Lucys Narbe

von Arzani92
KurzgeschichteRomanze, Fantasy / P12
Loke / Leo Lucy Heartfilia
29.01.2012
29.01.2012
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Lucys Narbe

Sie spürte die magische Kraft auf sich zukommen bevor sie den Strahl purer Energie überhaupt sah. All ihre Ängste und Empfindungen waren wie ausgelöscht und der einzige Gedanke der ihr durch den Kopf schoss war „Jetzt ist es vorbei“.
Sie hörte Natsu ihren Namen schreien, der einige Meter entfernt von ihr gegen einen anderen Magier der feindlichen Gilde kämpfte. Sie glaubte seinen geschockten und verzweifelten Gesichtsausdruck zu sehen, doch eigentlich konnte das gar nicht sein, da er zu weit weg war. Alle waren zu weit weg um sie jetzt noch zu retten. Die Zeit schien viel langsamer zu gehen. Man sagte ja immer, das im Angesicht des Todes, die Zeit still zu stehen scheint, doch sie hatte es nie geglaubt. Aber es war so. Die Sekunden verflogen wie Stunden und all die Bewegungen um sie herum kamen ihr wie Standbilder vor.
Natsu der sie geschockt ansah und schrie, Erza deren scharlachrote Haare um ihren Kopf flogen als sie sich zu ihr drehte während, von den fünf Gegnern die sie um sich herum hatte, einer ihr Schwert grade in den Magen gebohrt bekam. Gray der auf dem Boden kniend noch seine Eismagie einsetzten zu vermochte, um den angreifenden Magier zu einer ewigen Statue aus Eis zu verwandeln und Wendy die etwas abseits versuchte so gut wie möglich alle ihre Freunde mit ihrer Magie zu unterstützen. Auch sie war schwer verwundet, doch hatte sie es durch ein Wunder geschafft sich aus der Schussbahn zu ziehen.
Lucy war froh, dass es ihren Freunden noch so weit gut ging, dass es Hoffnung gab. Zumindest für ihre Freunde. Dieses Gefühl überwältigte sie in dem Bruchteil der Sekunde, der nach ihrer Erkenntnis kam, dass sie diese wohl zum letzten Mal sehen würde. Dabei waren sie so weit gekommen.
2 Jahre waren nach den Ereignissen auf Tenrou Island vergangen und Fairy Tail hatte sich wieder die Position der mächtigsten Gilde auf Fiore erarbeitet. Dabei hatten sie das große Magier Tournament noch nicht einmal gewonnen. Es wurde von Raven Tail mitten in den Kämpfen aus dem Hinterhalt angegriffen und es hätte wohl viele Verwundete und Tote gegeben, wenn die Gildenmitglieder von Fairy Tail nicht da gewesen wären. Mit der Stärke und dem Zusammenhalt der Gilde hatte Raven Tail trotz allem wohl doch nicht gerechnet. Vor allem nicht damit, das Gajeel deutlich klar machte auf welcher Seite er stand, nachdem er Levy das Leben gerettet hatte. Auch Laxus zeigte, dass die Vorkommnisse während Fantasia und auf Tenrou Island ihn nicht kalt gelassen hatten und Fairy Tail sein wahres Zuhause war.
Doch Ivan und viele der Gildenmitglieder Raven Tails konnten entkommen und wurden seitdem auch nicht mehr gefunden. Allen war klar, dass sich Raven Tail rächen würde, doch zwei Jahre lang kam gar nichts, bis jetzt. Völlig unerwartet griffen die Feinde an und überraschten Fairy Tail mit der kalten Schulter.

All das nahm Lucy innerhalb weniger Sekunden war. Der Angriff kam von hinten auf sie zu, während sie sich auf einen anderen Gegner von Raven Tail konzentrierte. Sie hatte Taurus vor wenigen Minuten wieder in die Stellarwelt schicken müssen, da er gegen ihren Gegner nichts ausrichten konnte. Dies musste ihr Angreifer wohl ausgenutzt haben müssen um sie aus dem Rückhalt anzugreifen. Während sie sich noch umdrehte, um dem Angriff ins Gesicht zu schauen, wusste sie schon, dass es zu spät war. Sie hatte keine Zeit mehr sich zu verteidigen.
Doch plötzlich fühlte sie ihre Schlüssel an ihrem Gürtel glühen und sah vor sich ihren treuen Freund und ständigen Begleiter auftauchen. Seine grünen Augen funkelten sie liebevoll an, während er die Arme ausbreitete und die komplette Wucht des Angriffes abfing.
„Du musst besser auf dich aufpassen, Lucy-san.“
Sie sah ihn noch lächeln während er langsam wieder in die Stellarwelt hinüberglitt.
„LOKI“
Weinend fiel Lucy auf die Knie, während ein Arm immer noch nach ihrem Stellargeist ausgestreckt war. Zwar wusste sie, dass Stellargeister nicht sterben konnten, trotzdem tat es ihr in der Seele weh zu sehen, wie einer ihrer geliebten Freunde so leiden musste. So konnten Stellargeister nicht sterben, aber sie kannten wohl, was es hieß Schmerzen zu erleiden. Noch dazu sollte dieser Angriff ihr Gebühren und nicht Loki, der ihr von all ihren Geistern der wichtigste war, da er immer über sie wachte.
In ihrer Wut entfesselte Lucy so viel magische Energie, dass sie es schaffte Scorpio und Aries gleichzeitig zu beschwören, die auch sofort sowohl ihren eigentlichen Gegner, wie auch das Raven Tail Mitglied, das sie aus dem Hinterhalt angegriffen hatte, zu beseitigen. Diese waren beide zu sehr verwirrt davon, dass ihre Gegnerin noch nicht tot war und schafften es so keinerlei Abwehr aufzubauen.
Die Blondine schickte ihre zwei Stellargeister noch dankend zurück in die Welt der Spirits, dann fiel sie in Ohnmacht, da sie all ihre magische Kraft verbraucht hatte. Bevor sie auf dem Boden aufschlagen konnte, fing Natsu sie auf, der mit seinem Gegner kurzen Prozess gemacht hatte, nachdem er Lucy in Gefahr witterte.
Sie hörte Natsu noch „Du Dummkopf“ flüstern, dann wurde alles schwarz.


Als sie wieder zu Bewusstsein kam, wusste sie erst mal nicht, was geschehen war und warum sie in einem Bett lag. Sie spürte die weiche Decke um sich herum und nahm auch leises Gemurmel war, doch ihren Augen gelang es nicht sich zu öffnen. Als sie es versuchte, spürte sie tausend kleine Messer durch ihren Körper rasen.
Auch ihre Arme konnte sie nicht bewegen, ja nicht mal einen ihrer Finger. Jedes Mal wenn sie auch nur den Versuch machte, einen Muskel anzuspannen spürte sie die Messer in sich.
„Es hat wohl keinen Zweck“ dachte Lucy sich. „Hoffentlich hat mein schönes Gesicht nichts abbekommen“ war ihr zweiter Gedanke, doch dann ärgerte sie sich schon wieder über sich selbst, weil sie sich solche Gedanken machte.
Während sie noch krampfhaft versuchte ihre Augen zu öffnen, versuchte sie sich zu erinnern, warum sie zur Hölle in diesem Bett lag. Ihr Kopf fühlte sich an, als sei er mit Watte gefüllt und sie konnte keinen klaren Gedanken fassen.
In ihrem Kopf wirbelten die Bilder durcheinander. Aber sie konnte keines davon klar erkennen. Ein weißer Lichtstrahl fuhr an ihrem inneren Auge vorbei, Natsu der schrie, Loki der sie anlächelte.
Loki!
„Wo sind meine Schlüssel?!“ Panik machte sich in Lucy Körper breit. Aquarius würde wieder eine Schimpftirade über sie ergießen, wenn sie die Schlüssel schon wieder verloren hätte. Doch immer noch konnte sie sich keinen Zentimeter rühren. Was war nur los?
Immer noch war leises Gemurmel zu hören, doch, ganz konzentriert auf ihr verwirrtes Inneres, hatte sie dieses ausgeblendet. Jetzt versuchte sie genauer hinzuhören. Doch alles was sie verstand waren Satzfetzen. Sie wollte sich konzentrieren. Wollte rausbekommen, wer da bei ihr war, doch sie spürte, dass die Dunkelheit der Bewusstlosigkeit sie wieder gefangen nahm.
Mit letzter Kraft konzentrierte sie sich auf die Stimmen und hörte für einen klaren Moment Natsu heraus. Was sie da hörte gefiel ihr gar nicht.
„Loki, willst du nicht endlich wieder zurück in deine Welt. Du bist schon seit 4 Tagen hier und du siehst schrecklich aus. Du musst dir das nicht antun. Das würde Lucy nicht wollen, dass weißt du.“
Sie hörte noch ein wildes Fauchen, wie von einem gereizten Löwen, dann gab sie sich der befreienden Bewusstlosigkeit erneut hin.

Als sie das nächste Mal wieder aus ihrem Schlaf erwachte, fühlte sie sich schon erheblich besser. Die Watte in ihrem Kopf hatte sich gelöst und selbst die Augen konnte sie nun aufmachen, ohne die Schmerzen zu spüren. Doch immer noch wusste sie nicht was geschehen war. Langsam erkannte sie die Umrisse des Zimmers in dem sie lag. Es musste wohl mitten in der Nacht sein, denn um sie herum war alles schwarz. Nur das Mondlicht, dass durch das Fenster fiel, erhellte das Zimmer ein klein wenig. Zuerst sah sie die weiße Decke, die über ihr war. Dann als sie leicht ihren Kopf zur Seite drehte sah sie Blumen in einer Vase stehen. „Sind die wohl für mich?“, fragte sich Lucy noch, während sie langsame Atemzüge vernahm.
Mit viel Willenskraft schaffte sie es, ihren Kopf etwas zu heben, die Schmerzen in ihrem Nacken ignorierte sie dabei. Alles was sie erkennen konnte, war ein Wuschelkopf aus zerzausten Haaren, der auf ihrem Bett ruhte. Unter diesem Kopf verschränkt lagen die Arme.
Da das Gesicht nicht in ihre Richtung zeigte und sie immer noch etwas benebelt war, konnte die Stellarmagierin nicht sofort erkennen, wer da schlafend vor ihrem Bett saß, doch nach einer Sekunde schien der Nebel in ihrem Kopf all den Erinnerungen Platz zu machen, als sie erkannte, dass ihr Stellargeist bei ihr war.
„Loki, du Idiot, wie lange bist du schon hier?“ fragte sie sich, als sie ihren Kopf langsam wieder in ihr Kissen gleiten ließ.
Auf einmal nahmen auch all die verschwommenen Bilder in ihrem Kopf Gestalt an. Raven Tails Überraschungsangriff, Natsus Schrei, das Licht, Lokis Lächeln und die Stimme in ihrem Kopf, dass sie schon seit mindestens vier Tagen hier lag. Alles machte auf einmal einen Sinn und ihr kamen die Tränen, als sie daran dachte was das für ihre Freunde bedeuten musste.
„Hoffentlich geht es den anderen gut.“
Plötzlich spürte sie eine Bewegung neben sich. Leises Gemurmel ließ sie wieder aufhorchen und ihre Tränen vertrocknen.
„Bin ich etwa eingeschlafen?“
Lucy merkte wie sich Loki aufrichtete und seinen Blick ihr zuwendete. Von dieser Tatsache angespornt, versuchte sie erneut die Schmerzen in ihrem Körper zu bezwingen und ihren Kopf aufzurichten. Sofort war ihr treuer Gefährte bei ihr.
„Lucy-san, du bist wach?“
Da sie nicht die Kraft hatte zu nicken, krächzte sie ein leises „Ja“ und erschrocken von sich und ihrer brüchigen Stimme, setzte sie ein Lächeln nach um sich, aber vor allem Loki zu beruhigen. Sie wusste dass er sich Sorgen um sie machte, denn seine Augen waren auf die ihren geheftet und spiegelten seine Angst und Sorge wieder. Ihr war noch nie aufgefallen was für schöne Augen er hatte.
Liebevoll nahm der Stellargeist eine Hand seiner Besitzerin in die seine und schob seine andere unter ihren Kopf, um diesen sanft wieder auf das Kissen zu legen.
„Du solltest noch ein wenig schlafen. Du bist immer noch sehr geschwächt und Schlaf tut dir gut. Du musst doch wieder zu Kräften kommen.“
Während er diese Worte sprach fühlte Lucy, dass ihr die Augen schon wieder zu fielen. Was hatte sie nur angestellt, während des Kampfes mit Raven Tail. Immer war sie es um die sich alle Sorgen machten. Sie konnte aber auch gar nichts richtig machen.
Trotzdem brannte ihr noch eine Frage auf der Seele, die sie Loki unbedingt noch fragen musste. Mit aller Kraft hob sie ihren Kopf wieder an und richtete ihren Blick zu den grünen Augen.
„Was ist mit den anderen“ hörte sie sich sagen. Ihre brüchige Stimme machte ihr fast ein wenig Angst, doch Loki hielt immer noch ihre Hand und das beruhigte sie.
Kurz drückte er sie und ihr begann schon das Herz zu flattern, als der Stellargeist sie anlächelte. Das war Bestätigung genug, dass sie sich wieder dem Schlaf hingeben konnte.

Das nächste Erwachen kam Lucy schon wie ein Déjà-Vu vor. Waren all ihre Momente denn nur noch vom Aufwachen und wieder in tiefen Schlaf fallen geprägt? Wie viel Zeit war diesmal zwischen ihrem letztem Erwachen und diesem vergangen. Diese verfluchten Raven Tail.
Trotzdem war Lucy froh wieder wach zu sein. Auch fühlte sie sich wieder ein Stück besser, als bei ihrem letzten Mal und als Erstes suchte sie den Raum nach bekannten Gesichtern ab. Langsam drehte sie ihren Kopf.
Lächelnd erkannte sie Levy in einem Stuhl sitzend, mit einem Buch in der Hand. Der Helligkeit zufolge musste es früher Mittag sein. Levy war so in ihrem Buch vertieft, dass sie gar nicht bemerkte, dass Lucy aufgewacht war. Erst als sie sich versuchte aufzusetzen, merkte ihre Freundin, dass sie wach war und sprang auf um ihr zu helfen.
„Lucy-chan. Du bist ja wach. Warte ich helfe dir.“
Nachdem Lucy sich aufgesetzt hatte, setzte sich Levy zu ihr aufs Bett. Sie konnte die Tränen in den Augen ihrer Freundin erkennen.
„Alles okay Levy-chan?“
Levy umarmte sie völlig unerwartet und ließ sie erst nach ein paar Sekunden wieder los.
„Ach du Dummerchen. Ich habe mir solche Sorgen gemacht. Du hast uns alle wirklich erschreckt. Du hast fast deine komplette magische Energie verbraucht, durch die Beschwörung von Aries und Scorpio gleichzeitig. Du lagst fast eine ganze Woche lang im Koma. Zwar meinte Loki du wärst gestern Nacht kurz aufgewacht, aber Sorgen hab ich mir trotzdem noch gemacht. Wir alle.“

Als die Blondine das hörte wurde ihr kurz schwindelig. Eine ganze Woche im Koma. Sie musste ja wirklich am Ende ihrer Kräfte gewesen sein. Deswegen hatte sie so viel Watte in ihrem Kopf gehabt. War ja aber mal wieder kein Wunder bei ihr. Doch dann fiel ihr etwas ein und sie schaute sich fragend in ihrem Zimmer um. Ihr Blick geleitete von Levy zu ihrem Nachttischen, auf dem sie ihre Schlüssel entdeckte, was sie schon mal aufatmen lies. Doch waren diese eigentlich nicht ihr gesuchtes Objekt. Levy schaute sie fragend an.
„Wonach suchst du?“
„Loki war doch die ganze Zeit hier, oder?“
Als die blauhaarige Magierin das hörte musste sie leicht grinsen. Das war typisch Lucy. Sie war kaum selbst wieder gesund, da machte sie sich schon wieder Gedanken um ihre Freunde.
„War er. Die ganze Zeit als du bewusstlos warst.“
Erschrocken sah die Stellarmagierin sie an. Eine ganze Woche? Loki musste unendliche Schmerzen gehabt haben so lange und dazu noch geschwächt in der Menschenwelt zu bleiben. Er war so ein Idiot. Doch Levy redete weiter.
„Keine Sekunde hat er dich aus den Augen gelassen. Dabei war er selbst nicht komplett wieder hergestellt und dazu war er noch hier aus seiner eigenen magischen Kraft raus. Natsu und Gray haben versucht ihn dazu zu überreden zurück in die Stellarwelt zu gehen um sich auszuruhen, aber er wollte nicht auf sie hören. Erst als du kurz wieder aufgewacht warst, konnte Erza ihn dazu bringen zurück zu gehen.“
Lucy seufzte. Er war wirklich manchmal stur. Aber sie war ihm auch unendlich dankbar, dass er sie nicht allein gelassen hatte. Was würde sie bloß ohne ihn machen? Sie wäre wohl schon lange nicht mehr hier. Da konnte sie sogar über seine dauernden Anmachsprüche hinwegsehen.
„Er muss dich wirklich lieben, Lucy.“
Lieben? Darüber hatte sie sich noch nie wirkliche Gedanken gemacht.

Plötzlich hörte man von draußen Stimmen, die immer lauter wurden. Es hörte sich nach einer heftigen Diskussion an, die Lucy irgendwie bekannt vor kam.
Nach ein paar Sekunden erkannte sie auch wieso. Auch Levy fing an zu grinsen.
„Du Schlitzauge!“
„Unterhosenmensch!“
„Drachenfutzi!“
„Frostbeule!“
Nastu und Gray stritten sich mal wieder. Hörte das denn nie auf? Sie seufzte, doch innerlich musste Lucy lachen. So viel Schaden wie Raven Tail auch angerichtet hatte, manche Dinge würden sich niemals ändern. Vor allem als man dann von draußen hörte, wie Erza die beiden Magier zusammenstutzte und sie ermahnte, sich ruhig zu benehmen, immerhin seien sie in einem Krankenhaus.
Die beiden Freundinnen lachten sich an, doch sofort spürte Lucy die Schmerzen in ihrem Bauch. Schmerzerfüllt verzerrte sie ihr Gesicht. Noch nicht einmal lachen konnte sie.
Levy sah sie erschrocken an, doch die Stellarmagierin konnte ihre Freundin schnell beruhigen, dann ging auch schon die Türe auf und Lucys Team kam in ihr Zimmer herein.
Es war so ein vertrauter Anblick Erza, Gray, Natsu und natürlich auch Happy zu sehen, dass sich Lucys Gesichtsausdruck zu einem Strahlen verwandelte. Als die Fairy Tail Magier auch noch bemerkten, dass ihre Teamkameradin endlich wach war, gab es kein Halten mehr. Alle stürmten sie auf Lucy zu, um sie zu umarmen und ihr zu erzählen, wie sehr sie sich gesorgt hatten.
Schon wieder kamen der Blondine die Tränen, ohne dass sie das überhaupt wollte. Wortlos reichte Levy ihr ein Taschentuch. Sie wusste genau wie sich Lucy fühlte.
Die Magier redeten bis in den Abend hinein, erzählten Lucy wie der Kampf ausgegangen war und was sie alles verpasst hatte. Ivan saß inzwischen im Gefängnis, sowie viele andere der Raven Tail Mitglieder. Die Gilde war zwar an vielen Stellen ziemlich ramponiert und man musste ungefähr das halbe Gebäude neu renovieren, aber das machte der Gilde nicht viel aus. Sie hatten das Gebäude ja nicht zum ersten Mal wieder aufbauen müssen. Die meisten der Magier machten sich, zu Lucys großem Erstaunen mehr Sorgen um sie. Sie war die einzige die es so hart erwischt hatte. Zwar hatten die meisten Mitglieder von Fairy Tail kleinere Wunden und Verletzungen davon getragen, aber Lucy war die Einzige die so lange im Krankenhaus war.
„Du darfst uns nie wieder so einen Schrecken einjagen.“ Natsu schaute sie eindringlich an. Doch Gray boxte ihm scherzhaft in die Seite. „Jetzt mach ihr doch nicht solche Angst. Es ist ja alles gut gegangen.“ Doch auch Erza setzte eine nachdenkliche Miene auf. „Nastu hat Recht, ohne Loki wärst du jetzt nicht mehr am Leben, Lucy. Du warst sogar die ersten zwei Tage noch in Lebensgefahr, weil du viel zu viel magische Energie auf einmal verbraucht hattest.“
Von den Worten erschöpft lies Lucy sich auf ihr Bett zurück sinken. Sie wusste ja dass sie leichtsinnig gewesen war, aber die Wut und ihre Angst um ihre Freunde hatte sie in dem Moment einfach blind und übermütig werden lassen.
„Ich verspreche euch, dass ich das nicht mehr machen werde.“ murmelte sie. Levy schaute sie mit sorgendem Blick an, doch es war Natsu der sprach.
„Das solltest du auch, sonst dreht Loki durch. Keinen hat er an dich rangelassen. Hat uns angefaucht wie ein Löwe, wenn wir ihm gesagt haben er soll sich selbst erst mal erholen. So ein Sturrkopf. Ich hätte nicht gedacht, dass der so aufbrausen sein kann.“ Missmutig schaute Natsu in die Runde rein.
„Aye“ schickte auch Happy noch hinterher. Das brachte dann den kompletten Rest der Runde zum Lachen. „Hast du etwa vergessen, dass er der Löwe Leo ist? Natürlich kann Loki sich aufregen.“ erinnerte Levy Natsu.
„Ich dachte er kann nur Mädchen aufreißen“ murmelte Natsu.

Als am Abend alle gegangen waren, konnte Lucy nicht einschlafen. Komisch, sie hatte davor so viele Stunden mit schlafen verbracht und nun bekam sie kein Auge zu. Sie wünschte sich Levys Angebot über Nacht zu bleiben doch nicht abgelehnt zu haben, doch sie wollte ihren Freunden nicht zur Last fallen und Levy war schon den ganzen Tag bei ihr gewesen. Außerdem hatte sie ihr erzählt, dass sie mit Gajeel ein Date hatte. Sie waren seit dem Vorfall mit Raven Tail wohl offiziell zusammen. Zwar ging das nicht so ganz in Lucys Kopf, aber sie freute sich für ihre Freundin, wusste sie doch wie lange Levy schon für den Dragonslayer schwärmte.
Schon wieder kamen ihr Natsus Worte in den Sinn. Das Loki so ernst und sogar wütend wurde konnte die Stellarmagierin gar nicht richtig nachvollziehen. Normalerweise war sie von ihrem Stellargeist Sprüche und platte Liebesbekundungen gewöhnt, aber vor allem Gute Laune und Scherze. Wieder blickte Lucy zu ihren Schlüsseln hinüber. Sie wollte mit Loki reden, sich entschuldigen, dass sie ihm so Sorgen bereitet hatte und sich bedanken, dass er bei ihr geblieben war, doch sie hatte sich noch nicht dazu überwunden ihn zu rufen. Sie wusste nicht was sie abhielt, aber irgendwas in ihrem Herzen bereitete ihr Angst.
Langsam streckte sie ihren Arm nach ihren Schlüsseln aus, doch mitten auf dem Weg stockte sie. Was war nur los mit ihr? Was hielt sie davon ab einfach den Schlüssel zu nehmen und das Tor zu öffnen?
Mondlicht fiel auf ihr Schlüssel und lies sie funkeln. Jeder einzelne Stellargeist war ihr Freund und ein treuer Begleiter. Unzählige Abenteuer hatte sie schon mit ihren Spirits erlebt und immer wieder waren diese für sie in den Kampf getreten und hatten sie vor Feinden beschützt und ihr erfolgreich geholfen Missionen zu erfüllen. Auf einmal kam ihr wieder Lokis Gesichtsausdruck in den Sinn, als er sich vor sie gestellt hatte, um sie zu beschützen. Sie konnte seine grünen Augen funkeln sehen und sie hörte ihn sagen, dass sie besser auf sich aufpassen solle.
War es das, wovor sie Angst hatte? Dass sie ihn enttäuscht haben könnte. Weil sie es mal wieder nicht geschafft hatte auf sich aufzupassen.
Endlich schaffte sie es, die Distanz zwischen sich und ihren Schlüsseln zu überwinden. Auch wenn es nur wenige Zentimeter waren, so kam es ihr doch wie unendlich viele Meter vor. Doch dann hatte sie den goldenen Schlüssel zum Tor des Löwen in der Hand.
Ganz genau sah sie sich den Schlüssel an. Doch das Bild verschwamm vor ihren Augen, als ihr die Tränen kamen ohne dass sie es bemerkte. Warum konnte sie nicht einmal auf sich selbst aufpassen? Warum musste immer einer ihrer Freunde leiden, weil sie es nicht selbst auf die Reihe bekam sich zu wehren?
Wütend war er gewesen. Lucy wollte ihn nicht so sehen. Sie wollte das Loki der fröhliche Mensch oder Stellargeist, irgendwie war das ja auch egal im Moment, blieb, der er war und nicht wütend oder traurig wurde, bloß weil sie schwach war.
Immer mehr Tränen flossen ihre Wangen hinab und tropften auf den Schlüssel, der immer noch fest umklammert in ihrer Hand lag.
Sie merkte gar nicht, dass er auf einmal vor ihr stand und sie mit traurigen Augen ansah. Erst als er sich zu sie aufs Bett setzte und sie in den Arm nahm, merkte sie, dass jemand bei ihr war.
„Schsch, alles ist gut. Weine nicht, Lucy-san. Alles ist gut.“
Wie im Schock riss sie die Augen auf, als sie Loki hörte. Sie hatte ihn doch gar nicht gerufen. Was machte er hier?
„Loki?“ Sie sah ihn an oder versuchte es, ihre Tränen wollten immer noch nicht aufhören zu fliesen.
„Ich bin da. Hör auf zu weinen. Ich bin doch da.“ Zärtlich hielt er sie ihm Arm und lies sie nicht los. Sachte strich er ihr über die Haare und versuchte sie mit seinen Worten zu trösten. Sie fühlte seinen warmen Körper an ihrem und es tat unendlich gut in diesem Moment nicht allein zu sein.
Sie wollte ihm sagen, wie leid es ihr tat, dass er so viel durchmachen musste wegen ihr und dass er sich solche Sorgen gemacht hatte. Doch alles was sie von sich selbst hörte war ihr Schluchzten. Alles andere war wie weggewischt. Lucy kam es vor als habe ihre Stimme, ja schon allein das Vorhaben Wörter in ihrem Kopf zu bilden, sie verlassen.
Nach ein paar Minuten, die ihr wie Stunden und doch gleichzeitig wie Sekunden vorkamen, hörte sie auf zu weinen und löste sich aus der Umarmung.
Während Loki ihr noch die letzte Träne von der Wange wischte, wollte Lucy ihm eigentlich sagen, dass es ihr Leid tat ihn so gequält zu sehen, doch natürlich kam etwas ganz anderes aus ihrem Mund. „Ich sehe bestimmt total verheult aus.“
Der Stellargeist grinste sie an. „Das wäre mir gar nicht aufgefallen, wenn du es mir nicht gesagt hättest.“ Doch sofort wurde er wieder ernst. „Du hast mir wirklich Sorgen bereitet. Du hättest sterben können. Wie kommst du nur auf die dumme Idee, Aries und Scorpio gleichzeitig zu rufen und dass obwohl du schon so viel deiner magischen Kraft verbraucht hattest.“
Sein Blick war so starr auf Lucy gerichtet, dass sie wegschauen musste. Das hatte Natsu also gemeint, als er meinte er sei wütend.
Wieder kamen ihr die Tränen und sie flüsterte ein „Es tut mir leid.“ Kaum hörbar doch laut genug, dass Loki es hören konnte. Sofort änderte sich seine Miene zu einem schuldbewussten Blick. „Das … es tut mir Leid Lucy, das sollte kein Vorwurf sein. Was nehme ich mir überhaupt heraus, dir irgendwelche Vorwürfe zu machen. Ich will doch bloß, dass es dir gut geht.“
Als die Blondine das hörte stieg leichte Wut in ihr auf. Sie packte das Gesicht des Löwen und hielt es zwischen ihren Händen. Obwohl sie noch nicht völlig genesen war, schaffte sie es eine gewisse Kraft aufzubauen. Leicht erstaunt umfasst der Spirit eine Hand seiner Besitzerin mit seiner.
„Wie kommst du drauf, dass du mir keine Vorwürfe machen darfst? Ich hab dir schon mal gesagt, dass ich nicht deine Besitzerin bin, sondern deine Freundin. Du dummer Idiot.“ Sie fing an sich richtig in Rage zu reden und alles, was sie in den letzten paar Stunden der Schlaflosigkeit gedacht hatte strömte auf einmal aus ihr raus. „Wie konntest du nur? Warum hast du dich vor den Angriff gestellt? Was hast du dir dabei gedacht? Weißt du wie es mir das Herz zerrissen hat, dich verschwinden zu sehen?“ Die Wut trieb ihr die Tränen in die Augen, schon wieder. Auch ließ sie Loki, der sich verteidigen wollte, nicht zu Wort kommen. Oder er war einfach zu geschockt über ihre Worte. Sie wusste es nicht, aber es war ihr im Moment auch egal. Sie wollte einfach nur alles was ihr auf der Seele lag loswerden.
„Ich hab gedacht, ich verliere dich. Ich hab gedacht, du verschwindest wieder, wie damals vor Karens Grab. Ich weiß doch nicht, was ich ohne dich machen soll.“ Inzwischen wurden Lokis Augen vor Verwunderung immer größer. Er hatte niemals gedacht, dass Lucy sich solche Sorgen um ihn machen könnte, ja schon allein der Gedanke, dass sie so dachte brachte ihn völlig aus dem Konzept. Selbst als sie anfing mit den Fäusten auf ihm herum zu trommeln, unternahm er nichts dagegen, sondern ließ sie einfach gewähren.
„Und dann bleibst du noch die ganze Woche in der Menschenwelt obwohl deine magische Kraft noch nicht mal völlig wieder hergestellt ist. Natsu hat mir erzählt, dass du nicht zurück gehen wolltest. Was denkst du dir dabei? Willst du dein Leben nochmal aufs Spiel setzten? Nur weil ich zu dumm bin mich selbst zu verteidigen? Du Blödmann, ich will das nicht. Ich will nicht, dass du solche Schmerzen hast wegen mir. Das nächste Mal solltest du mich einfach sterben lassen, anstatt …“
Doch sie konnte den Satz nicht zu Ende reden. Sie fühlte ihre linke Wange heiß werden und starrte Loki ungläubig an. Hatte er ihr wirklich grade eine Ohrfeige gegeben?
Doch auch er starrte seine Hand an. Langsam sah er von dieser zu Lucys Gesicht auf. Ungläubig blickten seine Augen sie an. Trotzdem war seine Stimme fest und klar. „Sag so etwas nie wieder. Niemals. Nie.“ Sie wollte von ihm zurück weichen, doch sie konnte sich keinen Millimeter bewegen. Es hatte ihr die Sprache verschlagen.
„Wie könnte ich dich sterben lassen? Ich habe doch dem Stellarkönig damals ein Versprechen gegeben, auf dich aufzupassen. Ich habe doch dir versprochen immer für dich da zu sein. Lucy. Wie könnte ich einfach zusehen, wenn du angegriffen wirst?“
Er beugte sich zu ihr vor, legte eine Hand auf ihre Schulter und wischte mit der anderen einen Tropfen Blut weg, der ihr, kurz unter dem Auge, die Wange runter lief. Sie hatte gar nicht gemerkt, dass er ihr mit seinem Ring die Haut aufgeschlagen hatte.
Seine Augen sahen mit festem Blick in ihre. Jeden Zentimeter, den Loki überbrückte brachte Lucys Herz schneller zum schlagen.
„Glaubst du wirklich dass es mir egal wäre, wenn dir etwas zustoßen würde? Die Schmerzen die ich zu spüren bekommen habe durch den Angriff, waren gar nichts, im Gegensatz zu denen die ich ertragen musste, als ich nicht wusste, ob du nun leben oder sterben wirst. Tausende Tode bin ich gestorben, während du im Koma lagst.“
Heiße Tränen rannen nun über das Gesicht, des sonst so stolzen Löwen. Auch seine Stimme wurde brüchiger, rauchiger, zärtlicher.
„Du bist alles für mich Lucy. Jedes noch so kleine Stück meines Körpers lebt nur für dich. Ich weiß, ich hab dich oft mit meinen Liebesbekundungen genervt und ich weiß, dass du sie niemals erwidern wirst, aber keine davon war gelogen. Ich liebe dich Lucy, ich liebe dich und das wird immer so bleiben. Nichts auf dieser Welt kann das ändern und keine Schmerzen sind mir zu groß, wenn ich dir dabei helfen und dich beschützen kann. Deswegen sag bitte niemals wieder, dass ich dich doch sterben lassen soll. Niemals!“
Seine Hand ruhte immer noch auf Lucys Wange und er wollte sie grade wieder fortnehmen, als die Stellarmagierin, ihre auf seine legte. Ihre Köpfe waren nur noch wenige Zentimeter voneinander entfernt und sie konnte seine Tränen fast schmecken. Sein Atem fühlte sich weich auf ihrer Haut an und sein Geruch strömte ihr in die Nase. Er roch gut, nach Gras und Weite und Stärke. Nach Geborgenheit. Doch am meisten fesselten sie seine Augen. Diese grünen Augen, die durch die Tränen noch glänzten waren fest auf ihre geheftet und Lucy hatte das Gefühl in ihnen zu ertrinken.
„Ich bin manchmal schon ganz schön blöd, oder?“ Sie lächelte ihren Freund an, dann schloss sie die Distanz zwischen ihren Lippen.
Weich und doch stark fühlte sich sein Kuss an. Ganz zärtlich umfassten seine Hände ihren Kopf und zogen sie immer näher an sich heran. Alles in ihr drehte sich und ihr Herz schien fast aus ihrem Brustkorb rauszuspringen, so intensiv spürte sie ihren und seinen Körper. Alles in ihr pulsierte während ihre Lippen verschmolzen.
Nach einer kleinen Ewigkeit lösten sich die zwei Magier wieder voneinander. Schelle Atemstöße durchbrachen die Stille, die sich in dem Raum ausgebreitet hatte. Noch immer hatte Loki seine Hände in Lucys Haaren und auch sie hatte eine Hand in seiner Mähne vergraben während ihre andere auf seinem Brustkorb ruhte.
Langsam und ganz zärtlich fuhr der Stellargeist mit seiner Hand über die Wange seiner Geliebten. Dann berührte er die kleine Wunde, die sein Ring unter ihr Auge geschlagen hatte. Kurz zuckte Lucy zusammen.
„Das wird wohl eine Narbe geben. Tut mir unendlich leid.“

Doch sie schüttelte nur leicht den Kopf und lächelte ihn an.
„Es ist okay. Sie wird mich immer dran erinnern, welche Schmerzen du für mich auf dich genommen hast und immer noch auf dich nimmst. Sie wird mich immer dran erinnern, wie sehr ich mich auf deine Liebe verlassen kann. Danke dass du bei mir bist, egal wann ich dich brauche. Ich liebe dich.“
Zärtlich lächelte die Blondine ihren Gefährten an und bevor sie wusste was geschah, verloren sich die beiden Magier erneut in einem Kuss.
Nie wieder würde sie nun alleine sein, dass wusste Lucy nun. Auch wenn es schwierig werden würde, so würde ihr Löwe doch niemals von ihrer Seite weichen. Das bewies sowohl die Narbe unter ihrem Auge, als auch die Spur in ihrem Herzen, die Loki hinterlassen hatte.
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