Back in the future [Arbeitstitel]

GeschichteAbenteuer, Übernatürlich / P16
Beast / Henry "Hank" Philip McCoy Magneto / Eric "Magnus" Lehnsherr Rogue / Mary D'Arcanto Wolverine
13.01.2012
26.08.2015
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Es war vorbei – zumindest fast.

Logan blickte sich um, vor ihm ein Anblick des Krieges, der Schlacht, des Gemetzels.
Überall lagen verbrannte Autowracks, der Staub des zerstörten Betons tauchte alles in einen braun-grauen Nebel, Metallpfeiler stachen aus den Schutthaufen heraus wie groteske Kunstwerke.
Hin und wieder stoben Funken aus den Leitungen der Flutlichtscheinwerfer, die Stunden zuvor – Logan kam es vor wie Jahre – den Platz erleuchtet hatten.
Eine war noch übrig, und ließ ihr flackerndes Licht über den verwüsteten scheinen, über niedergetrampelte Zäune, über die Leichen von Menschen, die versucht hatten, sich selbst zu schützen.
Und es leuchtete über die verbleibenden X-Men, die aus dieser Schlacht als Sieger hervorgetreten waren.
Tja, dachte Logan mit Blick auf einen toten Soldaten.
Shit happens.
Der Geruch von einer Mischung aus Schweiß, schwelendem Gummi und Rauch stieg ihm in die Nase.
Es erinnerte an den krieg.
Nein, an die vielen Kriege, in denen er gekämpft hatte.
Kriege waren nicht so glitzernd, wie sich manche Menschen sie vorstellten.
Kein Jubelgegröle, wenn die Schlachte gewonnen war, meistens noch nicht einmal eine Freundin, die dich Zuhause mit einem Kuss begrüßte.
„Ist es vorbei?“
Storm stellte sich neben ihn, ihre dunklen Augen wanderten über den Platz, und Logan hörte, wie sie überrascht die Luft ein sog.
„Nein“, sagte Logan leise,
„noch nicht ganz.“
Vor ihnen kniete Magneto.
Der Helm lag zu seinen Füßen, zerkratzt und matt, und der alte Mann stützte sich schwer atmend auf ein Knie. Es war die Haltung eines geschlagenen Mannes.
Dennoch glaubte Logan seine stechenden blauen Augen zu sehen, die ihn durchbohrten, abschätzend und feindselig.
Obwohl er seine Kräfte verloren hatte, ging von ihm noch immer eine Aura aus, und das spürten die Mutanten.
„Logan!“, flüsterte Jean neben ihm warnend, aber er beruhigte sie mit einer Geste.
„Er ist nur noch ein alter Mann, der sich etwas übernommen hat.“
„Was machen wir jetzt mit ihm?“, fragte Nightcrawler stirnrunzelnd, und Logan musste unwillkürlich lächeln.
„Ach, mir würde so einiges einfallen“, meinte er und ging langsam auf Magneto zu.
Der versuchte, sich aufzurichten, und automatisch fuhren seine Hände in die Höhe, aber Logan spürte keine Zugkraft, keine Macht, die ihn zu stoppen versuchte, und er hörte Magneto leise stöhnen.
Er ging vor dem alten Mann in die Hocke und schaute ihn mit einer Mischung aus Schadenfreude und Genugtuung an.
Die blauen Augen, die von einem Netz von Falten umgeben waren, starrten Logan immer noch feindselig an, aber er sah auch eine Spur von Angst darin, und Logans Lächeln wurde noch breiter.
„Was machen wir nur mit dir?“, fragte er, legte ihm eine Hand auf die Schulter und drückte kurz zu.
Magneto stöhnte auf.
„Du Abschaum“, knurrte der alte Mann,
„selbst wenn euer Mutantenpack mich umbringt, wird es immer Mutanten geben, die meine Ansichten teilen.“
„Ja, das mag sein“, sagte Logan,
„aber wir werden immer da sein und auf sie warten. Wir werden auf sie warten und sie fertig machen wie wir dich fertig gemacht haben, alter Mann.“
Plötzlich richtete Magneto sich auf – Logan hatte nicht erwartet, dass noch so viel Kraft in dem Mann steckte – und wollte sich auf den Mutanten stürzen, aber dank Logans schnellen Reflexen war er sofort außer Reichweite und lachte.
„Du willst mich fangen? Versuchs noch mal und ich schlitz dich auf!“
Magneto zischte leise, dann wollte er auf Logan losgehen, aber er hielt mitten in der Bewegung inne. Er stand wie erstarrt da, ein Ausdruck der Überraschung warf auf sein Gesicht getreten.
Dann fasste er sich langsam an den Nacken und zog etwas heraus. Einige Sekunden starrte er den kleinen Gegenstand in seiner Hand an.
Logan sah genauer hin und sah einen Pfeil mit einer Flüssigkeit in einer kleinen Kanüle, ähnlich des Heilmittels. Aber diese Flüssigkeit sah anders aus, sie war hellrot, durchzogen von einem schwarzen Netz.
Logan sah sie nur kurz, dann ließ Magneto sie fallen und mit einem leisen Klirren zersplitterte sie auf dem dreckigen Boden.
Einen Augenblick lang geschah nichts.
Dann taumelte Magneto ein paar Schritte zurück, seine Augen richteten sich auf Logan, und die Angst darin ließ den Wolverine erschaudern.
„Was habt ihr mit mir gemacht?“, flüsterte er.
Dann schrie er auf.
Logan wich entsetzt zurück, während sich der Mann schreiend zusammenkrümmte.
„Logan, was passiert mit ihm?“
Storms Stimme klang panisch, und Logan wollte gerade etwas entgegnen, aber ein erstickter Schrei von Magneto verhinderte es. Und plötzlich sah es Logan.
Magnetos Gesicht veränderte sich.
Die Falten verschwanden, wie als würde seine Haut an unsichtbaren Fäden gespannt werden, seine wild abstehenden Haare schienen in den Kopf hineinzuwachsen und das silberne weiß der Haare wich dunklem braun. Magnetos Hände umklammerten sein Gesicht, und Logan sah, wie die dürren Finger an Masse gewannen.
Magneto schrie noch einmal, und innerhalb von Sekunden war es nicht mehr der Schrei eines alten Herren, sondern seine Stimme war voll und laut wie die eines kräftigen jungen Mannes.
Schließlich hörte er auf zu schreien und nahm die Hände herunter.
Die X-Men starrten ihn fassungslos an – und er starrte zurück.
Er war um die dreißig, und seine Statur war sportlich, fast athletisch. Die dunkelbraunen, kurzen Haare waren zerzaust und einige Strähnen fielen ihm in die Stirn.
Zuerst erkannte Logan ihn nicht, aber dann begegnete er den eisblauen Augen.
Vor ihm stand immer noch Magneto, aber es war wie eine jüngere Version von ihm, die Logan jetzt verwirrt und überrascht anstarrte.
Die X-men schauten verwirrt zurück und einige Sekunden lang bewegte sich keiner.
Logans verstand versuchte, eine Erklärung für den Mann zu finden, der vor ihm stand, aber er war vollkommen überfordert.
„Was…“, brachte Magneto heraus, aber im nächsten Moment hörten sie ein lautes Krachen und einige Meter entfernt rutschte ein kleiner Stahlträger von einem Schutthügel, man hörte kreischendes Metall und Keuchen, wie als würde jemand versuchen, sich aus dem Hügel herauszugraben.
Dann krachte es noch einmal laut, und aus dem Schutthaufen erhob sich eine blaue Gestalt.
Beast.
„Verdammt“, grummelte er, während er sich den Staub aus seinem Fell klopfte, „jetzt bin ich einmal am Geschehen beteiligt, und schon werde ich in der ersten Runde ausgeknockt!“
Beasts Auftritt schein etwas in Magneto hervorzurufen. Logan glaubte zu sehen, wie Magneto erleichtert aufatmete, aber er schein immer noch verwirrt und angespannt.
„Hank!“, rief er, „was ist hier los?“
Beasts Kopf zuckte kurz, und sein Blick schnellte zu Magneto.
Eine Sekunde schien auch er verwirrt zu sein.
Dann verfinsterte sich sein Blick und er knurrte. So wütend hatte Logan ihn noch nie gesehen.
Nein, es war keine Wut, korrigierte er sich.
Es war blanker Hass.
Auch Magneto schien das zu merken, denn er wich erschrocken einige Schritte zurück.
Seine Stimme war ruhig, aber Logan hörte dennoch ein leichtes Zittern.
„Hank, ganz ruhig. Wo sind wir?“, meinte er, aber Beast ignorierte ihn.
„Du“, knurrte er, und selbst Logan wich zurück, als sein Knurren zu einem donnernden Brüllen anschwoll.
„DU!!“
Dann ging alles blitzschnell. Beast raste auf den jungen Magneto zu.
Logan sah, wie dieser die Hand ausstreckte – seine Reflexe waren unglaublich – und ein ungläubiger Ausdruck trat auf sein Gesicht, als seine Kräfte versagten.
Dann war beast vor ihm, und mit einem wilden Brüllen schlug er dem Mann vor die Brust. Durch die Wucht wurde Magneto quer über den Platz geschleudert und schlitterte über den Boden. Er knallte gegen einen Schutthaufen und blieb für einige Sekunden benommen liegen.
„Hank, hör auf!“, rief Nightcrawler, aber Hank beachtete ihn gar nicht.
Mit einem einzigen Satz war er bei Magneto, der gerade stöhnend versuchte, aufzustehen, und trat ihm in die Seite, sodass er auf den Rücken geschleudert wurde.
Dann schlossen sich Hanks krallen um seinen Hals und hoben ihn in die Höhe.
Der Mann umklammerte vergeblich Beasts gewaltige Unterarme, und seine Beine baumelten hilflos in der Luft.
Logan rang mit sich, und als er zu Jean hinüber schaute, sah er auch in ihrem Blick ein Zaudern.
Einerseits schien der Mann Magneto zu sein, und Magneto war ihr Erzfeind, egal, wie alt er war. Logan hätte ihn nur zu gut tot gesehen.
Aber sein Verstand schien nicht begreifen zu wollen, dass das kein ganz normaler, hilfloser Mann war.
Er IST ein ganz normaler, hilfloser Mann!, dachte er, und im nächsten Moment legte ihm Storm eine Hand auf die Schulter.
„Wir müssen Hank aufhalten!“, sagte sie drängend, und als Logan schwieg, fuhr sie fort:
„Ich weiß, ich hab mich auch gefragt, warum wir ihn verschonen sollten. Aber er stellt keine Gefahr mehr für uns da.
Außerdem“, meinte sie mit einem Blick auf Hank, „verdient nicht mal unser Erzfeind so einen qualvollen Tod, wie Hank ihn sich wahrscheinlich ausmalt.“
Sie packte Logan am Arm und zog ihm mit Richtung Hank, der immer noch Magneto knurrend in die Luft hielt.
„Hank!“, rief Storm und legte ihre Hand auf seinen Arm.
„Hör auf, bitte.“
„Er verdient es nicht, zu leben!“, knurrte Beast und warf Storm einen hasserfüllten Blick zu, aber Storm blieb ruhig.
„Hank, er hat seine Kräfte verloren. Das, was jetzt vor ihm liegt, kann man nicht als Leben bezeichnen.“
Logan warf einen Blick auf den jungen Magneto:
Er war kurz vor der Bewusstlosigkeit.
„Ich muss herausfinden, was ihn jünger gemacht hat“, änderte jetzt Storm ihre Taktik, und langsam schien Hank ihr zuzuhören, denn sein Kopf zuckte kurz in ihre Richtung, und sein Blick war nicht mehr so hasserfüllt wie zuvor.
„So, wie’s aussieht, ist es ein gefährliches Mittel“, fuhr Storm fort, „und der letzte Rest in der Spritze ist nicht mehr brauchbar. Ich muss das Mittel untersuchen, und dafür muss ich ihn untersuchen, Hank! Und zwar lebend!“
Einige Sekunden lang hielt Hank Magneto noch in die Luft, dann ließ er knurrend den jetzt bewusstlosen Mann fallen.
Logan und Nightcrawler stellten sich zwischen ihn und Beast, während sich Storm und Jean neben Magneto knieten und seinen Puls fühlten.
„Er lebt noch“, sagte Jean und schaute zu Logan, „wir müssen ihn sofort verarzten!“
Obwohl sich alles in Logan dagegen sträubte, nickte er widerwillig.
„Bringen wir ihn ins Haus.“
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