Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Zimt und Sterne

von Jari
GeschichteHumor, Liebesgeschichte / P16
Rachel Mariana Morgan Trenton "Trent" Aloysius Kalamack
25.01.2012
06.07.2012
10
11.077
2
Alle Kapitel
15 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
25.01.2012 1.058
 
Huhu :-)

Einen wunderschönen Start in die Woche wünsche ich *wink*

Weiter geht’s … hoffentlich habe ich alle Anmerkungen meiner Beta gelöscht *grübel*

5

24. Dezember – Heiligabend

Teil 2


Gefühlte Stunden später wurde ich wachgerüttelt.

„Wir sind fast da.“ Trenton stand bereits. In einer Hand hielt er seinen schicken Businessman-Koffer, die andere lag leicht auf meiner Schulter. In seinen Augen funkelte die Vorfreude. Wohin genau hatte mich der doppelt und dreifach verrückte Elf entführt?

Die Welt vor dem Fenster hatte sich grundlegend verändert. Mit Schnee beladene Bäume und Felsspitzen unterbrachen die ansonsten in eintönigem Grau, Braun und Weiß gehaltene Landschaft. Weder konnte ich Gebäude, einen Highway, nicht einmal eine klitzekleine Straße oder überhaupt irgendeinen Hinweis auf Zivilisation entdecken.

„Statepark Hocking Hills.” Trenton beantwortete meine Frage, ohne daß ich sie stellte. Vermutlich war meinem Gesicht deutlich abzulesen, daß mir die Angabe „sind bald da“ nicht ausreichte.

Demnach befanden wir uns nicht mehr als zwei bis drei Autostunden von Cincinnati entfernt. Mit dem ganzen Schnee war der beliebte Ausflugsort gar nicht zu erkennen. Der Hubschrauber setzte zur Landung an.

Keine Minute später wurde uns die Tür durch einen der Piloten aufgehalten. „Mr. Kalamack, wir hoffen, Sie hatten einen angenehmen Flug.“

„Danke, Matt. Es war alles zu meiner vollsten Zufriedenheit.“ Elegant sprang Trenton aus dem Fluggerät.

Ich versuchte, es ihm gleichzutun, was dazu führte, daß ich bis zu den Knien in einer Schneewehe versank. Zu meiner Überraschung kam kein beißender Kommentar seitens des Elfen. Vorsichtig, als befürchte er etwas falsch zu machen, reichte er mir seine Hand. Dankbar ergriff ich sie und ließ mich aus dem Hügel ziehen.

Einem Schatten gleich tauchte der Bodyguard hinter seinem Herrn auf. Mich machte der namenlose Mann mit dem Windhundgesicht nervös. Ich sehnte mich nach Quen. Quen kannte ich; mochte den älteren Elfen sogar.

Neugierig schaute ich mich um. Wir standen in einiger Entfernung zu einem zweigeschossigen Gebäude, das aus  blank poliertem Holz, viel Glas und vereinzelten Metallteilen bestand. Um uns herum rauschte der Wind in den Bäumen. Das Haus paßte an diesen Ort, als wäre es auf natürliche Weise gewachsen. Hinter jedem der mit Weihnachtsschmuck versehenen Fenster brannte Licht - es sah so gemütlich und willkommen heißend aus, daß  sich auf meiner Zunge der Geschmack von Kakao –mit einer dicken Sahnehaube- und Waffeln mit heißen Kirschen bildete. Oh, ich hoffte wirklich, es gab wirklich etwas Vergleichbares dort drin.

„Das Chalet meiner Familie.“

Natürlich. Mr. Kalamack konnte ja keine einfache Blockhütte in den Bergen besitzen. Es mußte ein Chalet sein. Gleichzeitig war ich froh darüber, daß Trenton –naturverbundener Elf hin oder her- wohl kaum auf die Annehmlichkeiten von fließendem Wasser oder einem Bett mit Daunenfederbettwäsche verzichtete.

Eine Frau, die mit der umgebundenen Schürze und den kurzen dunklen Haaren wie eine noch nicht ergraute Ausgabe der kalamackschen Köchin aussah, kam auf uns zugelaufen. „Mr. Kalamack. Schön, sie zu sehen. Und so eine hübsche Begleiterin haben Sie heute mitgebracht.“ Resolut schnappte sie sich erst den Koffer ihres Arbeitgebers, dann meinen. Ich versuchte, ihn ihr wieder wegzunehmen, aber ihr Griff war eisenhart. „Nein, nein, lassen Sie mich nur machen. Sie sind hier zur Erholung.“

„Hallo, Patricia.“ Das Lächeln, das Trenton der Frau schenkte, war von ehrlicher Wärme. „Lange nicht gesehen.“

„Viel zu lange, wenn Sie mich fragen. Sie sollten sich viel öfter eine Auszeit gönnen.“

„Vielleicht im nächsten Jahr“, stellte Trenton in Aussicht.

Wir folgten Pat in das Gebäude. Der im Foyer ausgelegte Teppich verschluckte jeden unserer Schritte. Eine mit Immergrün verzierte Treppe führte hinauf in den ersten Stock.

„Gibt es noch etwas, das ich für Sie tun kann?“

„Danke Pat. Es ist alles wunderbar.“

Ich ergriff Trentons Arm und beugte mich zu ihm. „Hattest du nicht gesagt, deine menschlichen Angestellten hätten frei?“ Mit Sicherheit floß in Pats Adern nicht ein Tropfen Elfenblut.

„Patricia wohnt hier.“ Er löste meine Hand von seinem Mantel. „Wir sehen uns heute Nachmittag zum Skifahren.“ Schneller als ich gucken konnte, lief er die Treppe hinauf. Sein Schatten folgte ihm unverzüglich.

Skifahren? Uh oh, das hatte ich bislang erfolgreich verdrängt. Ich konnte Rollschuh- und Eislaufen, Reiten und spielte ganz passabel Tennis, aber Skifahren? Fehlanzeige!

„Kommen Sie, ich bringe Sie zu ihrem Zimmer.“ Patricia rettete mich davor, wie ein ausgesetzter Hund stehengelassen zu werden.

„Rachel. Bitte nennen Sie mich Rachel.“

Sie führte mich in ein geschmackvoll eingerichtetes Zimmer. Beherrscht wurde der Raum durch ein bequem aussehendes King-Size-Himmelbett mit unzähligen fliederfarbenen Kissen. Auf einer Kommode lag der perfekte Schminkspiegel; nicht zu klein, nicht zu groß, und selbst aus der Entfernung konnte ich mich darin klar und deutlich erkennen. Ob Trenton andere Frauen hierhin mitnahm? Irgend etwas an der Vorstellung störte mich. Auch wenn ich den blöden Elfen nicht ab konnte, wollte ich nicht eine von vielen sein.

„Mr. Kalamack hat mich darüber informiert, daß Sie noch kein Frühstück hatten. Sie armes Ding. Ich habe mir erlaubt, eine Kleinigkeit vorzubereiten.“

Mir fielen fast die Augen aus dem Kopf. Auf einem Tisch nahe des bodenhohen Fensters tummelten sich eine silberne Kaffeekanne, ein Korb mit Brotscheiben und Brötchen, eine mit Klarsichtfolie überzogene Platte auf der sich mehr Wurst- und Käsesorten befanden, als ich zu benennen vermochte, sowie diverse abgedeckte Schüsseln. Wenn Patricia das als Kleinigkeit bezeichnete, was war dann ein üppiges Mahl? Der Kanne entströmte feinster Kaffeegeruch. Es blieb mir gar nichts anderes übrig, als mich hinzusetzen und einen Schluck zu nehmen. Er war verdammt noch mal perfekt.

„Mr. Kalamack wird Sie nachher abholen.“

Ich konnte nur nicken. In meinem Mund befand sich ein Gemisch aus Schinkenbrot, Rührei und Kaffee. Unter einer Haube hatte ich Waffeln entdeckt. Die mußte ich unbedingt probieren. Und den Pudding und den gebratenen Speck, und ...

Leise fiel die Tür ins Schloß, als Patricia den Raum verließ. Seufzend drückte ich meinen Rücken gegen die Stuhllehne. Vor dem Fenster lag eine Winterlandschaft, wie man sie sonst nur aus Märchen kannte. Die Äste der mächtigen Bäume bogen sich unter der eisigen Last. Ein Hase saß kratzend im Schnee und versuchte an die darunter verborgene Grasdecke zu gelangen.

Mit der Kaffeetasse in der einen und einem Marmeladenbrötchen in der anderen Hand begab ich mich in das angrenzende Bad. Weihnachten mit Trenton Kalamack? Bei allen Zuckerstangen ja, wenn man dafür einen muschelförmigen Whirlpool bekam!

tbc …

Irgendwie lustig … während ich an dieser Geschichte arbeite, habe ich Ideen für mindestens zwei bis drei weitere … hatte ich nicht was von letzter Geschichte in diesem Bereich gesagt? Hmmmm? …
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast