Eine bessere Lösung...

von KyaStern
GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P16
Elizabeth Hawke Toby Johnson
20.01.2012
07.02.2012
6
5.170
 
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20.01.2012 910
 
Titel: Eine bessere Lösung...
Kapitel: 3/6
Autor: KyaStern

Kommentar: Ab jetzt wird es wieder besser. Elizabeth ist vielleicht ein bisschen OoC, aber
                    das lässt sich in der Situation entschuldigen, oder? Ich habe mein erstes
                    Review bekommen und bin super glücklich. Vielen Dank nochmal, Destina!

„..." reden
‚...' denken

Viel Spaß
---

„…bitte, hör auf.“

Es war als hätte man ihn aus tiefsten Gedanken gerissen, oder aus einer Trance. Toby
brauchte erst einmal einige Sekunden, um zu realisieren, was geschehen war. Dann stand
er fast panisch auf und brachte etwas an Abstand zwischen sich und Elizabeth.

Er fuhr sich mit den Händen durch die Haare, versuchte krampfhaft zu verstehen, was ihn
geritten hatte, das zu tun. Irgendwie sein Verhalten zu begründen.

‚Wie konnte ich das nur tun?’ Er hatte sämtliche unausgesprochenen Regeln ihrer
„Beziehung“ gebrochen…

Elizabeth saß mittlerweile am Boden, die Arme schützend um sich geschlungen, und
bewegte sich nicht.

Der Anblick war verstörend und viel mehr die Tatsache, dass er es verursacht hatte.

Ohne länger zu warten kniete er sich hin und fasst sie sanft bei der Schulter.

„Elizabeth?“, sprach er sie an.

Sie zeigte keine Reaktion. Er half ihr langsam auf, doch sie hielt ihren Kopf gesenkt.
Vermied den Blickkontakt.

„Elizabeth, es tut mir-“ Ein Knall

Die Ohrfeige hatte gesessen. Das Geräusch halte laut in der Turnhalte wieder und ein roter
Handabdruck zeichnete seine Wange.

„Wie konntest du?!?“, fuhr sie ihn an.

Toby hatte den Anstand bei ihren Worten zusammen zu zucken. Die Tränen liefen ihr
weiterhin ungehindert die Wangen hinunter.

„Warum hast du das getan?“

Sie durchbohrte ihn regelrecht mit ihren Blicken. Er wollte sie in den Arm nehmen, hielt aber
inne, als sie drohend die Hand ein weiteres Mal zum Schlag ausholte.

„I-Ich hätte nie gedacht… nicht von dir… i-ich…“, stotterte sie und vergrub ihr Gesicht in
den Händen.

‚Sei es drum!’ Toby zog das schluchzende Mädchen an seine Brust und fing sich dafür eine
weitere Ohrfeige.

Hysterisch versuchte sie sich aus dem Griff zu befreien, schlug um sich und traf ihn
mehrfach auf der Brust.

„Lass mich los! Lass los! Lass los… Lass mich…“, flehte Elizabeth, bevor sie den Kopf in
seinem Hemd vergrub. Ein leises Schluchzen war zu vernehmen.

„Elizabeth…“

Die angesprochene schaute ihn an.  Die Hysterie klang langsam ab.

„Warum?“, fragte sie leise, als ob sie gar keine Antwort erhalten wollte.

„Ich…Ich weiß es auch nicht. Es war ein dummer Gedanke. Ich habe nur aus Impuls-„

„Ein dummer Gedanke?!“, fiel sie ihm ins Wort.

Es klang seltsam wütend, doch das überging er.

„Ja, ein dummer Gedanke, ein bloßer Impuls. Ich versteh es auch selbst nicht mehr-“

„Und das ist es jetzt? Ein dummer Gedanke?! Mich erst gegen die Wand zu pressen und
dann auf den Boden und Gott weiß was mit mir anzustellen, ist also bloß so ein schlechte
Idee?! Also ich habe auch schlechte Ideen, aber-“

‚Was will sie eigentlich hören? Was erwartet sie?’

„Tut mir leid, wenn das komisch rübergekommen ist, aber-“

„Aber was? Ist doch bloß Elizabeth! Die kann man doch rumschupsen und beleidigen und-“,
schrie sie.

Das brachte das Fass zum Überlaufen. Bevor er es bemerkte hatte er ihr in der gleichen
Lautstärke geantwortet: „Was ist eigentlich dein Problem?! Man ich habe mich entschuldigt!!
Außerdem bist du an der Situation nicht ganz unschuldig. Ich-“

„Jetzt bin ich etwa schuld, oder was!!“

„Wer taucht den im Abendkleid auf!?!“

„Wer hat denn die Uhrzeit festgelegt?! Wir hätten uns auch am Tag treffen können, aber
Herr Toby Johnsen musste erst seine Show mit dem MFE abziehen!“

„Du hast doch den ganzen Lagerraum verwüstet! Nur wegen dir schöpft Tesslar
Verdacht!“, kam es sogleich von Toby zurück.

„Wieso willst du mich überhaupt wieder zurückverwandeln? Damit du das einzige Genie
bist?!“, machte sie den Bedenken endlich Luft.

„Verstehst du es denn nicht? Das Ding hat dich total verändert!“

„Und damit hast nur du ein Anrecht darauf?!“

„Nein!!! Ich will nur wieder normal sein!“, sprach er endlich aus, was ihn schon die ganze
Zeit über belastete.

Das brachte Elizabeth für einen Moment zum Schweigen. Der Streit war kurzzeitig
unterbrochen. Auch Tobys entspannte sich ein wenig. ‚Ist dir das nicht klar?’

„Ich lass das nicht mit mir machen.“

Die Aussage schien unumstößlich im Raum zu stehen.

„Siehst du! Der MFE hat uns verändert. Deswegen müssen wir zusammen arbeiten und es
rückgängig machen. Das ist die einzige Chance.“, erläuterte Toby seinen Gedankengang.

„Das ist eine Chance, Toby. Ein Geschenk! Es macht uns einmalig! Wie kannst du-“

„Du bist doch nicht mehr das Mädchen von vorher!“

„Woher willst du das wissen?“, fragte Elizabeth ganz direkt.

„Was meinst du?“, kam es baff zurück.

Toby verstand überhaupt nichts mehr. Trotz überdurchschnittlicher Intelligenz hatte er den
Faden verloren.

Sie rieb sich das schmerzende Handgelenk. Das Abdrücken und der Schwung bei der
Ohrfeige forderten ihren Tribut.

Er überging die seltsame Geste, viel zu verwirrt und gespannt auf ihre Antwort.

„Du hast dir doch nie die Mühe gemacht, dieses Mädchen kennen zu lernen.“

Die Anschuldigung traf ihn hart. Im ersten Moment wollte er es sofort leugnen, doch dann
sah er in ihre Augen.

Nicht wütend war der Satz ausgesprochen worden, sondern traurig. Fast schon…

‚Sie bedauert es? Das ich mich nicht vorher mit ihr beschäftigt habe? Das wir… keine
Freunde sind?’, ging es ihm auf.

Ihr Gesicht unterstrich das sehr deutlich. Nie in den letzen Monaten war sie ehrlicher
gewesen.

Elizabeth ließ den Kopf hängen.

„Belassen wir es darauf, Toby. Wir finden sowieso keine Lösung.“

Sie wandte sich zum Gehen.

„Warte!“
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