Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

(K)ein Mann für eine Nacht

Kurzbeschreibung
GeschichteHumor, Liebesgeschichte / P18 / Gen
19.01.2012
27.05.2013
19
43.993
6
Alle Kapitel
195 Reviews
Dieses Kapitel
18 Reviews
 
 
19.01.2012 1.740
 
Hallo und "herzlich Willkommen" zu einer neuen Story von mir!

Ich weiß, eigentlich sollte ich jetzt ganz brav über dem neuen Kapitel meiner anderen Geschichte sitzen, aber .... es ist fast fertig und ich muss es nur noch mal Korrekturlesen.

Die Idee zu dieser Story kam mir eigentlich schon am Silvesterabend, deshalb setzt die Story auch da an. Sollte es schon eine Geschichte/Geschichten zu diesem Thema geben, so tut mir das leid, eine Ähnlichkeit ist nicht beabsichtigt!

Die Charaktere, Orte und Schauplätze gehören Stephenie Meyer, der Rest ist mein geistiges Eigentum - oder mein innerer Irrsinn, wie auch immer *g*

Jetzt wünsche ich euch viel Spaß beim Lesen!



Gute Vorsätze


„Bella, jetzt klapp endlich den blöden Laptop zu, verdammt noch mal. Gleich beginnt das Feuerwerk!“
„Alice, ich habe keine Ahnung, wie aus deiner Boutique jemals ein gut funktionierendes, wirtschaftliches Unternehmen geworden ist. Du hast keinerlei Sinn für Prioritäten.“
„Doch, hab ich.“, entgegnete Alice. „Oberste Priorität hat jetzt das Feuerwerk. Bella, jetzt komm schon, es ist der letzte Tag des Jahres!“
„Genau deshalb ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um noch einmal die Zahlen zu überprüfen.“, konterte Bella.
Alice schwang frustriert die Arme in die Luft, ging auf den Tisch zu, an dem Bella saß und konzentriert auf den Bildschirm ihres Notebooks starrte, während sie wie wild auf die Tasten einhämmerte.
„Bella, du bist meine Freundin und ich hab dich echt wahnsinnig lieb, aber wenn du jetzt nicht gleich diesen beschissenen Laptop ausmachst, muss ich ihn wohl leider aus dem Fenster schmeißen. Und zwar aus dem obersten Stockwerk, klar?“, säuselte Alice mit dem unschuldigsten Lächeln, das sie jemals zur Schau gestellt hatte.
„Das wagst du nicht, du kleiner Terrorzwerg!“, zischte Bella durch die Zähne.
„Ich würde es nicht drauf ankommen lassen, wenn ich du wäre.“
„Okay, du hast gewonnen. Ich gebe auf.“ Bella klappte frustriert ihr Notebook zu und steckte es in die Tasche, die sie fein säuberlich wieder auf der Mitte des Tisches platzierte.
„Wo ist denn Jake?“ Alice sah sich suchend um, doch in dem kleinen Nebenraum ihres Appartements war niemand außer ihr und Bella.
„Keine Ahnung. Ich dachte, er wäre bei euch.“
„Nein, bei den anderen hab ich ihn nicht gesehen, deshalb dachte ich ja, er wäre bei dir. Wir sollten ihn suchen. Carlisle, Emmett und Jasper bereiten bestimmt schon alles für das Feuerwerk vor.“
„Ich sehe mal oben nach und du hier unten, okay?“

Alice und Bella verließen gemeinsam den kleinen Nebenraum und während Alice im Erdgeschoss nach Jake Ausschau hielt, ging Bella die Treppe nach oben. Jeden Winkel dieses Appartements kannte sie, sie hatte es schließlich eingerichtet. Alice hatte im Grunde alles möglich gemacht. Sie hatte ihr vor etlichen Jahren, als sie das Studium zur Innenarchitektin abgeschlossen hatte, ihren ersten Auftrag vermittelt. Mittlerweile hatte sie es zur Chefin ihres eigenen Büros gebracht und war stolz auf sich. Dennoch hatte sie sich nie auf ihren Lorbeeren ausgeruht, war nie von ihren straff organisierten Plänen abgewichen und hatte weiterhin fest an der Verwirklichung ihrer Pläne gearbeitet. Sie tat nie etwas Unüberlegtes, wägte das Für und Wieder immer sorgfältig gegeneinander ab. Nein, Bella war kein Mensch, der spontan handelte oder an so etwas wie Intuition glaubte, für sie zählten nur Zahlen, Daten, Fakten. So einfach war das.
Als sie vor zwei Jahren auf die Suche nach einer zweiten Innenarchitektin gegangen war, tat sie auch das mit Bedacht. Sie rechnete, verglich Statistiken, las aufmerksam Zeugnisse und Empfehlungsschreiben und entschied sich letztendlich für Esme Cullen, eine liebenswerte Frau ungefähr in ihrem Alter. Sie hatte ihr Studium mit Bestnoten abgeschlossen und machte beim Vorstellungsgespräch einen sehr professionellen Eindruck. Dass sie und Bella sich unterschieden wie Tag und Nacht, hatte nie ein Problem zwischen den Beiden dargestellt. Obwohl Bella eigentlich fest an den Grundsatz glaubte, dass man privates und berufliches nie mischen sollte, wurden die Beiden gute Freundinnen.
Auch Alice, die schon seit der Vorschule mit Bella befreundet war, hatte Esme direkt in ihr Herz geschlossen. Die drei hatten ein fabelhaftes Trio abgegeben, bis Rosalie hinzugestoßen war und aus dem Trio ein Quartett wurde. Seit vielen Jahren schon feierten die vier gemeinsam Silvester, Esme´s Ehemann Carlisle war wie immer mit von der Partie. Meistens brachten Alice und Rose ihre jeweiligen Eroberungen – oder diejenigen, die es werden sollen – mit, zusätzlich zu irgendwelchen Leuten, die keiner so genau kannte. Bella hatte schon seit Jahren den gleichen Begleiter, nämlich ihren Freund Jacob, der irgendwie immer noch durch Abwesenheit glänzte. Bella durchschritt den Flur des ersten Stockwerks, öffnete etliche Türen und blieb schließlich vor der letzten auf der rechten Seite – Alice` Gästezimmer – stehen. Ihre Hand verharrte über der Türklinke, als sie verräterische Geräusche von innen wahrnahm. Sie wollte schon wieder umdrehen und weitersuchen, doch das Stöhnen kam ihr bekannt vor. Sie drückte die Klinke herunter und öffnete die Tür mit einem Schwung; was sie sah, ließ sie erstarren. Jake, ihr Jake vergnügte sich da mit einer anderen! Sie analysierte kurz und nur für sich die Situation, zog die Tür wieder zu und ging nach unten.

„Hier unten ist er nicht. Hast du Jake gefunden?“, erkundigte sich Alice bei ihr.
„Hab ich. Komm schon, das Feuerwerk wartet.“
„Häh?“
Bella zog Alice mit nach draußen auf die Veranda, schnappte sich im Vorbeigehen ein Glas Champagner und lehnte sich dann an die Brüstung.
„Was ist denn mit dir passiert? Du siehst ja aus, als hättest du ein Gespenst gesehen.“ Esme trat an Bellas linke Seite, während Alice sich auf die rechte Seite gestellt hatte. Rosalie stieg die wenigen Stufen der Veranda herauf, drückte Alice ein Glas in die Hand und sah sich suchend um.
„Bella, was ist denn jetzt mit Jake?“, fragte Alice, die genau wie Rose ihren Blick schweifen ließ.
„Mein Ex ist beschäftigt.“
Drei Köpfe drehten sich ruckartig in Bellas Richtung und fixierten sie mit ihren Blicken. Die wiederum trank ihr Glas in einem Zug leer, schenkte sich nochmal nach und sah geradeaus, als sie weitersprach.
„Er ist oben im Gästezimmer und vögelt gerade eine andere.“
Entsetzt keuchten die drei Freundinnen auf, Rosalie kniff dann die Augen zusammen und starrte an der Hauswand nach oben, Alice murmelte etwas von ‚neuem Bett kaufen‘ und Esme rang um Worte des Mitgefühls.
„Vielleicht ist er … na ja … vielleicht … möglicherweise ist es ja gar nicht das, wonach es aussah …“
„WAS?“ Bella starrte Esme fassungslos an. „Nicht, wonach es aussah? Was soll es denn sonst gewesen sein? Oh, warte, klar, er ist ausgerutscht und gelandet ist er mit der Zunge in ihrem Mund und mit seinem Schwanz in ihrer …“
„Bella!“ Esme war immer noch sichtlich geschockt.

„Mädels, seid ihr bereit?“ reif Carlisle vom Vorgarten aus, das Feuerzeug in der einen, das Champagnerglas in der anderen Hand. „Fünf, Vier, Drei, Zwei, Eins … Happy New Year!“
Er lief auf die Veranda zu, küsste Esme, wünschte ihr ein glückliches neues Jahr und machte sich dann gemeinsam mit Emmett und Jasper daran, das Feuerwerk zu entzünden. Etliche Gäste, die eindeutig zur Kategorie ‚Kennt keiner, sind aber trotzdem da‘ gehörten, jubelten und prosteten sich zu. Die vier Frauen auf der Veranda wirkten wie Gestrandete auf einer einsamen Insel, als sie da mit ihren Champagnergläsern standen und in den Nachthimmel sahen, der von bunten Lichtern erhellt wurde.
„Was hast du jetzt vor?“, fragte Alice.
„Wie geht es jetzt weiter?“, erkundigte sich Esme.
„Wolltest du nicht nächstes, oder eher, dieses Jahr ein Baby?“, hakte Rosalie nach.
„Mhm, also erst mal werde ich Jake rauswerfen. Es ist ja schließlich mein Appartement. Soll er doch zu seinem Fickmäuschen ziehen. Ein Baby will ich immer noch, dann ziehe ich es eben alleine groß. Ich will ein Kind und dieser kleine … Zwischenfall … wird mich mit Sicherheit nicht davon abhalten.“
„Aber, Bella, du kannst doch nicht …“
„Was kann ich nicht, Alice? Ich habe alles genau geplant. Ich will ein Baby und zwar dieses Jahr. Es ist alles durchgerechnet; Esme übernimmt die kommissarische Leitung des Büros, solange ich nicht kann, dann besorge ich mir ein gutes Kindermädchen, das tagsüber für mein Kind sorgt. Es ist alles bereits genauestens durchdacht.“
„Na ja, Bells, das ist ja alles gut und schön, aber hast du denn die neuesten Entwicklungen schon einkalkuliert?“, fragte Rosalie.
„Welche neuesten Entwicklungen?“ Bella starrte sie verwirrt an.
„Na ja, zum Kindermachen braucht man immer Zwei. Du weißt schon, das Bienchen, das zum Blümchen fliegt. Und da dein Bienchen grade ein anderes Blümchen bestäubt …“ Rosalie sah wieder an der Hauswand hoch.
„Mhm, du hast Recht.“ Bella kaute gedankenverloren auf ihrer Unterlippe herum und sah dem Feuerwerk zu. Nach einer kurzen Weile lächelte sie.
„Ich hab einen Plan!“
„Adoption?“, riet Alice.
„Künstliche Befruchtung?“, mutmaßte Esme.
„Ein Profikiller?“, rief Rosalie die Hauswand hoch.
„Quatsch! Wobei das mit dem Killer gar keine so schlechte Idee wäre.“ Bella folgte Rosalies Blick die Hauswand hoch, dann schüttelte sie den Kopf und besann sich wieder.
„Es ist eher ein Vorsatz fürs neue Jahr. Ich brauche einen Kerl. Okay, nicht einfach den nächstbesten, er sollte schon gute Erbanlagen haben, aus einem vernünftigen Elternhaus kommen, eine ordentliche Schulbildung besitzen, ihr wisst schon. Ich mache aus Jake´s Fitnessraum ein Gästezimmer und er kann vorübergehend bei mir einziehen. Sobald seine Arbeit getan ist, geht jeder wieder seiner Wege. Der Typ hat keine Verpflichtungen und ich hab mein Baby – fertig.“
„Das ist total bescheuert!“, rief Alice.
„Gefühlskalt und berechnend!“, schimpfte Esme.
„Du willst einen Zuchtbullen?“ Rosalie klang beeindruckt und schockiert zugleich.
„Ich will ein Baby, keinen Mann.“, erklärte Bella. „Von Männern hab ich die Nase voll, die denken doch eh nur alle mit dem Schwanz.“
Vier Augenpaare sahen die Hauswand hoch.
„Okay, aber so?“ Esme war immer noch skeptisch.
„Was ist, wenn du keinen findest, der das mitmacht? Nicht jeder lässt sich benutzen, Bella.“ Alice sah sie ratlos an.
„Was, wenn du dich verliebst?“ Rosalie sah Bella mit hochgezogener Augenbraue an.
„Niemals!“, beteuerte Bella. „Jetzt zählt nur noch die Verwirklichung meines guten Vorsatzes und ihr wisst, ich weiche nie von einem Plan ab. Komme, was oder wer da wolle. Darauf trinke ich!“
Bella erhob ihr Glas und Esme, Alice und Rosalie stießen mit ihr an.
Die vier Frauen standen immer noch auf der Veranda, als sie auf Bellas guten Vorsatz für das neue Jahr anstießen, den Bella noch einmal klar wiederholte.

Was keine der Vier ahnte, war, dass sie einen neugierigen Zuhörer hatten, der grinsend sein Champagnerglas erhob und seinen ganz eigenen Vorsatz für das neue Jahr verfasste …


Na, was denkt ihr? Meinungsäußerungen nehme ich gerne in Form von Reviews entgegen :):) Okay, Favo-Einträge nehme ich auch *mit den Wimpern klimper* :):)

Viele liebe Grüße
Sonja
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast