Eine bessere Lösung...

von KyaStern
GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P16
Elizabeth Hawke Toby Johnson
20.01.2012
07.02.2012
6
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Titel: Eine bessere Lösung...
Kapitel: 1/6
Autor: KyaStern

Kommentar: Ich bin im Nachhinein ein wenig über die Folge 23 der 1. Staffel enttäuscht. Da
                    hat man eine so schöne Atmosphäre geschaffen und handelt das ganze in 8
                    Minuten ab! Vor allem die dunklere Seite an Toby hat mich total fasziniert. Also
                    habe ich angefangen zu schreiben und daraus ist diese FanFiktion
                    entstanden, als eine alternative Wendung.

„..." reden
‚...' denken

Viel Spaß
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Status quo bezeichnet den gegenwärtigen Zustand einer Sache, der in der Regel zwar problembehaftet ist, bei dem sich aber die bekannten Möglichkeiten zur Auflösung ebenfalls problematisch gestalten.

Wikipedia (Status quo)


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„Vielleicht war das keine gute Idee…“, äußerte Elizabeth ihre Zweifel.

„Vielleicht nicht, aber… ich war irgendwie ganz froh mit dir reden zu können.“

Sie hing an seinen Lippen; erwartete, dass er fortfuhr.

„Ich meine, immerhin bis du der einzige Mensch der mich versteht.“

Der Köder war ausgehängt, es fehlte nur noch die Reaktion. Aber Toby war positiv
überzeugt, sie am Harken zu haben. Er hatte ihre volle Aufmerksamkeit. Nun musste er nur
den perfekten Moment abwarten…

„Hab’ ich Recht?“, stellte er die entschiedene Frage.

Von dieser Antwort hing der Erfolg oder Misserfolg seiner ganzen Mission ab. Er hielt den
Atem an.

„Für wie minderbemittelt hältst du mich?“

Elizabeth trat aus dem Lichtkreis zurück, fluchtartig als hätte man sie verbrannt. Toby
konnte sie im Dunkeln kaum erkennen.

Das war nicht gut! Sie hatte Verdacht geschöpft. ‚Wäre ja auch zu schön gewesen…’
Jetzt hieß es handeln.

„Ich würde es nie wagen, dich zu unterschätzen.“, meinte er, während er mit seinem Blick
weiterhin versuchte ihre Bewegungen zu folgen. ‚Vielleicht kann ich noch etwas retten…’

„Weil es nichts zu unterschätzen gibt?“, konterte sie sarkastisch.

‚Das war es.’ Toby hatte seine vielleicht einzige Chance verspielt. Sie würde sich
nicht zu leichtfertigen Aktionen verführen lassen. Das würde er an diesem Punkt
nicht und, wie er sie kannte, sie auch nicht mehr.

Er wusste nicht, was ihn mehr aufregte: Sein Versagen oder diese Gemeinsamkeit…

„Weil du eine Bedrohung darstellst.“, korrigierte er bissig.

Elizabeth umkreiste ihn wie ein lauerndes Raubtier. Seine Augen folgten jedem Schritt
misstrauisch. Sie wirkte dämonisch in dem dämmrigen Schein der Sporthalle. Das
dunkelrote Abendkleid unterstrich nur ihre gefährliche Eleganz.

Die Mischung von aufsteigender Wut und Konzentration brachte sein Herz zum Rasen.
Keine Sekunde durfte er sie aus den Augen verlieren. Er fühlte sich wie ein Köder, fein auf
einem Silberteller positioniert, um ihn einer blutdürstigen Göttin zu opfern.
Elizabeth war unberechenbar. Genial, geheimnisvoll und anziehend.

‚Ein gefährliche Mischung…’

Es war höchste Vorsicht geboten, denn es lief nicht mehr nach Plan.

„Wieso hast du dann zu diesen Treffen eingewilligt?“, hörte er ihre Stimme hinter ihm
fragen. Elizabeth stand ganz nah.

Er spürte ihren Atem in seinem Nacken. Wann hatte er ihr den Rücken zugekehrt?

„Du hast es vorgeschlagen.“

Toby würde ihr nicht das Genugtun geben, sich um zudrehen.

„Du bist gekommen“, flüsterte sie ganz dicht an seinem Ohr. Der Hauch ließ ihn
erschaudern. Beinahe verführerisch…

‚Zeig keine Schwäche!’, ermahnte er sich. ‚Kontere!’

Die Spannung zwischen ihnen war fast physisch greifbar. Seine Lippen zitterten als er
sagte: „Was blieb mir übrig?“

Elizabeth lachte unterdrückt auf, trat einen Schritt zurück.

‚Nein!’
Blitzartig drehte er sich um und ergriff ihr Handgelenk.

„Bleib!“

Es war purer Reflex gewesen - absolut unbedacht -, aber das musste er ihr ja nicht zeigen.

Seine Hand schloss sich grob um ihre, hielt sie mit aller Macht fest.

Ihre Augen weiteten sich kurz vor Schreck, doch auf ihre Lippen zeichnete sich ein
triumphierendes Lächeln ab. Ihre Blicke fochten ein stummes Duell. Die Luft schien
elektrisch zu knistern.

„Wieso sollte ich?“, durchbrach ihre Stimme die Stille und hallte im Raum wieder. Sie zog
herausfordernd den Augenbraun hoch.

Das konnte man auch zu zweit spielen…

Toby machte einen Schritt auf sie zu und kehrte dem Licht vollständig den Rücken.

„Weiß ich noch nicht.“ ‚Weil du bleiben willst.’

Elizabeth machte einen Schritt zurück. Er folgte ihr weiter ins Dunkle.

„Und ich dachte, du hättest einen Plan“ ‚Glaubst du das?’

Und noch einen.

„Bist du nicht das große Genie?“, antwortete er spöttisch. ‚Sag du es mir.’

Man konnte kaum noch ihre Umrisse erkennen. Er spürte Elizabeth mehr als das er sie sah.

„So spielen wir nicht. Ich stelle die Fragen.“ ‚Ich habe die Oberhand.’

Toby fühlte ihren Puls an ihrem Handgelenk schlagen, fühlte die Nähe ihres Körpers nur
ganz kurz vor seinem.

Langsam gewöhnten sich seine Augen an die Dunkelheit. Das verschaffte ihm einen
weiteren Vorteil: Er wusste, dass er sie so fast da hatte, wo er sie haben wollte. Er
konnte noch gewinnen.

‚Ein Schritt noch…’

Elizabeth stieß mit dem Rücken an die Wand. ‚Schach!’

Ihr Gesichtsausdruck war einfach herrlich als sie ihre Situation begriff.
Verwirrung, Panik, Wut.

Ein Gefühl der Überlegenheit erfüllt seinen ganzen Körper. Zog sich durch jedes Gefäße
und jeden Winkel seines Geistes. Es war berauschend solche Macht über seinen Gegner
zu haben.

‚Fast zu gut um wahr zu sein…’

Doch in ihren Augen funkelte der Kampfesgeist. Unbeugsam und zu allem bereit.
Vielleicht eingeengt, aber noch nicht ‚Matt’.

Er erahnte ihren Gedanken, bevor sie ihn umsetzen konnte. Schnell wich er ihrem Tritt aus
und presste ihren Körper mit seinem Eigengewicht gegen die Hallenwand. Mit den Händen
über den Kopf hatte sie kaum Angriffsmöglichkeit. Er hatte sie im wahrsten Sinne des
Wortes in der Hand.

‚Festgenagelt!’

Frustriert versuchte sie sich irgendwie aus seinem Griff zu winden. Ihre ganze
Haltung spiegelte ihren Ärger wieder. Doch sie kam nicht frei.

Sie blieb ein Mädchen und bei körperlichen Auseinandersetzungen wäre sie ihm immer
unterlegen. Wie gleich auch der Geist, hier musste sie sich unterordnen. Und das passte
ihr gar nicht.

„Lass mich los!“

Es war keine Bitte, sondern ein Befehl. Als wenn sie nicht begriffen hatte, dass sie sich
dafür in einer ungünstigen Lage befand.

Toby grinste nur. Sollte sie sollte sie doch herumkommandieren, wenn sie wollte: Er war
kein Hund.

„Für wie minderbemittelt hältst du mich?“, zitierte er sie nur.

Anzugreifen fühlte sich gut an. Auch zu wissen, dass man den Ton angab und niemand
sonst. Er hatte die Regel in ihrem Spiel geändert…

‚Ich fühle mich…ungezwungener.’

Ein Geistesblitz warf ihn mit seiner Wucht fast um.

Es war alles so simpel. Er war frei und ungebunden. Wenn er wollte, konnten ihn nichts
und niemand stoppen. Es war kein Spiel mehr.  Keine Regeln galten mehr. Es gab nichts,
was er nicht zu seinen Gunsten nutzen könnte.

Weder physikalisch, geistig oder ethisch. Was sollte ihn abhalten von dem, was er wollte?

‚Elizabeth’
, gaben ihm seine Gedanken Antwort.

‚Doch das konnte man ändern. Dem Umstand konnte man abhelfen. Das-’

„Toby?“
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