Schnappschüsse einer zerbrochenen Kamera

GeschichteDrama, Familie / P12
29.01.2012
20.02.2012
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CrazyKenny trat es los, meine Muse küsste mich und hier haben wir es: Meine erste One-Short-Sammlung für das nagelneue Universum von Marvel 96.
Doch was hat es damit auf sich? Nuuuuuun, es entstand in einem Forum, hier, auf Fanfiktion.de und wird momentan von CrazyKenny HIER: http://www.fanfiktion.de/s/4f2320e300006e4f069032c8 adaptiert. (Seht es euch ruhig an, viele Ideen sind genial) Es ist ein Universum, in dem einfach gesagt Helden Bösewichte und Bösewichte Helden sind... aber nicht einfach so, wie es uns in "normalen" Anti-Universen präsentiert wird. Nein, das hier wird VERNÜNFTIG. Hoffentlich. *lach*

Aber ehe ich euch hier ein Ohr abkaue, sucht im Forum oder CrazyKennys Adaptation etwas darüber und entscheidet, wie ihr die Sache so findet. Oder lasst es und lest einfach nur diesen kleinen Oneshort.

Geplant sind noch weitere Kapitel, besonders um die Spiderman-Cast, die sich mehr oder weniger chronologisch durch den Abstieg Spidermans und Aufstieg des Green Goblins ziehen werden. Comic-Canon sowohl von Marvels "Originalem" Universum als auch vom Ultimativen Spiderman werden herangezogen, als auch Filme und Zeichentrickserien und ich hoffe, am Ende bekommen wir was ganz nettes heraus, das nicht zu sehr verwirrt. ^^

Aber genug gequatscht, viel Spaß bei diesem Kapitel.

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Norman Osborn war immer schon ein sehr zielstrebiger Mann gewesen. Was heißt Mann, er war bereits als Junge zielstrebig. Was er wollte, das verfolgte er mit Gewissenhaftigkeit, Fleiß und Ausdauer. Ob Schule oder Hobbys, was er anfing brachte er zu ende und zwar so, dass er selbst zufrieden sein konnte.

Auch heute, so viele Jahre nach seiner Kindheit blieb er so zielstrebig. Und seine Zielstrebigkeit zahlte sich aus. Oscorp war eine der führenden in der Forschung arbeitenden Einrichtungen der Ostküste. Was in seinen Laboren entwickelt wurde sorge für Aufsehen in der ganzen Welt. Und berühmte Köpfe wie Otto Gunther Octavius arbeiteten für ihn.

Er wusste, dass er kein Gutmensch per se war. Und er wusste, dass man sich mit Spenden kein gutes Gewissen kaufen konnte. Doch er versuchte es. Denn Norman Osborn hatte, trotz allem, das Bedürfnis ein... nun, guter Mensch zu sein. Zu zeigen, dass man kein Hai wie Stark sein musste, um zu überleben. Und als intelligenter Mensch wusste Osborn, dass er vor allem in eine Sache investieren sollte: Die Zukunft.

Womit wir zum Kern von vielen Schuldgefühlen und unerwünschten Gefühlen kommen:

„Bin zu hause, Dad.“

Rums.

Die Tür fiel ins Schloss und Harry, sein Sohn Harry Osborn, war offiziell daheim. Norman sah ihn genauer an. Er konnte nicht behaupten, dass Harry ihm oder seiner Mutter besonders ähnlich sah. Er war ein Mix aus beiden. Die Haare seines Vaters, doch die Augen seiner Mutter. Gesichtszüge waren deutlich männlich, doch Kinn und Nase ähnelten nicht gerade Norman. Die Ohren dagegen waren unverkennbar seine.

Charakterlich allerdings... oh, Harry war ein... nun, er war ein Junge. Meistens ein guter Junge. Er nahm keine Drogen, war Okay in Sachen Schule, er trieb Sport, er hatte Freunde... Norman wusste, dass er keinen Grund hatte enttäuscht zu sein. Harry war okay. Etwas... lässig und weniger zielstrebig als Norman von sich selbst gewohnt war, aber Harry war sein Sohn. Und er liebte ihn.

Warum war es dann so schwer ihm in die Augen zu sehen, wenn er von seinen Freunden sprach? Besonders von Peter Parker.

Peter Parker. Ein weiterer Grund, warum Norman immer häufiger dieses beklemmende Gefühl in der Brust bekam, wenn er seinen Sohn sah.

Peter Parker war ein Freund von Harry und half diesen oft bei Hausaufgaben und beim lernen. Und Peter Parker war ein genialer Kopf. Wenn Norman eines hatte, dann einen Blick für Potenzial. Und der Junge hatte es. Viel davon. Ein stiller, in sich gekehrter Junge, der viel zu früh seine Eltern verlor, Norman hatte von der Tragödie gehört. Doch Peter war stark. Norman war sich sicher, dass kaum jemand es sah, wie stark Peter sein musste. Er war höflich und zuvorkommend, er arbeitete an eigenen Projekten. Harry hatte ab und zu angedeutet, dass Peter auf der sozialen Leiter ziemlich weit unten stand. Norman wusste, was das für einen Teenager bedeuten kann. Und trotz all dem konnte der Junge noch lächeln und... nett sein.

Norman hatte ein wenig Angst, dass er eines Tages brechen würde.

Und dann sah er zu seinen eigenen Sohn. Sein eigener Sohn, der nie viel auszustehen hatte (wofür er selbst gesorgt hatte), sein eigener Sohn, dem etwas der Elan fehlte mehr aus sich zu machen als der Durchschnittstyp. Sein eigener Sohn, der vermutlich nicht einmal halb so stark wie dieser Peter war, obwohl er den schmächtigen Jungen sicher mit einer Hand in der Mitte zusammenfalten konnte.

An besonders schwarzen Tagen wünschte Norman sich, dass Peter sein Sohn wäre. Dass er auf ihn zeigen und „Das ist MEIN Junge“ sagen konnte. An manchen, dunklen Tagen wünschte sich Norman, dass Harry wie Peter sein könnte.

Er schob den Gedanken gewaltsam beiseite, ertränkte ihn in Alkohol, in Arbeit, in der Umarmung seiner Frau oder in dem ersten, was ihn sonst in den Sinn kam.

Und doch... was sollte er tun? Peter würde eines Tages einen hervorragenden Wissenschaftler abgeben. Ein Gewinn für jedes Unternehmen. Auch für seines. Er könnte ihn Stipendien geben. Praktika absolvieren lassen. Er könnte ihm einen Job geben. Zu seinem Assistenten machen, ihn unter seine Fittiche nehmen und...

Aber Harry war sein Sohn und er liebte seinen Sohn. Wie konnte er einen Jungen fördern, mit solchen Elan und solchen Gefühlen, wenn diese exklusiv seinem eigenen Fleisch und Blut vorbehalten sein sollten? Harry vorbehalten sein sollten?

Eine Bewerbung für ein Sommerpraktikum bei Oscorp, computergeschrieben und unterschrieben mit P.Parker in billiger Kuli-Tinte und ein Glas voll bernsteinfarbener Flüssigkeit stand vor ihm. Er hatte es noch nicht angerührt, ebenso wenig die Bewerbung. Und er wusste immer noch nicht, was er tun sollte, als sein Sohn (Harry, sein Sohn Harry) auf ihn zu trat.

„Dad? Alles okay?“

Norman lächelte und ließ das Glas unberührt stehen, drehte die wenigen Blätter Papier herum, dass er nicht mehr auf die ernsten, erwachsenen Worte blicken musste.

„Alles okay, Sohn. Wie war die Schule?“

Harry Osborn war sein Sohn. Er liebte ihn. Auch wenn er sich manchmal, nur ein wenig, wünschte, dass er ein wenig mehr wie Peter wäre.
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