Divine Lover

GeschichteRomanze / P18 Slash
Ares Hercules
29.01.2012
04.02.2012
4
4765
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Autor: Susanne Christie
Fandom: Hercules - The Legendary Journeys
Pairing: Ares/Hercules
Disclaimer: Sämtliche Rechte und finanziellen Gewinne an den von mir in dieser Geschichte benutzten Charakteren liegen bei deren Erfindern und Copyrightinhabern. Die Rechte an der Plotidee beanspruche ich für mich selbst.


Divine Lover


Die Stimmung an dem schmalen Fluss, der sich träge durch die friedliche Graslandschaft schlängelte, war wundervoll und idyllisch.
Das Gras war saftig und grün, die Blumen blühten, die Sonne schien angenehm warm und die Insekten und Vögel flogen eifrig herum und sangen das Lied eines fantastischen Sommers.
Seit über zwei Stunden saß Hercules in der Idylle am Flussufer und hatte eine selbstgebaute Angel ausgeworfen, aber es wollte kein Fisch anbeißen.
Er nahm die Schönheit der Landschaft sehr wohl wahr, und er verspürte auch die übliche Dankbarkeit, am Leben zu sein und dieses Wunder wahrnehmen zu dürfen, trotzdem war Hercules traurig und Schwermut erfüllt.
Seit seine Mutter und sein bester Freund Iolaus gestorben waren, war es einfach nicht mehr dasselbe. Es machte ihm nichts aus, allein zu sein, doch das Wissen, dass er die beiden nicht nahe bei sich haben konnte, wenn ihm danach war, schmerzte ihn.
Iolaus’ überschäumende Lebensfreude und sein Lachen fehlten ihm, und in Momenten wie diesen, wenn er still dasaß, überkamen ihn die Erinnerungen an die glücklichen Tage seiner Vergangenheit ganz von selbst. Er sah sich mit Iolaus an seiner Seite über die weiten Ebenen wandern, und er hörte Iolaus’ beständiges, fröhliches Plappern.
Es war wunderbar gewesen, einen besten Freund zu haben. Selbstverständlich hatte er auch jetzt noch einen: Salmoneus. Der gute Salmoneus, der nach wie vor versuchte, als Kaufmann Fuß zu fassen und an das große Geld zu kommen.
Wenn die Traurigkeit zu stark wurde, besuchte Hercules Salmoneus in dem kleinen Dorf, in dem dieser sich niedergelassen hatte, um edle Stoffe zur Herstellung von Decken und Tuniken zu vertreiben.
Sein letzter Besuch bei Salmoneus lag nun schon einige Wochen zurück, und Hercules hätte durchaus Lust gehabt, den Freund einmal wieder zu sehen. Allerdings war damals etwas Merkwürdiges vorgefallen zwischen Salmoneus und ihm, etwas, das peinliche Gefühle in Hercules ausgelöst hatte.
Bei dieser letzten Begegnung hatte sich Salmoneus zuerst recht seltsam benommen, und später hatte er durchblicken lassen, dass er - wenn Hercules es denn auch wollte - an einer Beziehung interessiert sei, die über bloße Freundschaft hinausging.
Im wesentlichen hatte Hercules natürlich verstanden, was Salmoneus damit meinte, dennoch war ihm schleierhaft geblieben, welche Motivation dahintersteckte. Jedenfalls sagte Salmoneus nichts von Liebe und dergleichen. Er schien in erster Linie spezielle erotische Bedürfnisse und Wünsche zu haben und träumte offenbar davon, Hercules würde sie ihm erfüllen.
Hercules hatte Salmoneus zunächst sanft zurückgewiesen und um Bedenkzeit gebeten. Er mochte Salmoneus, aber eine intime Beziehung mit dem Freund konnte er sich nicht vorstellen. Vielleicht würde eine gewisse Begeisterung dafür kommen, wenn er es versuchte, allerdings war sich Hercules dahingehend keineswegs sicher, und er wollte nicht auch noch diesen Freund verlieren.
Die Tatsache, dass Salmoneus eine Antwort im Hinblick auf seine Avancen erwartete, hatte Hercules jedenfalls bisher davon abgehalten, Salmoneus zu besuchen. Irgendwann freilich musste Hercules es tun, sonst würde seine Freundschaft mit Salmoneus ganz von selbst im Sand verlaufen.
Hercules war durchaus an Sex mit Männern interessiert. Als Halbgott war er für alles offen, was das Leben auf der Erde und unter den Menschen betraf, und er begriff das Gefühl von Liebe als etwas Universelles, das sich ganz selbstverständlich auch auf gleichgeschlechtliche Menschen erstrecken konnte und sogar sollte.
Auch unter den Göttern gab es genügend Individuen, die so veranlagt waren. Manche freilich waren strikt dagegen, wie Hercules’ Vater Zeus. Hercules’ Mutter, Alkmene, pflege eine tolerantere Einstellung. Vielleicht wäre sie nicht unbedingt erfreut darüber gewesen, Hercules in den Armen eines Mannes zu sehen, aber sie hätte es ohne Zweifel akzeptiert, schon allein deshalb, weil sie Hercules glücklich sehen wollte.
Trotzdem war es Hercules unangenehm gewesen, als Salmoneus unvermittelt und mit eindeutigen Absichten in sein dichtes, blondes Haar griff, es ungeschickt, aber eindeutig lasziv streichelte und ihn damit konfrontierte, intime Wünsche zusammen mit ihm ausleben zu wollen. Hercules verspürte Salmoneus gegenüber durchaus so etwas wie Liebe, dies bezog sich jedoch lediglich auf Salmoneus als seinen Freund. Als Liebhaber kam er für Hercules nicht wirklich in Betracht.
Doch wie würde Salmoneus reagieren, wenn Hercules ihn zurückwies? Würde er ärgerlich sein, oder eher traurig? Oder sollte er Salmoneus doch erst einmal die Gelegenheit geben, ihm zu zeigen, was genau er eigentlich von ihm wollte?
Hercules fühlte sich ratlos, und zu allem Unglück gab es niemanden, mit dem er darüber reden konnte. Einmal mehr vermisste er den vor einem Jahr bei einem Kampf tödlich verunglückten Iolaus schmerzlich.
Seine Gedanken und Überlegungen wurden abrupt unterbrochen, als er plötzlich jemanden lautstark rufen hörte: "Hercules!!! Herculeeeeeeees!!!!"
Hercules wandte den Kopf in die Richtung, aus der die Stimme kam, und er sah einen Mann über die Wiese auf sich zurennen, der aufgeregt winkte.
"Hercules, bitte komm' schnell, wir brauchen Deine Hilfe! Unser Dorf!!! Wir werden angegriffen! Unsere Lebensgrundlage wird vernichtet!!!"
Oh nein, dachte der attraktive Halbgott und fühlte sich noch trauriger als zuvor. Welches Unglück ist nun wieder über unschuldige Menschen hereingebrochen?
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