Unknown - Stranger in deep water

GeschichteMystery, Romanze / P16
Catherine Kathleen "Cat" Crawfield Crispin "Bones" Phillip Arthur Russell III Ian "Liam" Flannery Vlad "Dracula" Tepesh
22.01.2012
07.03.2016
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22.01.2012 1.146
 
Kapitel 1:

Lampenfieber. Ja, ich hatte eindeutig Lampenfieber. Aber so was von.
Ich hatte seit langem wieder einen Auftritt in einem der irischen Pubs, die ich so liebte. In fast komplett Amerika gab es diese Pubs, aber die wenigsten kamen an die Originale aus Irland heran. Dieser war einer der wenigen, die es taten.
„Alexis? Wenn du noch länger hier an der Bar hängst, kannst du deine nächsten Auftritte vergessen.“, sprach mir Bree, die dunkelhäutige Barfrau Mut zu. Ich wusste genau was sie meinte. Patrick O`Donnell, der Besitzer des Pubs und ein waschechter Ire, verhielt sich meistens eher wie ein Schotte. Und zwar knauserig und geizig. Würde ich heute nicht wie geplant auftreten, könnte ich die nächsten Auftritte allerdings vergessen. Also kippte ich den letzten Schluck meines Orangensafts runter, griff mir meine Gitarre und machte mich auf den weg zur Bühne.
Dort stand bereits ein Barhocker und davor ein Mikrofon. Okay, jetzt bloß nicht vor Nervosität austicken. Ich setzte mich hin, suchte mir eine bequeme Haltung und legte mir die Gitarre über mein Bein. Dann stellte ich das Mikro richtig ein.
„Komm schon Bambina! Zeig uns was du drauf hast!“, rief mir ein begeisterter Zuschauer entgegen. Ich rollte mit den Augen. Der Kerl nannte sich Paco, na ja eigentlich Francisco. Er war schon Stammkunde hier und hatte fast jeden Auftritt von mir miterlebt.
„Also gut. Mein Name ist Lexi und das hier ist mein erster Song. Believe.“, sagte ich und begann zu spielen. Das Lied hatte ich einmal geschrieben, als mir klar wurde, wie wichtig echte Freunde waren, welche denen man vertrauen kann.

If you can not see the light today,
believe in nothing, but what I say.
Even in the darkest room,
something wonderfull can bloom.

Trust is all what counts today
believe me there will be a way
to find somebody, you can trust
and see the truth through the dust.

I promise there will be someone for you
and maybe I could be that too.

„Dankeschön.“, sagte ich zum Abschluss und verließ lächelnd die Bühne. Für heute hatte ich es hinter mir. Immer noch grinsend wie ein Honigkuchenpferd setzte ich mich zurück an die Bar und schaute dem nächsten zu, der die Bühne betrat. Bree lächelte mich an.
„Na, siehst du? War doch gar nicht so schlimm. Du stellst dich jedes mal so an.“
„Du vergisst, dass eine Mal an dem ich mich wirklich blamiert habe.“, warf ich ein.
„Ja, aber da warst du betrunken, Liebes.“, lachte sie. Ich schüttelte den Kopf.
„Das ist genau der Grund, wegen dem ich nicht trinke, wenn ich noch auftreten muss.“
Seit dem einen Mal an dem es passiert war, und ich mich richtig blamiert hatte, verzichtete ich vollkommen auf Alkohol. Ehrlich gesagt, kann ich es mir nicht leisten, einen Auftritt zu versauen, denn das ist es, womit ich mein Geld verdiente.
Der Abend hätte so schön werden können. Hätte. Wäre dieser Idiot nicht aufgetaucht.
Okay, aufgetaucht war er ja nicht, er war schon die ganze Zeit da, wenn ich mich richtig erinnere, war er gestern auch schon da... egal. Auf alle Fälle kam dieser Idiot -zum Besseren Verständnis: kastanienbraune Haare und ungewöhnlich Türkis-blaue Augen- zur Bar und wollte sich neben mich setzen. Wenigstens hat er vorher gefragt.
„Ist der Platz hier noch frei?“
„Ja, und meiner auch, wenn du dich hinsetzt.“, gab ich zurück. Ich hatte keine Lust mich schon wieder von irgendeinen Deppen Volltexten zu lassen. Als er sich dann tatsächlich hinsetzte, was für ein dreister Kerl, wollte ich gerade aufstehen, als ich am Arm wieder auf den Stuhl gezogen wurde.
„Sag mal tickst du noch ganz sauber?“, keifte ich ihn an. Der hatte sie doch nicht mehr alle. Der Typ hinter uns musste sich ein Lachen verkneifen.
„Ja, soweit gehts mir gut. Hör zu. Du bleibst hier und ich lade dich auf einen Drink ein. Wenn du dann immer noch weg willst... sayonara.“, sagte er und ließ meine Hand los. Ich überlegt kurz.
„Und danach belästigst du mich nie wieder?“
„Indianerehrenwort.“, sagte er und grinste mich an.
„Na gut was solls.“, murmelte ich.
Bree erschien wieder an der Bar und fragte den Kerl, was er haben wollte. Er sah mich an.
„Was willst du?“
„Ich trinke keinen Alkohol, wenn ich auftrete.“
„Ah ah ah, Lexi, du bist fertig für heute. Lass dir was ausgeben.“, meinte Bree und zwinkerte mir zu. Ich schenkte ihr einen bösen Blick.
„Verräter.“
„Ahhh... Lexi.“, meinte mein Peiniger und zog den Namen fast endlos in die Länge. „Schöner Name, gefällt mir. Ich bin Ian.“
„Äh nein, der Name gilt für meine Familie und für meine Freunde. Da du weder zu dem einen noch zu dem anderen gehörst, heißt es für dich Alexis.“
„Na gut, dann eben Alexis.“, meinte er zog kurz einen Schmollmund. „Hat es weh getan als du vom Himmel gefallen bist?“ Das sollte jetzt ein Scherz sein, oder?
„Nein. Erst als ich dich gesehen hab.“ gab ich zurück. „Ich hätte gerne einen Whisky.“
„Gut, dann einen Whisky für die schöne Frau. Bei deinem Gesicht drehen sich bestimmt viele Köpfe nach dir um.“
„Und bei deinem garantiert viele Mägen.“, sagte ich und nahm mein Getränk entgegen. Er wollte es nicht anders. Der Kerl hinter uns konnte sich mittlerweile vor Lachen kaum noch halten.
„Ach, komm schon! Ich wette ich könnte dich sehr glücklich machen.“ Und weils so schön war, gleich nochmal.
„Wieso? Gehst du etwa schon?“ Jetzt konnte sich der kerl hinter uns wirklich nicht mehr halten und fing lauthals zu lachen an. Ian drehte sich um und bedachte ihn mit einem dermaßen bösen Blick, dass sich mir die Nackenhaare aufstellten. Ich hätte schwören können, dass seine Augen grün leuchteten. Dabei waren sie doch Blau...
„Mir wird das jetzt zu blöd. Ich geh heim, bye Bree!“, rief ich ihr entgegen und schnappte mir meinen Gitarrenkoffer. Als ich fast draußen war, kam Ian mir dann doch noch hinterher.
„Hey, hey! Wo willst du hin?“, sagte er und stellte sich mir in den Weg. Er grinste mal wieder.
„Nach Hause.“
„Nein. Ohne mich?“, fragte er gespielt verwundert. Ich lachte.
„Ja, stell dir vor. Ich möchte deine Wenigkeit nicht immer um mich haben.“
„Dann musst du aber damit rechnen, dass du mich so schnell nicht wieder los wirst.“, sagte er und ließ mich schließlich doch durch. Was für ein verrückter Kerl.
Ich machte mich auf den Weg nach Hause. Mittlerweile war es dunkel geworden, stockdunkel um genau zu sein, und nur durch die schummrigen Laternen konnte man etwas auf der Straße sehen.
Ich hatte keine Angst im Dunkeln. Die hatte ich noch nie gehabt, aber irgendwas veranlasste mich dazu mich umzudrehen. Ich untersuchte die gesamte Straße, konnte aber nichts sehen. Schulterzuckend ging ich weiter. Normalerweise konnte ich mich auf mein Bauchgefühl verlassen, aber da war weit und breit nichts. Also beeilte ich mich heim zu kommen.

http://img.fantasy-fans.eu/news/schauspieler/20101016_teresapalmer.jpg So sieht sie aus.
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