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Wendungen

KurzgeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
15.01.2012
15.01.2012
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Eine Holmes x Watson Fanfiction

Warning: YAOI

Don´t like, don´t read.


(startet nach der beinahe-Tod-Szene im Zug in "Spiel im Schatten")




Wendungen



Es war erstaunlich schwierig aus der Dunkelheit aufzutauchen, die ihn zäh wie dickflüssiges Öl umgab. Ein dumpfes Pochen strahlte von seiner Schulter aus durch seinen gesamten Oberkörper aber der Schmerz war auf ein erträgliches Maß betäubt. Als er seine rechte Hand zuckend bewegte, spürte er Stoff unter ihr, Wolle vielleicht.
Er blinzelte, einmal, zweimal.
Die verworrenen Farbstränge vor seinen müden Augen nahmen allmählich Gestalt an und einen tiefen Atemzug später konnte er schließlich sein Zimmer erkennen, die gewohnte Unordnung. Als er sich vorsichtig bewegte, den bleischweren Kopf zur Seite wandte, blickte er geradewegs in ein wohlbekanntes Gesicht.
"Holmes.", sagte Watson leise. In seiner Stimme schwang deutlich Erleichterung mit.
Sherlock sah die Sorgenfalten auf der sich jetzt glättenden Stirn des anderen und gab sich Mühe gelassen zu reagieren.
"´tsen.", murmelte er. Merkwürdig, seine Stimme klang rau. Er schluckte und wünschte sich einen Schluck kaltes Wasser um seine kratzige Kehle zu befeuchten.
Watson schien es zu bemerken und beeilte sich nach der bereit gestellten Tasse inzwischen nur noch lauwarmen Tees zu greifen. Er half Sherlock sich aufzurichten indem er ihm eine kräftige Hand in den Nacken schob. Mit der anderen führte er dem Detektiv die Tasse an den Mund.
Holmes gab ein ungnädiges Grunzen von sich, ließ die Hilfe aber zu. Er wollte die Tasse selbst halten, aber seine Arme waren schwer und kribbelten, als hätte er im Schlaf darauf gelegen. Er trank rasch zwei Schluck, dann noch einen.
"Langsam.", mahnte Watson nachsichtig. Er setzte die Tasse behutsam ab und stellte sie zurück auf den kleinen Nachttisch. Dann musterte er seinen Freund eingehend.
"Wie fühlst du dich?", fragte er während er zwei Finger an den Hals des anderen legte, ihm den Puls fühlte.
Holmes realisierte die für Watson untypische persönliche Anrede und konnte anhand dessen davon ausgehen, dass es knapp gewesen war. Als er an sich herabsah, bemerkte er den straff sitzenden Verband über Schulter und Brust, durch den etwas Rot gesickert war.
Offensichtlich knapp.
"Müde.", entgegnete er und war dankbar für seine schon sicherer klingende Stimme.
"Fiebrig?" Watson zog sachte Sherlocks Augenlider auf um einen Blick auf seine Pupillen zu werfen.
"Erschöpft." Ja, das war am Zutreffendsten. Um ehrlich zu sein hatte er sich bisher noch nie in seinem Leben so erschöpft gefühlt. "Ist noch Tee da?"
Watson reichte ihm die Tasse und Holmes nahm sie mit einer unstet zitternden Hand entgegen. Die Peinlichkeit den Tee zu verschütten blieb ihm zum Glück erspart, auch wenn es ihm eine gewaltige Menge an Konzentration abverlangte.
Als er die Tasse ausgetrunken hatte überreichte er sie Watson wieder.
"Wie schlimm ist es?", wollte er beiläufig wissen. Er sah Watson dabei nicht an.
"Schlimm genug um dich unter Morphium zu setzen.", erwiderte der Doktor.
Es klang beinahe vorwurfsvoll und Holmes musste unwillkürlich lächeln. Das sah seinem Freund schon ähnlicher als der sanfte, besorgte Tonfall.
"Hilfst du mir aufstehen?", bat er versöhnlich und sah auf.
Wieder lag die Stirn seines Gegenübers in Sorgenfalten aber er nickte.
Holmes schlug unbeholfen die Decke zurück (zumindest trug er noch seine Hose) und wartete bis Watson ihm einen Arm um die Leibesmitte geschlungen hatte, darauf bedacht die verletzte Schulter nicht zu belasten. Mit vereinten Kräften schafften sie es Holmes auf die Beine zu hieven. Sherlock fiel es schwerer als er gedacht hatte. Er musste eine kleine Pause einlegen ehe er seinen Beinen soweit vertraute die paar Schritte zum Badezimmer zu machen und selbst dann war es eine sehr wackelige Angelegenheit.
Watson schwieg, hielt an wann immer Holmes ein schmerzerfülltes Pfeifen von sich gab.
Eine halbe Ewigkeit später hatten sie das Bad erreicht und Holmes atmete hörbar auf.
"Danke, alter Junge.", nuschelte er.
Bevor Watson etwas erwidern konnte, wurde der andere plötzlich sehr schwer in seinem Arm und der Doktor begriff, dass Holmes dabei war das Bewusstsein zu verlieren - erneut.
Obwohl es nicht das erste Mal war, dass jemand in seiner Nähe ohnmächtig geworden war, ergriff doch eine leichte Panik Besitz von ihm die er sogleich ärgerlich verdrängte. Er war Doktor und sein Freund stand unter dem Einfluss von Schmerzmitteln und brauchte ihn jetzt. Es gab bessere Momente um in Panik zu geraten.
Vorsichtig ließ er das schlaffe Gewicht des Mannes auf den gekachelten Boden sinken, hielt seinen Oberkörper aufrecht und tätschelte ihm die Wangen.
"Holmes. Holmes?"
Die Ohnmacht hielt nicht lange an. Holmes blinzelte als wäre er aus einem schlechten Traum erwacht und tastete fahrig nach Watsons Arm der ihn hielt.
"Mir ist etwas blümerant.", murmelte er in dem schwachen Versuch die Sache mit Humor zu nehmen.
Watson empfand es als beinahe schmerzhaft mitansehen zu müssen, wie verbissen sich sein Freund darum bemühte gelassen zu bleiben.
"Kannst du Wasser einlassen?", bat Holmes dann.
"Ich weiß nicht ob es so gut in deinem Zustand ist...", begann Watson, wurde aber sogleich unterbrochen.
"Ich fühle mich widerlich."
Watson kniff die Lippen aufeinander und fügte sich widerwillig. Er half Holmes dabei sich wieder hochzustemmen und blieb dann für einen Moment unschlüssig mit ihm vor der kleinen Wanne stehen.
Holmes zog einen Mundwinkel humorlos in die Höhe, einen resignierten Ausdruck in den Augen und fummelte dann umständlich an den Knöpfen seiner Hose herum.
Watson war die Situation mindestens genauso unangenehm wie seinem Freund.
Während der Detektiv herumhantierte konzentrierte sich der Doktor auf den dünnen Riss den er in einer Kachel auf dem Boden entdeckt hatte.
Ein leises Rascheln von Stoff später sah er auf.
Wider Erwarten trug Holmes noch immer seine Unterwäsche und seinem peinlich berührten Gesichtsausdruck nach zu urteilen hatte er nicht vor sich dieser zu entledigen.
"Holmes...", sagte Watson mit leisem Tadel in der Stimme, ganz so als spräche er zu einem uneinsichtigen Kind.
"Tut mir Leid Sie zu enttäuschen alter Freund, aber einen kleinen Rest Würde möchte ich mir bewahren.", erklärte Holmes, wobei er so würdevoll dreinsah wie es ihm gegenwärtig möglich war. In seinem Fall nicht allzu sehr.
Watson seufzte ergeben und reichte Holmes eine Hand, um ihm den Einstieg in die Wanne zu erleichtern.
"Sagen Sie nicht, ich hätte Sie nicht gewarnt, wenn Ihnen der Stoff hinterher am Leib klebt und Sie frieren.", sagte er.
Holmes nahm es mit einem Zucken des Mundwinkels zur Kenntnis und setzte sich in die kalte Wanne.
Watson verschloss den Abfluss und drehte das heiße Wasser auf. Er betrachtete seinen Freund und fand, dass er bemitleidenswert blaß und klein aussah. Der weiße Verband um seinen Oberkörper verstärkte den Eindruck noch.
Er dachte an den Schrei den er Stunden zuvor über den Lautsprecher gehört hatte und schüttelte den Gedanken ab wie ein lästiges Insekt. Dennoch, das Gefühl der Angst blieb, die bangen Sekunden in denen der verletzte Mann einfach aufgehört hatte zu atmen.
"Das wiederholen wir so schnell nicht.", beschloss der Doktor mit fester Stimme.
Holmes blickte überrascht auf und selbst wenn er nicht wissen konnte was gerade in Watsons Kopf vor sich ging, so ahnte er es dennoch.
Die drückende Stille wurde nur vom Plätschern des Wassers durchdrungen. Als sich der letzte Rest Stoff den Holmes noch am Körper trug mit Wasser vollsog, zog er unauffällig die Beine an um zu verdecken was sich unter dem durchsichtig gewordenen Stoff abzuzeichnen begann.
Watson interessierte sich nur für Holmes abgehärmtes Gesicht, die dunklen Schatten unter den tief braunen Augen.
Als die Wanne halb voll war, drehte Watson den Hahn zu, ungeachtet Holmes´ halbherzigem Protest.
"Der Verband sollte erst einmal trocken bleiben.", erklärte der Doktor. Weil Holmes eine Grimasse zog (was Watson nachvollziehen konnte; der Körper des Mannes war mit getrocknetem Blut und Schmutz überzogen) holte Watson Schwamm und Seife.
Als Holmes beides dankend entgegen nehmen wollte, gab Watson es ihm jedoch nicht. Stattdessen krempelte er sich die Hemdsärmel hoch und kniete sich neben die Wanne.
Ein milder Schock durchfuhr Sherlock, als er begriff was sein Freund zu tun gedachte. Und er kniete, um Himmels Willen.
"Watson, dein Bein...", protestierte er schwach.
Der Doktor tauchte den Schwamm ungerührt in das heiße Wasser und schäumte damit die Seife auf.
"Mach dir um mein Bein keine Gedanken.", wehrte er ab.
Holmes, der wusste wie schnell dem Mann sein schlimmes Bein schmerzte, stöhnte auf.
"John...", winselte er mit leiser Verzweiflung.
Watson fuhr stur damit fort die Seife zu bearbeiten, aber an der Art wie sich sein Kiefer versteifte wusste Holmes, dass das Nennen seines Vornamen seine Wirkung nicht verfehlt hatte.
Die reinigende, warme Nässe des Schwamms fühlte sich himmlisch an. Vielleicht war das der Grund weshalb Holmes nicht widersprach, als Watson ihn wusch, Oberkörper, Arme, Nacken. Vielleicht wollte er den Beweis Watsons Zuneigung auskosten, selbstsüchtig wie er nunmal war. Abschließend tupfte Watson ihm das Gesicht ab; Holmes zog eine Grimasse, als das Wasser in ein paar kleinen Schnitten an Stirn und Wange brannten.
Watson schmunzelte.
"Als ich dir die Schulter gesäubert habe, hast du weniger Regung gezeigt.", neckte er gutmütig.
Holmes erwiderte das Lächelns unsicher.
"Ist das so.", sagte er einfallslos. Er nahm Watson den Schwamm aus der Hand und hielt ihn sich gegen die müden Augenlider gepresst, ließ das warme Wasser über sein Gesicht laufen.
"Vermutlich bin ich doch nur ein selbstsüchtiger Mistkerl.", murmelte er dumpf und fragte sich im Stillen, wieso er jetzt damit anfing. Er wagte es nicht die Hände zu senken und Watson in die Augen zu sehen, aus Angst davor war er darin sehen würde. Also hielt er die Augen geschlossen, kniff sie stur zusammen.
Watson musterte das Häufchen Elend vor sich und spürte wie ihm das Herz schwer wurde. Er hatte es nicht so gemeint als er mit allen Mitteln versucht hatte den anderen wieder ins Leben zurückzuholen. Aus ihm hatte Wut darüber gesprochen, dass Holmes es gewagt hatte ihn einfach so alleini zu lassen.
"Sherlock...", sagte er leise, unfähig sich zu erklären.
Holmes kämpfte gegen das Brennen in seinen Augen an und wusste bereits, dass er verlieren würde. Um sich keine Blöße zu geben, behielt er den Schwamm wie einen Schild vor seinem Gesicht, wollte mit ihm verschmelzen.
Dann waren da zwei Hände die ihn an den Unterarmen nahmen und sie sanft aber bestimmt nach unten zogen, bis Watson aufgeben und sein verquollenes Gesicht preis geben musste. Er schnüffelte trotzig.
"Du bist kein selbstsüchtiger Mistkerl.", tröstete Watson mit einer Stimme die kaum nach dem steifen Gentleman klang der er war. Oder vorgab zu sein.
Holmes schenkte ihm einen zweifelnden Blick aus nassen Augen.
"Wirklich nicht.", bekräftigte der Doktor. Er hielt seinen Freund noch immer an den Armen fest, als befürchtete er neuerliche Tränen.
"Ich war nur wütend weil ich dich nicht verlieren wollte."
Als Watson das sagte, spürte Holmes wie seine Unterlippe verräterisch zitterte. Er blinzelte heftig.
Im nächsten Moment fand er sich in einer unbeholfenen Umarmung wieder.
Sein Gesicht wurde an Watsons Brust gedrückt und er tat nichts um sich zu wehren. Die unverhoffte Nähe war ihm jetzt nur recht; die Wärme des anderen, sein Geruch, die Beschaffenheit des Hemdes an seiner Haut.
"Mach das nie wieder.", bat Watson über ihm mit erstickter Stimme. Die großen Hände des Doktors hielten ihn besitzergreifend umschlungen.
"Tut mir Leid.", murmelte Holmes gegen Watsons Front.
Und dann nochmal.
"Tut mir Leid." Es war nicht nur sein Beinahe-Tod; alles tat ihm Leid, seine wiederholten Versuche Marry schlecht zu machen, sein nicht gerade umgängliches Wesen, seine selbstzerstörerischen Neigungen, selbst die Tatsache, dass er Watson noch immer seiner Kleidung stahl.
In dem plötzlichen Verlangen sich zu erklären drückte er sich mit beiden Händen von Watson weg, was dieser ihm nach kurzem Zögern gestattete.
Er brauchte einen Moment um sich zu sammeln bevor er seiner Stimme traute.
"Nicht nur das von heute Abend.", sagte er und rieb sich wie ein kleines Kind die Augen.
Die Geste genügte um eine warme Welle der Zuneigung über Watson hinweg schwappen zu lassen.
"Keine Entschuldigungen mehr.", beschloss der Doktor in einem Tonfall der keinerlei Widerspruch duldete. "Wir haben alle unsere Fehler."
Holmes stieß ein kurzes, kratziges Lachen aus. Es klang müde und rostig von Tränen aber es kam Watson so vor, als würde es einen Schatten von seinem Gesicht streichen.
Die Fältchen die um den dunklen Augen erschienen waren echt, genauso wie der verlegene Zug um den Mund herum. Beides machte Watson das Herz leichter.
"Ich schlage vor wir trocknen dich jetzt ab und bringen dich dann ins Bett.", meinte er mit einem aufmunternden Lächeln.
"Na, zumindest das Abtrocknen werde ich wohl noch alleine schaffen.", fand Holmes und machte sich daran aus der Wanne zu steigen. Es fiel ihm schwerer als gedacht. Erschöpfung und Schmerzmittel zehrten hartnäckig an seinen Kräften.
Watson sagte nichts dazu, hielt sich aber in Holmes Nähe auf, um bei Bedarf eingreifen zu können.
Dann kam der Teil vor dem Watson seinen Freund gewarnt hatte; Holmes stand frierend auf den kalten Badezimmerkacheln, die rasch abkühlende Unterwäsche klebte ihm unangenehm auf der Haut. Natürlich gab er es nicht zu, als Watson ihn fragte ob er fror.
Mit einem nachsichtigen Schmunzeln angelte der Doktor nach einem Badetuch und breitete es über Holmes´ Schultern aus, zog es vorne zusammen.
Sie standen sich gegenüber, vielleicht einen Schritt zwischen ihnen. Aus der Nähe wirkten Holmes´ Augen trotz der Müdigkeit groß wie die eines Welpen. Wieder empfand Watson eine tiefe Zuneigung für diesen Mann, der es immer wieder schaffte ihm den letzten Nerv zu rauben und ihn im nächsten Moment zum Lachen zu bringen. Aus irgendeinem Grund wollte er nicht gehen; er legte seine Hände an Holmes Oberarme und rieb sie sanft mit dem Badetuch trocken.
"Kann ich dich kurz allein lassen, oder muss ich befürchten, dass du dich wieder in eine dumme Situation bringst?", fragte er.
Holmes reckte das Kinn.
"Ich tue mein Bestes.", entgegnete er würdevoll.
Watson lachte und fand, dass er seinem Freund ein paar Minuten Privatssphäre gönnen konnte, also verließ er das Badezimmer.
Holmes sah Watson nach, beobachtete wie er die Tür anlehnte. Dann zupfte und zerrte er sich rasch die Unterwäsche vom Leib, zog das Badetuch fester um sich. Seine verletzte Schulter schmerzte jetzt deutlich stärker; dafür lichtete sich der Nebel der Benommenheit, den das Betäubungsmittel hinterlassen hatte.
Er überdachte Watsons Worte, die Umarmung und den weichen Ausdruck in den blauen Augen und fühlte sich als würde eine Art Panzer von ihm abfallen. Es war schon ein gewaltiger Schritt für ihn gewesen heftige Emotionen vor jemand anderen zuzulassen. Jetzt fühlte er sich auf seltsame Art befreit, wenn auch ein bisschen beschämt. Aber etwas sagte ihm, dass Watson es nicht gegen ihn verwenden würde.
Er trocknete sich so gut es ging ab, behielt das Badetuch wie einen Mantel um sich gehüllt und tapste aus dem Badezimmer.
Watson sah auf, als Holmes eintrat.
"Ich habe Ihnen trockene Kleidung zurecht gelegt.", erklärte er und deutete auf einen kleinen Stapel säuberlich zusammen gelegter Kleidungsstücke, die er auf einen Stuhl platziert hatte.
Holmes nickte dankend. Da Watson keinerlei Anstalten machte zu gehen (er studierte eine aufgeschlagene Zeitung) und der Detektiv sich die Peinlichkeit eines Rückzugs ersparen wollte, ließ er das Tuch sinken, den Blick dabei unablässig auf Watson gerichtet. Dieser war zu sehr mit Lesen beschäftigt als ihn zu mustern.
Hastig schlüpfte Holmes in die frische Kleidung. Bis zur Hose schaffte er es gerade noch. Als er jedoch beim Hemd angelangt war, musste er auf halbem Wege stoppen; seine Schulter schmerzte jetzt grässlich und er erstarrte in seiner Bewegung, stieß ein ärgerliches Zischen aus.
Watson sah alarmiert auf, registrierte Holmes´ Problem und legte die Zeitung beiseite um ihm zu Hilfe zu kommen.
"Langsam, sonst reißen Sie die Wunde wieder auf.", mahnte der Doktor und half dem Verletzten dabei sich das Hemd anzuziehen. Ein Ärmel, dann der andere, ganz vorsichtig. Er schloss ihm sogar die Knöpfe, obwohl er das auch selbst ganz gut geschafft hätte, wie Holmes fand. Aber er beschwerte sich nicht als Watson sich erneut dicht vor ihn stellte.
Wieder nahm Holmes Körperwärme- und Geruch wahr; er fragte sich ob Watson Parfum benützte und bevor er sich stoppen konnte, hatte er sich schon etwas vorgebeugt und schnupperte jetzt seines Erachtens nach unauffällig nahe Johns Hals.
"Holmes? Was tun Sie da?" Tadelnd.
Watson wich zurück als hätte er sich verbrannt, einen überaus schuldbewussten Ausdruck im Gesicht.
"Ich? Gar nichts.", behauptete er eilig.
Watson schnaufte in gespieltem Ärger und fuhr damit fort Holmes´ Hemd zuzuknöpfen, wobei er ab und an in Sherlocks jetzt demonstrativ harmlos dreinblickendes (und vor allem auf den Boden guckendes) Gesicht sah.
"Fertig, alter Junge."
Holmes sah auf und bemerkte das spitzbübische Funkeln in den blauen Augen seines Gegenübers.
"Parfum?", fragte er leise.
"Aftershave.", antwortete Watson in demselben, beiläufigen Tonfall.
"Ah.", machte Holmes geistreich.
Das Funkeln in den stahlblauen Augen blitzte noch etwas heller auf.
Dann trat Watson respektvoll einen Schritt zurück, was Holmes ein wenig enttäuschte.
"Sie sollten sich etwas hinlegen. Ich lasse Ihnen etwas zu essen bringen.", erklärte der Doktor.
"Ich bin nicht hungrig.", widersprach Holmes, wohlwissentlich, dass sein Freund sich durchsetzen würde.
"Als Ihr Arzt sage ich, dass Sie etwas zu sich nehmen müssen.", beharrte Watson streng.
Holmes verbarg sein Grinsen hinter einer erstaunten Miene.
"Seit wann sind Sie mein Arzt?", wollte er wissen.
Watson seufzte ungehalten. Sein Blick sagte deutlich "Ich bitte Sie" und Holmes gab sich geschlagen.
"Dann tun Sie was Sie nicht lassen können.", sagte er und setzte sich aufs Bett, klaute Watson die Zeitung und begann in ihr zu blättern.
Watson ging kopfschüttelnd aus dem Zimmer um etwas zu essen aufzutreiben. Als er wieder kam, lag Holmes mit lässig ausgestreckten Beinen auf dem Bett, den Rücken an einen Stapel Kissen gelehnt, ganz so als wäre der dicke Verband unter seinem Hemd nur Zierwerk.
Watson schmunzelte über das Bild. Eine weitere Eingenart seines Freundes: Schwächen wurden geschickt überspielt. Zumindest wenn er nicht gerade einen emotionalen Ausbruch erlitt.
Holmes würdigte ihn keines Blickes, als Watson ans Bett trat und ihm einen Teller mit belegten Broten unter die Nase hielt.
Der Doktor seufzte ergeben. In Sachen Sturheit war er seinem Freund nicht gewachsen.
Er krabbelte ebenfalls aufs Bett, imitierte Holmes´ Position und schob den Teller demonstrativ zwischen Zeitung und Gesicht des Mannes.
Holmes tat überrascht.
"Das wäre doch nicht nötig gewesen.", fand er.
Watson verdrehte die Augen. Zumindest hatte er Holmes soweit gebracht die Zeitung beiseite zu legen und den Teller anzunehmen.
"Tomaten? Ich kann Tomaten nicht ausstehen.", moserte Holmes nach erster Inspizierung der Brote.
"Holmes, jetzt reißen Sie sich aber mal zusammen.", fuhr Watson ihn milde an. Er nahm seine Zeitung zurück und versuchte einen Artikel zu lesen.
"Aber... das sind Tomaten.", bekräftigte Holmes jammernd.
Watson, dem allmählich der Geduldsfaden riss, pflückte die Tomate kurzerhand vom Brot und aß sie selbst.
"Zufrieden? Soll ich vielleicht noch die Kruste abschneiden?"
Holmes schüttelte großmütig den Kopf.
"Nein, ist gut so.", fand er und biss in sein Brot.
Eine Weile schwiegen sie, der eine kauend, der andere lesend.
Als Holmes den Teller geleert hatte, wurde ihm langweilig. Er drängte sich näher an Watson und versuchte mit ihm die Zeitung zu lesen. Da sie verschiedene Artikel interessierten, gestaltete sich dieses Vorhaben als schwierig.
Wenn Watson umblättern wollte, blätterte Holmes zurück.
"Holmes.", stöhnte Watson nach dem dritten Mal entnervt.
Holmes grinste verschmitzt.
"Das erwarten Sie doch von mir. Dass ich Ihnen auf die Nerven gehe. Warum Sie also enttäuschen?", meinte er.
Damit hatte Watson nicht gerechnet und für ein paar Sekunden fiel ihm nichts dazu ein. Er betrachtete die dunklen Locken neben sich nachdenklich, ehe er entgegnete:
"Sie haben Recht."
Nun war es an Holmes irritiert drein zu gucken.
"Tatsächlich?", hakte er nach.
Watson nickte und blätterte eine Seite um.
"Ich war noch nicht mit dem Abschnitt fertig...", ließ sich Holmes vernehmen.
Watson rekapitulierte und lachte. Holmes stimmte in das Lachen ein, ließ es aber bald wieder sein, weil seine Schulter davon schmerzte. Er zog eine Grimasse und legte eine Hand auf die Stelle.
"Ich werde zu alt für so etwas.", murmelte er.
Watson bedachte ihn mit einem tadelnden Blick und schob Holmes´ Hand beiseite.
"Sie sollten sich jetzt schonen. Belasten Sie die Wunde nicht zu sehr und nehmen Sie regelmäßig etwas zu sich.", ordnete er an.
Holmes lächelte schief.
"Ich kann Sie doch nicht rund um die Uhr für mich beanspruchen, falls ich wieder Hilfe beim Anziehen brauche.", sagte er zweifelnd.
"Als ob ich Sie nicht sowieso schon rund um die Uhr am Hals hätte.", gab Watson gutmütig zurück.
Holmes lachte leise und stieß ihn mit dem Ellenbogen in die Seite.
"Sie sind doch nur da, weil Sie es mögen wenn ich Ihnen auf die Nerven gehe.", behauptete der Detektiv.
Watson rieb sich mit zwei Fingern den Nasenrücken.
"Es muss wohl so sein. Anders kann ich mir meine Anwesenheit auch nicht erklären.", konterte er.
Holmes lehnte mit einem zufriedenen Gesichtsausdruck seinen schweren Kopf an Watsons Schulter.
"Wie auch immer. Ich bin froh, dass Sie da sind.", sagte er in gemäßigter Lautstärke.
Watson schwieg, warf dem anderen aber einen langen Blick zu.
Für die nächsten Minuten sprachen sie nicht. Als Watson dann wieder an sich herab sah, schloss er aus Holmes´ geschlossenen Augen und seinen regelmäßigen, tiefen Atemzügen, dass dieser schlief.
Ganz vorsichtig um ihn nicht zu wecken hob Watson einen Arm und legte ihn Holmes um die Schultern.
Holmes, der nur in einen wohligen Dämmerzustand versunken war, bemerkte die Geste durchaus. Er gab ein leises Grunzen von sich, hoffte es würde verschlafen genug klingen und drängte sich näher an seinen Freund.
Watson erstarrte für die Dauer einer Sekunde; dann entspannte er sich wieder und ließ die Zeitung beinahe geräuschlos sinken.
Diese Situation war neu für ihn. Sicher hatten sie in der Vergangenheit zusammen gekämpft, sich gegenseitig aus der Schusslinie einer feindlichen Kugel gerissen und sich die Wunden verbunden, falls die Kugel ihr Ziel doch noch getroffen hatte. Aber sonstige Beweise ihrer Zuneigung füreinander in freundschaftlichen Gesten verpackt hatte es bisher so gut wie nie gegeben. Sie waren beide nicht allzu gut darin sich auszudrücken und wenn, dann vertuschten sie es meist mit gutmütigen Zankereien.
Das hier war neu, der Kopf seines Freundes an seiner Schulter, aber es war nicht unangenehm.
Verstohlen legte Watson Holmes eine Hand an die Stirn, wie um zu prüfen ob er erhöhte Temperatur hatte. Offenbar war das nicht der Fall.
Holmes hielt still und spielte die Rolle des Schlafenden weiter, auch wenn es schwer fiel. Er war neugierig was noch kommen würde und wartete ab, lauschte dem leisen Rascheln der Bettwäsche und dem Atem des anderen Mannes.
Eine Weile verging.
"Wie lange wollen Sie das Schauspiel noch aufrecht erhalten?", fragte Watson beiläufig.
Holmes wog blitzschnell seine Chancen ab und kam zu dem Schluss, dass es besser wäre die Maskerade fallen zu lassen.
"Woran haben Sie es gemerkt?", fragte er zurück, ohne seine Position zu verändern.
"Ihre Atemzüge wurden gen Ende flacher, als würden Sie sich auf die Geräusche außen rum konzentrieren. Und einmal haben Sie geblinzelt.", zählte Watson gelassen auf.
"Ich sehe, Sie haben dazu gelernt.", lobte Holmes lächelnd.
"Ich hatte einen guten Lehrer.", gab Watson undurchsichtig zurück. Er nahm die Zeitung nicht wieder auf.
Die Stimmung war seltsam, fast wie zuvor im Bad, als Holmes´ Gefühle übermächtig geworden waren.
"Es ist schon wieder so merkwürdig.", murmelte er hilflos.
"Ein bisschen, ja.", stimmte Watson mit derselben Verwunderung zu.
Schweigen.
"Ob..." Watson räusperte sich. "Ob eine neuerliche Umarmung helfen würde?"
Holmes hielt das für eine gute Idee und richtete sich gerade auf, einen beinahe ernsten Ausdruck im Gesicht.
Ein Moment intensiven Augenkontaktes verstrich, ehe sie sich unbeholfen umfingen, Watson zu steif, Holmes zu fest. Dennoch dauerte es an.
Holmes musste sich zusammen nehmen um nicht unverschämt zu schnüffeln; Watsons Hals und Unterkiefer rochen noch immer nach mehr und der Detektiv war versucht sich in diesem Geruch zu verlieren.
"Du atmest schwerer. Alles in Ordnung?", fragte Watson plötzlich besorgt.
Der Wechsel vom förmlichen Sie zum vertraulichen Du machte es Holmes nicht gerade leichter.
"Alles Bestens.", antwortete er ausweichend. Etwas anderes hatte seine Aufmerksamkeit erregt, nämlich der Blutstau in südlicher Gegend, den er erst jetzt realisierte. Er hoffte inständig, dass Watsons kombinatorische Fähigkeiten noch nicht geschult genug waren die Anzeichen zu erkennen.
Holmes zwang sich langsamer und tiefer zu atmen und löste sich aus der Umarmung, bevor Schlimmeres passieren konnte.
Watson musterte ihn eingehend.
"Sicher, dass du kein Fieber hast?", hakte er nach.
Holmes schüttelte eine Spur zu heftig den Kopf und wich dem Blick seins Freundes aus. Bevor er sich jedoch unter die Bettdecke flüchten konnte, fragte Watson leise:
"Wie lange ist es her, dass du eine Frau bei dir hattest?"
Es klang weder spöttisch noch urteilend, lediglich verständnisvoll. Deswegen war es aber nicht weniger beschämend.
Holmes zog die Bettdecke mit einem Ruck über den Teil von ihm, der ihm nicht länger gehorchen wollte und schnaufte ungnädig.
"Ein Gentleman redet nicht über so etwas.", wehrte er kühl ab.
Watson lächelte schief und studierte das halb verlegene, halb wütende Gesicht seines Freundes. Zum wiederholten Male an diesem Tag ging ihm das Herz auf; er hätte dem anderen gerne ein paar tröstende Worte gesagt, dass er sich nicht genieren musste, dass er auch nur ein Mensch war, aber er wusste, dass Holmes nichts davon akzeptiert hätte.
Also ließ er alle Worte fallen und entschied sich Taten sprechen zu lassen.
Holmes staunte nicht schlecht, als sich eine Hand in seinen Nacken schob und ihn dort beruhigend massierte.
Tatsächlich gehörte der Nacken zu seinen empfindsameren Regionen, aber woher hätte Watson das wissen sollen? Das gehörte nicht zu den Dingen die man herum erzählte.
Holmes gab ein kehliges Geräusch von sich, das wie ein überraschtes Schnurren klang. Er hob die Brauen und musterte seinen Freund missbilligend.
"Dir ist klar, dass du es damit nicht besser machst, oder?", gab er zu bedenken.
Watson erstarrte.
"Nicht?", fragte er erschrocken.
"Ich weiß die Geste zu schätzen, aber es trägt nicht dazu bei, dass sich gewisse Regungen wieder legen.", erklärte Holmes rasch.
Watson begriff und ließ seine Hand sinken. Als seine Fingerspitzen Holmes´ Hals streiften, gab dieser ein gepresstes Seufzen von sich.
Wie er es von seinem Freund während den Jahren ihrer Zusammenarbeit gelernt hatte, deutete Watson all die kleinen Zeichen und kam zu dem Schluss, dass er soeben Holmes´ erogene Zone gefunden hatte. Zumindestens eine.
Die Erkenntnis machte ihn ganz wirr; er leckte sich die trockenen Lippen und betrachtete das verlegene Profil des anderen etwas länger. Und wenn er eine Hand hob und erneut über die empfindsame Haut strich (Holmes fuhr zurück und starrte ihn aus großen, glänzenden Augen an), dann nur weil ihm die Reaktion so gut gefiel.
Holmes öffnete den Mund als wollte er etwas sagen, blieb aber still. Er sah den anderen Mann immer noch in anklagender Erregung an und Watson blickte zurück.
Der Doktor sagte sich, dass alles in Ordnung war, dass die Wärme die ihm ins Gesicht stieg nichts anderes als Schuldbewusstsein war; immerhin trug er zu Holmes´ misslicher Lage bei.
Dennoch - ein Teil von ihm genoss die Situation in vollen Zügen, Holmes so ungewohnt hilflos (und sprachlos) vor sich zu haben. Rückblickend konnte er nicht sagen woher er den Mut genommen hatte alles auf eine Karte zu setzen; vielleicht war in diesem Augenblick der Spieler in ihm erwacht und hatte kurzerhand die Kontrolle übernommen.
Jedenfalls wiederholte er die Berührung an Holmes´ Nacken, rutschte etwas auf dem Bett rum bis er sich bequem vorbeugen konnte und blies dem Mann sachte warmen Atem ins Ohr.
Er spürte das Zittern das Holmes daraufhin durchfuhr und rückte noch näher an ihn heran. Anhand des ängstlichen Blicks aus dunkelbraunen Augen ahnte Watson, dass er gut daran tat seinen Freund zu beschwichtigen, wenn er nicht mit einem Fausthieb Bekanntschaft machen wollte.
Holmes´ Brustkorb hob und senkte sich jetzt sichtbar heftig und seine Hände hatten sich haltsuchend in die Bettdecke gekrallt.
Watson legte seine unbeschäftigte Hand auf eine der fest geballten Fäuste und murmelte ein "Schhhh", ganz so wie er ein verängstigtes Kind trösten würde.
Er hörte Holmes schwer schlucken, sah das Springen des Adamapfels und plötzlich überkam ihn ein regelrechter Hunger danach, seine Zähne um die Kehle des Mannes zu schließen und so fest zuzubeißen wie es möglich war ohne die Haut zu verletzen.
Zum Glück blieb ein kleiner Rest Vernunft zurück und Watson griff danach wie ein Ertrinkender nach einem Strohhalm.
"Ich... ich sollte jetzt gehen.", sagte er mit rauer Stimme, den Blick dabei unablässig an Holmes´ Hals geheftet.
"Nein.", winselte der Detektiv dann. Es klang noch immer unsicher, aber verlangend.
Und das genügte Watson vollkommen.
Im nächsten Moment presste er die Lippen auf die seines Freundes, ein bisschen zu fest und zu hastig aber es fühlte sich perfekt an. Dem Laut nach zu urteilen den Holmes machte, ging es ihm genauso.
Watsons Bart kitzelte nicht unangenehm und Holmes seufzte erneut, öffnete den Mund ein wenig und war nicht überrascht, als sogleich eine Zungenspitze streichelnd um Einlass bat.
Holmes gewährte es und die nächsten Minuten bestanden aus intensivem Erkunden und Probieren, ehe sie Atem schöpfen mussten.
Holmes nahm Watsons Gesicht in beide Hände, als wollte er verhindern, dass dieser aus einer Laune heraus flüchtete.
"Das ist kein Versehen, oder?", keuchte er flehentlich. "Das hier ist kein dummer Zufall?"
Watson verneinte atmelos und ein ausgesprochen liebenswertes Lächeln erschien auf Holmes´ Zügen, erleichtert und nervös.
"Kein Versehen.", bestätigte Watson und unterstrich seine Worte mit einem sanften Biss unterhalb Holmes´ Ohr.
"Kein dummer Zufall." Wieder biss er zu, diesmal etwas fester und Sherlock bäumte sich auf.
"John...", flüsterte er mit belegter Stimme.
Watson hatte nun selbst mit einer pochenden Erregung zu kämpfen und wünschte sich ein weiteres Paar Hände.
Er fummelte umständlich zwischen Holmes´ Beinen herum, öffnete ungeduldig Knöpfe und zischte, als der Detektiv ihn vor lauter Aufregung zu fest in die Lippe biss.
Holmes murmelte eine Entschuldigung und leckte versöhnlich über die Stelle.
Dann endlich hatte Watson es geschafft und befreite Holmes´ pulsierende Härte, umfing sie prüfend mit einer Hand. Trotz des Kusses in den Holmes ihn verwickelte, blinzelte Watson neugierig hinunter, um einen Blick auf das zu werfen, was so ungewohnt aber erstaunlich fügsam in seiner Hand lag.
Holmes folgte seinem Blick und stieß ein hysterisches, kleines Lachen aus, das Watson zum Grinsen brachte.
Der Doktor hatte keine Ahnung wo Holmes´ Vorlieben lagen, also tat er, was er bei sich selbst getan hätte: ein festes Auf und Ab, mit einem rhytmischen Zirkeln des Daumens über die Spitze.
Holmes´ Hüften stießen vor, er kniff die Augen zusammen und keuchte.
Watson beobachtete, wie sich kleine Schweißperlen an den Schläfen des Mannes bildeten und schluckte. Er steigerte das Tempo und dachte nicht im Traum daran aufzuhören, als Holmes ihm hektisch Einhalt gebot.
Sherlock wimmerte etwas von "aufhören" und "verdammt, John" und dann versteiften sich seine Muskeln in Unterleib und Beinen in einem einzigen Krampf und er schrie unterdrückt auf.
Watson geleitete ihn so gut er konnte hindurch, unterbrach die pumpenden Bewegungen nicht aber ließ sie schwächer werden, bis Holmes gegen seine Vorderseite sackte.
"John..."
Watson fuhr mit seiner Hand die nicht klebrig vom Resultat seiner Bemühungen war durch Sherlocks Locken.
Sie verharrten so für eine ganze Weile, während die Realität sie beide einholte.
"Wir werden darüber reden müssen.", murmelte Holmes schließlich gegen Watsons Halsbeuge.
Watson nickte sachte und streichelte Holmes Haar weiter. Die Erkenntnis darüber was gerade geschehen war schmeckte bitter. Er begriff, dass es nicht nur seine Ehe mit Marry bedrohte, sondern auch die langjährige Freundschaft zu dem Mann, dessen Intimstes gerade an seiner Hand trocknete und Angst überkam ihn.
Seine Erregung hatte sich bereits gelegt und für den Moment reichte es ihm vollends, dass Holmes ihn nicht zurück stieß.
Als Sherlock sich ungeschickt von ihm löste und ihn ganz offen ansah, erkannte Watson in den braunen Augen dieselbe Angst die auch er empfand. In dieser Tatsache lag ein schwacher Trost.
Ja, sie würden darüber reden müssen. Im Moment war es jedoch genug einen sanften Kuss auf die Stirn des Mannes in seinen Armen zu drücken und auf eine gemeinsame Zukunft zu hoffen.
 
 
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