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MEGAMIND - Much as I love them <<Der Bösewicht kriegt das Mädchen nie... ?>>

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / Gen
die Untergangsgang Megamind Metro Man Minion Roxanne Ritchi
22.01.2012
06.06.2013
39
108.113
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MEGAMIND


Much as i love them

Der Böse bekommt das Mädchen nie!




Kapitel 1 – Nächtliche Überraschung gepaart mit Paranoia

Roxanne Ritchi trat auf die Straße und breitete ihren Regenschirm über sich aus. Metro Man, der ihr die Tür offen gehalten hatte, kam hinterher und trat an ihrer Seite. Niemand hatte ihn erkannt, denn er hatte seine Haare glatt nach hinten gegelt, einen Drei-Tage-Bart und einen schicken Anzug an.

„Hättest du vielleicht Lust übermorgen wieder etwas mit mir zu unternehmen? Wir könnten ins Kino gehen, soweit ich weiß, laufen momentan sehr gute Blockbuster“, fragte er.
„Nein, tut mir leid, ich muss die Woche sehr früh raus, es gibt viel zu tun“, wimmelte Roxanne ihn freundlich ab.

Sie ging sehr gerne mit ihm aus, er war ein lieber Freund und hatte einen tollen Humor, doch ahnte sie das er mehr von ihr wollte als sie ihm jemals geben konnte.

„Ich danke dir für diesen schönen Abend und du hattest recht, die Meeresfrüchte im Mermaid sind der helle Wahnsinn und die üppigen Aquarien sind eine Augenweide.“
„Soll ich dich noch nach Hause bringen? Um diese Uhrzeit solltest du nicht alleine durch die Straßen laufen.“
„Oh nein, ich bin nicht gelaufen, ich bin mit meinem Auto hier. Ich musste nur das letzte Mal mit der Öffentlichen nach Hause fahren, weil Hal mich nach einem Dreh gefahren hatte, sonst wäre ich zu spät gekommen. Mein Auto steht nur zwei Straßen weiter, ich hatte hier einfach keinen Parkplatz gefunden.“
„Dann bring ich dich... .“
„Nein, schon in Ordnung. Du kannst ruhig nach Hause fliegen Branden, ich komm schon klar.“ „Ok, ich wünsch dir noch eine gute Nacht“, sagte er und beugte sich zu ihr hinunter.

Roxanne wusste was er wollte, doch konnte sie einfach nicht. Er war lieb, und auch der Held der Stadt. Jede Frau wäre gerne an ihrer Stelle, doch war er einfach nicht ihr Typ. Rechtzeitig wich sie ihm aus und küsste ihn auf die Wange. Die Enttäuschung blitzte kurz in seinem Gesicht auf, doch fing er sich gleich wieder und tat als sei alles in Ordnung. „Ich wünsch dir noch einen schönen Abend. Wir sehen uns“, sagte Roxanne und ging.

Metro Man blickte ihr traurig hinterher, sie war die erste mit der er sich vorstellen konnte etwas ernsthaftes anzufangen. Viele waren nicht wirklich an ihm interessiert, sondern an seinem Heldenstatus. Oder sie konnten nicht umhin sich aufzuführen wie nervige Groupies. Roxanne dagegen war anders, vielleicht lag es an ihrer erfolgreichen Karriere als Reporterin und auch das sie das Lieblingsopfer von Megamind war. Sie brauchte keinen erfolgreichen Mann der sich ständig in der Öffentlichkeit sonnte, das tat sie selbst schon genug. Wenn auch zu fünfzig Prozent eher unfreiwillig. Er lief in die nächste kleine Gasse um die Ecke, sah kurz um sich, um zu überprüfen das ihn auch niemand sah und flog in die Nacht davon.

Roxanne lief gemütlich zu ihrem Auto. Sie spazierte gerne, auch wenn es regnete und grübelte über Metro Man nach. So langsam sollte sie ihm klar machen, das sie nichts von ihm wollte und da auch nie etwas laufen würde. Bevor er zu aufdringlich werden würde und es zu Peinlichkeiten kam. Und vor allem wollte sie ihn nicht als Freund verlieren.
Es schüttete wie aus Eimern und der Himmel war lange nicht mehr so schwarz gewesen. Bei einer solchen Großstadt war es schon kaum möglich die Sterne zu erkennen,  doch nun sah es so aus als hätte sich das große schwarze Nichts über den Häusern von Metro City ausgebreitet. Auch die Straßen waren leer und die Stadt wirkte von allem Leben verlassen. Es ließ einem sehr einsam fühlen und in einer solchen Nacht sollte man sich nicht alleine die Zeit vertreiben, doch wollte Roxanne es nicht riskieren das Metro Man auf dumme Ideen kam. Sie vermied es vehement einen Mann in ihre Wohnung einzuladen, auch wegen eben genannten Grundes.

Sie lief um die Ecke und die, mit Laternen erhellte Straße entlang. Vielleicht sollte sie in nächster Zeit etwas mehr auf Abstand mit Metro Man gehen, damit er sich abkühlen konnte, dachte sie sich.
An ihrem blauen Zweisitzer-Auto angekommen, stieg sie ein und parkte aus. Bei den Regenstürmen die die Sicht verschlechterten und den, zum Teil quergestellten Autos, war es eine schwierige Sache. Es gab Leute, die ihre Führerscheine offensichtlich in einer Cornflakesschachtel gefunden hatten.

Langsam fuhr sie die Straßen entlang. Bald würde sie durch einen gefährlicheren Teil der Stadt fahren müssen. Sie könnte auch drum herum fahren, doch wollte sie so bald wie möglich zu Hause sein und sich noch ein Vollbad gönnen, bevor sie sich wieder an ihrer Arbeit machte, womit sie vorhin wegen dem Date aufgehört hatte. Der Bericht musste unbedingt bis morgen fertig werden. Sonst würde ihr Chef Mr. Goodmann ihr aufs Dach steigen. Die Reportage sollte nämlich morgen Abend ausgestrahlt werden.

Als sie an den zugemüllten, graffitibespränkelten Straßen vorbeifuhr, erhöhte sie das Tempo, denn sie hatte immer ein mulmiges Gefühl wenn sie hier vorbeifuhr. Eigentlich paradox, wenn sie darüber nachdachte, welchen Tötungsmaschinen sie immer bei Megamind ausgesetzt wurde, und das regelmäßig. Sie war froh das keine Menschenseele zu sehen war. Um diese Uhrzeit ungewöhnlich, vor allem in einer so großen Stadt, doch war es besser so. Jeden Menschen den sie sah würde sie für verdächtig halten und sie veranlassen aufs Gaspedal zu treten.
Sie bog um eine Ecke und fuhr durch eine dunkle Seitenstraße. Leider ließ sich die Geschwindigkeit nicht erhöhen, da die Mülltonnen eng beieinander standen. Die schmale Straße geschafft, trat sie wieder aufs Pedal und wollte um die Ecke biegen.

Es ging alles sehr schnell. Plötzlich kam jemand um die Ecke gebogen und lief ihr direkt ins Auto. Scheinbar achtete dieser Mensch nicht sehr darauf wo er hinlief und was in seiner Umgebung passierte, und so fuhr sie ihn fast um. Glücklicherweise hatte sie schnell reagiert und auch ihr Gegenüber kam schnell aus seiner Trance.
„Passs doch uff du Idioooot“, lallte der Mann und schwankte gefährlich.
Den Schock langsam überwindend stieg Roxanne aus, ohne darauf zu achten das sie innerhalb von Sekunden triefend nass war und trat auf den Betrunkenen zu. Sie schreckte zurück als sie im Scheinwerferlicht sah wen sie fast überfahren hatte.
Vor ihr stand ihr von der ganzen Stadt geführchteter blauhäutiger Entführer. Megamind. Doch sah er nicht so aus wie gewohnt. Er hatte seinen Superschurkenanzug wohl zu Hause gelassen, denn er trug nur eine zu weite Jeanshose die von einem Gürtel zusammengehalten wurde. Einen schwarzen, viel zu weiten Pulli mit Kapuze, die gerade noch über seinen Schädel passte und einer weiten schwarzen Lederjacke. Seine Nase und Wangen waren violet, der Alkohol war ihm offensichtlich zu Kopf gestiegen.

„Megamind?“
„Ooouuuuh, wän habn wirn daa? Unsre superdollle Reborterin Roxänne Rischi.“
„Hör mir zu. Was hast du getan, was ist los mit dir?“
„Was solln schonn los sein? Mir geht’s gut. Ich bin belübt, hab fiele Freunde, eine Fruu an meinr Seite und eine wunderbare Famylieee.“
„Megamind, hör zu, wir gehen jetzt zu mir, du kannst nicht hierbleiben“, sagte sie und hakte sich bei ihm ein und versuchte ihn in ihr Auto zu lotzen.
„Eyyyyy, was solln das? Du bist nisch meine Mudda, hörs du?“, schimpfte er, doch wehrte er sich auch nicht so wirklich.
Sie setzte ihn auf den Beifahrersitz, schnallte ihn an und stieg ebenfalls ein. Roxanne war selbst nicht klar was sie da tat, schließlich war das ihr Entführer und der Schurke der Stadt, der bereits 85. Mal lebenslänglich bekommen hatte.

Unzählige Male hatte er ihr angedroht sie zu töten, mit Krokodilen, Maschinengewehren und Feuerwerfern, was sie zwar mitlerweile nicht mehr ernst nahm, doch konnte man ja nie wissen. Vielleicht hinderte ihn seine Tolpatischkeit daran es durchziehen zu können oder er hegte tatsächlich Gefühle für sie wie Metro Man es vermutete, doch egal aus welchen Gründen er es nicht tat, sie konnte ihm nicht ernsthaft helfen. Sie könnte ihren Job verlieren, ihren guten Ruf. Was würden ihre Eltern dazu sagen, fragte sie sich. Oder ihre Freunde?

Eigentlich sollte sie ihn ins Gefängnis für kriminelle Talente bringen, doch brachte sie es nicht übers Herz. Irgendwas hielt sie davon ab. So entschloss sie sich nach Hause zu fahren und ihn erst einmal wieder nüchtern zu bekommen.
Die ganze Fahrt über blickte sie sich nervös um, sie wurde geradezu panisch bei dem Gedanken das sie einer mit ihm sehen würde.

Einschätzend sah sie ihn von der Seite an. Nur mit Mühe hielt er seine blutunterlaufenen Augen offen, die mit dunklen Augenringen geziert waren. Er sah zunehmend blasser aus, was etwas merkwürdig aussah, so farbentsättigt. Dadurch sahen die Wangen noch violetter aus, was schon leicht ins Rötliche ging.
„Wo brings du mich hin?“, sabbelte er, bevor sich seine Augen schlossen und nur noch Schnarchgeräusche seine Kehle entrannen.
Heil und ohne gesehen zu werden kam sie in die große Tiefgarage ihres Hauses an und hielt auf ihrem eigenen Parkplatz. Durch das Ruckeln öffneten sich Megaminds Augen leicht, schlossen sich aber wieder.
„Hey, Megamind, wach auf“, rüttelte sie an seiner Schulter. Doch wurde er einfach nicht wach.

Sie rüttelte weiter und immer stärker und nachdem sie ihn auf seine Wangen geklatscht hatte wachte er auf. „Minion hör uff un mach das Lich aus“, murmelte er.
„HEY, AUFWACHEN!“, rief Roxanne, stieg aus, ging auf die andere Seite, packte ihn an der Schulter und zog ihn grob heraus. „Kommst du wohl? Wenn Carlos heute Nachtschicht hat haben wir ein Problem, denn der ist sehr gründlich mit seiner Arbeit“, keuchte Roxanne vor Anstrengung und buchsierte ihn durch die Tiefgarage. Endlich im Fahrstuhl atmete sie erleichtert aus, entdeckte jedoch kurz vor einem Herzinfarkt das es auch im Fahrstuhl eine Kamera gab. Sie zog Megamind zu sich in den Totenwinkel und legte seinen Kopf auf ihre Schulter. Niemand musste erfahren das sie den Superschurken schlechthin mit zu sich nach Hause nahm. Es musste nicht wahr werden das solches Filmmaterial gegen sie verwendet wurde.

Das waren die längsten Minuten ihres Lebens. Denn der Geruch den Megamind ausstrahlte war mehr als abstoßend. Nicht nur das er sich mehr als offensichtlich mit Alkohol, nach seinem Zustand zu urteilen, begossen haben musste, sondern hatte er wohl auch eine Aversion gegen Körperhygiene entwickelt. Im 27. Stock angekommen, zog sie ihn mit sich und seufste erleichtert als sie die Tür hinter sich schloss.

Roxanne besaß eine hübsche Galeriewohnung, die sie sich nach dem steilen Aufstieg in ihrer Karriere gemietet hatte.
Der Eingangsbereich war ein kurzer breiter Gang, der in einem riesigen Raum mündete. Auf der linken Seite des Ganges befand sich eine Tür die in Roxannes Büro führte und auf der rechten Seite befand sich ein Gäste-WC und daneben hingen lange Regale auf denen Roxannes Bücher und CDs standen.
Auf der linken Seite wo der größere Teil des Raumes begann stand Roxannes Küche. Diese bestand aus parallel stehenden Schrankfronten, auf der Wandseite hingen noch Hängeschränke und auf der gegenüberliegenden Seite befand sich zudem auch eine etwas erhöhte Bartheke mit drei Barhockern dahinter. Über der Küche unter dem Vorsprungt des zweiten Stockwerkes hingen drei Lampen und erhellten sie.
Gegenüber der Küche an der riesigen Fensterfront stand ihr großer Esstisch mit sechs Stühlen.
Auf der rechten Seite stand ihre große rote L-förmige Couch, unter der sich ein riesiger roter Teppich mit weißen Kreisen befand. Vor der Couch stand ein schöner Holztisch mit verschnörkelten Beinen und zwischen den riesigen Fenstern stand ein großer Flachbildfernsehr an der Wand. Vor jedem der Fenster hatte sie eine niedrige Bank stehen mit Pflanzen bestückt.
An der Couch vorbei war noch viel Platz, an der rechten Seite ging es zum großen Balkon und an der rechten Wand waren drei reingebaute Steinregale, sie erinnerten an kleine Erker.

Megamind rutschte die Wand hinunter, doch das kümmerte sie in diesem Moment nicht.
„Oh Gott sei Dank. Ich glaub ich habe noch nie in meinem Leben so viel Angst gehabt.“
Und um das Ganze zu unterstreichen begann Megamind zu husten und erbrach seinen gesamten Mageninhalt auf den hellen Parkettboden von Roxanne.
Na toll!

Fortsetzung folgt . . .
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