Ein Ziel

von Jeuntex
KurzgeschichteSchmerz/Trost, Sci-Fi / P16
09.01.2012
09.01.2012
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Der Tunnel war kalt und grau. Kein Leben, keine lebende Seele weit und breit, nur das stetige tropfen des Wassers auf die kalten Gleise. Die Luft schien zu stehen, die leise Brise die sonst in diesen Tunneln herschte hatte sich aufgelöst, ja wurde von der ungewöhnlich dichten Schwärze dieses Tunnels förmlich verschluckt. Dort, mitten in diesem Gottverlassenem Tunnel, saß ein Junge. Klein, unbedeutend, völlig fehl am Platz...und doch saß er hier. Allein...mittem im Nichts.
Langsam stand er auf, nahm seine Tasche, die neben ihm am Boden lag, schnürrte sie um und setzte seinen Weg, mit unsicherem Schritte, fort. Das Licht seiner Taschenlampe schwang nun langsam aber stetig über die rostigen Wasserleitngen die von den Jahrzehnten des unterirdischen Lebens gezeichnet, stark löchrig, von einer Zivilisation versuchten zu erzählen in der sie noch Nutzen und Funktion hatten, sow ei über die ebenfalls angerosteten Schienen dieser so einsamen Strecke der Metro.
Seine Schritte hallten leise durch diesen Tunnel und verklangen in der ferne zu seinem dünnen Raunen dass ihm das Blut in den Adern gefrieren lies. Wohin er wollte? Einfach weg. Weg von dieser einen Station, weg von all den Lügen und all dem Schmerz.
In der Ferne tauchte nun ein grünes Licht auf. Er wusste er war seinem Ziel nun nichtmehr fern. Dort vorne war es endlich. Ihm stiegen die Tränen in die Augen und liefen langsam über seine bleichen Wangen.
Er hatte das grüne Licht inzwischen erreicht und warf nun seine Tasche beiseite. Er würde sie nun nichtmehr brauchen...
Rechts, direkt neben diesem grellen Licht, lag eine kleine, dicke, mit Blei verdickte Tür. Er brachte seine gesamte Kraft auf um sie zu öffnen und fand dahinter eine dünne Treppe die nach oben führte. Er begann mit dem Aufstieg und mit jedem Schritt den er nun der Oberfläche näher kam pochte sein Herz lauter. Da war endlich alles was er sich in diesen letzten Woche erwünscht hatte. Es wurde nun langsam heller und als er endlich unter einer dünnen Bodenklappe stand warfen die kleinen Sonnenstrahlen winzige Schatten neben ihm an die Wand. Nun endlich schaltete er seine Taschenlampe aus und atmete noch einmal tief durch...

Er hielt sich die Hände schützend über seine Augen als er langsam aus der kleinen Einlassung im Boden stieg. Er befand sich nun in einem kahlem Raum der anscheinend schon vor Jahren seine Farbe verloren haben musste. Der Putz bröckelte an manchen Stellen von der Wand und gab den Blick auf den kalten Stein dahinter preis. Auf dem Boden lagen viele verstreute Trümmer die an diesem Schicksalshaften tag, als Feuer vom Himmel regnete, von der Decke gestürzt sein mussten. Langsam gewöhnten sich die Augen des Jungen an die für ihn ungewohnten Lichtverhältnisse und er nahm die Hände von den Augen. Er blinzelte kurz und ein blick aus einem der zerstörten Fenster verriet ihm das des Mogen anbrach. Was sonst konnte dieses wunderschöne rote Leuchten am Horrizont bedeuten?
Er ging nun durch die nächste intakte Tür der er finden konnte und einen nicht weniger schäbigen Gang entlang auf der Suche nach dem Ausgang. Als er ihn gefunden hatte machte er endlich diesen Schritt auf den er so lange gewartet hatte...
Er sog die eiskalte Morgenluft mit einem unvorstellbaren Gefühl der Freiheit durch seine Lunge und als er noch einen Schritt machte wusste er...
Hier lohnt es sich zu sterben...

Und wieder saß er da...alleine...auf den Trümmern einer einst so großen Population...wartend...auf sein Schicksal...wartend auf eine bessere Welt...
Und mit den ersten Sonnenstrahlen die seine Haut berührten wurde er endlich ein teil dieser Welt...
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