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Eine bessere Lösung...

von KyaStern
GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P16
Elizabeth Hawke Toby Johnson
20.01.2012
07.02.2012
6
5.170
 
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Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
20.01.2012 1.378
 
Titel: Eine bessere Lösung...
Kapitel: 6/6
Autor: KyaStern

Kommentar: Nach -zig Überarbeitungen habe ich jetzt doch das Ende fertig. Ich hoffe es
                    gefällt jemanden :-) Nun ja, selbst wenn nicht, ist das Fanfic fertig. Es gibt
                    nichts deprimierenderes als eine unbeendete Geschichte...

„..." reden
‚...' denken

Viel Spaß
---

„Ähm…I-ich… Danke!“

‚Das ist alles?!’

Wütend schrie sie innerlich auf. Doch Elizabeth versuchte die Enttäuschung zu
verdrängen.

Dennoch…

‚Ihm hätte wenigstens etwas kreativeres einfallen können!’

Toby merkte ihr die Unruhe an.

„Hey!“, versuchte er ihre Aufmerksamkeit zu erringen und winkte deshalb mit seiner Hand
vor ihrem Gesicht rum.

Ihr Blick wurde wieder klar. ‚Gott sei dank!’

„Ich hatte wirklich keine Ahnung, Elizabeth. Genauer gesagt, habe ich sie jetzt noch nicht
mal.“

Das riss sie aus den negativen Gedanken.

„Ich bin geschmeichelt, aber ich weiß nicht, was ich machen soll-“

„Küss mich!“

Es war ein unüberlegter, spontaner Entschluss. Eigentlich hatte sie nur ihre Gedanken laut
ausgesprochen und das trieb ihr nun die Röte ins Gesicht.

Toby war geschockt. Bei allem, was er erwartete hatte, das war es nicht gewesen!

„Ich denke nicht, dass das eine gute Idee-“

‚Oh nein! So einfach kommst du mir nicht davon!’

„Das sollte nicht so schwer sein, wie du mich vorhin geküsst hast!“

Um dem Gesagten mehr Ausdruck zu verleihen, entzog sie ihm ihr Handgelenkt und
verschränkte die Arme.

‚Das ist sie wieder, die gute, alte Elizabeth! Wäre ja auch zu schön gewesen…’

Natürlich gestand er sich nicht ein, dass er durchaus Gefallen dem vorigen Gespräche
gefunden hatte.

Sie schwiegen beide. Die Situation war scheinbar wieder dieselbe wie am Anfang.

Nur diesmal nagte ihr Gewissen an ihr. ‚Du weißt, dass ist unfair. Er hat sich
entschuldigt!’ Nur ein bisschen...

Dann tat Toby etwas Unerwartetes und riss sie damit aus den Gedanken: Er gab nach.

Ganz leicht legte er seine Lippen auf ihre.

Eigentlich wollte er das ganz gleich wieder unterbrechen, aber aus irgendeinem Grund
– oder Laune – schloss er langsam die Augen.

Elizabeth blieb nicht unaktiv. Auch ihre Augenlider schlossen sich fast automatisch bei der
bloßen Berührung und ihre Arme legten sich vorsichtig um seinen Hals.

Es war anders als der erste Kuss. Unsicherer und behutsamer. Man wollte dem anderen
nicht wehtun.

Sie bewegten sich im Takt, achteten auf jede kleine Regung des anderen.

Toby strich ihr eine Strähne hinters Ohr, Elizabeth gab sich ungefragt hin.

Jede kleine Bewegung ging scheinbar übers physische hinaus. Auf eine Ebene der
Akzeptanz und des Respekt für den anderen. Man war sich ebenbürtig.

Ein bisschen außer Atem unterbrachen sie dann schließlich den Kuss.

Elizabeths Augenlider flackerten kurz, bevor sie sich endgültig öffneten. Toby tat dasselbe.

Er war heillos verwirrt von dem – im Gegensatz zum ersten - fast unschuldigen Kontakt.
Langsam versuchte er seinen Puls wieder unter Kontrolle zu bekommen.

Ein ungekanntes Strahlen lag in Elizabeths Blick

Verschüchterte Lächeln wurden ausgetauscht.

‚Es ist nicht schlecht. Daran könnte ich mich gewöhnen…’, dachte er mit einem Seitenblick
auf Elizabeth.

Toby hatte sich nicht Hals über Kopf in sie verliebt und das würde er auch nicht, dennoch…

‚Es wäre eine Möglichkeit.’

Er hatte vorher, nie wirklich darüber nachgedacht.

Elizabeth wollte ja schon immer mit ihm ein Team bilden. Und ihre Aktionen in der Schule
waren ihm wie ein unverständlicher, genialer Plot erschienen. Dass da ehrliche Gefühle
hinter stecken könnten, hatte nie seine Gedanken gekreuzt.

‚Vielleicht hat Dina auch ein bisschen dazu beigetragen…’, ermahnte ihn eine fiese, innere
Stimme. ‚Wenn die beiden sich nicht immer in den Haaren hätten!’

Leicht biss er sich auf die Unterlippe. Er musste jetzt etwas sagen.

„Ich ziehe es in Betracht.“, meinte er deshalb etwas plump.

„Du denkst ernsthaft darüber nach?“

Toby nickte einmal. Etwas beschämt fuhr er sich mit der Hand ins Haar.

„Scheint so..., aber ich brauche noch Bedenkzeit…“

Elizabeths Strahlen nahm gruslige Ausmaße an.

„…und es wäre hilfreich, wenn du die Schule nicht in eine Diktatur verwandelst.“

Das brachte sie zum Kichern. Es war wirklich eine absolut ironische Szene:
Elizabeth in diesem roten Abendkleid, er im dunklen Hemd. Mitten in der Turnhalle und
ständig wechselnd von kämpfen zu streiten zu reden zu scherzen.

„Also ein Versuch?“, fragte sie nur sicherheitshalber nach, ob sie ihn richtig verstanden
hatte.

„Ja, warum nicht? Zu Not habe ich ja noch den MFE…“

Auf diesen Kommentar erhielt er einen gespielt bösen Blick.

„Ich werde versuchen mich zu benehmen, wenn du deine Schoßhündchen im Zaum
hältst…“

Darauf konnte er nur dir Augen rollen. ‚Elizabeth, wie man sie kennt.’

„Versuch es! Ich würde dir jetzt nur ungern deine „Gabe“ entziehen.“

„Das macht uns dann wohl zu Verbündeten“, ergänzte sie nur und streckte ihm ihre Hand
entgegen.

Toby ergriff sie ohne Zögern.

„Waffenstillstand“, meinte er nur.

‚Wir haben zwar gesagt, wir würden einen eingehen – dafür war das Treffen ja eigentlich
-, aber das es wirklich passiert…’, hatten sie wohl beide denselben Gedankengang.

„~Der Vogel ist gelandet, ich wiederhole, der Vogel ist gelandet~“, trag plötzlich Garths
Stimme aus dem Headset irgendwo bei Elizabeths längst vergessenen Umhang.

„Der Typ hat echt einen Vollknall…“, murmelte Toby vor sich hin.

„Ja, hat er. Du solltest den MFE zusammenpacken. Wir müssen schnellstens
verschwinden.“, bekam er zur Antwort.

Toby zog verwirrt eine Augenbraue hoch.

„Tesslar kommt. Und wir wollen uns doch nicht erwischen lassen, oder?“, gab sie ihm die
fehlenden Informationen.

Er schüttelte nur belustigt den Kopf. ‚Egal was passiert wäre, sie käme ungeschoren
davon.’

„Nein, besser nicht. Das war also dein Plan B? Mich auszutricksen?“

„Es gab eine Planänderung.“, konterte sie nur.

Das brachte auch ihn zum Grinsen.

Mit gezielten Handgriffen war der MFE schnell verstaut und sämtliche Spuren beseitigt.

Man konnte Tesslar schon auf dem Schulflur hören, als Toby und Elizabeth sich durch die
andere Tür hinaus schlichen. Draußen stand man dann in der Dunkelheit und konnte sich
das Lachen kaum verkeifen, als Mr. Tesslar aufgebracht zurück in sein Auto stieg.

Die Autotür wurde zugeknallt und es waren nur noch die sich immer weiter entfernenden
Rücklichter zu sehen.

Gerade war der Lehrer außer Sicht, schon konnten die beiden sich nicht mehr
zusammenreißen und brachen in ungehaltenes Gelächter aus.

Es reichte vielleicht ein Genie aus, um die Schule in totales Chaos zu stürzen, doch mit
zweien sollte nicht einmal Mr. Tesslar anlegen…

Es dauerte eine Weile bis Toby und Elizabeth sich wieder gefangen hatten. Etwas
unschlüssig standen sie dann draußen in der Kälte und war sich nicht sicher, wie man
sich verabschieden sollte.

„Wir sehen uns dann morgen“, meinte Elizabeth schließlich und hauchte ihm einen Kuss auf
die Lippen.

Toby gab nur zu gerne nach und küsste sie einen kurzen Moment länger als notwendig,
bevor er sich von ihr trennte.

„Benimm dich!“, rief ihr Toby halb im Scherz nach.

Sie lacht und setzte sich im Gehen die Kapuze von ihrem Umhang auf.

„Mach ich doch immer...“, kam es noch zurück.

Er wartete noch einen Moment, bis sie vollständig in der Nacht verschwunden war.

‚Vielleicht brauche ich doch nicht so viel Bedenkzeit, wie ich dachte…’, schoss es ihm
durch den Kopf-

„Toby?!“, kam leicht verstört von hinter ihm

- und er schellte sich selbst für solche Gedanken.

‚Oder vielleicht doch…’

Er musste sich nicht einmal umdrehen, um zu wissen, wer hinter ihm stand, tat es aber
trotzdem. Seine beiden besten Freunde hätten keine unterschiedlicheren Reaktionen zeigen
können:

Russ war so kalkweiß, dass er jeden Moment in Ohnmacht zu kippen drohte. Doch auch
dafür hatte der Anblick seines Kumpels mit der Giftnatter ihn zu sehr geschockt.

Dina währenddessen umgab eine fast sichtbar düstere Aura. Das war gar nicht gut, es
bestand einiges an Klärungsbedarf… Toby hoffte nur, dass keine voreiligen Aktionen von
Dinas Seite den wackligen Friedensvertrag zerstören würden.

Auch wenn er den leisen Verdacht hatte, dass Elizabeth das ganze mit Vergnügen
ausgeschöpft hatte, um Dina einen mentalen Schlag zu verpassen, war er ihr nicht wirklich
böse. Es würden sich noch genügend Wege ergeben, um sich zu revanchieren. Spontan
kamen ihm schon einige in den Sinn…

Toby fuhr sich mit der Zunge einmal über die Lippen. Das Grinsen, welches sich bei dem
Revuepassierens der heutigen Nacht auf seinem Gesicht ausbreitete, blieb dank der
Dunkelheit ungesehen.

„Alter, was war das???“, fragte Russ, immer noch den Schock verarbeitend.

„Das, Russ…“, meinte Toby nur, die eifersüchtigen Blicke von Dina ignorierend:„…war
einfach die bessere Lösung…“

---

Fin?
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