten wir Leben in dem Testsubjekt.
Einer unserer Wissenschaftler gab dem Subjekt sogar einen Namen – Bahamut.

Als wir unsere Geldgeber und die wissenschaftliche Welt davon in Kenntnis gesetzt hatten, ging alles sehr schnell. Kaum hatten wir bewiesen, dass dieses Ding lebt, nahm man uns unsere Einrichtung weg und machte sie zu einem Sperrgebiet. Man wollte absolut sichergehen, dass nichts passieren konnte, was man hinterher bereuen würde. Man schaffte uns aber nicht von der Insel, ganz im Gegenteil, wir standen nun offiziell unter Quarantäne und durften diese auch nie wieder verlassen.

In den ersten Tage brachte man uns Nahrung und versorgte uns noch mit Strom, doch mit zunehmender Dauer wurden die Lieferungen spärlicher und der Strom fiel in regelmäßigen Abständen aus. Man wollte uns scheinbar absichtlich sterben lassen!
Wir ließen uns aber nicht davon abbringen das Subjekt weiter zu untersuchen und Tag für Tag stellten wir zunehmende Aktivitäten seines Hirns fest. Mittlerweile war die Aktivität fast so groß, wie die eines menschlichen Hirns, das heißt, er müsse irgendwann erwachen. Natürlich unterrichteten wir die Welt davon, aber selbst dieser Fakt hielt sie nicht davon ab, uns hier verrecken zu lassen.

Die mangelnde Nahrung und die immer schlechter werdenden Bedingungen unserer Arbeit machten uns mürbe. Wir wurden fast wahnsinnig. Einige begannen Stimmen zu hören, andere von uns nahmen Halluzinationen wahr. Doch für uns kam jede Hilfe zu spät.

So muss ich diesen letzten Bericht abschließen. Ich weiß nicht, ob ich jemals einen weiteren Bericht verfassen werde und ob ich hier vielleicht doch noch herauskomme. Eines aber ist sicher: Bahamut scheint zu leben und er wird uns rächen …
 
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