Tod in der Familie

von Decius
GeschichteDrama, Mystery / P12
04.02.2012
04.02.2012
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Die Erzählstruktur ist Non-Linear, ich springe also erzählerisch an manchen Stellen in der Zeit zurück bzw. vor.

Es ist ein sehr altes Fan-Fiction von mir (2003 geschrieben), was sich auch daran erkennen lässt, dass es noch zu Freak-of-the-week-Zeiten spielt. Gerade jetzt, nach Ende der Serie, findet ja vielleicht der ein oder andere gefallen am Retro-Setting.

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TOD IN DER FAMILIE

Es war schon spät als Lana das Talon verließ, wie immer, wenn am Ende des Monats die Abrechnung gemacht werden musste. In sich gekehrt und gedankenverloren ging sie die Strasse entlang. Die Ereignisse der letzten Tage brachten sie zum nachdenken. Wie stand sie zu Clark ? Zwar waren sie jetzt zusammen, doch immer noch gab es so viel was sie nicht über ihn wusste, soviel was er ihr nicht sagen konnte, oder nicht sagen wollte. Und dann war da noch Chloe, ihre beste Freundin, die nichts von der Beziehung zwischen ihr und Clark wissen durfte, aber deren Freundschaft sie riskierte, egal ob sie es ihr gestand oder ob sie sie weiter belog.
Lana war so in Gedanken vertieft, dass sie es gar nicht bemerkte, als plötzlich jemand vor ihr auf dem Bürgersteig auftauchte. Sie blieb erst stehen, als sie kurz vor ihm stand und in Gedanken vertieft auf dem Boden schauend, seine Schuhe bemerkte. Sie kannte diese Schuhe, sie gehörten Clark und sahen immer so aus als wäre er schon mehrere Kilometer mit ihnen gerannt, selbst wenn er sie gerade erst gekauft hatte. Eines dieser Mysterien, die Lana nicht hinterfragte, es musste wohl daran liegen, dass Clark auf einer Farm lebt, sagte sie sich und beließ es dabei.
"Huh, Clark, stehst du da schon lange ?"
"Seit du das Talon verlassen hast."
"Ich war wohl so sehr in meine Gedanken vertieft, dass ich dich gar nicht bemerkt hab."
Clark grinste, wie er es immer Tat. Er mochte so viele verschieden Persönlichkeiten besitzen, aber sein Grinsen blieb steht´s das gleiche.
"Was machst du hier ?"
"Lana, ich wollte mit dir über Chloe reden. Sie hat mich vorhin angerufen."
"Worum ging´s ?"
"Um Belanglosigkeiten, aber ich hatte das Gefühl, als wollte sie etwas bestimmtes von mir hören."
"Du meinst, sie ahnt etwas ?"
"Es ist nur so ein Gefühl, aber wir sollten es ihr sagen, bevor sie es selbst herausbekommt."
"-"
Lanas Blick wechselte schlagartig. Entsetzen zeichnete ihr Gesicht, und ihre weit aufgerissenen Augen starrten scheinbar durch Clark hindurch. Sie sagte kein Wort, doch ihr Mund stand weit offen, etwas schien ihr Angst zu machen. Clark wurde unsicher, er packte sie, wollte sie beschützen, auch wenn er nicht wusste wovor.
"Lana, was ist mit dir ?"
Lana schrie plötzlich los. Ihre Schreie waren so laut, ganz Smallville musste sie gehört haben.
Aus weiter Entfernung vielen Schüsse, doch Lana´s Schreie überdeckten den Knall. Zu spät sah Clark die Kugeln anfliegen, nur zwei von ihnen prallten an seinen Händen ab. In Zeitlupe musste Clark mit ansehen, wie die Kugeln Lana´s Rücken durchschlugen, und erst an Clark´s stählernen Brustkorb zum stillstand kamen.
Eine Sekunde lang, war Clark regungslos. Er wollte nicht begreifen was gerade geschehen war. Eben noch war sein größtes Problem, wie er Chloe seine Beziehung zu Lana beichten sollte, und nun lag ihm seine große Liebe blutend in den Armen und zitterte am ganzen Körper.
Als er sich wieder fing untersuchte er mit seinem Röntgenblick die Umgebung, doch es war niemand zu entdecken. Er hätte weiter suchen können, vielleicht hätte er sogar jemanden entdeckt, doch er durfte keine Zeit mehr verlieren. Lana musste ins Krankenhaus gebracht werden, sie sollte nicht sterben, das war das Einzige was ihm jetzt noch wichtig war.

Regungslos lag sie dar. Die ganze nacht hatten Ärtzte um ihr Leben gekämpft und noch immer war nicht sicher ob sie erfolg hatten. Nell saß am Krankenbett und hielt Lanas Hand. Es war ein erschreckendes Bild, sie dort bleich schwach und an Schläuche und Drähte gefesselt, liegen zu sehen. Nur das leise, aber hoffnungsvolle, Piepsen des Herzschlagmessgeräts war zu hören.
Chloe stand außerhalb des Krankenzimmers am Fenster und blickte noch einmal auf Lana zurück, sie war gerade bei ihr gewesen und ihre Tränen waren noch nicht ganz von ihrem Gesicht heruntergelaufen, als Clark den Flur betrat. Er hatte sie hergebracht und wäre sicher die ganze Nacht über im Krankenhaus geblieben, wenn die Polizei nicht seine Aussage benötigt hätte.
"Clark, da bist du. Ich bin so froh, dass du nicht auch von den Kugeln getroffen wurdest."
Unter Tränen fiel Chloe ihrem Freund um den Hals und legte ihren Kopf auf seine Schulter. Clark schwieg, doch Chloe merkte schnell, dass sie nicht die einzige war, die ihre Tränen nicht verbergen konnte.
"Es ist meine Schuld."
"Nein, Clark, das stimmt nicht, du darfst dir nicht immer die Schuld an allem geben."
"Aber ich war da, ich stand direkt vor ihr, ich hätte es verhindern müssen.""Wie denn Clark, hättest du dich heldenhaft vor sie schmeißen sollen ?! Dann würdest du jetzt dort liegen und der Schütze hätte Lana trotzdem noch erwischen können. Sei froh das es nicht so war, und du jetzt wenigstens für sie dar sein kannst."
Chloe suchte den Augenkontakt, doch Clark wich ihrem Blick aus. Sie konnte nicht verstehen, was ihre tröstenden in Clark auslösten, denn was sie ihm als Entschuldigung gab, war für ihn wie eine Anklage. Er hätte vor sie springen müssen, doch er war zu sehr abgelenkt gewesen, er hatte nicht auf seine Sinne gehört. Eins war sicher, auch wenn Chloe es nicht wissen konnte, hätte er sich vor Lana geworfen, als der erste Schuss viel, würden weder sie noch Clark in diesem bett liegen und der Schütze wäre vermutlich längst gefunden.
"Danke Chloe."
Ohne ein weiteres Wort ging er an ihr vorbei auf die Tür zu Lana´s Raum zu. Chloe, die er dabei unbeabsichtigt von sich gestoßen hatte, blickte ihm noch nach bis er hinein ging, dann schlenderte sie langsam auf den Ausgang zu. Trotz allem was geschehen war, konnte sie ihre Gefühle für Clark nicht unterdrücken. Eifersucht kam ungewollt in ihr hoch. Sie war neidisch auf Lana´s Verhältnis zu Clark. Auf Lana, die wie eine Schwester für sie war und nun ans Bett gefesselt mit dem Tod kämpfte. Chloe hasste sich dafür.
Nell stand von ihrem Stuhl auf, als Clark das Zimmer betrat.
"Hallo Clark, schön, dass du gekommen bist."
"Wie geht es ihr ?"
"Die Ärzte sagen dass.."
Sie begann zu stottern, Lana´s zustand hatte ihr schwer zugesetzt.
"..der morgige Tag wird entscheiden, ob sie durchkommt oder ob.."
"Ist schon gut."
"Es tut mir Leid, Clark. Ich muss kurz nach draußen, an die Luft."
"Ich werde hier bei Lana bleiben."
"Danke."
Nachdem Nell die Tür hinter ihr geschlossen hatte, setzte sich Clark neben Lana ans Bett und hielt ihre Hand."
Lana, ich weiß nicht ob du mich hören kannst, aber ich möchte, dass du weißt, wie Leid mir das alles tut. Nicht nur, dass ich dich dieses mal nicht beschützen konnte, sondern auch weil ich dich so lange habe warten lassen ehe ich mir über meine Gefühle im klaren war. Ich war am Grab deiner Eltern, ich ihnen erzählt was passiert ist. Ich soll dir sagen, dass du nicht aufgeben sollst, dass du kämpfen sollst.."
Clark musste einen Moment inne hallten ehe er seine Monolog fortsetzte.
"Lana, ich möchte dir die Wahrheit sagen, damit nichts mehr zwischen uns steht, wenn du wieder Gesund bist. Der Grund warum ich dich bisher immer beschützen konnte, warum ich manchmal schnelle zur Schule komme als der Bus und warum ich aus den brenzlichsten Situationen ohne einen Kratzer herausgehe. Vielleicht glaubst du mir erst nicht, aber wenn du darüber nachdenkst, wird dir einiges sicher klarer erscheinen. Weißt du Lana, meine wahren Eltern sind nicht von hier, nicht einmal ansatzweise, sie stammen.."
Lana´s Finger schlossen sich um Clark´s Hand und ein Schrecken durchfuhr ihn.
"Lana ?! Kannst du mich hören ?"
Ihr puls raste, ihr Brustkorb zog sich nach oben .
"Lana !"
Panisch drückte Clark auf den Ruf-Knopf. Schwestern stürmten das Zimmer, eine riefe nach dem Arzt. Plötzlich riss Lana die Augen auf und begann zu schreien, wie sie es schon einmal getan hatte, kurz bevor sie von den Kugeln getroffen worden war, nur dieses mal war deutlich zu hören was sie schrie:
"PETE"

"Pete?!"
"Ich versteh es selbst nicht. Keiner der Anderen im Raum hat etwas aus den Schreien entnehmen können, aber für mich gibt es keinen Zweifel."
Martha nahm ihren Sohn in den Arm. Nach Lana´s plötzlichem Ausbruch, hatte er das Krankenhaus verlassen müssen, und war von voller Fragen und Selbstzweifeln nach Hause gegangen. Gegangen wohlgemerkt, er fühlte sich zu schwach um zu rennen und er wollte auch ein Bisschen allein sein. Martha machte sich ernsthafte Sorgen um Clark, er mochte der stärkste Junge der Welt sein, aber diese Tragödie, drohte ihn zu zerreißen. Clark ging auf sein Zimmer. Martha war froh darüber, dass Clark sie nicht weiter nach Pete gefragt hatte, sonst hätte sie ihm auch noch von dem Ereignissen am Morgen erzählen müssen, als Pete´s Mutter sie verstört anrief, weil ihr Sohn schon zwei Tage nicht mehr zu Hause gewesen war und davon, dass auch bisher jede Spur von Pete fehlte. Clark braucht jetzt Ruhe, dachte sie sich, nahm sich aber vor ihm am nächsten Tag von Pete´s Verschwinden zu erzählen, den, auch wenn Clark sich Lana´s Ausruf nur eingebildet haben könnte, wäre es gut möglich, dass ein Zusammenhang zwischen den beiden Mysterien in Clarks Freundeskreis bestand und Clark war bisher immer sehr gut darin gewesen solche Rätsel zu lösen. Aber vorerst sollten sich andere damit befassen, und vielleicht würden sie es auch ohne Clark schaffen, sodass wenn er wieder aufsteht, sich alles in Wohlgefallen aufgelöst hätte. Martha konnte ihre eigene Naivität nur belächeln, denn etwas in ihr wusste, das ihre Hoffnungen keine Früchte tragen würden, dass sie aus dieser Sache nicht alle ohne Kratzer herauskämen, und dass niemand von ihnen später auf dieser Tage zurückblicken würde um darüber zu lachen.

Chloe wusste bereits von Pete´s rätselhaften Verschwinden, sie saß im Redaktionsraum der ´Smallville Torch´, zwischen Computern und Telefonen, und versuchte einen Anhaltspunkt zu finden, der ihr vielleicht einen Hinweis auf Lana´s Angreifer oder auf Pete geben könnte, sie war sich zwar noch nicht sicher ob die beiden ´Fälle´ zusammenhingen, aber ihr Instinkt brachte diese Vermutung nahe. Sie war nie der Typ dafür gewesen, einfach loszufahren und zu gucken, ob sie Zufällig auf die richtige Person trifft, das war mehr Clark´s Gebiet gewesen, und er war auch erstaunlich gut darin, wie Chloe immer wieder feststellen musste. Doch Clark war nicht in der Verfassung um ihr zu helfen, also ging sie allein an die Sache ran. Sie begann damit potentielle Feinde von Lana aufzuzählen, und sortierte diejenigen heraus die ins Profil passten. Nur, gab es ein Profil ? Jeder der eine Waffe hallten konnte, kam in Frage, und wenn man von denen ausging, die schon mal auf Lana geschossen hatten, waren sie entweder tot oder weggesperrt, wie Chloe in Erfahrung bringen musste.
"Komm schon, gib mir irgendwas !"
Chloe hämmerte auf die Tastatur, doch außer einem Systemabsturz brachte ihr das nur wenig. Die Hilflosigkeit machte sie verrückt. Hier konnte sie nichts machen, so gern sie auch weiterhin so getan hätte, als müsste sie nur ein paar Tasten drücken, und ein paar Anrufe tätigen, und das Problem wäre aus der Welt, ihr war klar, dass nur stures Herumfahren und Hoffen etwas zu finden, sie weiterbringen konnte. Sie nahm ihr Autoschlüssel und verließ den Raum, rennend, den ihr mulmiges Gefühl hatte sich ausgebreitet, ihr Gewissen sagte ihr immer wieder wie viel Zeit sie ergebnislos am Computer verbracht hatte, und dass, wozu auch immer, sie auf jeden Fall zu spät kommen würde.

In der Polizeiwache von Smallville herrschte derweil Hochbetrieb, es gab drei vermisste Teenager, eine junges Mädchen in Lebensgefahr und einen Attentäter, der immer noch frei durch die Stadt lief. Es war bereits Unterstützung aus Metropolis zugesagt worden, doch bisher war noch nichts davon zu spüren. Die Polizisten, die durch die außergewöhnlich hohe Gewaltrate gegen Jugendliche in ihrem Bezirk und besonders durch die für Außenstehende unglaublich wirkenden Täter, aber auch auf Grund von Korruptionsverdachten, stark in die Kritik geraten waren, kämpften nicht nur gegen Gesetzesbrecher, sie kämpften auch gegen ihre Entlassung.
So waren die Beamten in einer gewissen weise auch froh darüber, dass sie sich diesmal nicht um einen entlaufenden Freak, sonder vielmehr um einen "08/15-Psychopathen" kümmern mussten. Plötzlich tauchte eine Junger Mann an der Tür des Gebäudes auf und ging durch den Raum. Er hatte einen starren Blick, sein dunkelblaues Hemd war Blutverschmiert, und sein Gestank füllte den ganze Raum. Die Hände waren mit Handschellen auf den Rücken gefesselt worden, sodass sich der Gefangene nicht auffangen konnte als der hinter ihm stehende Mann ihn mit einem Tritt zu fall brachte.
"Guten Tag, meine Herren, entschuldigen sie, dass ich mich noch nicht bei ihnen vorgestellt habe, ich bin Detektive Jones aus Metropolis, und mein junger Freund hier ist ihr gesuchter Attentäter, ich habe ihn zufällig dabei erwischt wie er im Wald versucht hat diese Waffe zu vergraben, er hat bereits den Anschlag auf das junge Mädchen und die Morde an den vermissten Teenagern gestanden."
Triumphierend zeigte er den Umstehenden ein Scharfschützen-Gewehr und ein handbeschriebenes, blutüberzogenes Blatt Papier, welches offensichtlich das Geständnis des Täters darstellte. Fast alle Beteiligten waren fassungslos, und doch erleichtert, dass diese dunkle Stunde von Smallville für sie so schnell vorbeigegangen war. Nun hieß es noch die Familien zu informieren, etwas das den Beamten jedes Mal einen kalten Schauer über den Rücken trieb, so waren sie erleichtert, als sich die Chefin selbst, für diese Aufgabe freiwillig meldete.

Kurz darauf klingelte bei den Kents das Telfon. Martha war gerade draußen und half Jonathan mit der Farm, sodass Clark, verschlafen in die Küche schlenderte, immer noch in Gedanken, aber noch zu müde um sie wirklich zu erfassen. Er griff zum Hörer. Es war Pete´s Mutter, der Polizei hatte gerade bei ihr Angerufen. Jonathan und Martha kamen gerade herein.
"Schatz, du bist wach, geht es dir wieder besser ?"
Martha sah wie sich Clarks Gesicht verdunkelte.
"Wer ist das am Telefon ?"
Martha hielt ihren Mann am Arm fest, als er gerade auf Clark zugehen wollte, und senkte dann ihre Stimme.
"Lass! Ich denke ich weiß wer dran ist..."

Der Vollmond am Sternklarem Himmel erhellte das menschenleer wirkende Smallville. Nur eine im Schatten verhüllte Gestallt schlenderte durch die Strassen. Vor dem Talon waren noch Reste des Absperrbandes zu finden, mit dem die Polizisten vor einigen Tagen den Tatort gesichert hatten. Ein Schild war an die Tür des Talons gehenkt worden, es sollte die Besucher darauf hinweisen, dass das Talon vorerst geschlossen bleiben würde, was aber ohnehin jedem Bewohner von Smallville bewusst war, die Zeitung hatte es auf der Titelseite gebracht, und die Teenager der Smallville High hatten es über die Torch erfahren, die auf Grund ihres Insiderwissens sogar noch von Außenstehenden erstanden wurde und so einen neuen Leser-Rekord erreicht hatte.
Ob Chloe das getröstet hätte, Clark hielt unter einer Starssennlaterne inne, sicher nicht. Die Ereignisse der letzten Zeit waren zu erschütternd gewesen, als dass sie mit ein paar Verkaufszahlen hätten aufgewogen werden können. Doch letztlich stellte sich diese Frage auch gar nicht, die besagte Ausgabe stammte nicht von Chloe, Clark hatte sie allein schreiben müssen, denn Chloe war nach ihrem letzten Treffen verschwunden und Pete, der sonst die unterhaltsameren Themen bearbeitete... Clark wollte jetzt nicht an Pete denken, im Grunde wollte er überhaupt nicht mehr denken. Alles schien über ihm zusammenzubrechen, nie hatte er sich so allein gefüllt wie in diesem Moment. Seine Freunde hatten ihn im Stich gelassen, nein, er hatte sie ihm Stich gelassen, und nun, nun waren sie alle fort. Clark sank zu Boden und hielt sich die Hände vors Gesicht. Wie war es nur soweit gekommen.

Lex kniete, in seiner Hand hielt er einen Strauss Blumen, den er behutsam neben das Grab legte. Ihr Tod hatte ihn sehr mitgenommen, viel stärker als er es erwartet hatte. Tränen erfüllten das Gesicht, des sonst so gefassten Geschäftsmannes und auch ein leises schluchzen war zu vernehmen. Er schwieg. Lex hatte ihr eine engelsgleiche Statue als Grabstein anfertigen lassen und der Künstler hatte ganze arbeit geleistet, Lanas lächelndes Gesicht schien den düsteren Friedhof zu erhellen und im schwachen Schein des Mondes, kam es Lex fast so vor als stände sie leibhaftig vor ihm, und schaue strahlend auf ihren ehemaligen Geschäftspartner herunter.

„Als du auf die Welt kamst, weintest du, und um dich herum freuten sich alle. Lebe so, daß, wenn du die Welt verläßt, alle weinen und du lächelst.“

war auf das Grab gemeißelt worden. Diese Worte stammten vom Clark, er hatte sie aus einem Chinesischen Buch, und auch in seiner Rede, bei Lanas Trauerfeier verwendet, Nell hatte sie dann später für die Gravur ausgewählt.
Wie es seinem jungen Freund wohl gehen musste, dachte Lex. Clark stand ihr noch bedeutend näher als Lex, und er hatte sich auch schon vor ihrem Tod die Schuld an den Ereignissen gegeben. Lex raffte sich auf, es war zu spät um Clark noch am selben Tag aufzusuchen, doch nahm er sich vor, noch am nächsten Tag bei den Kents vorbeizuschauen und nach ihm zu sehen.
Noch immer in Gedanken ging Lex zurück zu seinem Wagen, wo sein Fahrer, schon seit langem auf seine Rückkehr gewartet hatte. Da sah Lex noch einmal zurück, und musste mit erstaunen fest stellen, das noch jemand, nach ihm den Friedhof betreten hatte. Es war Clark, er hatte Lex noch nicht bemerkt und war ganz offensichtlich ihn ähnlichen Gedanken versunken wie Lex zuvor selbst. Lex drehte sich und ging auf seinen Freund zu.
Ein lauter Knall ertönte und Lex viel vorn über. Hinter ihm stand sein Fahrer, eine silberne Handfeuerwaffe in der rechten Faust, und gewillt noch weitere Male auf seinen Arbeitgeber zu schießen. Clark war von dem Schuss aufgeschreckt worden und rannte sofort auf den Schützen zu. Mit enormer Aggression drosch Clark auf seinen Widersacher ein, der zu seinem erstaunen jedoch keinerlei Anstallten machte sich zur wehr zu setzen. Clark hörte wie die Knochen seines Gegenüber, wie Streichhölzer zersprangen, ein mulmiges Gefühl erfasste Clark, dann lies er von ihm ab.
Lex lag noch immer regungslos am Boden.

Ein kaltes, taubes Gefühl durchzog seine Schulter als Lex aufwachte. Das Gras unter ihm war feucht und auch er selbst war stark vom anhaltendem Regen durchnässt worden. Nur langsam kam er wieder zu Bewusstsein und raffte sich auf. Ein verkniffener Blick auf die Uhr verriet ihm, dass er mehrere Stunden bewusstlos gewesen sein musste, und wenn der Himmel etwas klarer gewesen wäre, hätte er mit Sicherheit auch den Sonnenaufgang bemerkt. Lex blickte sich um, weder von Clark noch von seinem Auto, oder gar von seinem Fahrer war etwas zu sehn. Schwankend und mit einem Arm an der verwundeten Schulter, taumelte er über den Friedhof. An Lanas Grab hielt er inne. Die Erde war aufgewühlt, die Statue aus dem Fundament gerissen worden, und dort wo man üblicherweise den Sarg vermutet hätte klaffte Lex nur dunkles, Sechs bis Acht Fuß tiefes Erdloch entgegen.

Es war am Abend vor Lanas Tod als Chloe in ihrem Roten New-Beatle in Richtung Smallville fuhr. Sie war seit Stunden auf der Suche nach Anhaltspunkten gewesen, und hatte auch in Metropolis nach Informationen gesucht, die sie in ihren Überlegungen vorantreiben würden, hatte bisher aber keinen Erfolg gehabt. Da tauchte plötzlich etwas auf der Strasse auf, Chloe konnte nicht erkennen um was es sich handelte, doch es schien auf sie zuzugehen. Ein Hirsch, von Chloe’s Fernlicht verstört bewegte sich auf ihre Motorhaube zu, sie riss am Lenkrad und konnte nur knapp einem Zusammenstoss mit dem mächtigen Tier entgehen. Der Wagen schleuderte, Chloe bekam ihn nicht mehr unter Kontrolle. Angst beherrschte ihre Gefühle und Panik schien der einzige Handlungsstrang, der sonst so gefassten, jungen Reporterin zu sein. Ein Graben tat sich auf, der Wagen überschlug sich und rutschte auf der Seite liegend die Böschung hinunter, bis er schließlich an einem Baum hallt machte. Chloe hing mit rasendem Herzen in ihrem Gurt, atmete schnell. Sie zog sich selbst aus dem Fahrzeugwrack und versuchte sich aufzurichten, ihr linkes Bein schmerzte etwas, ab gesehen von einer Prellung im Gesicht und Schürfwunden an beiden Armen war sie ansonsten noch glimpflich davongekommen. Sie entschied sich dem doch recht Steilen Hang den sie herunterkommen war noch weiter nach unten zu Folgen, um ihr angeschlagenes Bein nicht weiter zu belasten. Nach einen kurzen Marsch ereichte sie eine Strasse, dort wartete sie.

Es vergingen ein paar Stunden ehe in der Ferne ein fremder Wagen erkennbar wurde, es war eine schwarzer Mercedes E-Klasse und gehörte einem Detektive aus Metropolis, sein Name war Jones. Er musste um die Dreißig Jahre alt sein, hatte kurze Braune Haare und dunkle Augen. Seiner teuer aussehenden Kleidung und seinem gepflegten Wagen nach zu Urteilen war er entweder ein guter Polizist oder korrupt, dachte sich Chloe, entschied sich aber dann erst einmal auf derlei vorschnelle Urteile zu verzichten und ihn um Hilfe zu bitten. Der Mann war freundlicher als sein dunkles Outfit vermuten lies. Er bestand darauf Chloe zu einem Arzt zu fahren und wollte sobald sein Handy wieder empfang hätte einen Abschleppdienst und natürlich die örtliche Polizeistation über Chloes Unfall informieren. Auf der Fahrt unterhielt sich Chloe mit dem Mann. Er war aus Metropolis geschickt worden um Smallville bei der Suche nach Lana’s Attentäter zu unterstützen. Nach ein paar Minuten hielt Jones plötzlich an. Dort stand jemand auf der Strasse, ein Junger Mann, sein Hemd war blutverschmiert und in der Hand hielt er ein Scharfschützen-Gewehr, das er direkt auf Jones Wagen richtete.
„Pete!?“
„RUNTER!!“
Jones drückte den Kopf seiner Baifahrerin nach unten, die nun völlig verwundert ins leere starrte. Das Panzerglas hielt stand aber nach weiteren Schüssen überzogen kleine Risse und Löcher das Bild der E-Klasse. Langsam schlich er sich aus dem Wagen. Pete schien keine Munition mehr zu haben und ging auf den Wagen zu. Jones stand auf, sein Waffe auf Pete gerichtet.
„MPD, Waffe fallen lassen, auf den Boden legen und Hände nach vorne.“
Pete gehorchte aufs Wort. Das überraschte selbst den Detektive, erst hatte er wie wild auf ihn geschossen, und kaum waren die Kugeln alle, wurde er gehorsamer als jeder Kleinkriminelle, den Jones bisher verhafteten konnte. Er trat die Waffe beiseite und legte Pete Handschellen an. Bei der Durchsuchung fiel ihm ein Zettel auf der aus Pete’s Hosentasche hing. Erstaunt stellte er fest, dass es sich bei Pete um den gesuchten Attentäter handelte und dass dieser sogar schon eine Geständnis mit sich trug.

Chloe sah wie sich der Detektive mit Pete befasste, statt ihn wie zu erwarten gewesen wäre abzuführen schien er noch einige Male auf ihn ein zu treten, Chloe verstand nicht, was war bloß los. Pete hatte auf sie geschossen, und dieser freundliche Detektive wirkte immer bedrohlicher auf sie. Dann war da noch dieser Zettel, sie hätte zu gern gewusst was darauf stand. Auf einmal blickte sich Jones um, ein finsterer Blick lies Chloe erstarren. Sie war hier nicht mehr sicher. Angsterfüllt verlies sie den Wagen und rannte sie unter schmerzen in die angrenzenden Wälder. Jones schenkte dem jedoch keine Beachtung und schleifte Pete in sein Auto. Scheinbar ohne auch nur einen Gedankten an seine letzte Baifahrerin zu verschwenden fuhr er los.

Der Regen prasselte auf geschwächten Körper, die schmerzen des Unfalls waren vergessen, sie spürte nur noch sehr wenig von ihrem Körper, und wenn doch dann war es Kälte, die ihre Haut immer wieder erzittern ließ. Der Wald war dichter, sehr viel dichter, als sie es erwartet hatte. War es vielleicht ein Fehler gewesen das Auto zu verlassen, sich ins dunkel zu flüchten, bloß auf Grund einer kurzen Eingebung, eines Angstgefühls. Sie schleppte sich weiter. Ganz sicher war sie sich mit der Richtung nicht, aber bisher gab es auch nichts was sie an dieser Annahme hätte zweifeln lassen. Nach einer Weile tat sich etwas zwischen den Bäumen auf. Es war eine kleine Holhütte, ziemlich heruntergekommen, aber als Regenschutz sicher brauchbar. Chloe ging näher heran, die Hütte schien sehr verlassen. Sie öffnete die Tür und ging hinein, der Wind heulte zwischen den morschen Bretten hindurch und ein nichtzuzuordnender Gestank durchzog die Luft. Doch als Unterstand war dieser Platz durchaus zu gebrauchen. Vom hinteren Teil des Raumes war fast nichts zu sehen, so sehr füllte die Dunkelheit den Raum, und selbst die Spalte in den Wänden, brachten nur sehr wenig Licht, der ohnehin untergehenden Sonne herein. Es grauste Chloe schon allein bei dem Gedanken in dieser Hütte vielleicht übernachten zu müssen, und die Ungewissheit über Petes Verbleiben verschlechterte ihre Gemütshaltung noch umso mehr.

Lana fühlte sich schwach, wo immer sie war, sie war allein, nur sie und ihre Gedanken, manchmal hörte sie die Stimmen von Clark oder Nell aus der Ferne rufen, doch um etwas ihre Worte zu verstehen reichte es nicht. Wie lange sie schon in diesem Zustand war wusste sie nicht, sie hatte jegliches Zeitgefühl verloren. Was wenn dies ihre letzten Tage, Stunden, oder Momente waren. Alleingelassen, wissend, das jene die ihr alles bedeuteten dort irgendwo in der Ferne saßen, und sich die selbe Frage stellen mussten. Was wenn Lana Lang heute sterben würde ? Würden sie sie vermissen, würden sie sich später an sie Erinnern. Was würde aus dem Talon werden, für das sie sich so aufgeopfert hatte, würde es einem Bürokomplex weichen müssen, wäre ihre Arbeit umsonst gewesen, und der letzte Beweis für ihre Eltern mit ihr verschwinden. Was würde aus Clark, würde er um sie trauern, ihren Tod akzeptieren, und sie dann vergessen. Würde er jemand anderen finden und mit ihr glücklich werden, vielleicht Chloe. Was würde aus Nell, würde sie sie vermissen wie eine Tochter, würde sie daran zerbrechen oder nur ein paar tränen vergießen, zurück zu ihrem Freund fahren, mit ihm weitermachen, selbst eine Tochter bekommen. Würde sie Lana heißen. Aus der Ferne drang die Stimme von Henry Small in Lanas Welt hinein. Was würde aus ihm, er hatte bisher nicht die Zeit gehabt eine Vater zu sein, wäre sie mehr für ihn als nur eine junges Mädchen, dass er mal kannte. Was würde sie hinterlassen, was hätte sie verändert, wäre sie mehr als nur ein Grabstein mehr, auf den Friedhof von Smallville. Sie hatte noch so viel vor, sie hatte nur so wenig Zeit gehabt, glücklich zu sein. Lana hätte geweint wen sie es gekonnt hätte, doch sie konnte nicht. Sie spürte etwas, wie eine Hand die sich auf ihren Arm legte, sie fühlte sich schwerelos, ein Ausgang aus dieser Höhle schien sichtbar zu werden. Sie ließ sich fallen.

Henry Small saß an Lanas Bett, er streichelte sanft ihren Arm, und hoffte, nur noch einmal mit ihr sprechen zu können, die Ärzte hatten, wenig hoffnungsvolles zu berichten gehabt. Ein Schrecken durchfuhr ihn. Ein ruhige piepsen verstummte, ein anhaltender dröhnender Ton füllte die Lücke. Die Ärzte stürmten das Zimmer, Henry saß regungslos auf seinem Stuhl, die Augen ins leere Gerichtet. Er wurde aus dem Raum geschickt, man hörte noch einige male die Anordnungen des Oberarztes, ein paar mal das Laden und Entladen von Elektroschocks, und immer wieder den anhaltenden dröhnenden Ton, der einfach nicht mehr dem piepsen von einst weichen wollte. Dann war irgendwann alles vorbei.

Als Chloe aufwachte war es schon Mittag, die grelle Sonne flutete den Raum, und all das was letzte Nacht so unheimlich und fremdartig geschienen hatte, nahm plötzlich Gestalt an. Sie raffte sich auf, ihr Sichtfeld war noch verschwommen aber langsam wurde ihr Kopf immer klarer, sie blickte sich um. Erschocken wich sie zurück, ein Jugendlicher lehnte, sitzend, an die hintere Ecke des kleinen Raumes. Er war bleich, leblos und kalt, sein starrer Blick, schien durch Chloe hindurch zu sehen, die sich, leicht zitternd, aber gefasst, der Leiche näherte. Die blutverschmierten Einschusslöcher im Brustkorbbereich waren nicht zu übersehen und der angeschlagene Zustand des Körpers ließ Chloe vermuten, das er nicht erst seit dem vorigen Tag dort gelegen hatte. Sie ließ von der Leiche ab und sah sich die Hütte genauer an, die Wände waren mit merkwürdigen Zeichen, in roter Farbe, besprüht worden, es hingen Zeitungsartigel, an eine kleine Pinnwand genagelt oberhalb eines mit Zetteln bedeckten Schreibtisches, ein Stuhl stand etwas davon entfernt im Raum, um ihn herum lagen Seile, kreisförmig, als ob jemand damit gefesselt worden war, doch sie waren an einer Stelle gerissen.
Auf dem Schreibtisch entdeckte sie ein paar Internetausdrucke von mystischen Formeln, und ein Paar Fotos von Smallville´s Friedhof auf denen einige Gräber mit rotem Stift eingekreist und, bis auf eine Ausnahme, mit einem Kreuz durchgestrichen worden waren.
Daraufhin betrachtete die Zeitungsartikel etwas näher.
"Vandalismus auf dem Friedhof""
"Okkulte Sekten in Smallville"
"Leiche entwendet"
"Opfer erlag schweren Verletzungen"
Der letzte schien neuer zu sein, das Papier wirkte weniger verkommen, doch das Datum war abgerissen worden. Sie lass weiter in den Artikel hinein.
"...Lana Lang, hatte das beliebte Szene-Cafe ´Talon´ geleitet und galt als aufstrebender Stern von Smallville, sie hinterlässt viele trauernde Menschen, die nicht verstehen können wie so eine Tragödie unserer kleine Stadt erschüttern konnte..[...]..Der Täter wurde gestern Abend von der Polizei gefasst, es handelt sich wohl um einen geistig verwirrten Freund des Opfers..[...]..Pete Ross, der Sohn von Richterin Ross, die auf die Nachricht hin vorerst ihren Dienst niedergelegt haben soll, hatte ein vollständiges Geständnis abgelegt, es jedoch später wieder zurückgenommen..[...].. Die Beerdingung findet auf Wunsch der Familie schon morgen statt..."
Chloe wurde bleich, Schrecken, Trauer und Wut durchfuhren sie, wurden dann aber durch nackte Angst ersetzt. Lana war noch nicht gestorben als sie Smallville verlassen hatte, der Artikel stammte von diesem Morgen. Jemand hatte ihn also dort angebracht noch während sie schlief.
Ein dumpfer Schlag traf sie am Hinterkopf, ihr wurde schwarz vor Augen.

"Kann ich ihnen helfen, Miss Sullivan"
Verwundert blickte Chloe den Mann an. Er war Lex Fahrer, und eng mit ihrem Vater befreundet, sie blickte sich um. Luthor Manor, wie war sie hier hingekommen, ihre Erinnerungen waren verschwommen.
"Nein, ich"Sie hielt einen Moment inne, um ihre Gedanken zu ordnen.
"Wie bin ich hier hergekommen."
"Na mit ihrem Wagen."
Der Mann zeigte auf einen dunkelroten Honda 2000, der in der Einfahrt parkte.
"Das ist mein Wagen ?"
"Miss Sullivan, was ist mit ihnen, geht´s ihnen nicht gut."
"Alles bestens, ich bin wohl heute bloß etwas durcheinander, kein Grund zur Sorge."
"Ist Lex da ?"
Auch wenn Lex eigentlich nicht ihre erste Wahl gewesen wäre, sie brauchte jetzt jemand dem sie trauen konnte, alles wirkte so unecht auf sie, nur das sie nicht wusste wieso.
"Tut mir leid, aber Mister Luthor ist noch nicht von der Beerdigung zurück."
"Lana´s, ich meine Miss Lang´s Beerdigung ?"
"Ja, ein tragischer Verlust, es hat ihn sehr getroffen"
"Ich komme dann ein anderes mal wieder."
"Auf Wiedersehn, und grüßen sie ihren Vater von mir."
Chloe ging langsam auf den Wagen zu, irgendwie glaubte sie nicht so recht, dass es ihr Wagen war, aber im Moment konnte sie eh nichts mit Sicherheit sagen, es war alles ein großes Rätsel für sie.
In ihrer Tasche fand sie einen Autoschlüssel, er passte. Chloe setzte sich in den Wagen und fuhr los.

Lex sah wie ein fremder Wagen den Hof verließ, er dachte sich jedoch nichts dabei. Presseleute waren schon denn ganzen Tag über in der Stadt, und nutzten gerne auch die Gelegenheit bei ihm vorbeizuschauen.
Er hatte er seine Leute daher angewiesen heute niemanden zu ihm zu lassen. Er brauchte Ruhe, die Beerdigung hatte ihn mitgenommen, und nun galt auch noch zu entscheiden was aus dem Talon werden würde.
Einerseits hätte er es am liebsten niedergerissen, auf das er sich nie mehr daran erinnern müsse, andererseits wollte er auch nicht alles zerstören, was Lana so mühsam aufgebaut hatte. Doch was blieb ihm, es gab niemanden der das Cafe auf diese Weise hätte weiterführen können, niemand, dem er genug vertrauen würde. Das Talon hatte er nur für Lana erhalten, nun war sie fort, wofür war es noch gut ? Er dachte nach. Egal wie lange er die Entscheidung aufschob, letztlich würden es sicher Büroräume werden, das war ihm klar, aber vorerst wollte er doch noch warten, worauf auch immer.

Chloe war auf dem Weg nach Hause. Irgendetwas passte nicht, langsam kamen Erinnerungen zurück, der Unfall, hatte sie deshalb ein neues Auto, ihr Gedächtnis war ein einziges großes Fragezeichen.
Hinter ihr tauchte ein Polizeifahrzeug auf und forderte Chloe auf anzuhalten, sie tat es.
Eine Frau stieg aus, während ein andere Polizist im Wagen blieb, sie hielt ihre Hand am Halfter, zog die Pistole jedoch nicht heraus, und näherte sich Chloes Fahrertür. Chloe musste die Hände aufs Lenkrad legen, dann bat die Polizistin sie den Wagen zu verlassen.
"Kennen sie einen Marcel Fisher ?"
"Sicher, er wohnt erst seit kurzem mit seiner Familie in Smallville, ich hab ihn einmal in der Schule getroffen."
"Nun, dies ist sein Wagen."
Chloe erschrak, sie konnte sich schlecht verteidigen, sie wusste ja selbst nicht wie sie zu diesem Wagen gekommen war.
"Hände hinter den Rücken."
Die Polizistin las Chloe ihre Rechte vor, dann setzte sie sie auf den Rücksitz des Polizeiwagens.
Der andere Polizist nahm die Schlüssel an sich und stieg in den Honda.

Auf der Fahrt hatte Chloe langsam ihre Erinnerung wiedergefunden, ihr fehlte zwar noch eine große Lücke zwischen dem Artikel in der Hütte und ihrem plötzlichen Auftauchen bei Lex, aber auch das würde sich sicher bald legen.
Auf der Polizeiwache lief noch nichts wieder so wie es sollte, die veralteten Leitungen der Telefonzentrale, waren durch die starke Beanspruchung der letzten Tage überlastet worden. Hauptsächlich durch Anfragen von besorgten Bürgern die von den Polizisten hören wollten, dass ihre Stadt noch sicher war, und nicht in Kriminalität versank. Den Servern ging es nicht besser, auch wenn vereinzelte Rechner schon wieder liefen. Chloe´s Ergreifung als potentielle Autodiebin schien der Höhepunkt des Tages zu bleiben. Am Empfang stand ein dunkelheutiger Junge in Chloe´s Alter, es war Marcel Fisher, der sich lauthals über sie beklagte. Marcel´s Eltern handelten mit Immobilien in Metropolis, sie waren nach Smallville gekommen um in ihrer arbeitsfreien Zeit vom Stress der Großstadt entfernt zu sein und wenigstens ein bisschen Kleinstadt Idylle zu genießen. Sie würden nicht lange bleiben.
Chloe solle Marcel überfallen haben, als er sich an einem Rastplatz neben dem Wald erleichterte. Mit gezogener Waffe habe sie ihn gezwungen ihr die Schlüssel zu geben und zu verschwinden. Wenn es nach Marcel gegangen wäre, hätten sie Chloe sicher direkt die Giftspritze setzen müssen, so kam sie aber bloß in Untersuchungshaft, bis alle Fakten des Falls klar würden.
Die Polizistin füllte ein Formular aus, und kopierte Chloe´s Ausweis, dann brachte sie sie zu den Zellen.
Chloe dachte an Pete. Wenn sie ohne ihr Wissen, ein Auto gestohlen hatte, vielleicht hatte Pete ohne sein Wissen Lana erschossen. Lana -- Chloe blieb einen Moment stehen, sie hatte noch nicht die Zeit gefunden zu trauern, ihr war als hätte sie gerade erst davon erfahren, dabei lag es eigentlich schon knapp zwei Tage zurück. Tränen flossen über ihr Gesicht, sie verlor die Kontrolle über ihre gerade noch so klaren Gedanken. Erst als die Polizistin sie mit einem leichten Stoss zum weitergehen drängte, fing sie sich wieder. Sie musste diese Gefühle verdrängen, sie durfte sich nicht die Zeit nehmen, auch wenn sie sie gebraucht hätte. Chloe wischte sich die Tränen aus den Augen und faste sich etwas. Lana war tot, ja, aber sie konnte immer noch die Wahrheit herausfinden und Pete vielleicht damit vor dem Gefängnis retten. Außer ihr gab es niemanden.

Zuerst einmal musste sie in Erfahrung bringen wie Pete´s Version der Geschichte aussah, doch im Moment würde ihr wohl kein Polizist darüber Auskunft geben, es war eine laufende Ermittlung und sie geradezu frisch straffällig geworden, ein aussichtsloses Unterfangen.
"Mir steht doch ein Anruf zu, oder ?"
"Wen wollen sie den Anrufen ?"
Chloe hielt es für besser diesmal die Wahrheit außen vor zu lassen, ihr war zu unklar wie die Polizistin darauf reagieren würde.
"Meinen Vater."
"Das machen wir schon, ist Vorschrift."
"Es wäre mir wirklich lieber, wenn ich es ihm persönlich sagen könnte. Wir haben uns gestern schon gestritten, ich möchte ihm wenigsten selbst sagen was passiert ist, dann ist er vielleicht nicht ganz so wütend."
"Tut mir leid, aber das geht nicht."
Chloe holte tief Luft, sie wusste sie würde es bereuen aber ihr viel sonst nichts ein, was sie sagen konnte.
"Ich lege auch ein volles Geständnis ab."
Die Polizistin war überrascht, bisher hatte Chloe ganz darauf verzichtet sich zu dem Vorfall zu äußern, was für die Beamten einen enormen Ermittlungs-Aufwand, für diese eigentlich klaren Fall bedeutet hätte, und nun das.
Sie überlegte etwas, besprach die Angelegenheit sogar noch mit einem Kollegen, bevor sie sich dann wieder Chloe zuwandte.
"Ist in Ordnung, mein Kollege wird sich gleich mit an einen der Computer setzen, und ihr Geständnis aufnehmen, danach dürfen sie mit ihrem Vater telefonieren."
"Allein ?"
"Wenn sie das wünschen, aber wenn sich später herausstellen sollte, dass sie nicht ihren Vater angerufen haben , wird das ernsthafte Konsequenzen für sie nach sich ziehen, das sollte ihnen klar sein."
"Ich will bloß allein mit meinem Vater sprechen, ohne das ein Polizist neben mir steht und nervt, sonst nichts."
"Dann soll´s mir Recht sein."
Chloe bemühte sich inständig, die Polizisten verachtende Zicke raushängen zu lassen. Egal was die Polizistin sagte, wenn sie an Chloe´s Aussage Zweifelte, bräuchte sie nur nach einem Hörer greifen und könnte in Ruhe mithören, ohne das Chloe etwas davon mitbekäme.
Ein junger Kollege, der Polizistin, nahm Chloe´s Aussage auf, sie übernahm das meiste, aus dem was Marcel von sich gegeben hatte und füllte die Lücken mit irgendwelchen Märchen, wie sie sie schon einige Male in diesen ´Mein Kind ist ein Verbrecher´ - Talkshows gehört hatte. Ihr fehlten immer noch die Erinnerungen an die wirkliche Tat, der Polizist glaubte trotzdem jedes Wort, was sie sagte, mehr war auch nicht wichtig.

Mister Sullivan durchsuchte gerade Chloe´s Zimmer, nach Anhaltspunkten auf ihren Verbleib, als das Telefon klingelte. Er hatte seit ihrem verschwinden kein Auge zu gemacht, die fremdartige Stille, die sich eigentlich schon seit Lana´s Einlieferung, im Haus breitgemacht hatte, stimmte ihn traurig. Alles wirkte soviel kälter als vorher. Die Sorge um Chloe machte ihn nur noch mehr fertig.
Erwartungsvoll stürmte er zum Hörer.
"Chloe?"
"Nein, tut mir leid Mister Sullivan, ich bin´s nochmal."
Es war Clark, er hatte schon mehrmals versucht Chloe zu erreichen, erfolglos. Auch er machte sich Sorgen. Er hatte gerade die letzten Exemplare der Torch rausgegeben und gehofft, falls Chloe wieder aufgetaucht wäre, sie mit dem Erfolg aufmuntern zu können. Aber immernoch gab es kein Zeichen von ihr.
Mister Sullivan bemühte sich seine Enttäuschung nicht zu sehr anmerken zu lassen, es gelang ihm jedoch nur schlecht. Als Clark wieder aufgelegt hatte, versuchte er nochmals die Polizei zu erreichen, doch es gab kein durchkommen. Ohnehin hatte ihm am Morgen ein Streifenpolizist darauf hingewiesen, dass derzeit keine Vermisstenmeldungen bearbeitet werden könnten, bei denen die vermisste Person noch nicht länger als vier Tage verschwunden wäre, da zu viele Anzeigen eingegangen waren, bei denen sich herausgestellt hatte, dass die Kinder bloß bei Freunden übernachteten, oder ähnliches.
Die Panik hatte sich deutlich schneller und stärker in der Stadt verbreitet als es zu erwarten gewesen wäre, in einer Stadt in der im Grunde bereits mehr mysteriöse Dinge geschehen sind als in jeder anderen.

"Hallo Chloe"
Sie hörte sofort, wie verzweifelt Pete´s Mutter war, ihre Stimme schien jede ihrer Tränen mit herüberzutragen.
"Das mit Pete tut mir sehr leid. Ich glaube allerdings nicht das er es wirklich getan hat."
"Danke, das bedeutet ihm sicher viel, du warst immer sowas wie seine engste Freundin."
"Das bin ich noch. -- Wissen sie zufällig was Pete der Polizei erzählt hat, oder was vor dem Anschlag auf Lana passiert ist ?"
"Nein, tut mir leit, ich hab versucht an ihn ranzukommen, aber bisher konnte ich gerade mal ein paar Sätze mit im wechseln, er wird sehr abgeschottet, ich denke sie vermuten einen Komplizen oder sowas."
Chloe viel nichts mehr ein, sie hatte nur diesen einen Anruf, wenn er keine Ergebnisse bringen würde, läge ihre Recherche vermutlich bis zu Pete´s Verurteilung auf Eis, das durfte nicht geschehen.
"Ach, Chloe, ich soll dir was von ihm Ausrichten."
"Von Pete, was ?"
"Moment, warte."
Chloe hörte wie Pete´s Mutter im Hintergrund etwas zu suchen schien, und hoffte insgeheim, das es sie vielleicht weiterbringen würde, Pete hatte letztlich am meisten Interesse an der Auflösung des Falls, und er wusste sicher so einiges, was sie nicht wusste.
Chloe schaute sich um, die Polizistin starrte sie schon das ganze Gespräch über an, war aber zu weit weg um etwas gehört zu haben.
"OK, Chloe, ich hab es hier. Pete hat einen Namen auf eine meiner Visitenkarten geschrieben, zumindest denke ich das es ein Name ist, er schien allerdings ziemliche Angst zu haben, ihn in der nähe des Detektives laut auszusprechen."
"Detektive Jones ?";
"Ja, stimmt, woher weißt du das."
"Aus der Zeitung. Was war das den für ein Name ?"
"Gary Watts, sagt der dir was ?"

"Gary Watts"
Immer wieder schoss ihr dieser Name durch den Kopf. Und ob sie wusste wer das war, wie könnte sie je den Mann vergessen, der sie einst lebendig begrub, der sie der Verzweiflung näher gebrachte hatte als jeder Mensch vor ihm. Sogar näher als jeder, der nach ihm kam. Da war es, das fehlende Puzzelstück nachdem sie gesucht hatte, was ihr weiterhelfen sollte und Pete entlasten könnte. Doch es passte nicht. Gary Watts war tot. Unwiederbringlich und ohne jeden Zweifel. Ein Polizist war gezwungen gewesen ihn zu erschießen, als sich Gary der Verhaftung widersetzte. Chloe wusste noch wie sie in der Zeitung gelesen hatte, dass niemand zu seiner Beerdigung gekommen war, und das der Friedhof von Smallville sich erst sogar weigerte seine Leiche zu begraben. Aber sie taten es, also was war es, wieso wollte Pete, dass sie diesen Namen zugespielt bekommt.
Wütend über ihre verfahrene Situation schlug Chloe gegen die Gitterstäbe. Nach dem Rücktritt von Richterin Ross hatte man noch keine Zeit gehabt Ersatz zu benennen und so verzögerte sich auch Chloe´s Anhörung.
Die Nacht hatte sie in der Zelle der Polizeistation von Smallville verbracht und ausser einem Polizisten der ab und an nach ihr sah, fehlte ihr jeder Kontakt nach draußen. Ihre Gedächtnislücke hatte sich nicht wieder gefüllt, die verlorene Zeit würde wohl auch nicht wiederkommen.
Es war bald Mittag als sich die Tür zu ihrer Zelle, nach langem wieder öffnete und einer der Polizisten zu ihr herein kam.
"Es tut uns leid, dass wir sie hier solange festgehalten haben Ms Sullivan, aber sie verstehen sicher unserer Situation.";
Verwundert schaute Chloe ihn an.
"Mister Fisher hat gerade angerufen, er zieht die Anzeige zurück, ein großes Missverständnis, er lässt ihnen ausrichten wie sehr es ihm leid tut, was sein Sohn ihnen vorgeworfen hat."
"Was ist mit meinem Geständnis ?"
"Nun, die Umstände zeigen wohl deutlich, das sie es damit nicht ganz ernst gemeint haben können."
Der Polizist lächelte und zeigte in Richtung Ausgang.
"Und jetzt gehen sie besser, am Eingang wartet noch jemand auf sie."
Chloe stand auf und ging hinaus, es freute sie zwar, frei zu sein, aber die Umstände passten ihr gar nicht. Ungläubig blickte sie die Polizisten an, als sie sich langsam dem Ausgang näherte.

Geduldig wartete Lex am Ausgang des Gebäudes, eigentlich hatte er nur vorgehabt den nächtlichen Angriff auf sich zu melden, aber da Jim Fisher ihm ohnehin noch etwas schuldete, seit er ihm einmal aus einer Finanziellen Krise geholfen hatte, nutzte er auch gleich noch seine Beziehungen, um Chloe vor dem Knast zu bewahren. Es hatte ihn ohnehin sehr verwundert, als einer der Polizisten bei seiner Ankunft im Revier, Chloe´s Namen erwähnte, und dann sogar preis gab, sie wäre wegen Autodiebstahl verhaftet worden. Er traute Chloe zwar so einiges zu, aber Autodiebstahl ganz sicher nicht.

Gemeinsam fuhren Lex und Chloe in Richtung Manor. Eigentlich hatte er vorgehabt sie nach Hause zu bringen doch Chloe wollte mehr über den Anschlag auf Lex erfahren. Besonders die Tatsache, das es sein Fahrer war der auf ihn geschossen hatte, brachte ihren Ermittlungsapperat in Gang.
"Halt an !"
Chloe hatte die ganze fahrt über kein Wort gesagt, und wirkte in sich gekehrt. Lex konnte sie regelrecht beim Denken beobachten, und plötzlich dieser Schrei, dass überraschte ihn.
Er hielt an, sie waren am Friedhof.
"Los komm!"
Chloe stieg aus dem Auto und betrat den Friedhof, ging aber wiedererwartend nicht zu Lana´s ausgehobenem Grab, sondern lief vielmehr, suchend über das ganze Gelände.
"Wonach suchst du, ich helfe dir ?"
"Sie nach ob du das Grab von Gary Watts findest"
"Wer ist das ?"
"Ein Verdächtiger."
Lex war etwas verblüfft, dass Chloe ausgerechnet auf dem Friedhof nach einem Mörder suchte, aber er fragte nicht weiter nach. Er bewunderte nur Chloe´s Einsatz, nichts schien sie dauerhaft herunterziehen zu können, sie gehörte ohne Zweifel zu den Interresantesten Frauen die er bisher kannte, und vielleicht sogar zu den Intelligentesten. Sie waren sich was ihre Zielstrebigkeit anging, sicher gar nicht so unähnlich, auch wenn ihre Ziele bisher nicht immer die selben gewesen waren.
"Hier ist es."
Chloe blickte auf das verlassene Grab, keine Blumen, nicht einmal Behältnise dafür, oder zumindest eine Karte. Es war ein von Moss befalles Standart Grab, eine simpler Steinplatte mit abgerundetem Kopf, es trug ausser Garys Namen und Daten, keine weitere Inschrift und selbst dabei schien man sich keine besondere Mühe gegeben zu haben, zumindest liessen das die Kratzer vermuten. Die Erde vor seinem Garb wirkte aufgewühlt.
"Und nun ?"
"Wir graben ihn aus."
"Was ? Wir können nicht am heligten Tag eine Leiche ausgraben,Chloe. Was sag ich, ich würde das auch Nachts nicht tun. Wieso auch ?"
Chloe lächelte Lex an, und zeigte auf die Verlassene Hütte des Friedhofswärters.
"Smallvilles Friedhof ist nicht gerade bekannt für seine gute Bewachung, dich hat schliesslich auch keiner gefunden. Und falls es dich beruhigt, wir graben aller warscheinlichkeit nach auch keine Leiche aus, sondern nur ein leere Grab."

Wärend sie gruben reflektierte Chloe mit Lex die Ereignisse der letzen Zeit und brachte ihn so auf den neuesten stand ihrer Überlegungen.
"Nach allem was ich in der Hütte gesehen habe, denke ich das die beiden verschwundenen Jugendlichen zu einer Sekte gehörten, die leichen vom Friedhof für satanistische spinnereien missbraucht. Ich denke sie haben nur Personen ausgegraben von dennen sie wussten, dass niemand sie vermissen würde."
"Wie Gary Watts?"
"Genau. Und hier kommt der Teil zum Tragen, den ich als ´Wand des Wahnsins´-Material bezeichne."
Chloe legte die Schaufel bei Seite um ihren Auführungen, mit den Händen mehr geltung zu verleihen.
"Als einer der Jugendlichen Watts Leiche berürte, muss dessen Geist irgentwie in ihn übergegangen sein. Dann hat er vielleicht den ersten Jugentlichen getötet, weil dieser seine Leiche ja schänden wollte. Pete muss dann dem anderen Begegnet sein, worauf Gary ihn übernahm und auch den anderen, sowie Lana ermordete."
"Wie kommst du daruf ?"
"Pete tötete die Jugendlichen und Lana ohne einen ersehbaren Grund und legte sogar ein Geständniss ab, er wirkte völlig übergeschnappt, bis zu dem Zeitpunkt als Detektiv Jones ihn berührte, dafür verhielt sich der Detektiv plötzlich sehr eigenartig. Und dann bin da noch ich, ich dachte erst ich wäre in der Hütte niedergeschlagen worden, aber ich habe überhaupt keine Kopfverletzung."
"Du meinst jemande, der von Watts Geist gesteuert wurde hat die am Kopf berürt und so die Kontrolle über dich übernommen."
"Ja, genau das denke ich. Denn als ich wieder zu mir kam, war ich bei deinem Fahrer.."
"Der mich später dann ohne Grund angriff..."
"Genau."
"Wenn Gary Watts Leiche nicht in diesem Grab liegt, oder zumindest der Deckel geöffnet wurde, dann bin ich mir sicher, haben die Meteorieten Kräfte die seinen Gesit damals mit Lana verbunden haben, ihm auch die Fähigkeiten gegeben, nach seinem Tod, andere Meschen zu kontrollieren."
"Angenommen du hättest Recht, und Gary Watts Geist lebt tatsächlich weiter, was will er ?"
"Lana musste sterben, um zu verhindern, dass ihre Verbindung wieder zustande kommt und sie sehen könnte was er vorhat. Ich glaube sogar, dass er Lana´s Leiche entwendet hat, aus Angst, sie könnte die selben Kräfte bekommen wie er."
"Und wieso der Angriff auf mich."
"Ich vermute, dich zu töten war gar nicht seine Absicht, dann wärst du nämlich mit Sicherheit nicht mehr am Leben, du warst schliesslich lange genug bewusstlos."
"Was dann ?"
"Er wollte, das Clark dich rettet und so seinen Körper übernehmen."
"Warum ausgerechnet Clark ?"
"Ich weiß nicht, es ist mir ein Rätsel, wenn er Rache wollte, hätte er Clark schon früher mit Lana zusammen töten können, aber das hat er nicht, vielleicht kann Clark etwas tun was andere nicht können."
Lex hielt einen moment inne, er errinerte sich nochmal an seinen Unfall und seine Vermutungen, die daraus hervorgekommen waren. Er erwischte sich wie er plötzlich nurnoch daran denken konnte, was Watts ihm wohl alles über Clark erzählen konnte. Dann fasste er sich , Clark Kent war immer sein Freund gewesen und wenn Watts ihn tatsächlich übernommen hatte, dann nur weil dieser Lex beschützen wollte. Egal was Clark verheimlichte, egal was Watts von ihm wollte, sollte Clark irgentetwas passieren, wäre Lex Interresse an dessen Geheimnissen völlig egal, dann hätte er nur einen Freund verlohren, vielleicht seinen Besten.
Ein dumpfes Klopfen ertönte, Lex Schaufel hatte den Sarg erreicht. Gemeinsam hoben sie ihn heraus und öffneten ihn. Er war leer.

Verbissen kämpfte Clark gegen die Fremde Kontrolle an. Er sah was er tat, dachte seine Gedanken. Gary Watts hatte es irgentwie geschafft ihn zu kontrollieren, doch er schaffte es nicht Clark´s Geist völlig zu unterdrücken. Nachdem er Lex Fahrer gefesselt in der Hütte zurückgelassen hatte, war er mit Lana´s Leiche zur Kent Farm gerannt und hatte sich in Clark´s Scheune niedergelassen. Das laufen mit Superspeed machte Gary Spass, das konnte Clark spüren. Ab und an gelang es Clark die Kontrolle zurückzugewinnen, doch immer nur kurz sodass es ihm nicht gelang Gary ernsthaft zu behindern. Der hatte Clark eigentlich als Pete töten wollen, doch nachdem er sah, wie die Kugeln an seinem Köprer abprallten, wurde die Neugier stärker als der Hass.
Ausser der Geschwindigkeit gelang es ihm jedoch nicht Clark´s weitere Kräfte zu animieren. Das Kryptonit, das seinen Gesit vergiftet hatte, schwächte Clark´s Körper zu sehr. Clark selbst war aber der einziege von beiden, der die Schmerzen dieses Angriffs spürte.

Martha sah wie Licht in der Scheune brannte, das wunderte sie, sollte Clark etwas zurücksein, ohne sich bei ihr gemeldet zu haben. Jonathan war nach Anbruch der Dunkelheit gleich ins Bett gegangen, da er ohne Clark’s Hilfe, sehr viel Mühe mit der Farmarbeit gehabt hatte. Martha hingegen hatte noch auf ihren Sohn warten wollen. In letzter Zeit verschwanden einfach zuviele Menschen in Smallville, sie machte sich ernsthafte Sorgen um ihn. Als sie die Scheune betrat, schien Clark sie erst nicht zu bermerken, er stand am Teleskop und schaute fazieniert hindurch.
"Clark ?"
Er schien sie nicht zu bermerken so vertieft war in seine Gedanken. Langsam ging Martha die Treppen hinauf.
Ihr Sohn sass immernoch fast regung vor dem Teleskop. Sie packte ihn an der Schulter.
"Clark ?"
Er erschrack und stieß sie weit von sich. Martha schrie, dann viel sie Rückwärts das Geländer hinunter.
Ihr Rücken schmerze fürchterlich als sie unten aufkam. Das konnte nicht Clark gewesen sein, er hätte sie nie weggestossen, und wenn doch, er hätte sie aufgefanngen, was war bloss geschehen. Sie konnte sich kaum bewegen, ihr Versuch aufzustehen scheiterte kläglich. Als sie den Kopf etwas nach rechts drehte bemerkte sie eine Hand, die aus dem Heu herausfiel, Lana´s Leiche war dort begraben worden, doch der Win der durch die geöffnete Tür drang legte immer mehr von ihr wieder frei.

"In der Scheune brennt Licht."
Lex und Chloe hatten gerade die Kent Farm erreicht, sie war ihr erster Anlaufpunkt auf der Suche nach dem möglicherweise von Gary Watts kontrolliertem Clark.
Chloe betrat die Scheune.
"Mrs. Kent!"
Sofort eilte sie zu ihr.
"Sie muss in ein Krankenhaus."
"Hier nimm die Schlüssel, ich kümmere mich um Clark."
Lex warf Chloe den Schlüssel zu, sie fing ihn, dann hob sie Martha hoch und stützte sie.
"Wie willst du mit ihm fertig werden, wenn er dich berührt, kontrolliert er dich."
"Ich weiß schon wie ich ihn auf Distanz hallte."
Lex schob seinen Mantel beiseite und ließ eine silberne Pistole zum Vorschein kommen. Chloe war nicht sehr froh darüber, aber sie aktzeprierte, da ihr bisher auch keine bessere Lösung einfiel. Martha blickte entsetzt auf die Waffe, einerseits glaubte sie kaum das sie Clark verletzen könnte, aber irgentetwas stimmte nicht mit ihm. Sie hatte Angst wie diese Situation ausgehen könnte, auch um Lex machte sie sich sorgen.

Gary ließ vom Teleskop ab und ging die Treppe hinunter um nachzusehen wie Martha den Sturtz verkraftet hatte. Sie war fort.
"Dreh dich um Gary."
Lex stand hinter ihm, seine Pistole auf Clark gerichtet.
"Woher weißt du..."
"..dass du Gary Watts bist ? Lange Geschichte."
"Behalt sie für dich !"
"Lass Clark frei."
"Oder was ? Glaubst du etwas ich hätte Ansgt vor deinen Kugeln."
Er ging auf Lex zu.
"Würdest du wirklich deinen Freund erschiessen, Luthor ?"
Lex war wie gelämt, die Waffe schien immer schwerer zu werden. Doch ehe Lex merkte was geschah nutzte Gary Clark´s Suoperspeed und entwaffnete ihn, dann schmiss er Lex zu Boden.
"Sie genau hin."
Gary nahm die Waffe und zielte in seine Handflächen. Er feuerte. Schmerzerfüllt ging Gary zu Boden, er hatte erwartet, dass Clark´s Körper Kugelsicher sei, doch das Kyptonit in seinem Geist, schwächte dessen Körper zu sehr. Lex griff ihn an doch wieder gelang es Gary ihn wegzustossen. Lex viel ins Heu und erschrak als plözlich Lana´s kalte leblose Hand auf seinen Bauch viel. Ihm wurde schwarz vor Augen.

Es war als würde sie aus einem Traum aufwachen, und in einem anderen landen. Lana sah sich um. Clark war da, es war seine Scheune, er sagte irgentetwas, sie verstand es nicht, alles wirkte sehr verschwommen. Er packte sie, hob sie hoch und schmiss sie nach draussen auf den nassen Rasen. Es tat weh, sie blutete, wieso tat er das. Sie versuchte sich aufzurichten, doch wieder schlug er sie nieder. Sie fühlte sich komisch, blickte an sich herunter. Das war nicht ihr Körper. Lana schrie. Das war nicht ihre Stimme. Sie fing an zu kriechen, dann schaffte sie es sich aufzurichten, sie rannte. Clark war schneller, wieder schlug er sie. Sie fiel.

"Clark, was tust du ?"
Jonathan rannte auf den am Boden liegenden Lex zu.
"Ich will sie nicht auch töten, Mr. Kent, aber ich werde es tun wenn sie nicht verschwinden."
Jonathan starrte ihn an, das war nicht sein Sohn, der da zu ihm sprach, aber wer war es dann.
Clark´s Augen leuchteten grün, seine Adern waren angeschwollen, sein Körper wehrte sich immer heftiger gegen das Kryptonit, doch letztlich würde er verlieren.

Der echte Clark musste alles mitansehen was geschah, wieder und wieder versuchte er die Kontrolle zurückzugewinnen, doch es war vergebens, er war zu sehr geschwächt.

Jonathan dachte nach, dann rannte er ins Haus zurück.
"Gute Wahl."
Gary passte einen Augenblick nicht auf, Lana flüchtete, doch Watts war zu schnell. Sie stürzte. Einen Augenblick lang sah sie sich selbst aus Garys Augen.
Gary packte den reglosen Körper und warf ihn die Sturmkellertreppe hinunter.
Lana sah wie Gary sich umdrehte, vor ihm stand Jonathan, er hielt etwas in der Hand, einen grünen Stein.
Gary zuckte zusammen, Clark´s schmerzen stiegen ins unermässliche, dann stiess Jonathan Gary rückwärts die Kellertreppe hinunter.

Einen Moment lang war alles Still, Lana war in ihren Traum zurückgefallen, Gary war in einem bewusstlosen Körper gefangen. Dann passierte es. Ein helles Leuchten füllte die Luft, das Raumschiff schwebte über dem Boden. Jonathan wurde von einer leichten Druckwelle umgeworfen. Einen Moment lang schien es als wäre helligter Tag auf der Kent Farm. Dann war es vorbei.

Langsam kam Clark wieder zu sich, die schmerzen waren fort, und auch von Garys Gesit war nichts mehr zu spüren. Er trug den bewusstlosen, aber unverletzen Lex aus dem Sturmkeller. Jonathan stand auf und sah seinen Sohn an, die grünen Augen waren verschwunden, er erkennte ihn wieder.
Eine Person trat aus dem hellen Licht der Scheune ins freie.
"LANA!"
Clark rannte auf sie zu.
"Du lebst."
"Ja."
Lana wusste nicht wie ihr geschah, war dies nur ein Traum, nein, diesmal nicht. Sie hatte es geschafft, sie hatte überlebt. Freudentränen liefen über ihre Wangen.
Er küsste sie.
"Ich liebe dich. Ich werd nie wieder zulassen, dass jemand dir etwas antut."

"Lana ? Was ist passiert."
Lex war aufgewacht und stand nun hinter den Beiden.
"Gary Watts hat dich niedergeschlagen, als er mich kontrollierte. Aber Lana konnte in deinem Körper seinen Geist besiegen."
"Wie?"
"Ich weiß es nicht, ich denke seine Kraft war von Anfang an zeitlich begrenzt gewesen."
"Ja, vielleicht.Aber.."
Clark war zu glücklich als dass noch sich noch groß Gedanken um Lex Fragerei machen wollte.
"Ich weiß du suchts Antworten, Lex. Aber ich kann dir keine Antworten geben, ich weiß nicht was geschen ist, Gary hat auch meinen Geist kontrolliert. Ich weiß das Gary fort ist, und ich weiß, dass Lana lebt, mehr weiß ich nicht, werde ich vielleicht nie wissen, aber erhrlich Lex, ist das den überhaupt wichtig ?"
Lex begriff. Er wollte sich nicht mit Clark streiten, er würde ohnehin nicht mehr von der Wahrheit erfahren, als jetzt, und vielleicht würde es immer so bleibe, und auch wenn es unbefriedigend war, nur die Hälfte zu wissen, für diesen Tag sollte es ihm genügen.

Ende
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