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Die Hochzeitscrasher

von -Julie-
GeschichteHumor / P12
Mystique / Raven Darkholme Professor X / (Professor) Charles Francis Xavier Wolverine
01.02.2012
01.02.2012
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Die Figuren gehören nicht mir, sondern Marvel und Fox.


Azazel lag auf dem Sofa, das Hemd halb aus der Hose hängend, und las. Seine Haut schimmerte in dem gedämpften Licht dunkelrot.
Das gemütliche Szenario wurde von einer völlig hysterischen Mystique gestört.

„Verdammt! Was machst DU noch hier?! Du solltest schon seit 5 Minuten an der Schule sein.“

Azazel lächelte amüsiert.

„Schatz, entspann dich. Wir heiraten erst in zwei Stunden. Was ist nur los mit dir?“

Sie lief auf ihn zu, riss ihm die Zeitschrift aus den Händen und schubste ihn vom Sofa.

„Na los, geh schon! Die Leute warten auf dich. Ich muss mich unbedingt fertig machen. Ich liege komplett hinter meinem Zeitplan.“

Azazel schlüpfte in seine Schuhe. „Hey, du kannst doch deine Gestalt wandeln, ich meine …“

Mystique zerrte verärgert seine Fliege zurecht. „Du meinst gar nichts! Fahr zur Schule!“

Sie lief geschäftig die Treppe herauf, an deren Ende Jean mit Kurt auf dem Arm stand. Azazel starrte ihr fassungslos hinterher, dann verschwand er.

Logan wartete vor der Schule. Er sah gut aus in seinem Anzug, aber er verstand nicht, warum er Trauzeuge sein musste. Es gab einen Haufen Leute, die sich um den Job gerissen hätten. Wann gab es hier schließlich mal eine Hochzeit?

Als Azazel auftauchte, wartete Logan schon geschlagene fünf Minuten. Er betrachtete ihn nachdenklich.

„Das ist seltsam,“ murmelte Logan.

„Ja, als ich Mystique gefragt habe, ob sie mich heiraten will, hab ich nicht gedacht, dass wir wirklich heiraten würden.“

Logan war verwirrt. „Wie soll ich das verstehen?“

Azazel zuckte mit den Schultern. „Na ja, ich dachte, wir sagen, dass wir verlobt sind, aber heiraten nicht, bis einer von uns bei einem grausamen kosmetischen Unfall stirbt, und dann bereuen wir’s, nicht geheiratet zu haben. Wie in einem schlechten, romantischen Drama.“

Logan dachte nach. „Hm, ja, das wäre auch gegangen. Aber du hast vergessen, dass Mystique auf weiße Klamotten und Toaster steht.“

Azazel lächelte vergnügt. „Darauf freue ich mich schon: Toaster.“

Sie betraten gemeinsam die Schule. In der Eingangshalle trafen sie auf Sebastian Shaw und Magneto, weinend und eng umschlungen. Nachdem sie sich halbwegs an dieses Bild gewöhnt hatten, sprach Logan die beiden vorsichtig an.

„Ist alles in Ordnung?“

Shaw schniefte. „Nein. Wir wurden mit einer grausamen Wahrheit konfrontiert.“

Magneto schluchzte. „Ja, es ist schrecklich: Auf der dunklen Seite gibt es gar keine Kekse.“

Shaw heulte noch lauter los. „Die ganze Arbeit: UMSONST!“

Magneto fing sich wieder und ließ Shaw los. „Aber wir haben Laugengebäck … Salzstange?“ Er streckte Azazel eine Schüssel hin.

Der schüttelte den Kopf. „Nein Danke.“

Logan nahm sich eine und sie gingen weiter.

Plötzlich brach Logan in Tränen aus und warf sich auf den Boden. Azazel stand kurz unter Schock, dann beugte er sich zu Logan hinunter.

„Logan … was ist los?“

„Die armen Jungs dahinten … wurden einfach gelinkt. Keine Kekse … der krasse Scheiß macht mich echt fertig,“ schluchzte Logan.

„Was …?“ Dann wurde es Azazel schlagartig klar: Die Salzstangen!

Er packte Logan und suchte nach jemandem, dem er die Aufsicht aufs Auge drücken konnte. Er fand Victor.

„Hey, pass mal kurz auf Logan auf, okay?“

Victor nickte. „Kein Ding.“

Azazel lief zu Magneto und Shaw zurück. „Was ist in den Salzstangen?“

Magneto lächelte breit. „Nur das Beste.“

Azazel nahm ihm die Schüssel weg und entsorgte sämtliche Salzstangen, die er finden konnte. Danach lief er zu Logan zurück.

Die Stimmen von Logan und Victor schallten den Gang hinauf. „Niemand tötet dich, außer mir, Bruder. Nun bin ich da. Stirb!“ Das war die Stimme von Sabretooth. Azazel lief schneller.

„Neioooon!“ Das war die Stimme von Logan. Azazel teleportierte und landete in angriffsbereiter Stellung. Victor und Logan saßen vor einem Fernseher und spielten „Call of Duty“.

Logan warf Victor seinen Joystick an den Kopf. „Du Scheißkerl hast mich gekillt!“

Azazel fuhr sich durch das tiefschwarze Haar. „Verdammt!“

Erschrocken drehten die beiden sich herum.

„Hey, was machst du denn hier?“

„Ich dachte ihr würdet euch gegenseitig erwürgen.“

„Nein, ich hab Logan abgeknallt.“ Victor grinste.

„Jungs, die Spiele verderben euch. Ihr solltet das nicht spielen.“

„Ja, Mama.“ Logan und Victor wandten sich wieder ihrem Spiel zu.

„Kommt schon! Ich heirate gleich. Victor, zieh dir was an. Logan, wir müssen los.“

Gelangweilt trottete Logan hinter Azazel her, während der ständig irgendetwas unterschrieb oder überprüfte.

Der Garten war so weit vorbereitet, dass man dort heiraten konnte, und Charles, der zufällig auch geweihter Priester war, stand als Pfarrer bereit.

Mystique hatte Magneto als Brautjungfer gewollt, was niemand so genau verstanden hatte. Wahrscheinlich fand sie es einfach nur witzig, Magneto eine alte Jungfer zu nennen.

Noch zehn Minuten. Azazel stand herum, redete mit Leuten und beobachtete wie sich die Plätze füllten.

Noch fünf Minuten. Ororo lief vorbei, zupfte seine Fliege zurecht und zwinkerte ihm zu.

Noch zehn Sekunden. Alle Plätze waren besetzt, Logan stand neben Azazel und nickte ihm zu.

Klassische Hochzeitsmusik spielte an und Magneto führte Mystique den Gang zwischen den Sitzreihen hinauf. Sie trug ein schlichtes, weißes Kleid, das einen atemberaubenden Kontrast zu ihrer Haut abgab.

Sie hakte sich bei Azazel ein und atmete noch einmal tief durch. Er betrachtete sie glücklich.

Er sprach sehr leise. „Du siehst umwerfend aus.“

Mystique grinste spitzbübisch. „Deine Fliege sitzt schief.“

„Nur für dich.“

Charles räusperte sich.

„Wir haben uns heute hier versammelt, um den Bund der, äh, Ehe, ähm …“

Charles zog ein kleines Blatt Papier aus der Hosentasche und raschelte damit.

„Äh, Entschuldigung … das ist nicht meine Rede. Das hier ist ein Zettel mit Notfallnummern, falls Logan allein zu Hause ist. Wo ist meine Rede?“

Mystique versuchte ihre Wut zu unterdrücken. Sie knurrte, als sie sich wieder an Charles wandte. „Du hast jetzt nicht wirklich deine Rede vergessen. Du wirst mir nicht meine Hochzeit versauen du kleiner …“

Azazel drückte ihre Hand. Charles räusperte sich wieder.

„Äh nun, willst du, Raven Darkholme, Azazel zu deinem dir angetrauten Ehemann nehmen, ihn lieben und ehren, in guten, wie in schlechten Zeiten, bis dass der Tod euch scheidet? So antworte mit: Ja, ich will.“

Mystique lächelte. „Ja, ich will.“

Charles fuhr fort. „Und willst du Azazel … äh … Azazel, Raven Darkholme zu deiner dir angetrauten Ehefrau nehmen, sie lieben und ehren, in guten, wie in schlechten Zeiten, bis dass der Tod euch scheidet? So antworte mit: Ja, ich will.“

„Ja, ich will.“

„Hiermit erkläre ich euch zu Mann und Frau.“ Azazel schaute zu Logan, der schaute verständnislos zurück.

Azazel zischte: „Logan … die Ringe.“

„Oh, richtig.“ Logan gab ihnen die Ringe.

Azazel und Mystique tauschten sie.

Charles grinste und nickte Azazel zu. „Du darfst die Braut jetzt küssen.“

Sie küssten sich, alle klatschten, bis auf Apocalypse, dessen neues Hobby filmen war. Er schien es seit kurzem immer zu machen.


Danach machten sich alle langsam auf den Weg nach drinnen.
Mystique und Azazel standen ein bisschen rum, plauderten und nahmen Geschenke entgegen. Die meisten hatten sich aber schon auf den Weg zum Buffet gemacht.

Mystique grinste Azazel an.

„Na, Mister Darkholme? Wie viele Toaster haben wir gekriegt?“

Azazel zählte nach. „Sechs. Was machen wir mit so viel Metall?“

„Fragen wir doch Magneto, ob er uns daraus eine schöne Figur für den Garten biegt.“

„Guter Plan.“


Das Essen verlief ohne weitere Zwischenfälle, bis Azazel sich drei Minuten für kleine Dämonen entschuldigte.

Als er zurückkam lag die Hälfte der Gäste weinend am Boden, der Rest stand ratlos daneben. Azazels Blick wanderte zum Buffet. Er hatte wohl nicht alle Salzstangen erwischt.

Mystique taumelte weinend auf ihn zu.
„Das ist der schönste Tag in meinem Leben, bis auf den 17. Januar 1971 als die Baltimore Colts den Superball gewonnen haben. Ich liebe dich so sehr. Du bist die Sahne auf dem Kuchen meines Lebens.“

Azazel schaute nachdenklich in die Luft. „Ich hasse Kuchen ohne Sahne. Äh, Schatz, hast du von den Salzstangen gegessen?“

„Du weißt doch, ich liebe Salzstangen. Genau wie dich.“

„Hm, ja. Entschuldige mich kurz.“

Azazel entsorgte alle Salzstangen vom Buffet. Dann machte er sich auf, um Shaw und Magneto zu verprügeln.

Die beiden standen abseits und begutachteten lächelnd ihr Werk. Azazel ballte seine Hände zu Fäusten.

„Ihr habt gerade meine Hochzeit versaut.“

Magneto schüttelte den Kopf. „Die Depression hält nur kurz an. Danach werden alle bestens gelaunt sein.“

Shaw nickte bestätigend. „Ja, das ist genau geplant.“

„Oh ja?!? Ich habe das Loch im Garten auch schon ausgehoben, in das ich euch hineinwerfen werde, wenn ich mit euch fertig bin, ihr verdammten Trottel!“

Magneto lächelte beschwichtigend. „Chill mal, Azazel! Es wird gleich besser.“


Das wurde es wirklich.

Angel stieg auf einen Tisch und trällerte „Wind beneath my wings“.

Azazel würde zwar nie wieder Salzstangen essen können, aber die meisten hörten auf zu weinen und fingen an, gut gelaunt zu sein.

Am besten gelaunt war aber Apocalypse, der den ganzen Abend gefilmt hatte. Es war hier immer gut, Material zu haben, um jemanden zu erpressen.

Aber das ist eine andere Geschichte.
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